Mittwoch, 25. August 2010

Über das Lesen..



Störe keinen Träumer, wenn er still
in dem Märchenbuche lesen will
und im Briefe einer treuen Hand,
den nach langer Zeit er wieder fand!
Schaue nicht in dieses Buch hinein,
es gehört dem Träumer ganz allein
so wie einst ein goldnes Menschenherz,
das schon längst gewandert himmelwärts.
Echte Liebe trägt ihr Leid allein,
und auch du wirst wohl ein Träumer sein,
der ein Buch vor anderen verschließt,
weil es Hüter eines Märchens ist.

Leopold Arthofer

Diesen Vers fand ich in einem uralten Tagebuch, das ich eigentlich vernichten wollte.
Ich habe mich hingesetzt und gelesen, weiter und weiter. Und ich bin zu dem Ergebnis gekommen, daß ich die Dinge heute mit ganz anderen Augen sehe. Ist es das Reiferwerden? Das Älterwerden.?Denn die Dinge von damals haben sich ja nicht geändert - nur meine Sichtweise.

Kommentare :

  1. Liebe Irmi, es ist immer wieder interessant in alten Tagebüchern zu lesen und ich verstehe gar nicht, warum Du es vernichten wolltest. Es gehört doch alles zu Deinem Leben, auch wenn sich manche Sichtweisen verändert haben. Also bitte behalten und ab und zu mal wieder vorkramen und uns solche Gedichte zukommen lassen. Einen schönen Abend und träume weiter beim Lesen der alten Zeilen

    liebe Grüsse
    Brigitte

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  2. Ich habe früher auch Tagebuch geführt und wenn ich das jetzt so lese, kann ich über manche Dinge nur den Kopf schütteln, aber damals habe ich es halt so empfunden.

    Deine neuen Nägel würde ich allerdings auch gerne sehen, zeigst Du sie uns? *ganzliebguck*
    Liebe Grüße, Coco

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  3. Ich habe kein Tagebuch, kann werder nachlesen, noch entsorgen...

    Sei lieb gegrüßt
    Kvelli

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  4. Huhu Irmtraud ;-)
    Ich schreibe seit vielen Jahren Tagebuch und würde nicht ein Buch davon entsorgen. Ein Buch weg zuwerfen geht schnell aber die (eventuelle) Reue bleibt ein Leben lang.

    Setz dich hin und verweile in einer Zeit- die lange vergangen ist. Deine Sichtweise, deine Moral-und Wertvorstellungen mögen sich im Laufe der Jahre verändert haben, aber das gehört zu *Dir!*

    Durch Lebenserfahrungen und einer gewissen Reife (wie du es so schön beschreibst) verändern sich die Ziele.
    Und das ist verdammt gut so. Wie heißt es so schön ?
    "Nur wer stehen bleibt verändert sich nie!"

    Darf ich fragen weshalb du das Buch entsorgen wolltest ? (falls es nicht zu privat ist)

    VLG Brooke

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  5. Ich denke die Sichtweise ändert sich und ich finde es ist gut so. Das bringt einfach das Leben mit sich wenn man älter wird. LG Inge

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  6. Liebe Irmi, guten Abend.
    Ich schhrieb vor meinem Blog schon seit meinem 14. Lebensjahr immer meine oder die mit meinen Eltern zusammen gemachten Tagesaktivitäten in ein Jahres-Kalenderbuch, Jahr für Jahr. 10 Jahre hatte ich immer zusammen aufgehoben und dann entsorgt. Meinen Blog, den ich seit 5 1/2 Jahren schreibe, betrachte und führe ich ja auch als meine Tagebuchaufzeichnungen.
    Da kann ich auch stets zurückblättern, was war wann und wo.
    Hüte Dein Tagebuch und erfreue Dich später wieder mal an Deine Eintragungen. Ich mache es auch.
    Das sind doch ganz allein Deine Empfindungen zu einer Situation oder Ereignis.
    Hab eine gute Nacht und süße Träumeli. Tschüssi, Brigitte

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  7. Im Laufe der Zeit haben wir viele Erfahrungen gesammelt, die uns geformt und verändert haben.

