Sonntag, 17. Oktober 2010

Fliegenpilze, Fliegenpilze

Ich, Stanislaw Sowatzky und Irmi, haben uns darüber unterhalten, dass auf fast jedem Blog Fliegenpilze zu sehen waren. Wir haben gemeinsam recherchiert, gelesen und gegoogelt und  haben Folgendes herausgefunden, das den Fliegenpilz in einem anderen Licht erscheinen lässt und interessieren dürfte:

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Als Glückssymbol ziert er Geburtstagskarten. In Kinderliedern und Märchen hat er seinen festen Platz.
Und in der Vorstellung vieler Menschen zählt er zum unverzichtbaren Handwerkszeug von Hexen und Zauberern. Um ihn ranken sich zahlreiche Legenden.
DerFliegenpilz als Fliegenfalle - so lautete eine Erklärung dafür, wie der Pilz zu seinem Namen kam. Angeblich schnitten die Menschen früher den Pilz in kleine Stück und legten ihn in gezuckerte Milch ein. Man glaubte, wenn die Fliegen davon naschten, fielen sie tot um. Das stimmt so aber nicht. In Versuchen  hat sich herausgestellt: Die Fliegen fallen zwar um, sind aber nur betäubt. Nach einiger Zeit fliegen sie davon. Es sei denn, man hat vorher mit der Fliegenklatsche nachgeholfen. Ebenfalls aus dem Reich der Mythen stammt wohl auch die Erklärung, der Pilz besitze die Kraft, Menschen fliegen zu lassen.
Am wahrscheinlichsten erscheint dies: Im Mittelalter galten Fliegen als Symbol des Wahnsinns. Wer vom Fliegenpilz isst, ihn raucht oder anders zu sich nimmt, kann plötzlich Halluzinationen bekommen. Toben, wüten, phantasieren  -  das sind die Zeichen des Wahnsinns. Zu dieser Erklärung passt auch eine andere Bezeichnung für den Fliegenpilz:  Narrenschwamm. Auch dass der Fliegenpilz als Glückssymbol gilt, könnte an seiner berauschenden Wirkung liegen. Vielleicht aber auch nur einfach daran, daß, er so schön bunt und lustig ausschaut.
Der Fliegenpilz gehört zur Gattung der Wulstlinge, zu der auch der besonders giftige Grüne Knollenblätterpilz gehört. Er tritt bei uns vor allem zwischen Juli und Oktober in Erscheinung  und steht meist unter Fichten und Birken. Der rote Pilz wird bis zu 20 cm groß, sein Hut fast ebenso breit. Seine Haut ist leuchtend rot und mit den charakteristischen weißen Tupfen gesprenkelt. Sie sind nichts anderes als Reste der Hülle, Velum genannt, in der der Pilz in seiner Jugend zum Schutz der Sporen steckt. Die Schuppen können weggespült werden, wenn es stark regnet.
Die meisten Menschen halten den Fliegenpilz für einen tödlichen Giftpilz. Einige essen ihn aber auch - nicht wegen seiner berauschenden Wirkung, sondern als Speisepilz. In Teilen Japans gilt der Pilz als leckere Spezialität. Aber auch in der Gegend in und um Hamburg standen Fliegenpilze früher auf dem Speisezettel.
Einige ältere Leute können sich noch an die Zubereitung erinnern..Die Inhaltsstoffe im Pilz, die für Gift- und Rauschwirkung verantwortlich sind, befinden sich hauptsächlich in der Huthaut und sind größtenteils wasserlöslich. Die rote Haut wurde deshalb entfernt und der Pilz in kleine Stücke geschnitten. Die Stücke wurden 24 Stunden in Wasser eingelegt. anschließend schüttete man das Wasser weg und briet den Pilz in der Pfanne. Trotzdem bleibt das Risiko einer Vergiftung groß. Deshalb verschwand der Fliegenpilz in Deutschland komplett vom Speiseplan. UND VOM SELBSTVERSUCH IST DRINGEND ABZURATEN1
Fliegenpilzvergiftungen können zu schweren  Gesundheitsstörungen, aber nur in sehr seltenen Fällen zum Tod führen. Das Nervengift des Pilzes ist vor allem für Menschen mit starken Herz-Kreislauf-Erkrankungen gefährlich. Man geht davon aus, dass Vergiftungen durch Fliegenpilze nur etwa ein bis zwei Prozent aller Pilzvergiftungen ausmachen.
Die Germanen glaubten, Fliegenpilze würden überall dort wachsen, wo Schaum aus dm Maul von Wotans Pferd auf die Erde getropft sei. Wotan war nicht nur der Toten- und Kriegsgott, sondern auch der Gott der Ekstase.Die Priester der Mayas sollen ihn geraucht haben um zu göttlichen Visionen zu kommen.
Im alten Indien trank man den Saft des Fliegenpilzes angeblich bei kultischen Handlungen.
Auch die sibirischen Schamanen sammelten den Pilz, um sich damit in Ekstase zu versetzen. Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich der Fliegenpilz in Sibirien zu einer Modedroge.
Anschaulich beschrieb der britischen Schriftsteller Lewis Carroll den Pilzrausch in seinem berühmten Kinderbuch  "Alice im Wunderland": Die Raupe mit der Wasserpfeife gibt Alice den Tipp, von dem Pilz zu essen, um wieder zu ihrer normalen Größe zurückzufinden: "Von der einen Seite wirst du kleiner und von der anderen größer". Doch der Pilz ist unberechenbar. Mal stößt Alice mit dem Kinn an ihren Fuß, mal blickt sie über die Baumwipfel bis sie endlich vorsichtig knabbernd wieder ihre Normalgröße erlangt.
Wir könnten noch sehr viel mehr erzählen, aber das führte zu weit. Wir glauben, daß es ein guter Überblick ist.

