Montag, 31. Januar 2011

Warum setzt man den Bierkrug ab?


Dieses altbekannte Trinkritual hat seine Wurzeln vermutlich in der Standesgesellschaft und diente zur Abgrenzung der einzelnen Gesellschaftsschichten. Wenn früher eine höher gestellte Persönlichkeit mit einem Mitglied niederen Standes anstieß, setzte sie anschließend das Glas nochmals ab, um gleich wieder die nötige Distanz aufzubauen. Ähnliche Beweggründe hatten später wohl auch die Bayern, wenn sie mit Preußen die Krüge klingen ließen. Denn mit dem Absetzen wurde die freundschaftliche Geste sofort wieder rückgängig gemacht. Eher praktische Theorien begründen das Absetzen jedoch ganz anders.
Weil beim Anstoßen meist Bier überschwappt, setzt man den Krug wieder ab, um den nassen Boden am Tisch abzuwischen. Ebenfalls praktischer Natur ist folgende Erklärung: Da man in großen Runden schlecht mit jedem ansstoßen kann, wird das Glas sozusagen als Gruß an alle in der Runde befindlichen Trinkkameraden abgesetzt. Angeblich soll durch das Aufklopfen auch die Kohlensäure wieder neuen "Schwung" bekommen oder die Hefe im Weizenbier besser verteilt werden.
Die bei weitem lustigste Geschichte rankt sich um den bayerischen Märchenkönig Ludwig II. Dieser soll einen schwachen Arm gehabt haben und musste deshalb seinen Bierkrug immer wieder absetzen. Um ihn nicht zu blamieren, tat es ihm sein Hofstaat gleich und setzte ebenfalls jedes Mal, wenn der königliche Arm erlahmte, den Krug ab.

(Quelle: Kuriositäten und anderes)

Kommentare :

  1. prost Irmili :-)

    späten Nachtgruss
    dein
    Kroeti

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  2. Huhu Irmi,
    ich setze um diese Zeit zwar eher meine Kaffeetasse ab, aber deine Aufklärung zu dem Ritual, das auch ich kenne, ist klasse. Besonders über die letzte Erkärung dazu habe ich mich grad sehr amüsiert. ;-)

    Liebe Grüße von Birgit
    Ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche.

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  3. Na klasse, das muss man sich merken!

    Dir eine gute Woche, Brigitte

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  4. Na dann cheers!!

    Wusste ich gar nicht, dass da solche Bedeutungen dahinter stehen...

    Wünsche einen schönen Wochenanfang!

    Liebe Grüße,
    Eva

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  5. Liebe Irmi,
    ich komme zwar aus einer alten Gastwirtsfamile, aber diese Gescichte kannte ich auch noch nicht. Und,...ich trinke auch lieber Wein.
    GGVLG
    Ira

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  6. Hallo Irmi. Da hast Du mir was erzählt. Nächsten Sonntag, wenn der Bauernstammtisch beim Wirt ist, werd ich genau das vom König Ludwig erzählen..... die machen das nämlich auch immer so. Ob die mir dann den Krug nachschmeissen, weil ich bin ja hier nur "Zuazogn"??
    Das war jetzt lustig zu lesen, und ich bin auf alle Fälle für den König Ludwig!
    Liebe Grüsse
    Elisabeth

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  7. Zum Wohl, liebe Irmi!
    Wie immer sehr interessant.
    Meine Frage ist aber: Gibt es Männer, die aus Krügen mit Deckelchen trinken? Ich kenne keinen.
    Wünsche eine schöne Woche.
    Liebe Grüße Leppine

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  8. prost irmi (=

    na die letzte geschichte ist wirklich die lustigste (=
    aber ich denke, das absetzen gab es schon vor ludwigs zeiten ^^

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  9. Dur hätte ich ja auch schon gerne was awarded, aber hier ist ja awardfreie Zone ;)

    Übrigens hab ich im Zusammenhang mit der Absetzerei eine unschöne Geschichte aus dem Dritten Reich im Kopf. Man setzt ab um zu bekräftigen, dass keine Juden im Raum sind... hab ich aber nur mal gehört und nie recherchiert. Denke, das mache ich mal!

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  10. Liebe Irmi,
    mich verbindet nichts mit Krug und Bier.Ich hebe lieber die Kaffeetasse.
    LG
    Nicole

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  11. Huch, davon wußte ich bislang noch nichts ;-) Wenn überhaupt noch jemand aus einem Bierkrug trinkt, setzt man ihn bei uns dann ab, wann es einem selbst genehm ist. Aber es ist immer interessant, was es alles für Sitten gab und gibt.

    Liebe Grüße und einen schönen Wochenstart
    Sara

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  12. Ich trinke ja kein Bier und wenn , dann würd es mir wohl wie Ludwig gehen... Nun seh ich grad bildlich die Kellnerinnen vom Oktoberfest vor mir.... LG Inge

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  13. Also die letzte Geschichte mit dem Märchenkönig bringt mich zum Lachen. So wird es wohl gewesen sein.
    Liebe Grüße von Kerstin.

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  14. Ich setz meine Flasche ............... äääääh, mein Glas au' ümmer wieder ab. Weil ich kann do' nich' alles auf ei'mal trinken! Wär' ich ja 'n Säufer! Un' wie sieht dat denn au' aus, ewig mit der Buddel .......... ääääääääh dem Glas vor'm Gesicht!

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  15. Hallo Irmi,
    sehr interessant, habe mir darüber noch gar keine Gedanken gemacht! Ich setze das Bierglas ab, weil ich nie und nimmer den gesamten Inhalt auf einmal runterschlucken könnte!
    LG,Christiane

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  16. Liebe Irmi,
    die theorie mit dem König Ludwig gefällt mir am besten. Stößchen!
    LG Sabine

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  17. Die letzte Begründung gefällt mir am besten.
    So wurde eine Unlänglichkeit einfach zur Mode. Das hat doch was.

    Die wieder anonyme minibar
    Es klappt einfach nicht mehr mit dem normalen anmelden.

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.