Mittwoch, 9. März 2011

Aschermittwoch


Die Passionszeit beginnt mit dem Aschermittwoch und dauert bis Karsamstag, sie umfasst 40 Fastentage. Schon im 2. Jahrhundert bereitete man sich durch zweitägiges Fasten auf Ostersonntag vor, im 3. Jahrhundert wurde die Fastenzeit auf die Karwoche ausgedehnt. Im 4. Jahrhundert bestimmt das Konzil von Nicäa die 40-tägige Fastenzeit, die auf Ostern vorbereiten soll durch die Taufvorbereitung bzw. Tauferinnerung und Buße. Die Zahl 40 steht für einen umfassenden Zeitraum, der Wende und Neubeginn ermöglicht. 1969 erneuerte die römisch-katholische Kirche die Grundordnung des Kirchenjahres, die Fastenzeit dauert nun nicht mehr bis Karsamstag, sondern endet bereits mit dem Gründonnerstag, dennoch wird auch am Karfreitag gefastet.
Fast-Nacht war ursprünglich nur der Vorabend zum Aschermittwoch, eben die Nacht vor dem Fasten. Seit dem 13. Jahrhundert galt als Fastnacht die Zeit vom Donnerstag vor Aschermittwoch bis zum Vorabend des Aschermittwoch. 1830 wurde in Köln der Rosenmontag zum Höhepunkt des rheinischen Karnevals. Karneval vom lateinischen Carne vale bedeutet: Fleisch, leb wohl.
Der Aschermittwoch eröffnet die Fastenzeit bis Ostern. Diese Zeit umfasst 46 Tage; die 6 Sonntage sind vom Fasten ausgenommen, da Christen an jedem Sonntag - also auch in der Fastenzeit - die Auferstehung Christi feiern; es bleiben also genau 40 Fastentage. Schon im 2. Jahrhundert bereitete man sich durch zweitägiges Fasten auf den Ostersonntag vor. Im 3. Jahrhundert wurde die Fastenzeit auf die Karwoche ausgedehnt. Im 4. Jahrhundert führte das 1. Konzil von Nicäa die 40-tägige Fastenzeit ein.
Alle Religionen kennen Fastenzeiten, am bekanntesten ist der Fastenmonat Ramadan im Islam. In der Alten Kirche wurden die Taufbewerber in der Fastenzeit einen beschwerlichen Bußweg geführt, damit sie frei würden von allen heidnischen Bindungen; dabei stand das Fasten als Verzicht auf bestimmte Nahrung im Vordergrund. Dieser Bußweg hatte seinen Höhepunkt in der Feier der Osternacht, in der dann die Bewerber getauft wurden.
Fasten im biblischen Sinn bedeutet aber eigentlich weniger die Einhaltung bestimmter Vorschriften, als die Besinnung auf die Verantwortung, mit den Gaben Gottes und seiner Schöpfung verantwortungsvoll umzugehen und diese maßvoll zu gebrauchen. Fasten bezieht sich so gesehen nicht nur auf bestimmte Lebensbereiche wie das Essen oder gilt nur eine bestimmte Zeitspanne. Bewusste Fastenzeiten können aber Hilfe zu einem verantwortlicheren Leben sein. In diesem Sinne ist die evangelische Aktion Sieben Wochen ohne schon seit 1983 sehr erfolgreich mit ihrem Aufruf zu einem selbstgewählten Verzicht in der Passionszeit.
Als Fastenspeisen sind ab Aschermittwoch für 40 Tage weder Alkohol noch Fleisch von warmblütigen Tieren zum Verzehr erlaubt, daher hat sich als Alternative der Fisch verbreitet. Schnaps und Bier dürfen traditionell am Aschermittwoch nochmals getrunken werden, das Bier soll demnach für das Gedeihen der Gerste sorgen, der Schnaps die Mücken vertreiben. Im Mittelalter waren die Fastenregeln sehr streng: man durfte nichts essen außer 3 Bissen Brot und 3 Schluck Bier oder Wasser. 1486 erlaubte Papst Innozenz VIII. auch Milchprodukte in der Fastenzeit.
