Mittwoch, 8. September 2010

Dies und Das und Reminiszenzen an den Herbst

Es steht uns ein heißer Herbst ins Haus. Wieder einmal. Die Verlängerung des Atomausstiegs erregt die Gemüter. Es wird zu Großdemonstrationen aufgerufen. Und wer geht hin? Wir werden es erleben. Das Fernsehen wird sie uns zeigen.
Heute morgen sagte ein Familienvater von 4 Kindern - arbeitslos geworden, weil das hiesige AKW  - es war das erste  -  abgeschaltet  wurde: "Ich würde nie wieder gegen Atomkraft protestieren."
Wenn man hautnah miterlebt, wie eine zuvor blühende Gemeinde mehr und mehr  verarmt. Wenn man miterlebt, daß innerhalb von 3 Jahren die Arbeitslosigkeit um mehr als 20% steigt und wenn man miterlebt, daß bereits mehr  als 10 ehemaliger Zulieferer bankrott gemacht haben, sieht man die Dinge wohl etwas anders. Klar, es wurde ein Biomassewerk hingestellt. 10 Arbeitsplätze. Zudem stinkt diese Anlage und ist laut. Und gerade die Mitmenschen, die eine Initiative zum Abschalten gebildet hatten, sind jetzt die, die sich das leise AKW  zurückwünschen. Die Regierung hat nichts gehalten, was sie versprochen hat.
Ich bin mir auch im Klaren darüber, daß wir die Atomkraft nicht bis ins letzte beherrschen. Aber solange  wir keine Alternativen haben, müssen wir damit leben. Und alle, die die schwarz-gelbe Regierung gewählt haben, wussten doch  - oder hätten es wissen müssen - daß der Ausstieg rückgängig gemacht würde. Warum jetzt diese Empörung ?  
Aber zum Abschluss ein wunderschönes Gedicht an den Herbst, das seit Jahrhunderten seine  Bedeutung nicht verloren hat.
 

1. Bunt sind schon die Wälder,
Gelb die Stoppelfelder,
Und der Herbst beginnt.
Rote Blätter fallen,
Graue Nebel wallen,
Kühler weht der Wind.

2. Wie die volle Traube
Aus dem Rebenlaube
Purpurfarbig strahlt!
Am Geländer reifen
Pfirsiche, mit Streifen
Rot und weiß bemalt. 

3. Flinke Träger springen,
Und die Mädchen singen,
Alles jubelt froh!
Bunte Bänder schweben
Zwischen hohen Reben
Auf dem Hut von Stroh.

4. Geige tönt und Flöte
Bei der Abendröte
Und im Mondesglanz;
Junge Winzerinnen
Winken und beginnen
Frohen Erntetanz.


Johann Gaudenz Frhr. v. Salis-Seewis "Herbstlied" 1782,
zuerst gedruckt im Vossischen Musenalmanach für 1786



































  

Kommentare :

  1. Liebe Irmi,
    die Politik wird immer für Diskussionsstoff sorgen, egal wer an der Macht ist.
    Zufriedenstellen kann man eh nie 100 %.
    Ein wunderschönes Gedicht hast Du da wieder ausgesucht für uns.
    Lieben Gruss und hab einen schönen Tag.
    Simone

    AntwortenLöschen
  2. Kuhles Gedicht! Meinste dat steht au' in meiner Fibel? Sach' ma' die Seite, dann kuck ich scho' ma'!

    AntwortenLöschen
  3. Ich finde es bedauerlich und bedenklich, dass zu jederzeit alle wirtschaftlichen und sozialpolitischen Probleme auf den Bestand und die Schaffung von Arbeitsplätzen reduziert wird. Das zeugt meiner Meinung nach von kurzfristiger Planung und ist nicht gerade Zukunftsorientiert. Allerdings ist dieses fast ausschließlich bei der Großindustrie zu beobachten, denn kleine Betriebe, deren Produkte und Dienstleistungen nicht mehr abzusetzen sind, die müssen sich was anderes einfallen lassen, andere Produkte herstellen, sich umorientieren. Da fragt kein Mensch danach, dass wieder Tausende Mitarbeiter ihren Job verloren, wenn die Kleinunternehmer nicht mehr weiter wissen. Doch Einzelschicksale zählen anscheinend nicht...

