Dienstag, 12. Oktober 2010

Dies und Das und ist Gott auch weiblich

Am Sonntag wurde in der Jesuitenkirche in Heidelberg die provokante Ausstellung "Gott weiblich" eröffnet. Dieses Thema wird vermehrt aufgegriffen und diskutiert. Heiss diskutiert.
Eine pralle Schöne an der Kirchentür , nackte Haut in der Krypta, üppige Kurven überall - Die Jesuitenkirche ist voll in Frauenhand.
In der Schöpfungsgeschichte steht, Gott habe die Menschen nach seinem Abbild geschaffen. Als Mann und Frau. Im Verlaufe der Jahrhunderte hat das Christentum die weiblichen Eigenschaften aus dem Blick verloren. Das soll sich mit dieser Ausstellung ändern. In der Kirche sollen mehr als 250 Exponate
die "verborgene Seite Gottes" aufspüren.
Für die Schönheit, die Liebe und sogar die Weisheit waren in vorchristlicher Zeit Göttinnen zuständig. Und zwar sehr sinnliche Göttinnen. Die archäologischen Ausgrabungen im "Museum für sakrale Kunst"
an der Jesuitenkirchen zeigen durchweg nackte Frauen mit üppigen Brüsten, langen Haaren und gut plaziertenSchmuckstücken.
Mit dem Christentum gingen die Eigenschaften der schönen Göttinnen auf den einen Gott über.
"Gott ist Vater, weil er gründet, befiehlt und herrscht. Gott ist Mutter, weil sie wärmt, nährt und umschließt" formulierte noch der Kirchenlehrer Augustinus im vierten Jahrhundert nach Christus.
Doch mehr und mehr wurde der mütterliche Gott von der Kirche vergessen.
Es ist schwer, ein Gebet oder ein Lied zu finden, in denen Gott nicht Vater oder Herr genannt wird. Je mehr das Christentum die Gottesvorstellung eingeengt hat, desto mehr stillte Maria die Sehnsucht nach einer Mutter, einer Nährerin und einer Trösterin. Am besten läßt es sich an Gemälden nachvollziehen, wie die Mutter Jesu im Laufe der Jahrhunderte zur Himmelskönigin wurde. Ziel vieler Wallfahrten, fast schon eine vierte göttliche Person. Aber Maria ist nicht Gott!
Die kontroversen Diskussionen werden durch diese Ausstellung angeheizt. Ob man zu einem Ergebnis kommt, vermag ich nicht zu sagen. Dazu müssten viele Wege geebnet werden. Und wer kann sich denn vorstellen, daß man in Rom von seinem Herrschaftsdenken abgeht? Ich für meinen Teil nicht. Zumindest die katholische Kirche ist eine Männerdomäne.

Kommentare :

  1. Hi Irmi,

    warst du gestern in Heidelberg? Am Morgen wurde diese Ausstellung eröffnet, doch ich habe erst in den nächsten Tagen Zeit, dorthin einen Abstecher zu machen,

    Grüssle Kalle

    AntwortenLöschen
  2. Lieben
    Gute-Nacht-Gruss
    Dein
    Kroeti:-)

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Irmi,
    das sind interessante Überlegungen, die ich mir selber bisher nie gestellt habe. Uns wurde schon als Kind im christlichen Glauben die Dreieinigkeit Gottes beigebracht zu der auch Jesus gehört, der nunmal das männliche Geschlecht angenommen hatte - zu etwas muss man sich wohl entscheiden und ein Neutrum konnte man sich wohl nicht so richtig vorstellen. Auch in Anbetrachte der anderen großen gegenwärtigen Weltreligionen, die scheinbar immer auf eine männliche Darstellung ausgerichtet sind.
    Die Gleichstellung der Frau gerade in der Religion ist nach meiner Meinung noch nicht vollständig abgeschlossen.
    Das schien in der Antike doch etwas anders auszusehen, wie wir in der Schule schon gelernt haben.
    LG KH.

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Irmi,

    du hast mich angeregt mit deinem
    Text. Da überlege ich mir noch
    etwas für den Blog.

