Mittwoch, 17. November 2010

Dies und Das und die Katze im Sack kaufen

Wenn wir etwas Minderwertiges unbesehen und in falscher Annahme kaufen, dann haben wir eine  "Katze im Sack"  erworben. Doch warum eigentlich?
Hier hat Till Eulenspiegel, der berühmte Narr und Possenreisser aus deutschem Sagengut, seine Hände im Spiel bzw. im Sack.
Der Legende nach verkaufte der Schelm den Leipziger Kürschnern eine >Katze im Sack, obwohl diese nach einem Hasen verlangten. Um auf Nummer sicher zu gehen, nähte er den bemitleidenswerten Stubentiger noch in ein Hasenfell ein, um die Kürschner an der Nase herumzuführen.
Sein Plan ging auf und bei der nachfolgenden Hasenjagd staunten die Teilnehmer nicht schlecht, als der vermeintliche Hase vor der Hundemeute auf einen >Baum flüchtete und in Hasenuntypischer Manier von oben herabmiaute.
Die Moral von der Geschichte zielt wohl auf die zu empfehlende  Vorsicht beim Kauf  auf mittelalterlichen Märkten  ab. Wer einen Hasen auf dem Markt kaufen wollte, war gut beraten, das Langohr im Sack erst einmal genau unter die Lupe zu nehmen. Denn das zappelnde Etwas konnte sich theoretisch auch als eine wesentlich billigere und weniger schmackhafte Katze herausstellen.
Dieses Problem kannten aber wohl nicht nur die Eulenspiegel-geplagten Deutschen, sondern auch unsere italienischen  (comprare la gatta in sacco) und niederländischen Nachbarn  (een kat in de zak kopen), bei denen es dieses Sprichort also ebenfalls gibt.
Heute kann man diese Redewendung zum Beispiel unter anderem auch auf das Bankenwesen beziehen. Dort werden teilweise Produkte angeboten, die zwar eigentlich minderwertig sind, jedoch unter falscher Annahme unbesehen gekauft werden. Wer wem am Schluss die lange Nase dreht, haben die letzten Jahre gezeigt. Der Betrüger stiehlt sich aus der Verantwortung und der geneppte Käufer zahlt die Zeche. Fragt sich nur, wer dreister war: Der ursprüngliche oder der moderne Prototyp des Till Eulenspiegel.
Wie ich auf dieses Thema komme?  Weil schon wieder viele Bankkunden geschädigt wurden. Man pries die ach so sicheren Immobilienfonds an - und jetzt sind sie schon wieder nicht mehr zahlungsfähig. Ja - so fragen sich viele - warum hat man den Bankern denn schon wieder vertraut? Einige wollten versuchen, etwas von dem verlorenen Geld wieder wettzumachen, andere glaubten ihnen und legten das Geld als Altersvorsorge an.
Ich glaube, man sollte wieder auf den alten Sparstrumpf zurückgreifen, der wohlverwahrt unter der Matratze liegt.
Quelle: z.T. "Wo liegt der Hund begraben"

Kommentare :

  1. Liebe Irmi,

    da hast du ein sehr wichtiges
    Thema angesprochen.
    Darüber sollten wir alle nachdenken.

    Vielen Dank für diesen Hinweis
    und für alles sonst.

    Liebe Grüße
    Angela und Elisabeth

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  2. Hallo Irmi,
    da hast du so Recht.
    Viele Banken sind dreist. Hinterher heißt es dann: "Och Mensch, Geld weg. Wie konnten sie denn auch so spekulativ anlegen?"
    Wer kann denn hinterher noch beweisen, dass es laut Bankberater ein todsicherer Tip war? Der Typ von der Bank hat seine Provision kassiert, der Rest kann ihm locker egal sein.
    Eine Bande ist das!
    Ich wünsch dir was
    Michaela

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  3. Ich kauf nur Katzen im Sack! Da sin' se sicher verstaut!

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  4. Die Katze im Sack kaufen? Das waere ja noch schoener!
    Guter post Irmi, sehr informativ!