(Quellen:"Gift- und Speisepilze" - "Alice aus dem Wunderland" - "WikiMedia" -"Sagen und Mythen")


Kommentare :

  1. Huhu Irmili ...sehr interessante Geschichte um den Burschen. Ich hab auch mal gehört das irgend ein Naturvolk den einfach so essen kann und die imun gegen das Gift sind ...aber wie gesagt, hab ich nur mal irgendwo so aufgeschnappt!
    lieben
    Gute-Nacht-Gruss
    dein
    Kroeti

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  2. Ja das war wunderbare Unterhaltung!!! Spannendund aufschlussreich!!
    Liebe Irmi ich wünsche dir einen gemütlichen Sonntag
    Herzlich und bbbb

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  3. Hallo Irmi
    DANKE für die geballte Info..
    Bei Pilze haben wir es immer so gemacht..
    erst abkochen und das Wasser weg..

    Nee einen Fliegenpilz würde ich nicht essen..
    LG zum Sonntag vom katerchen

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  4. Fliegenpilze sind sehr hübsche Pilze und ihr Anblick bereitet mir stets viel Freude.
    Jedes kleine Kind weiß bereits, dass der Fliegenpilz giftig ist.

    Einen schönen Sonntag
    Heike

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  5. Liebe Irmi,

    ist es nicht faszinierend, welche Sagen und Geschichten um diesen Pilz herum entstanden sind.
    Toll, daß Du das alles für uns zusammengetragen hast. Wenn ich in Zukunft einen Fliegenpilz sehe, werde ich sicherlich an Dich und an deine Erklärungen zu dem Pilz denken und ihn mit etwas anderen Augen sehen...aber kochen und essen werde ich ihn natürlich nicht. ;-)

    Herzliche Grüße von 2 B's
    Genieße den Sonntag.

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  6. Liebe Irmi,

    das muss ich noch in Ruhe studieren.
    So viele Informationen schafft
    am frühen Morgen mein Gehirn nicht.
    Aber der Tag ist lang.
    Ist alles total interessant.

    Einen guten Sonntag
    Angela und Elisabeth

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  7. Wirklich toll!! Und Deine zauberhaften Fliegenpilze erst, sehen klasse aus! Guten Morgen liebe Irmi, hab einen ganz besonders schönen Sonntag! :-)

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  8. Eine sehr interessante Geschichte.Fliegenpilze sind sehr schön anzusehen und gehören einfach zum Herbst dazu.