    Herzliche Grüße
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Irmi, guten Tag!
    Steht nicht irgendwo in der Bibel,man solle sich kein Bild von Gott machen. Ich habe eine ganz klare Erinnerung an die dicke bebilderte Bibel meiner Grosseltern. Gott war da sehr präsent, sass auf dicken Kumuluswolken und liess den Bart herunterhängen. Diese Tatsache kam mir damals schon sehr suspekt vor!!!
    Die Ausstellung würde mich auch sehr interessieren... aber eben, frau kann nicht überall sein!
    Herzlich und bbbb

    AntwortenLöschen
  6. Hallo Irmi
    Glaube nicht nur in dem Glauben ist MANN das Bild..wohl überall.

    Dann bin ich der Meinung es steht da ZU SEINEM BILDE.das bedeutet für mich wie es Gott gefallen hat..nichts mit Abbild.

    LG vom katerchen

    AntwortenLöschen
  7. ...als ich letztens in Heidelberg war, bin ich zufällig in die Jesuitenkirche gegangen -und ewig drin geblieben, weil ich alles über die vielen tollen Projekte, die dort gemacht werden, gelesen habe. Diese Ausstellung finde ich auch interessant.
    Wünsche dir, liebe Irmi, einen schönen Tag, liebe Grüße von Birgitt

    AntwortenLöschen
  8. Hallo Irmi,
    ein interessantes Thema.
    Für mich ist Gott eine wohlige Umhüllung, egal ob er, sie oder es.
    Sei herzlich gegrüßt
    Michaela

    AntwortenLöschen
  9. Gott habe den Menschen nach seinem Abbild geschaffe. Mann und Frau. Kann Gott daher nicht beide gestalten annehmen?? Es muss ja nicht immer nur mann oder frau sein .

    AntwortenLöschen
  10. Für mich wäre Gott auch ein Etwas, an das man glauben könnte. Keine besondere Gestalt. LG Inge

    AntwortenLöschen
  11. Auch wenn Gott uns zu seinem Bilde geschaffen hat, so denke ich doch, daß wir Gott nicht vermenschlichen sollten und ihn uns als Mann oder Frau vorstellen. Warum auch, da ja niemand von dem einen oder anderen etwas hat.

    Aber wie der Mensch in seiner übergroßen Neugier veranlagt ist, er will immer alles ganz genau herausfinden, selbst das, was niemals und gottlob herausfindbar ist für ihn.

    Lieber Gruß
    Sara

    AntwortenLöschen
  12. ... das etablierte Christentum lebt sich seit gut tausend Jahren im mitteleuropäischen Bereich aus. Der alttestamentarische Gott (das ist der von dem mann sich kein Bild machen sollte), wurde etwa dreitausend Jahre davor ziemlich lokal begrenzt von einigen Wüstenvölkern verehrt. Zu dem Zeitpunkt waren noch und das bereits seit vielen tausenden von Jahren, die Emanationen der Göttin, der Großen Mutter, der Mittelpunkt der religiösen Verehrung der Völker.
    Selbst im hinterwäldlerischen Germanien war trotz der patriarchalen Einflüsse der Kurganvölker und der Römer die Weibliche Gottheit zentraler Ausdruck der gelebten Spiritualität. Die vergessene weibliche Seite Gottes ist eigentlich seine Mutter...
    das nur mal so als Gegenüberstellung zu den "kreationistischen Tendenzen" ;-)
    Stephanie

    AntwortenLöschen
  13. Ein heikles Thema, besonders für Männer, die immer noch daran festhalten, dass der Mann der Herr ist... Doch wie man sieht bröckelt diese Einstellung auch in der Kirche, von der ja dieses Machtbild gepredigt wurde und noch wird. Es wird Zeit, dass darüber nachgedacht wird. Schade dass ich mir die Ausstellung nicht ansehen kann. Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen
  14. hallo irmi!

    ich muss gestehen, dass ich mir solche gedanken eigentlich nicht mache - ich bin vor mittlerweile über 6 jahren zum islam konvertiert und im islamischen glauben ist Gott weder mann noch frau.

