Freitag, 11. März 2011

Dies und Das und Nachgedacht

Die Geldbörsen sind gewaschen worden, das Aschekreuz ist wieder abgewischt und es wurden Unmengen an Fisch verzehrt.  In der Fastenzeit kann man sich ganz verschiedene Ziele setzen. Alkohol, Süßigkeiten oder PC ade. Die Evangelische Kirche lädt zum Verzicht auf Ausreden ein. „Das ist ja leicht,“ sagte ich mir, „da mache ich mit!“  Und schon heute ertappte ich mich dabei, wie ich am Telefon eine Ausrede gebrauchte. Also gar nicht so leicht. Aber ich werde mich bemühen, es zu praktizieren.
Körper und Seele reinigen! Alle Weltreligionen fasten. Mohammed fastete, bevor ihm der Koran offenbart wurde. Moses fastete, bevor er Gottes Wort empfing. Jesus zog sich zum Fasten für 40 Tage in die Wüste zurück, um sein öffentliches Wirken vorzubereiten.

„Um uns richtig entfalten zu können,
brauchen wir Ruhezonen im Leben.“
(Kristiane Wybranietz)

Ist nicht in jedem von uns auch ein Narr? Jedem Narren steht der Zweifler gegenüber. Der Narr  hat an allem was auszusetzen. Er lässt an nichts ein gutes Haar. Er sucht und findet die Schwachstellen.
Der Narr beherrscht die Kunst der Kritik wie kaum ein anderer. Er legt zwar den Finger in die Wunde, das aber vollkommen wertfrei. Wie ein Kind. Daher wohl auch der Satz  „Kinder und Narren sagen die Wahrheit.“
Im heutigen Sprachgebrauch wird das Wort  „Narr“  zumeist als Schimpfwort für unvernünftige Menschen verwendet. Aber ein Narr ist nichts anderes als ein Berater. Vielleicht kein Berater, wie man ihn aus dem Berufsleben kennt. Er ist vielmehr ein Berater, der uns  - wie es eigentlich alle guten Berater  tun sollten -  die Wahrheit sagt, unbequem ist und sich was traut. Aber eben mit Humor, Witz und Leichtigkeit.

Wohl dem, der eine Lieblingstätigkeit hat,
in der er sich ganz verlieren kann,
selbstvergessen für eine Weile.“
(Kristiane Wybranietz)


Kommentare :

  1. Und vergiß nicht, Odin hing kopfunter neun Tage in Yggdrasil, der Weltenesche, verwundet von seinem eigenen Speer - und da erhielt er die Runen ...

    Deine Beschreibung vom Narren finde ich gut ;-)

    (Und ich überlege noch immer, ob ich überhaupt - 's ist schwer.)

    Eine ruhige Nacht wünsche ich

    Der Emil (dort ist mein täglicher Blog ...)

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  2. Wie wahr, wie wahr, vor allem der letzte Satz :)

    Liebe Grüße!

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  3. und der Wald ist auch gefegt ..kann also wieder losgehen:-)
    lieben Nachtigruss
    Dein
    Kroeti :-)

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  4. das war jetzt so richtig interessant zu lesen. dank dir liebe Irmi.

    lg
    Sammy

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  5. Wie, dat ganze Pottmonneeeh glei' mit waschen?

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  6. Liebe Irmi,
    das Ausreden-Fasten ist wirklich eine gute Idee. Ich denke auch, wir gebrauchen zu viele davon. Aber es ist sicher nicht leicht... ich benutze nämlich vorzugsweise Ausreden um mich (auch) vor mir selbst zu rechtfertigen - das wird kompliziert. Aber der Gedanke mit dem Narren ist wirklich gut. Denn natürlich benutzt man Ausreden auch, um andere nicht vor den Kopf zu stoßen. Ich habe keine Zeit hört sich doch netter an als Ich habe keine Lust. Aber ehrlich wäre es oft. Ich glaube, ich versuche es :-) Danke für den Tipp. So, und jetzt muss ich dann zum Colloquium - ohne Ausrede ;-)
    Liebe Grüße,
    Lisa

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  7. Ich weiß gar nicht was ich schreiben soll, du hast mit deinen Worten schon alles wichtige gesagt.In diesem Sinne schließe ich mich an.
    Danke für deine klugen und schönen Worte.Und das ist keine Ausrede sondern die Wahrheit.
    Liebe Grüßchen Mummel

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  8. Liebe Irmi,

    mir gefällt es, wenn Du philosophierst und sicher ist es ein glücklicher Moment, wenn ich in diesen selbstvergessenen Flusszustand kommen, wenn ich in meiner Arbeit oder Hobby aufgehe...