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  5. ...die Geschicht mit der Katze im Sack ist gut, liebe Irmi. Die Geschichte mit den unehrlichen Bankern nicht und doch leider endlos.
    Mit dem Sparstrumpf da hast du schon ganz recht, aber ob unter der Matratze sicher?
    Ganz im Ernst glaube ich, daß die beste Altesvorsorge Wohneigentum ist, denn wenn man von der Rente, falls man denn noch welche bekommt, keine Miete zahlen muß, ist es schon mal ganz gut gelaufen.
    Wünsche dir einen schönen und sorgenfreien Tag,
    liebe Grüße von Birgitt

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  6. Danke für die Lehrstunde vom Neckarstrand! Ich freue mich immer wieder auf's neue!

    Ich wüsste auch gerne warum...

    ...geht einem das Messer in der Tasche auf?

    ...kann man sich nicht riechen?

    ...schwillt einem der Kamm?

    LG aus Stetten a.H.

    Ute

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  7. Liebe Irmi,
    wir werden immer wieder an der Nase herumgeführt. Das ist sehr bdenklich. Danke für diese Geschichte.
    LG Sabine

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  8. Das mit dem Sparstrumpf ist keine schlechte Idee, nur von was soll man noch sparen.... LG Inge

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  9. Also liebe Irmi meine Katzen würden Zettermordio schreien, wenn ich auf die Idee käme sie in einen Sack zu stecken.....
    ...ja und was sich Banken leisten können, kann ich schon lange nicht mehr glauben oder verstehen!!!
    Wünsche dir einen schönen Nachmittag!
    ♥-lich bbbbb

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  10. Hallo Irmi

    immer wieder interessant was du so raussuchst an Themen-selbst mein Mann liest jetzt immer mit wenn ich auf deiner Seite bin-und der hat normalerweise kein Interesse an Blogs-so lernen wir alle noch was ;-)

    LG SOUKEKA

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  11. ja den spruch kenne ich auch, denn meine deutsche oma hat frueher immer gesagt dass sie doch nicht die katze im sack kauft, wenn sie etwas das sie kaufen wollte, nicht genau sehen konnte.

    mir sind heute da so ein paar sprueche eingefallen die meine omi immer gesagt hat. das habe ich auch gerade eben gebloggt.

    *winke ueber den grossen teich*

    sei ganz lieb gegruesst
    Sammy

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  12. Dass die Banker so handeln werden war zu erwarten. Mich wundert's nicht.

    Liebe Grüße
    Barbara

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  13. hm , also ICH hab drüber nachgedacht und spontan dazu fiel mir ein "Knüppel aus dem Sack" :-)
    bis später
    Dein
    Kroeti

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  14. Hallo liebe Irmi,
    der Sparstrumpf unter der Matraze ist vielleicht nicht die beste Alternative, aber ich glaube, es würde schon reichen, wenn die Leute nicht immer nach dem "nochmehr" streben würden. Ich habe seit Jahr und Tag ein Tagesgeldkonto und fertig. Mein Mann hat durchaus schon anderes ausprobiert und damit mal Gewinn erzielt aber auch Verluste. Ich denk da nur an die unsäglichen Telekomaktien. Irgendwann hatte ich mal Geld über 5 Jahre in einem sog. Garantiefond angelegt. Der garantierte mir zwar, dass ich nichts verlieren würde, aber ich hatte am Ende dennoch Verlust gemacht, weil ich nur heraus bekam, was ich eingezahlt hatte. Jedes Sparbuch hätte mir in den 5 Jahren wenigstens ein paar Mark oder Euro Gewinn gebracht. Nie wieder!
    Lieben Gruß
    Elke

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  15. Wir haben nie auf solche Versprechungen gehört. Wir haben wohl ein wenig auf ein Tagesgeldkonto eingezahlt. Da gibt es immerhin ein ganz paar Zinsen. Nicht viel, aber mehr, als wenn es auf dem Sparbuch wäre.

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  16. Mit dem Hintergrund dieses oder anderer Sprüche befasse ich mich auch oft, ist doch auch immer wieder spannend.

    LG Shoushou

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  17. Guten Abend, liebe Irmi,

    wieder etwas dazugelernt - über die Hintergründe der Katze im Sack. Ich wußte nicht, daß der Till da seine Finger im Spiel hatte :)

    Ja, leider sind manche Banken nicht vertrauenswürdig. Das wirft dann auch ein schlechtes Licht auf die "guten". Ich arbeite bei einer Privatbank, und diese spekulativen oder sonstwie risikobehafteten Dinge kämen für uns niemals in Frage - darüber bin ich froh.

