Samstag, 30. Oktober 2010

Bettgeflüster....

 
Als ich vom Einkaufen nach Hause kam, war es verdächtig still in der Wohnung. Kein miauender Kater, kein Brummbär, keine keifende Prinzess Hulda. Ich habe gerufen - aber keine Antwort. Plötzlich hörte ich die sonore Stimme von Professor Sawatzky - sie kam aus dem Schlafzimmer. Die Gesellschaft hatte von meinem Bett Besitz ergriffen und der Herr Professor hielt mal wieder einen seiner berühmten Vorträge. Die Gesellschaft hing gebannt an seinen Lippen. Ich habe mich ganz still verhalten und zugehört. Es ging um das Bett - ja so war es!
"Früher schlief man nicht nur in Betten. Reiche Leute hatten prunkvolle Schlafplätze - Arme Menschen verbrachten ihre Nacht meistens auf strohgefüllten Säcken. Lager aus Fellen, Speisebetten und Betten mit Klappen und Vorhängen - so sahen die Betten der Menschen von früher aus. Wie der Schlafplatz genau aussah, kam sehr darauf an, wie reich und wichtig derjenige war, der sich dort aufs Ohr legte. Nicht immer hatten Menschen weiche Matratzen, Decken und Kissen. Sehr frühe Schlafstätten bestanden aus Blättern, Moosen und Fellen.
Die Menschen haben schon sehr früh erkannt, wie wichtig ein bequemes Lager ist. Sie fingen an, für ihre Schlafstätten Erde aufzuschütten, Unterlagen aus Holz zu bauen oder sogar Gestelle mit vier Pfosten. Denn leicht erhöht schlief es sich einfach besser als auf dem blanken Boden. Die Lager waren so eher vor Schmutz, Feuchtigkeit und Kälte und auch Insekten geschützt.
Schon vor rund 2000 Jahren und früher wussten die Ägypter, Griechen und Römer ihre Betten zu schätzen. Die Betten reicher Römer bestanden zum Beispiel aus Holz oder Bronze und waren mit Elfenbein, Gold, Silber oder Edelsteinen verziert. Die Matratze war mit duftendem Heu, Wolle oder Federn gefüllt. Darauf lagen Decken und Kissen, die oft reich bestickt waren. Übrigens waren solche Betten nicht nur zum Schlafen da. Man empfing auch manchmal wichtige Gäste dort oder aß im Liegen. Es gab zum Beispiel im alten Rom sogar spezielle Speisesofas.
Während die Betten reicher Menschen also sehr kunstvoll und bequem waren, mussten einfache Leute noch viele jahrhundertelang mit Lagern aus Strohsäcken auskommen - oder auch ganz auf dem Boden schlafen. Vor etwa 1500 kam dann eine neue Bettmode auf, die lange sehr beliebt war: Himmelbetten.
Wenn man seine Ruhe wollte, konnte man bei diesen Betten Stoffbahnen wie Vorhänge zuziehen. Früher standen die Betten nämlich mitten in der Küche. Die Menschen aßen, lebten , arbeiteten und schliefen nämlich im selben Raum. Und oft teilten sie sich sogar ein Bett. Das sparte Platz und man konnte sich gegenseitig wärmen. Die Vorhänge des Himmelbetts schützten die Schlafenden vor Lärm, Dreck und vor neugierigen Blicken.
Erst vor ungefähr 200 Jahren gab es dann in den Häusern von einfachen Bürgern zum ersten Mal eigene Schlafzimmer. Heute sind die Betten meist eher schlicht, Dafür legt man  Wert auf eine gute Matratze und hübsche Bezüge. Wanzen und Flöhe, die früher oft im Schlafzimmer hausten, findet man zum Glück fast nicht mehr. Was sagt uns das? Wir haben also großes Glück, heute so bequem schlafen zu können."

Soweit die Ausführungen von Professor Sawatzky, der das alles bei dem Fachmann Heinrich Mehl gelesen hat.

Kommentare :

  1. Mein Yogalwehrer hat auf seinem Indientrip 4 Wochen auf nackter Erde geschlafen. Er hatte nur die ersten Tage Rückenschmerzen.
    Mir geht es oft im Urlaub so, dass mir früh der Rücken schmerzt.