    Vielen Dank für diesen Post

    Liebe Grüße Rainer

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  9. Kristiane Wybranietz beschreibt meine Art Kraft zu tanken :)
    Liebe Grüße

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  10. ...ja mit den Ausreden ist es wirklich nicht so leicht, liebe Irmi, das ist so irgendwie in den alltäglichen Gebrauch über gegangen.
    Gute Idee, da mal bewußter drauf zu achten,
    wünsche dir einen guten Freitag, liebe Grüße von Birgitt

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  11. Hallo irmi
    dann werde ich mal aufpassen ob ich Ausreden NUTZE..benutze..
    sich hinter einer LÜGE Freiraum für einen Moment verschaffen..

    einen LG vom katerchen

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  12. Liebe Irmi,

    diesen Aufruf habe ich auch mitbekommen und versuche ihn ebenfalls zu befolgen. Es ist aber wirklich so, daß man manchmal wie "automatisch" Ausreden benutzt ..es hat sich regelrecht eingeschlichen im Alltagsleben. Authentisch-ehrlich sein, ohne dabei zu brüskieren - vielleicht ist das die Kunst.

    Eine Frage noch an Dich:

    Hast Du seinerzeit meine Mail mit dem Passwort für den Oceans-Notes-Blog eigentlich bekommen?

    Nicht daß Du denkst, ich will Dich ausschließen ;-) Habe nämlich wieder einen so geschützten Beitrag geschrieben.

    Wenn es nicht klappt mit der Mail, meld Dich doch einfach übers Kontaktformular bei mir oder über Kommentar irgendwo - wenn Du möchtest.

    Ganz liebe Grüße an Dich ..ein schönes Wochenende wünscht Dir
    Ocean

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  13. Liebe Irmi,
    wieder ein schöner Beitrag! Die Fastenzeit habe ich in den letzten Jahren auch immer gern eingehalten. Inzwischen darf ich aus gesundheitlichen Gründen so streng leider nicht mehr fasten. Aber ich lasse vieles weg und überdenke vieles auch wieder neu. Das ist immer eine sehr gute Gelegenheit!

    Ausreden sind ja eindeutig Lügen und wir machen uns da ganz schön etwas vor, wenn wir sie als Lappalien hinstellen. Deswegen sollte man nicht nur in Zeiten wie der Fastenzeit bestrebt sein, diese nicht zu gebrauchen.
    Und in dem Zusammenhang muß ich auch gleich an die 3 Siebe des weisen Sokrates denken. Wir plappern ganz einfach zu viel Unnötiges und darin liegt die wahre Kunst, nur das Wesentliche und wirklich Notwendige zu sagen.

    Danke auch für Deinen Hinweis auf meinen "Park" - ich habe dazu gleich noch etwas geschrieben in meinem Waldgarten.

    Liebe Grüße und Dir noch einen schönen Tag
    Sara

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  14. Ich faste nicht. Weder von ausreden, noch von irgend etwas anderem. Punktum...

    Und ein Narr bin ich manchmal echt gerne...nur nicht im Fasching...den kann ich nicht leiden.

    Ich wünsche dir ein wundertolles Wochenende!!!

    LG aus Stetten a.H.

    Ute

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  15. Keine Ausreden zu verwenden, finde ich höchst interessant. Ich werde mal darüber nachdenken und vielleicht machen?
    Auch das Fasten ist bemerkenswert.
    Ich habe noch nicht so oft gefastet, aber die Einstellung zum Essen ist danach eine andere, bewußter und weniger.
    Dir ein schönes Wochenende und lieben Gruß
    margit

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  16. ich wünsche dir ein schönes (ausredefreies) Wochenende.
    Liebe Grüße

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  17. Wieder so viele tolle Wahrheiten...
    Datt mit dem Narren gefällt mir! Un ich verliere mich oft am Comp, da geht die Zeit einfach so an mir vorbei *seufz*...Tje, fasten werde ich vielleicht so ein wenich.

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  18. Hallo Irmi,
    wir waren das erste Mal auf deinem Blog. Deinen Beitrag finden wir sehr interessant und er hat uns zum nachdenken angeregt. Über das Fasten und die Ausreden.
    Ein schönes Wochenende wünscht Emma und Lottes Frauchen

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  19. Liebe Irmi,
    das ist wieder sehr interessant. Auch der Spruch "Kindermund tut Wahrheit kund" passt gut dazu.
    LG Sabine

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  20. Liebe Irmi,
    die Betrachtungen zu den Narren sind weise. Auch die früheren Herrscherhäuser hatten ihre Hofnarren. Ein ganz bekannter in Dresden ist der Hofnarr Fröhlich. Der hat es richtig zu etwas gebracht und war hochangesehen in der damaligen Gesellschaft der Wettiner. Und das nicht nur, weil er den August und seine Mätressen mal zum Lachen gebracht hat. Es gibt von ihm schriftliche Überlieferungen - die sind äußerst klug und tief philosophisch.
    Ein schönes Wochenende wünsch Dir Christiane

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  21. Das Ausreden-Fasten ist eine sehr gute Idee und ich werde sie mitnehmen! Es bedarf einiger Übung, das gebe ich gerne zu. Aber ich werde das versuchen!

    Lieben Gruss, Brigitte

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  22. Also, ich rede mich nicht raus, mache enfach nicht mit beim Fasten ...
    Schönes Wochenende wünscht dir und euch
    Ute

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  23. Sehr schön - deine Bemerkungen zum Narren. Ich wünsch mir manchmal einen, der meine "Lieblingstätigkeit" vernarrt betrachtet.

    Nochmal Samstagsgrüße

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.