Im Mittelalter waren die Fastenbräuche streng: man durfte nur drei Bissen Brot und drei Schluck Bier oder Wasser zu sich nehmen. 1486 erlaubte der Papst auch Milchprodukte in der Fastenzeit. Ab Aschermittwoch sollen Christen traditionell 40 Tage lang weder Alkohol noch Fleisch konsumieren. Eine erlaubte Alternative ist Fisch, da er nicht blutet. Der Hering als traditionelle Fastenspeisen hat seinen Sinn darin, dass der Körper nach dem oft übermäßigen Genuss im Fasching entschlackt. Schnaps und Bier dürfen nach alter Sitte am Aschermittwoch nochmals getrunken werden, denn das Bier soll für gutes Gedeihen der Gerste sorgen, der Schnaps die Mücken vertreiben.
Der Aschermittwoch erhielt seinen Namen, weil Asche der Palmen vom Palmsonntag des vergangenen Jahres am Aschermittwoch geweiht und den Gläubigen vom Priester auf die Stirn oder den Scheitel gestreut werden. Dabei erinnert der Priester die Gläubigen: Gedenke, o Mensch, du bist Staub, und zum Staube kehrest du zurück (Psalm 90, 3). Asche ist Symbol sowohl der Vergänglichkeit wie der Buße und Reue; schon die Menschen im Alten Testament hüllten sich in Sack und Asche (Esther 4, 1), um ihrer Bußgesinnung Ausdruck zu verleihen; Asche wurde als Reinigungsmittel verwendet, daher ist sie das Symbol für die Reinigung der Seele. Ende des 11. Jahrhundert wurde dieser Brauch durch Papst Urban II. eingeführt. Im 12. Jahrhundert wurde festgelegt, dass die Bußasche von Palm- und Ölzweigen der Vorjahres gewonnen werden muss.
Aschermittwoch wurde nach der Volksüberlieferung der Teufel, der einst ein normaler Engel gewesen sei, wegen Verstößen gegen die göttliche Ordnung aus dem Himmel geworfen.
Der Sonntag Laetare, freuet euch, liegt in der Mitte der Fastenzeit. Deren erste Hälfte war von Zurückgezogenheit und Trauer geprägt; ab Laetare sollte der Christ froh dem Palmsonntag entgegen sehen, der für den Einzug Jesu in Jerusalem, dessen Opfergang und somit die Erlösung des Menschengeschlechts steht. Bis ins 19. Jahrhundert hinein trat der Papst am Laetare-Sonntag mit einer goldenen Rose in Rom vor die Gläubigen. So wollte er auf die nahende Leidenszeit Christi hinweisen; die Rose gilt als Sinnbild Christi.
Am Sonntag Judika, 14 Tage vor Ostern, werden in der katholischen Kirche alle Dinge, die etwas österliches darstellen - so Kreuze und Bilder - mit Hungertüchern verhangen.
Der letzte Sonntag der Passionszeit ist der Palmsonntag, der Sonntag vor dem Ostersonntag
Die katholische Kirche gewährt an jedem Freitag der Passionszeit demjenigen Gläubigen vollkommenen Ablass, der das En ego, o bone et dulcissime Jesu nach dem Kommunionempfang vor dem Bild des Gekreuzigten andächtig betet; an allen anderen Tagen des Jahres wird hierfür Teilablass gewährt:
Quelle:Ökumenisches Heiligenlexikon