    Nun ab ins weiche Bettchen.
    Heike

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  2. Erst vor ungefähr 200 Jahren gab es dann in den Häusern von einfachen Bürgern zum ersten Mal eigene Schlafzimmer.

    Irmili echt? hätt ich nicht gedacht, ich meine 200 Jahre sind ja ma nich soooo lange hin ne!

    Lieben Nachtigruss
    (ich hab auch nen Himmelbett ...hehe)
    Dein
    Kroeti

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  3. Na... dann wünsche ich Euch ALLEN eine gemütliches Wochenende.
    Da es schön werden soll, lieber nicht nur im Bett.
    Liebe Grüße, Petra

    PS: Außerdem schützten die Betthimmel vor herabfallenden Ungeziefer, was ja auch nicht unwichtig war.

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  4. Liebe Irmi,

    ich komme von Martina zu dir,
    um dir einen schönen Tag zu
    wünschen.
    Dein Beitrag war köstlich.
    Davon träume ich nun, wenn ich
    ins Himmelbett gehe.

    Liebe Grüße
    Angela und Elisabeth

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  5. Ich hab' au' so gut geschlafen die Nacht :>

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  6. Was für ein Glück das wir heute und jetzt leben.Ich liebe mein kuscheliges Bett ,meine Decke und mein Kissen.Anders könnte ich es mir garnicht vorstellen.Ich glaube sonst hätte ich es erfunden ;-)
    LG
    Nicole

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  7. Vielen Dank, Herr Professor Sawatzky, für diese ausführliche Aufklärung. Ich finde ja, Betten sind eine wundervolle Erfindung (ich steh aber auch gerne wieder auf).
    Liebe Grüße auch an die Irmi, die uns alle nicht dumm sterben lässt!

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  8. Ja, wir haben es bequem heute, aber wir haben auch sehr viel mehr Rückenprobleme und Schlafstörungen. Ob das allerding an den heutigen Matratzen liegt oder an anderen Dingen, vermag ich nicht zu beurteilen. Und ich bin auch froh, dass ich nicht auf der Erde und auch nicht auf Stroh schlafen muss, allein schon wegen der krabbelnden Ungeheuer wie Spinnen, Mäuse usw.. Allerdings haben aber wir die ja in Form von Milben in vielen Matratzen heute noch. Also erfreuen wir uns einfach weiter an unserem Luxus, dem kuscheligen Bett von heute:-).
    liebe Grüsse
    Brigitte

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  9. hallo Irmi
    wie Petra schon anmerkt..das Himmelbett damit das Ungeziefer nicht ins Gesicht fällt...

    ja so ein gemütliches Bett hat schon was..aber essen im Bett .nee
    so nach dem Motto..
    Wer nie sein Brot im Bette gegessen hat..der hat keine Ahnung wie die Krümel pieken :D

    LG vom katerchen

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  10. Denn wie man sich bettet, so liegt man, nicht wahr?
    Hab einen schönen Tag!
    Liebe Grüße
    die Rosine

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  11. Liebe Irmi,

    bin auch wunderbar ausgeruht aus meinem Bett gestiegen und froh darüber, dass ich ein schönes Schlafzimmer habe.
    LG Sabine

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  12. Niedlich :-) Obwohl - prunkvolle Betten ja nicht den gesündesten Schlaf garantieren. Besitze ein altes buch von Pfarrer Kneipp, der beschreibt, wie eine gesunde Schlafstatt aussehen sollte. Zu ihm kamen schließlich viele Kranke, Hilfesuchende ...
    Diese Stroh- oder Heusäcke waren gar nicht mal so dumm, wenn man das oft genug wechselte. Denn wer reinigt heute seine Matratzen so oft? Was da an Milben etc. drin steckt, nicht ausdzudenken ...
    Viele Schlafzimmer sind auch überheizt, die Fenster zu gut abgedichtet aufgrund des Energiesparens, was sich aber auf die Schlafqualität ungünstig auswirkt und damit auf die Gesundheit. Das moderne Leben hat eben auch nur zwei Seiten ...

    Ja, diese Un-Sitten ... essen im Bett oder im Liegen ;-)...