    LG
    Nicole

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  9. Liebe Irmi, das war spannender als jeder Krimi. Danke dafür. LG Inge

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  10. wenn mal ungeliebter besuch kommt,gibts pilzrisotto :-)
    schönen sonntag!

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  11. Ach, das hast Du aber schön herausgesucht, liebe Irmi!

    Das mit der Milch war mir schon bekannt. Daß sie nur betäubt waren, wußte ich hingegen nicht.
    Aber manche Menschen probieren sowas ja sogar aus ;-) - naja in Japan ißt man auch giftige Fische ;-)
    Ich glaube aber nicht, daß man alles essen muß, was es so gibt - wie der Mensch das so an sich hat. Wenn ich nur an Dinge wie Zunge, Schweinepfoten etc. denke, da gebricht es mir an Verständnis ...

    Bei uns stand er unter anderen Waldbäumen als den genannten und einige zeigten Fliegenpilze sogar am Wiesenrand.

    Was das Entrümpeln betrifft, bin ich darin eigentlich ganz gut. Da wir in der Vergangenheit auch öfter umgezogen waren, ergibt sich das zwangsläufig und das ist auch ganz gut so - so häuft sich nicht allzu viel Unbrauchbares, das nur in den Ecken steht, an.

    Aber ab und an kommt halt wieder Neues hinzu und wir haben hier nicht so günstige Stellflächen für Schränke, so daß der Platz dann trotz des größeren Hauses ziemlich begrenzt ist.


    Liebe Sonntagsgrüße
    Sara

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  12. Der Bericht mit dem Fliegenpilz ist mir bekannt, also, daß er nicht tödlich ist, sondern Halluzinationen hervorruft.
    Ich möchte ihn nicht essen, lieber Steinpilze, etc.

    Hab einen schönen Sonntag und liebe Grüße

    Marianne :-)

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  13. ...danke für die vielen Informationen, liebe Irmi. Bisher habe ich mir noch gar keine Gedanken über den Fliegenpilz gemacht. Ich freue mich, wenn ich in der Natur einen sehe, weil ich ihn schön finde und mache ansonsten einen großen Bogen darum, weil ich schön als Kind gelernt habe, er sei giftig.
    Wünsche dir noch einen schönen Sonntag,
    liebe Grüße von Birgitt

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  14. Fliegenpilze stehen bei mir auch ganz oben auf der Karte, na ja, nachdem ich sie denn endlich eimal fand...

    Sei lieb gegrüßt
    Kvelli

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  15. Echt den kann maus nicht essen? Dat ist abba au' gut so, wo der so schön aussieht! Weil im Bauch kamma den nämlich nich' mehr seh'n !

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  16. Liebe Irmi,

    eines steht fest: der Fliegenpilz ist und bleibt giftig und man sollte von seinem Verzehr, egal in welcher Form, Abstand nehmen.

    Vor ein paar Jahren ist mir mal eine CD "in die Hände gefallen", die sich "HEXENKÜCHE" nennt. Auf der befindet sich tatasächlich ein "Rezept" für Fliegenpilz-Schnaps, das da lautet:
    Der Schnaps sollte mit äußerster Vorsicht verwendet werden. Er ist in geringen Mengen nicht giftig, wirkt in etwas größeren Mengen als Halluzinogen und in noch größeren Mengen als Gift. Aber bei welchen Mengen welche Wirkung eintritt, kann ich leider nicht sagen, da die Menge der Gifte auch von Pilz zu Pilz etwas schwankt.
    Man übergießt die gewaschenen Fliegenpilze mit dem Wodka und läßt das gut verschlossene Gefäß 1 Woche lang an einem warmen, sonnigen Platz stehen. Nach dieser Zeit ist das Getränk trinkfertig; die Pilze bleiben im Schnaps.
    Zum Glück steht darunter ein Sicherheitshinweis:

    Der Fliegenpilz ist sehr giftig. Die alten Pilze sind durch ihr typisches Aussehen leicht erkennbar. Die jungen Pilze sind allerdings weiß und haben noch nicht den roten, weißpunktierten Hut. Hier ist also beim Pilzesammeln Vorsicht geboten.
    Beim Kochen des Fliegenpilzes wird die Giftwirkung noch verstärkt, denn durch die Hitze wird die Ibotensäure in das etwa zehnmal stärkere Muscinol überführt.
    Vergiftungssymptome treten 30 Minuten bis 3 Stunden nach der Einnahme auf: Geistige Verwirrung, Halluzinationen, Magenbeschwerden.
    In schweren Vergiftungsfällen folgen auf das Delirium Krämpfe, Koma und Tod.