    Liebe Abendgrüße an dich,
    Ocean :-))

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  18. Interessante Geschichte mit Till Eulenspiegel und dem Hasen :).

    Aber mit den Banken, in meinen Augen sind Banker keine spekulativen Abzocker, sondern die Immobilienkrise und vor allem ihre Auswirkungen auf die verbundenen Märkte sind so von den Bankern einfach nicht vorauszusehen gewesen. Banker sind ja keine Wahrsager sondern normale Menschen wie du und ich, die gerade mal eine Banklehre gemacht haben. Ganze Staaten sind in diese Krise mitreingerutscht und konnten die Entwicklung nicht vorhersehen und wurden davon überrannt. Die Banken selber haben ja riesige Verluste gemacht und sind zum Teil ja sogar pleite gegangen. Was mir aber nicht gefällt, dass die Banken durch Steuergelder gerettet wurden (das war gut und nötig) und dann trotzdem Boni ausgeschüttet wurden und Prämien an die verantwortlichen Manager. Da hat unsere Bundesregierung geschlafen, sie hätten mehr Bedingungen an die Finanzhilfen knüpfen sollen und verlangen, dass die Verträge der entsprechenden Manager und Mitarbeiter VORHER abgeändert werden.
    Generell verstehe ich überhaupt nicht, wieso Menschen Beratern, Ärzten, Steuerberatern, Bankern etc. blind vertrauen und ihren eigenen Verstand ausschalten. Diese Leute haben alle nur einen Beruf gelernt und machen das so gut und schlecht wie alle anderen Berufsgruppen. Aber andererseits kann ich solche Sachen leicht prüfen und nachvollziehen.. ein ähnliches Problem habe ich dafür z.B. mit Handwerkern und KFZ-Werkstätten, die mir eher mal das Blaue vom Himmel erzählen können.

    LG Tina

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  19. Nur gut, daß wir sehr viele Bänker in der Familie haben. Versicherungsvertreter, Makler, etc. Unsere Familie ist groß und Tochter hat vor dem Studium noch Steuerfachangestellte gelernt, so kann man sich prima austauschen, was gut ist und was weniger gut.
    Nur, denen traue ich auch nicht, jeder verteidigt sein Metier *grins*
    Aber mal wieder klasse, dann lasse ich jetzt die Katze aus dem Sack.

    GLG Marianne ♥

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  20. also das find ich auch interessant!

    ich hab zwar ein lexikon zur herkunft von redensarten daheim und schmökere auch sehr gern darin, über diese eine redewendung bin ich aber noch nicht gestolpert.

    glg
    salma

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  21. Ja...`Zeilen, zum nachdenken........
    LG zu dir, *Manja*

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  22. Ich komme auch noch schnell gelaufen,
    hab' gern Dein' Post gelesen,
    will auch kei' Katz' im Sack nit kaufen,
    lieber einen Besen!

    Liebgruß,
    Tigerle ;-)
    =^.^=

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  23. hallo Irmi

    ja der Till der hat es immer gekonnt und den Spiegel vor die Nase zu halten..früher gab es Schlitzohren und HEUTE auch..noch gewitzter als damals.
    Schlitzohren würde auch in diese Serie passen..ich löse es nicht auf..
    LG vom katerchen

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  24. Mal wieder ein hochinteressanter Bericht. Danke für die Erklärung. Man sollte wirklich drüber nachdenken. Es gibt bestimmt noch ältere Leute, die ihren Sparstrupf haben. Lieben Gruss, Simone

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  25. Ein besonders wichtiges Thema perfekt aufgebaut!

    Bankkunden sollten sich eines merken: Niemand hat etwas zu verschenken und wenn große Zinssätze versprochen werden, dann ist immer etwas faul! Alte Regel!

    Lieber auf Nummer Sicher gehen und konservativ anlegen. Auch wenn man im Moment keine großen Sprünge machen kann, zumindest behält man dann sein Kapital.

    Also, wer spekuliert, ist meistens auch nicht ganz unschuldig daran, wenn er das Ersparte verliert.

    LG, Brigitte

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  26. sehr gerne lese ich deine informativen blogs - vielen dank dafür!
    guten start ins wo-ende!

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.