Dienstag, 10. Mai 2011

Dies und Das über den Ursprung des Spiegels (Teil 1)

Vor einigen Tagen habe ich über den Blick in den Spiegel geschrieben. Heute möchte ich  über den Ursprung berichten.
Gerade der Spiegel hat eine grosse Bedeutung und reicht  weit zurück in die Menschheitsgeschichte.
Der Spiegel ist so alt wie die Menschheit selbst, genau genommen sogar älter. Neben ruhenden Wasseroberflächen in der Natur dürften die ersten künstlichen Spiegel flache Schalen mit Wasser gewesen sein. Schmuck und Körperbemalung gehören seit der Steinzeit zum Menschen und damit auch das Bedürfnis, das Resultat des Schmückens und Bemalens an sich selbst zu sehen.
Die ersten von Menschen erschaffnen Spiegel entstanden möglicherweise schon in der Kupfersteinzeit oder in der Bronzezeit, indem man nun verfügbare Metalle zu diesem Zweck polierte. Um 3000 v.Cr. gab es bereits in Mesopotamien solche Bronzespiegel
Der Spiegel ist ein äußerst zweideutiges Symbol. Einerseits gilt er als Zeichen der Eitelkeit und der Wollust. Andererseits symbolisiert er auch Selbsterkenntnis, Klugheit und Wahrheit: Ursprung für die heute noch gebräuchliche Redensart:  "Jemanden einen Spiegel vorhalten"  bzw.  "Spiegelbild der Seele".
In antiken Kulturen stand der Spiegel als Abbild der Seele einer Person, in dem  - je nach der mythologischen Vorstellung -  die Seele auch eingefangen und festgehalten werden konnte. Im Alten Ägypten waren die Worte "Spiegel" und  "Leben"  identisch. Keltinnen wurden aus demselben Grund mit ihrem Spiegel begraben. In der griechischen Mythologie wird Dionysos´ Seele von den Titanen in einem Spiegel gefangen. Die Reflexion seines Selbstbildes hielt Narziss auf dem Wasser fest. Auch im Buddhismus wird die Existenz des Menschen mit der Reflexion in einem Spiegel verglichen.
In der jüdischen Überlieferung dient der Spiegel zur Erläuterung der überragenden Rolle von Moses als Prophet.
Maimonides vergleicht die göttliche Offenbarung mit der Erhellung einer Nacht durch einen Blitz. Im Gegensatz zu anderen Propheten wurde Moses einer dauernden, ununterbrochenen Erleuchtung teilhaftig. Die Rabbiner erklären, dass seine Seele die göttliche Botschaft wie von einem klaren Spiegel zurückwarf.
Im Neuen Testament wird der Spiegel von Paulus zum einen in Anknüpfung an die rabbinische Deutung als Bild für die dem Moses allerdings überlegene christliche Gotteskenntnis benutzt  (2.Kor.3,18). Zum anderen dient der Spiegel  (der damals als blank geputzte Metallplatte nur dunkel und verschwommen spiegeln konnte)  als Bild für die unvollkommene irdische Erkenntnis.
In vielen Kulturen, so auch in der mitteleuropäischen Sagenwelt, gehören Spiegel und übersinnliche Erkenntnis  (Weissagen, Wahrsagen)  zusammen. Es ist belegt, dass noch im Mittelalter jüdische Gelehrte geglaubt haben, dass Spiegel beim Hineinsehen die Kraft der Augen wiedergeben und sie auf diese Weise stärkten. Gelehrte haben deshalb während des Schreibens einen Spiegel vor sich hingestellt. Spiegelnde Oberflächen herzustellen, hatte auch noch etwas Magisches an sich.
(Quelle: „Der Spiegel im Spiegel der Zeit“- „Kulturgeschichte“  - „wikipedia“




Kommentare :

  1. Ach liebe Irmi ich bin dir immer wieder dankbar für die leichtigkeit, mit der du Banales aber doch eben auch Wichtiges erklärst.

    Vielen Dank dafür, hab ich dir schon erzählt, dass ich den Spiegel hasse, besonders in der 1. Stunde nach dem Aufstehen

    LG Shoushou

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  2. und wieder was gelernt.
    vielen dank liebe irmi,
    hab ne tolle woche,
    lieben gruß
    dieter

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  3. Spannend, spannend... Auch spannend wäre der Versuch, über längere Zeit ohne Spiegel zu leben ;)
    Apropos - Ich hoffe, das Paprikarezept wird Dir schmecken.

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  4. Hach liebe Irmi, das ist aber schön, da muß ich so an mein Studium denken - da ging es im Zusammenhang mit Film und Medien auch um Spiegel ... so schön, wie Du das beschrieben hast, nämlich ziemlich ähnlich ...

    Ganz herzlich
    Sara

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  5. Hach liebe Irmi, das ist aber schön, da muß ich so an mein Studium denken - da ging es im Zusammenhang mit Film und Medien auch um Spiegel ... so schön, wie Du das beschrieben hast, nämlich ziemlich ähnlich ...

    Ganz herzlich
    Sara

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  6. Liebe Imri, sehr interessant und lesenswert, mal sehen was Teil 2 bringt...

    Liebe Grüße an den Neckar
    Rainer

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  7. Huhu liebe Irmi,
    sehr interessant und gelernt habe ich auch wieder etwas.
    Ganz lieben Gruß von
    Heike & Henry

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  8. Hallo Irmi,
    mein Lieblingsausspruch im Hinblick auf Spiegels:
    Wenn ein Affe hinein schaut
    kann kein Apostel heraus schauen.

    VG
    Oskar

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  9. Irmili ...mein Irmili ....was du alles so weisst!!! ich mag Spiegel nicht sooo gerne ...aber manchmal hilft er die Seele aufzuräumen!

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  10. und ich mag den "Till Eulenspiegel" ;-)

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.