Sonntag, 12. Juni 2011

Dies und Das über Pfingstbräuche / Teil 1

Sieht man einmal von dem christlichen Pfingstfest ab, so haben sich viele Bräuche herausgebildet und auch gehalten.
Die Taube allerdings hat eine besondere Bedeutung. Die Taube, die seit dem Barock verstärkt zum Symbol von Pfingsten. wurde, ist ein Symboltier. dessen Ansehen bis heute sehr gelitten hat. Heute ist sie unsere Stadtverschmutzerin und man möchte sie überall vertreiben. Im Barock jedoch war sie als Symboltier des heiligen Geistes beliebt.
Liturgienahes religiöses Brauchtum hat sich zu Pfingsten kaum ausgebildet.
Die Pfingstbrezel zum Beispiel gab es nicht in ganz Deutschland, aber u.a. in Böhmen. Am Pfingstvorabend legten die Kinder Huflattichblätter vor die Tür, auf denen sie am Morgen die Brezel fanden. Der Huflattich wurde gepresst und aufbewahrt, weil er gegen verschiedene Schmerzen helfen sollte.
Vom frühen Mittelalter bis ins 19.Jahrhundert hat es Pfingstspiele gegeben, in denen Heilsereignisse bis zum Jüngsten Gericht dargestellt wurden. Diese haben sich aber nicht  gehalten.
Schabernack in der Nacht von Pfingstsonntag auf –montag und das Verstellen von Sachen leitet sich von einem alten Abwehrzauber her. die Häuser wurden geweißt und Pfingstmaien  angebracht, frische Birkenäste, geschmückt mit bunten Bändern und Blüten, die verliebte Burschen ihren Mädchen vor die Tür pflanzten oder an das Haus steckten. Es besagte: Ich bin dir grün!, Schlimm war es für ein Mädchen, wenn es von einem   „ehemaligen“  Freund eine so genannte Schandmaien aufgesteckt bekam: Einen dürren Stecken oder das kahle Gerippe eines ehemaligen Christbaumes. Auch Kirschzweige (Symbol für Klatschsucht) oder Weißdorn (Symbol für eine, die unbedingt geheiratet werden will) galten als wenig beliebte Gaben.
Abschluss des weltlichen Pfingstfestes bildete vielfach das Einholen einer Pfingstgestalt:
z.B.: Butz, Graskönig, Nickel, Pfingstkerl, Pfingstlümmel geheißen. Diese Figur war in frisches Grün gekleidet und stellte den Sommerbeginn dar.
Pfingsten ist aber auch ein Hirtenfest, weil an diesem Tag das Vieh – natürlich festlich geschmückt – erstmals im Jahr auf die Weiden getrieben wurde. Die  „Pfingstweide“  wurde eröffnet.
Der Pfingstochse wird zumeist auf ein geschmücktes Rind  zurückgeführt, das zur Weide getrieben wurde. Eher scheint der Begriff aber von einem Ochsen abgeleitet zu sein, der an Pfingsten geschlachtet und zuvor geschmückt durch das Dorf geführt wurde. Vielleicht geht der Pfingstochse auf eine vorchristliche jahreszeitliche Opferhandlung zurück. Die  - immer negativ gebrauchte – Bezeichnung  „Pfingstochse“  bezieht sich darauf, dass einer sich herausputzt wie eben dieser.

Kommentare :

  1. Dieser Beitrag war wieder mal sehr interessant liebe Irmi und auch der letzte, der ueber die Blattlaeuse!

    Vielen Dank, dass Du Dir immer so viel Muehe machst, Dinge zu erklaeren, die uns alle betreffen, ueber die wir aber oft sehr wenig oder manchmal auch gar nichts wissen!

    Ich wuensche Dir eine schoene Woche!

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  2. und daraus entwickelte sich der spruch: "du siehst aus wie ein pfingstochse", wenn man allzu aufgetakelt durch die welt spaziert :-)
    glG

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  3. Ich finde es auch schade, dass die Taube in unserer Zeit so "gelitten" hat. Sie ist für mich der Inbegriff der Treue und Liebe zueinander.
    Wir hatten immer ein wildes Taubenpärchen in unserer Kastanie. Aber zu Ostzeiten sind die Taubenzüchter gern gegen diese zu Felde gezogen. Dann war nur noch eine da und sie hat jämmerlich lange gerufen und gewartet.....die Rufe werde ich nicht vergessen. Die Tauben haben eine lebenslange "Ehe". Leider haben wir heute keine Tauben mehr. Aber wir haben 60 Schwalbennester auf dem Hof......
    Dir ein gesegnetes Pfingstfest und liebe Grüße
    margit

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  4. Liebe Irmi,

    ich meld mich zurück in der Bloggerwelt ;) und freu mich, nun wieder viel Interessantes bei dir nachlesen zu können.

    Über die Birkenzweige hab ich auf unserer Rückreise im Autoradio gehört. Die Pfingstbrezel kenn ich nicht - nur die Neujahrsbrezel ist mir ein Begriff.

    Pfingstochse - so wird bei uns derjenige genannt, der an Pfingsten als letzter aus dem Bett findet, also der größte Langschläfer *gg* das war dann meistens ich ;)

    Viele liebe Grüße an dich, und frohe Pfingsten wünscht dir Ocean :)

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  5. Liebe Irmi,

    es ist immer wieder toll was man bei dir alles lernen kann!!! Mach weiter so!!!!
    GGGGLG Ursula

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  6. Liebe Irmi,

    ich habe wieder einmal dazu gelernt, vielen Dank und Liebe Grüße Rainer

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  7. You are the founder of life as I do see it. Have a nice week.

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  8. Lieder ist meine Pfingstrose schon verblüht, sonst würde ich sie noch mal zeigen.
    Nun wünsche ich Dir noch ein schönes langes Pfingst-Wochenende,
    liebe Grüße von Kerstin.

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  9. Ich finde es schön, das an manchen Traditionen festgehalten wird.Und hier im Dorf klappt es auch ganz gut. Aber die Pfingstbrezel kannte ich auch noch nicht. LG Inge

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  10. ...an einem Pfingstsonntag bin ich einst geboren... sende Dich ganz liebe Grüße und wünsche Dir noch einen wundervollen Pfingstmontag, Kessi

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.