    Sei lieb gegrüßt
    Kvelli

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Irmi,

    oh, bei dir hab ich ja einiges nachzulesen. Mein kurzer Überflug zeigt jedoch, dass es sich lohnt. ;-)

    Oja, dieses wunderbare Herbstlied begleitet mich schon ein Leben lang. Einst sang ich es gemeinsam mit anderen im Chor unserer Schule. "Der Herbst steht auf der Leiter" ebenfalls. Da werden schöne Erinnerungen wach.

    Schön, dass sich gerade in diesen Naturliedern nichts an ihrer Bedeutung und Wirkung verändert hat.

    Nun les ich noch ein wenig runter ...
    verabschiede mich vorher mit lieben Grüßen,

    Andrea

    AntwortenLöschen
  5. Da muß ich ehrlich sagen, das ich lieber von unseren AKW´s abhängig bin, da sie mir noch am sichersten erscheinen. Was nützt es, wenn wir hier alles abschalten und die maroden in den Ostblockländern laufen weiter. Wenn es da mal knallt, sind wir doch sowieso mit dran. LG Inge

    AntwortenLöschen
  6. es wird immer pro und contra´s geben.
    was dem einen recht, ist für den anderen manchmal schlecht.

    eine schöne wochenmitte wünsch ich dir, irmi... und eine fröhliche herbstzeit dazu. :-)

    liebe grüße. bina

    AntwortenLöschen
  7. Hallo Irmi, ich denke mal, dass Du unter anderen auch mich meinst in Deinem Beirag, weil ich gegen die AKWs bin. Ich war zwar immer ein Fan von Merkel, aber nicht unbedingt von der CDU und schon gar nicht von der FDP und habe sie deshalb auch nie gewählt. Und gegen die Atomkraft war ich schon immer, weil ich einfach Angst vor einem Gau habe und wir diese Energie in keinster Weise beherrschen. Und ich kann mich eben noch gut an Tschernobyl erinnern und wie wir Deutschen damals Angst gehabt haben, dass die Strahlen auch unsere Ernährung vergiften. Muss es denn immer erst zu so einem Unglück kommen, bevor die Menschen etwas dazulernen? Und die Arbeitslosigkeit herrscht in vielen Branchen, nicht nur im AKW-Bereich. Es gibt alternative Energien und wenn man die entsprechend fördern würde, g#be es da auch neue Arbeitsplätze, aber so diktiert die Atomlobby wo es lang geht und da geht es nur um Geld und Macht und nichts anderes.
    Aber trotzdem ist es gut, dass es unterschiedliche Meinungen gibt, das zeichnet dann eben doch unsere Demokratie aus.
    liebe Grüsse
    Brigitte

    AntwortenLöschen
  8. Ach liebe Irmi,
    kurz und bündig: Ich habe Angst vor Atomkraftwerken!!! Ich hatte immer schon Angst davor!!Eigentlich nicht vor der Werken, nein vor den Menschen die sie betreiben... also, vor allen Menschen, ich würde mich einschliessen! denn wir sind fehlbar!! und solange die Endlagerung nicht gelôsst ist werde ich nur traurig, wenn ich mir vorstelle, welche Hypotheken wir unseren Kindern und Kindeskindern und und und aufbürden!
    Ich wünsche dir einen gemütlichen Nachmittag... und das Lied in deinem Post hat bei mir gerade die Nostalgie aufblühen lassen!!!
    Herzlich und bbbb

    AntwortenLöschen
  9. Tja, so werden nun Forschungen und Initiativen für Alternative Heizmöglichkeiten wieder ad acta gelegt werden, da dafür keine Gelder mehr vorhanden sind.

    Liebe Irmi,
    noch haben wir doch Sommer, noch 2 Wochen lang, laut Kalender.
    Trotzdem ist das Gedicht sehr schön ;-)

    AntwortenLöschen
  10. Liebe Irmi,
    man muss immer beide Seiten sehen und das Für und Wider abwägen. Ich habe kein wirklich gutes Gefühl, was Atomkraftwerke angeht, aber ich sehe auch die Probleme, die auf uns zukommen, wenn sie abgeschaltet werden. Die Forschung in Bezug auf alternative Energien wird deshalb ja nicht eingestampft und Angst alleine ist kein guter Ratgeber.
    Lieben Gruß
    Elke

    AntwortenLöschen
  11. Liebe Irmi, ein heißes Thema heut bei Dir. Es gibt immer Für und Wider, wird immer Vorteile und Nachteile geben.
    Das Herbstlied habe ich in der Schule gesungen, kann die Melodie sogar noch. Aber erst einmal haben wir schönen Spätsommer!
    Liebe Grüße von Kerstin.