    Na, dann Prost!

    LG Jürgen

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  17. Liebe Irmi,
    war heute Morgen schon mal bei dir stöbern, da musste ich aber abbrechen. Wollte die Geschichte auch lieber in Ruhe lesen. Bei Pilzen bin ich auf jeden Fall vorsichtig. Selber sammeln würde ich nicht - viel zu unerfahren. Hol mir dann doch eher welche aus dem Supermarkt.
    LG Sabine

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  18. Hallo liebe Irmi,
    da hast du mir ja WIEDER JEDE mENGE iNFORMATION GEBOTEN. Dass man den Fliegenpilz tatsächlich auch essen könnte, hätte ich nicht gewußt, aber ausprobieren will ich das auch nicht. Übrigens - ich hatte noch keinen in meinem Blog ;-)
    Lieben Gruß
    Elke

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  19. Huhu Irmi :-)
    Ich liebe diese Pilze und fotografiere sie so gerne!

    Die Eule ist so schön. Gefällt mir sehr.

    Schönen Start in die neue Woche.
    Über deine Besuche bei mir- freu ich mir den Po...ab!

    LG Brooke

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  20. Der Fliegenpilz als Rauschmittel? Verrate das nur niemandem, nicht das nochjemand auf dumme Gedanken kommt.

    LG Shoushou

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  21. Also doch nicht absolut tödlich, wie es mir beigebracht wurde?
    Ich fand es sehr spannend.
    LG

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  22. Dein Post über den Fliegenpilz, liebe Irmi, ist sehr interessant.
    Dass der Fliegenpilz eine berauschende Wirkung hat darf man nicht weitererzählen. Seit bekannt wurde, dass Hortensien irgendwie zu den rauscherzeugenden Pflanzen zählen werden in unserem Dorf alle, wirklich alle Hortensien im Winter abgeschnitten und von irgendwelchen kranken Kreaturen geraucht.
    Als Kind hatte ich eine alte Frau aus Polen als Nachbarin. Wenn meine Mutter arbeiten mußte habe ich mich oft bei der lieben Oma aufgehalten. Dort gab es für mich auch gebratene Fliegenpilze. Die Pilze wurden vor der Zubereitung in Essigwasser gelegt. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern wie die Pilze schmeckten, aber geschadet haben sie nicht. Als meine Mutter von den leckeren Pilzmahlzeiten erfuhr gab es gewaltigen Ärger. Meine Mutter war entsetzt und ich durfte nie wieder dort essen.
    LG Anette

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  23. Danke, liebe Irmi, für den "überblick".
    Ich lese Deine Ausführungen immer mit großem Vergnügen.
    Mich würde interessieren, wie groß die Dosis sein muss, um daran zu sterben.
    Aber das hast Du ja auch geschrieben - es kommt auf den Gesundheitszustand des Betreffenden an.

    Liebe Grüße.
    Mach lieber keinen Selbstversuch *ggg*.

    Barbara

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  24. Das war wiedermal sehr interessant. Danke!
    Liebe Grüße

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  25. .. das war jetzt ein extrem interessanter Bericht, und ich hab wieder einiges Neues dazu gelernt ... Wotan - das wußte ich zum Beispiel nicht - aber dass Fliegenpilze tatsächlich früher ohne Haut und nach "Vorbehandlung" gegessen worden sein sollen ... naja, ich würde das nicht riskieren *g*

    aber hübsch aussehen tun sie unbedingt :)

    Viele liebe Grüsse zu dir,
    Ocean

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.