    Ich empfinde es als spannend, festzustellen wie ich mal war, jetzt bin und noch sein werde. Deswegen werde ich meine Tagebücher nie entsorgen.
    Das dürfen anderen übernehmen wenn ich nicht mehr bin ;)
    Liebe Grüße

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  8. Es ist immer schön, in alten Schriften zu lesen und darüber zu lächeln, wie man "damals" dachte. und manches hat man fast vergessen, es kommt wieder an die Oberfläche.

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  9. Ich habe in meiner Jugendzeit knapp
    drei Jahrelang ein Tagebuch geführt.
    Heute lese ich hin und wieder darin.
    Man sieht alles mit anderen Augen.
    Und viele Sachen sind einem nicht
    mehr bewusst.
    Entsorgen würde ich das nicht.
    Ist zu schade dazu.
    Liebe Grüße und gute Nacht
    Elisabeth

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  10. oh weh, gut dass du geschmöckert hast in den tagebuch!

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  11. Nicht wegwerfen! Ich gäbe sonstwas drum, wenn ich noch meine alten Tagebücher hätte. So schöne Verse waren da allerdings nicht drin ;)

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  12. Liebe Irmi

    Mein Blog ist für mich unterdessen zu einer Art Tagebuch geworden.
    Was ich da alles nachlesen kann ... und das tue ich ab und zu, bin dann wieder voll in der Geschichte drin und erinnere mich.

    Gut, dass Du es nicht weggeworfen hast. Es ist ein Stücklein wertvolles Leben.

    Gute Nacht, liebe Umarmung und mein Lächeln
    Franziska Sternenzauber

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  13. Ich denke es ist das Älter werden. Wenn man Älter wird, dann sieht man die Dinge mit ganz anderen Augen. Ich weiß als ich jung war. ( Ich weiß ich bin noch nicht alt ) - Also - als ich noch jünger war, da habe ich viele Dinge ganz anders betrachtet als heute.

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  14. Liebe Irmi,
    ich habe ein altes Tagebuch vor vielen Jahren vernichtet und zwar, weil ich damals fand, dass ich dort einen ziemlichen Nonsens als Teenager hineingeschrieben habe. Heute würde ich gerne wieder einmal darin lesen und in alten Erinnerungen schwelgen ;o)

    Der Mensch verändert sich im Laufe der Zeit, man lernt immer wieder dazu und daher wäre es auch schlimm, wenn unsere Sichtweite immer die Gleiche bliebe. Traurig finde ich es, wenn man sich nicht geistig weiter entwickelt. Irgendeinen Vorteil muss das Altwerden doch auch haben, oder nicht *schmunzel*.

    LG Susanne, die schon ganz gespannt auf Kater Mikesch ist.

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  15. Dankeschön Irmi für die ausführliche Erklärung. Von dieser Seite aus hatte ich es nicht betrachtet.
    Es ist schön Dich kennen zu lernen. Schlaf schön.
    LG Brooke

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  16. Meine gesammelten Werke sind vor vielen Jahre alle ins Feuer gewandert. Es waren zu harte Zeiten, damit wollte ich abschließen.
    Doch wenn ich heute noch mal reinlesen könnte, vielleicht würde ich auch einiges anders sehen können?
    Nun..vorbei...
    Liebe Grüße, Petra

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  17. so ein Büchlein habe ich nicht..aber ich glaube schon das uns das LEBEN eine andere Einstellung zu vielen Dingen gibt..