Kommentare :

  1. Man, liebe Irmi, das ist ja richtig schwere Kost und bedarf schon beim Lesen äußerster Konzentration.

    Also ich werde nicht fasten, aber sonst bin ich ein ziemlich netter Mensch, denke ich, ganz subjektiv natürlich.

    Liebe Grüße von Rosine

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  2. Vor zwei Jahren um diese Zeit fastete ich das erste Mal im Leben und nahm fast 12 Kilo ab. Das Gewicht habe ich bis heute gehalten. Es war eine ganz bewegende Zeit und auch in diesem Jahr, also jetzt, mache ich ein Teilfasten, weil ich nicht so ganz gesund bin, und ohne was essen nicht auskomme.
    Danke für die Schilderung.

    MAUVE

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  3. Wir haben nicht gefeiert und fasten ist auch nicht angesagt, aber Fisch mögen wir trotzdem sehr, wenn auch nicht gerade den Hering.
    So denn, unsere freien Tage sind auch vorbei. Wir haben viel Sonne getankt.

    Lasse dir ganz liebe Grüße hier, Irmschen.
    Bina

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  4. Hallöchen,
    danke für deine lieben Zeilen auf meiner HP. Da ich bekennender Katholik bin habe ich meinen heutigen Geburtstag mit Essen auf gestern gelegt!!
    Liebe Grüsse
    Crissi

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  5. Hochinteressant! Un' jez hab' ich Hunger!

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  6. Das war sehr lesenswert...Dankeschön..so manche Frage wurde mir beantwortet
    Ich wünsche dir einen schönen Tag liebe Irmi
    Viele Grüsse
    Patricia

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  7. Hallo Irmi
    sehr viel Wissen und gut gebracht..
    NUR Fisch blutet auch..
    LG vom katerchen der sich auch OHNE Fastenzeit gerne von Fisch ernährt und Alkohol muss ich auch nicht haben

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  8. Ohhh, ist das lang.
    Fasten geht bei mir nicht oder sagen wir mal, ich habe das noch nie konsequent durchgezogen.
    Fisch mag ich aber in allen Variationen, esse ich nur zu wenig und Gräten darf er auch nicht haben.
    Hab einen schönen Tag und herzliche Grüße
    Marianne♥

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  9. Hallo Irmi
    Ich habe mich über Deinen Besuch gefreut und drücke Dir die Daumen bei Deinem Vorsatz. Wie Du so richtig in Deinem Text bemerkt hast" Fasten im biblischen Sinn bedeutet aber eigentlich weniger die Einhaltung bestimmter Vorschriften, als die Besinnung auf die Verantwortung, mit den Gaben Gottes und seiner Schöpfung verantwortungsvoll umzugehen und diese maßvoll zu gebrauchen. "
    kommt diese Aussage dem Vorhaben sich ein Jahr keine Klamotten zu kaufen sehr entgegen, denn es werden zuviele Rohstoffe und zuviele Menschen bei Erzeugung der Kleidung im wahrsten Sinne verheizt (Färber in Indien) So ist dieses "Fasten" ein Beitrag zum Umweltschutz. Und man wundert sich
    wieviele neue Möglichkeiten sich aus dem Kombinieren des Vorhandenen ergeben. Also Viel Spass beim Experimentieren und einen schönen Tag sendet Dir
    Ina

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  10. Liebe Irmi
    ich habe bis vor 13 Jahren jahrelang regelmässig gefastet!
    Ich habe dies nicht in der Fastenzeit gemacht aber es hat mir trotzdem jedesmal gut getan und ich hatte das Gefûhl, dass in dieser Zeit meine Sinne geschârft wurden und ich zu einer guten Ruhe kam.
    Dein Beitrag war wieder einmal so toll und mit wahnsinnig viel Informationen gespickt! Merci
    Wünsche dir einen sonnigen Aschermittwoch!
    Herzlich und bbbbb

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  11. Das die Sonntage vom Fasten ausgenommen sind, wusste ich nicht.
    Liebe Grüße

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  12. vielen Dank für die vielen informativen Hintergründe die du da zusammen getragen hast...viel Erfolg bei deinen Vorhaben in der Fastenzeit...
    lieben Gruss
    #Marion

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  13. Wir haben mit dem ganzen Zirkus nicht viel am Hut. Aber dies alles zu lesen, war sehr interessant. LG Inge

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  14. Danke,Irmi,für die guten Informationen!

    Lieben Gruss, Brigitte

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.