Dienstag, 31. Mai 2011

Dies und Das und der Eingebildete Kranke

Datei:Le Malade imaginaire.jpg
Es geht nicht um eine,Person sondern ganz einfach um das Stück von Moliere. Ich musste es wieder einmal lesen, weil ich bei einem Referat helfen sollte. Auf der einen Seite war ich erfreut, dass man mich um Mithilfe gebeten hat, auf der anderen Seite bekam ich auch etwas Angst. Man hat heute ein ganz anderes Verständnis als vor 50 Jahren. Sieht die Zusammenhänge, die Personen  - kurz die gesamt Handlung in einem anderen Licht. Beim Lesen und  Diskutieren stellte mir der junge Mann (20 Jahre) die Frage, ob es diese eingebildeten Kranken wirklich gibt. Ich musste das bejahen und konnte ihm sogar ein gutes Beispiel nennen. Das fällt nicht einmal unter üble Nachrede, denn leider kennt die ganze Straße diesen Fall. Traurig - aber niemand nimmt des Gejammer  mehr wahr. Sollte es mal zum Ernstfall kommen, wird vermutlich niemand da sein.

Der eingebildete Kranke ...

Herr Meier jammert, weil was drückt.
„Mein Herz, ... es geht dem Ende zu,
der Schmerz, er macht mich ganz verrückt,
ich komme einfach nicht zur Ruh.
 
Ich sterbe sicher nächster Zeit...“
Der Arzt, sinnt nach, mit ernstem Blick.
Herr Meier tut ihm mächtig leid
denn Meier hat wohl einen Tick...
 
„Die Wahrheit kann ich schon vertragen“,
meint Meier nun zum Arzt mit Tränen.
- „Ihr Herz gesund, was soll ich sagen...
das muss ich hier schon mal erwähnen.
 
Das Herz, es läg zur andren Seite,
und schlägt, so, wie es schlagen soll...“
Herr Meier sucht nun doch das Weite
(und hat vom Arzt die Schnauze voll).
 
Beim andren Doktor angekommen,
beginnt er wiederum mit Klagen!
Auch diesmal tut er sehr beklommen,
und jammert über seinen Magen.
 
Der Arzt, erklärt ihm das Problem:
„Der Magen, mittig übern Bauch,
ist sehr gesund und außerdem
bläht hier ihr Darm... wohl durch den Lauch.“
 
Genervt verlässt der Meier dann
auch diese Praxis und er weiß,
dass keiner ihm hier helfen kann...
motzt nur noch laut: „Was soll der Scheiß!“
 
Dann sieht er nahe seinem Haus,
ein Kind mit Tränen im Gesicht.
Es sieht – oh Gott – erbärmlich aus
und Meier nimmt sich ins Gericht.
 
Sein Bäuchlein groß, doch dünn die Beine,
das ganz Kindlein schmerzverzehrt.
Hat sichtlich Plagen... (er hat keine...)
und merkt sein Los und jenen Wert.
 
Beschämt greift er des Kindes Hand...
dann läutet es... (was ihn erschreckt).
Sieht sich im Bett und dort am Rand,
hat ihn sein Wecker derb geweckt.
 
„Ein Traum, ein Traum... oh, nur ein Traum!“
Herr Meier lacht an jenem Morgen...
Ist kerngesund (nun krank wohl kaum)
und hat von daher keine Sorgen.
 
Den Vorsatz, "heute mach ich blau",
verwirft er schnell, denn er ist froh,
und nach dem Traume auch sehr schlau
(und auch geläutert... ....sowieso!)
(Klaus Heinzl)

Kommentare :

  1. Das Gedicht hab ich schon ewig nicht mehr gelesen. Und ja, ich weiß, das es sie gibt, hab es selbst erlebt in der Familie....LG Inge

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  2. Das Gedicht kannte ich noch nicht. Danke!
    Liebe Grüße

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  3. Molière war als Schülerin in Frankreich für mich damals Pflichtlektüre, ich las ihn sehr gerne.
    Liebe Grüße

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  4. Es gibt eingebildete Kranke,ich kenne jemand.Es wurde immer gejammert,von einer angeblichen Krankheit in die andere.Kein Arzt fand etwas,wirklich helfen lassen wollte sich die Person auch nicht.Ihr Probleme lagen auf einer anderen Ebene.
    LG
    Nicole

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  5. Sind eigentlich eingebildete Kranke immer männlich?
    ☺☺☺
    Rosine

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  6. Oh ja, die Erinnerung wird wieder wach.
    Danke Irmi.
    LG Sabine

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  7. Liebe Irmi,
    danke für Deinen Kommentar und die lieben Grüße!
    Ich grüße Dich herzlich und wünsche Dir eine gute Nacht
    Christel

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  8. "schrei nie der Wolf ist da wenn keiner da ist" sagte mein Vater mal zu mir ...da war ich so etwa fünf Jahre alt ....aber ich hab es damals schon verstanden!
    Nachti mein Irmili
    alles Liebe
    dein Kroeti

    P.s. dein Referat würd ich auch zu gerne lesen!!!

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  9. Ja,ja, die Hypochonder sterben nicht aus. Ich habe mal nachgegoogelt und bei Wikipedia steht, dass Hypochondrie "eine von Angst dominierte Beziehung zum eigenen Körper und zu dessen Funktionieren ist" - also das in sich selbst scheint mir ja eine Art von Krankheit zu sein - irgendwie sind die Betroffenen arm dran, aber natuerlich sind sie auch fuer die Mitmenschen sehr nervig! Das mit dem Wolf ist ein guter Rat, aber bei den eingebildeten Kranken wird er kaum helfen und da kann dann mal eine wirkliche Krankheit vielleicht nicht erkannt werden.

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  10. Das Gedicht Irmi
    köstlich.
    ja dies Leute gibt es..leider
    LG vom katerchen

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  11. Das Gedicht kannte ich auch noch nicht, toll was man bei dir immer findet. Und immer wie im richtigen Leben ;) Aber solche Menschen sind echt bedauernswert. Liebe Grüße, bine

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.