    es ist aber ohne zweifel so, dass sich in allen religionen vor allem männer die tatsachen oft zurechtgedreht haben...

    vielen dank auf jeden fall für den interessanten beitrag!

    liebe grüße,
    salma

    p.s.: ich hoffe, du hast bemerkt, dass du bei meiner verlosung den 3. preis gewonnen hast ;) melde dich doch mal kurz bei mir! :)

    AntwortenLöschen
  15. Gute Frage, warum ist Gott männlich? Da haben wir noch nie drüber nachgedacht.
    Ist sicher eine interessante Ausstellung, sie lädt zum Nachdenken und Diskutieren ein.
    Liebe Grüße von Kerstin.

    AntwortenLöschen
  16. Ich denke auch, es macht kaum Sinn über eine bildliche Vorstellung, denn wir verbinden im Christentum ja auch den Gott und die Schöpfung. Setzen wir es gleich, so sind beide Seiten gleichberechtigt enthalten. Daran sollte sich die katholische Männerdomäne mal ein Beispiel nehmen...

    Servus und Ahoi
    Kvelli

    AntwortenLöschen
  17. Wieder ein sehr interessanter Beitrag! Mach bloß weiter so :)

    AntwortenLöschen
  18. *kicher* Ich hab' scho' ma' Messwein getrunken! Boah ej! Ich kann dir sagen!

    AntwortenLöschen
  19. Ich glaube, diese Diskussionen interessieren "das" Gott nicht.

    LG Sabine

    AntwortenLöschen
  20. Ich frage mich, wieso das im 21. Jahrhundert überhaupt noch ein Thema ist. Kein Mensch - oder doch? - stellt sich Gott noch als alten Mann vor, der irgendwo auf einer Wolke sitzt. Ob man an ihn/sie/es glaubt oder nicht - für mich kann Gott allenfalls eine Macht/ein Gedanke/ ein was auch immer sein, der/die/das keinesfalls eine körperliche Form besitzt.
    Herzlichen Gruß
    Elke

    AntwortenLöschen
  21. Liebe Irmi,

    diese Vorstellung - Gott = männlich, hat sich über die Jahrhunderte so "eingebrannt" - ich glaube, das lässt sich nicht so leicht "relativieren".

    Kennst du zufällig den Film "Dogma"? eine Art Satire über wütende "gefallene Engel", aber ganz super gemacht - und in dem Film ist Gott auch weiblich ;)

    Für mich ist das Göttliche geschlechtslos ... alle Konkretisierungen sind von Menschen gemacht, erwachsen aus menschlichen Vorstellungen ..denke ich. Wie heisst es .."du sollst dir kein Bildnis machen .." - es wäre wohl sowieso unmöglich, glaube ich.

    Aber die Ausstellung ist ganz sicher sehr interessant!

    Liebe Abendgrüße an dich,
    Ocean

    AntwortenLöschen
  22. Liebe Irmi,

    diese Vorstellung - Gott = männlich, hat sich über die Jahrhunderte so "eingebrannt" - ich glaube, das lässt sich nicht so leicht "relativieren".

    Kennst du zufällig den Film "Dogma"? eine Art Satire über wütende "gefallene Engel", aber ganz super gemacht - und in dem Film ist Gott auch weiblich ;)

    Für mich ist das Göttliche geschlechtslos ... alle Konkretisierungen sind von Menschen gemacht, erwachsen aus menschlichen Vorstellungen ..denke ich. Wie heisst es .."du sollst dir kein Bildnis machen .." - es wäre wohl sowieso unmöglich, glaube ich.

    Aber die Ausstellung ist ganz sicher sehr interessant!

    Liebe Abendgrüße an dich,
    Ocean

    AntwortenLöschen
  23. Weoißt Du, liebe Irmi, ich denke immer, lass die in Rom einfach reden.
    Die Zeiten wo ich mich mit ihnen auseinandergesetzt habe sind vorüber.
    Für mich beinhaltet das, was wir Gott nennen "Alles"

    Liebe Grüße
    Barbara

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.