    Wanzen sollen allerdings wieder im Kommen sein und Flöhe haben immer mehr Kinder. Ist schon alarmierend. Überall in Drogerien gibt es inzwischen sogar diese Flohmittel zu kaufen. In den 80er Jahren z.B. war das noch undenkbar! So sauber wie es scheint, ist der Mensch denn heute doch nicht mehr ... Ungezieferbefall hat aber auch viel mit der körperlichen Konstitution, also Gesundheit, zu tun. Bei Pflanzen kann man das auch beobachten - schlechter ernährte Pflanzen, die noch dazu unter ungünstigen Bedingungen stehen, befallen viel eher und massiver.

    Liebe Grüße zum Wochenende
    Sara

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  13. Liebe Irmi,
    danke für Deinen lieben Kommentar! Das mit den Fehlern ist manchmal schon sehr ärgerlich. Mehrfach habe ich schon im Blogger-Forum angefragt. Blogger arbeitet ja weiterhin an seiner Umstrukturierung und von daher können wir noch lange mit diesen Fehlern rechnen.

    In meiner Jugend waren Hosen auch noch nicht sooo sehr en vogue. Aber ich habe sie trotzdem getragen, auf die Gefahr hin anzuecken ;-) Mußte auch oft an George Sand dabei denken... in meiner ersten Firma waren HOsen eigentlich auch ungern gesehen, hab' ich damals aber durchgesetzt. Man muß doch das tragen, worin man sich wohlfühlt!

    Ja, ab einem gewissen Alter nimmt man kaum mehr ab, da muß man sich schon gewaltig anstrengen.

    Lieber Gruß nochmal
    Sara

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  14. Bettwanzen - vor allem in den USA im Kommen

    http://www.spiegel.de/reise/aktuell/0,1518,725725,00.html

    oder mal nach Bettwanzen googeln.

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  15. Ja, so ein Bett ist schon was Feines und ich freu mich, dass wir hier und im Jetzt leben und auf diesen Komfort nicht verzichten müssen!

    Ich danke dem Herrn Professor Sawatzky für die nette Aufklärung in Sachen Bett - ich lege mich heute abend bestimmt viel bewusster rein!

    Liebe Grüße, Summer

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  16. Irgendwie schön finde ich ja immer den Alkoven, die etwas stabilere Variante des Himmelbettes. Neulich sah ich im Fernsehn einen Alkoven, der hatte richtig Schiebetüren zum Zuziehen. Gut schlafen ist wichtig. Ich habe mir auch gerade mal wieder eine neue Matraze geleistet. Darauf schlafe ich wieder richtig gut.
    Lieben Gruß
    Elke

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  17. Ich bin auch sehr dankbar für eine mir angenehme Schlafstätte, aber auch für Herrn Profs trefflichen Vortrag! ;-)) Herzlichen Dank!... sagt das Tigerlein
    =^.^=

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  18. Auch heute noch ist es oft nicht so einfach, die richtige Matratze auszuwählen.
    Wir hatten runde 1.000 DM damals noch für eine einzige Matratze ausgegeben. Doch die war sooo gut gar nicht, nach ein paar Jahren zeigte sie Schwächen.
    Dann gab es mal bei den Brüdern Albrecht so komische Gerollte. Na, das KANN doch nicht Gescheites sein.
    Eine Bekannte erzählte von ihren guten Erfahrungen genau mit solchen Exemplaren.
    Dann war sowas mal wieder im Angebot, und ich kaufte eine, für ganz 59 Euro.
    Ein halbes Jahr später kauften wir noch so eine.
    Wir sind sowas von happy damit.
    Er ist ein Glücksfall, dieser Kaltschaum.

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  19. Hallo Irmi, der Professor doziert weise über die Betten im Laufe der Zeit. Charly lauscht gespannt. Zwei Dinge hat der Professor übersehen: 1. von Anbeginn starben und sterben die Leut im Bett (meistens) und 2. von Anbeginn startete und startet neues Leben im Bett (wiederum meistens)und es gibt kaum Schöneres, als beim Schaffen des neuen Lebens dabei zu sein ;-)) Das sagt Peter der Fremde

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.