    einen ganz lieben Gruß vom katerchen

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  18. Siehst du wirklich alle Dinge anders, liebe Irmi? Kann ich mir gar nicht vorstellen. Sicher verändert sich so manche Sichtweise und gar mancher große Liebeskummer früher Jahre erscheint plötzlich in einem anderen Licht. Aber im Großen und Ganzen stelle ich zumindest bei mir fest, dass ich schon früh wusste, was ich wollte und was ich für gut befand und so sehr hat sich das nicht verändert.
    Lieben Gruß
    Elke

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  19. Liebe Irmi,
    leider geht heute nur eine kurze Bloggerrunde, denn Obst muss weiter eingekocht werden, alles wird gleichzeitig reif und jeden Tag liegt neues Obst unter den Bäumen. An manchen Tagen allerdings habe ich auch einfach keinen Antrieb zum Bloggen.
    Dieser Eintrag von Dir hat mich gleich angesprochen, weil er mich wieder spiegelt. Wenn ich lese, bin ich in einer anderen Welt. Es ist auch nicht dasselbe, wenn ich im Internet lese, obwohl ich ja ein Informationsjunkie bin und immer neues Wissen und Infos brauche - ein Buch oder eine Zeitschrift zum Anfassen ist ungleich sinnlicher. Wenn ich an einem Tag keine Gelegenheit zum Lesen habe, kann ich unleidlich werden, denn ich brauche es wie Elixier - und auch die Ruhe dazu, um das Gelesene aufzunehmen.
    Tagebuch habe ich nicht geführt - oder doch: etwas Ähnliches, ein kleines Büchlein, in dem ich Sprüche, Gedichte usw. gesammelt habe und hinten Gedichte und meine Gedanken aufschrieb, als ich meinen ersten Mann kennenlernte, was leider in die Brüche ging. Auch habe ich immer noch die Briefe, die ich als Jugendliche bekommen habe, als ich einen regen Briefaustausch hatte mit anderen Jugendlichen und Schwestern von einer christlichen Jugendorganisation. Ich bin ja eher Typ Jäger und Sammler und kann mich eh nicht so leicht von Sachen trennen. Aber solche Sachen würde ich nie wegwerfen. Nur manche Sachen gehen verschütt bei den vielen Umzügen, die ich schon in meinem Leben hinter mich gebracht habe. In dem Zimmer, in dem ich bei meiner Mutter übernachte, steht die Tasche mit den Briefen. Ich habe auch für meinen Sohn Sachen aus seiner Kindheit dort aufbewahrt.
    Meine Mutter, mein Vater haben viel gelesen - meine Mutter liest auch jetzt noch gerne, Vater ist ja gestorben. Oben im Haus war ein Schrank, in dem Bücher waren, als ich Kind war (so reich waren wir nicht, dass wir uns eine Riesenmenge Bücher leisten konnten, sie waren auch gebraucht) und ich habe immer dort geschmökert und mich in meine Welt verzogen. Aus der Bücherei habe ich mir noch zusätzlich ganze Stöße Bücher geholt.
    Wegen der Sichtweise, die sich verändert: Es wäre ja schlimm, wenn wir uns nicht verändern würden und unsere Sichtweisen und Einsichten mit uns. Auch ich habe mich im Laufe der Zeit verändert und meine Sichtweisen mit mir. Nur in einem werde ich mich nie ändern: ich werde mich immer aufregen über Dummheit und Verbohrtheit von Menschen, die Demagogen und Menschenfängern auf den Leim gehen, die ihre subtilen Ängste und latent vorhandene Abneigungen gekonnt bedienen, werde mich immer über Ungerechtigkeiten aufregen. Darüber zu schreiben, lasse ich momentan lieber sein, denn sonst rege ich mich noch mehr auf. Ob ich da mit weiter zunehmendem Alter - ich bin ja schon 51 - doch etwas ruhiger und milder beurteilend werde, weiß ich nicht. Ich lasse es auf mich zukommen ;-)
    Liebe Grüße, ich muss mich beeilen und den Kuchen für meinen Schatz machen und weiter am Obst schnibbeln - die Bloggerrunde war leider nur sehr kurz,
    Irmgard

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.