    AntwortenLöschen
  12. Liebe Irmi, ja, das Thema wird uns noch lange verfolgen! Aber solange es keije zufriedenstgellende Alternative gibt, lasse ich mich gerne von AKWs versorgen. Statt aber sich an den Endlosdiskussionen aufzuwärmen sollten die Politiker sich aber lieber mal um das Problem Atommüll kümmern - denn wenn das geklärt ist, hat sich das Kernproblem vielleicht gleich mitgelöst!
    Nachdenkliche Grüße, Marie

    AntwortenLöschen
  13. Jeder hat seine berechtigte Sicht auf die Dinge. Man sollte öfters alle Seiten hören. Leider habe ich aber den Eindruck, dass es auch bei dem Thema nur um Geld geht. Und damit meine ich nicht Geld für den Arbeitnehmer.
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  14. Auch dieses Jahr wird der Herbst schön werden. Das Gedicht tröstet uns für einen Moment über die Sachlage mit den Atomkraftwerken hinweg.
    An dem Familienvater, der seine Arbeit verloren hat und den Gemeinden, die verarmen wegen geringerer Einnahmen, sieht man, dass das Problem, wie alle Probleme, je nachdem von welcher Seite wir es anschauen, gar nicht so einfach zu lösen ist.

    Liebe Grüße
    Barbara

    AntwortenLöschen
  15. Guten Abend, liebe Irmi,

    mein Gatte und ich haben deinen Beitrag gerade gelesen und stimmen dir absolut zu ..danke, dass du auch mal diese Aspekte zur Sprache bringst. Ganz ehrlich -ich glaube, viele trauen sich gar nicht, sowas von sich aus zu äußern, wegen der Gefahr, dann eins "aufs Dach" zu kriegen als umweltfeindlich etc.

    Inhaltlich schließ ich mich auch Heidegeist und Marie an. Und ich denke, dass trotzdem die Arbeit bzw. Forschung in bezug auf Alternativlösungen weiterverfolgt werden - das schließt sich ja nicht gegenseitig aus.

    Herzliche Abendgrüße zu dir,
    Ocean

    AntwortenLöschen
  16. Ich muss dem zustimmen, was Kvelli gesagt hat. Damit wird ständig argumentiert.

    Also, ich wohne unweit eines AKW in Bayern. Im Umfeld ist eine auffällige Zunahme von Leukämie bei Kleinkindern zu beobachten. Dies wird sehr gerne unter den Tisch gekehrt. Obwohl es belegende Studien darüber gibt.

    Die reichste Gemeinde im Umfeld ist jene, in der das AKW steht.

    Aber zeitgleich auch den Hausbesitzern u. a. mit der Verlängerung der Laufzeiten eine Zwangssanierungsmaßnahme für Dämmung etc.(umweltfreundliche Maßnahmen) mit Kosten zwischen 70.000 und 140.000 € anzukündigen, das ist schon typisch für diese Regierung. Die ich nicht und nie gewählt habe.

    Ach ja, und wenn es mal knallen sollte, dann sind wir ziemlich nahe dran.

    Du weißt, dass ich dich mag, aber das ist halt mal meine Meinung.

    Lieben Gruss, Brigitte

    AntwortenLöschen
  17. Hi Irmi,

    deiner Meinung kann ich mich anschliessen. Im Gegenteil, heute ist ans Licht gekommen, was wir alle dafür zahlen müssen: die Sicherheit!!! Es gibt keine absolute Sicherheit vom AKW's, und nun dürfen die Betreiber zum Ausgleich sogar diese vernachlässigen...http://www.stern.de/politik/deutschland/schutzklausel-im-atomvertrag-regierung-deckelt-kosten-fuer-akw-betreiber-1602029.html

    Und wegen der Arbeitsplätze sehe ich das auch anders, denn die Rüstungsindustrie schafft noch mehr Arbeitsplätze - deswegen sollte man nicht denken, dass diese Arbeitsplätze zu unserem Wohl wären.

    Liebe grüsse Kalle

    AntwortenLöschen
  18. nrbnqxv nbh llugj phat booty

    rowsy!

    vahde oujvqy mgc babe naked

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.