Montag, 5. September 2011

Einen guten Start in die neue Woche

wünsche ich allen meine Leserinnen und Lesern.

Als ich der Mutter meinen Kummer klagte,
ich höre noch, was sie dem Kinde sagte
mit einem Lächeln, wie ich`s nie gesehn -
"Sei still, es wird vorübergehn."

So hielt ich still. Und manches ging vorüber.
Denn alles geht vorüber mit der Zeit:
Das große Glück. Das Frösteln und das Fieber.
Selbst ein Novembertag, ein noch so trüber.
Beständig bleibt nur: Unbeständigkeit.

Als dann der große Zweifel an mir nagte,
- ich wußte schon, daß man es keinem klagte
und daß sogar die Freunde mißverstehn -
So oft ich damals an mir selbst verzagte,
war es die leise Stimme, die mir sagte:
Sei still, es wird vorübergehn.

Was ist nicht alles schon dahingegangen
wie Schneegestöber und wie Windeswehn....
Und dennoch hab ich jetzt erst angefangen,
den Dingen langsam auf den Grund zu sehn.

Wer nichts begehrt, der ist nicht zu berauben,
Gespenster sind nur dort, wo wir sie glauben.
Ich habe lange, lange nicht geklagt.
Nichts tut das Leid dem, der "es tut nichts" sagt.
Sei, der du bist. Mag kommen was da will.
Es geht an dir vorüber, bist du still.
(Mascha Kaleko)

Kommentare :

  1. Liebe Irmi,

    vielen herzlichen Dank für dieses wunderbare Dedicht von Mascha Kaleko.

    Auch Dir eine gute und erfüllende Woche...

    Herzlichst und alles Liebe

    Hans-Peter

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  2. Ach, wie wahr doch!,
    meine liebe Irmi!!!
    Eine glueckliche Woche auch dir und
    liebe Gruesse aus Griechenland!!!!

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  3. Liebe Irmi,

    was wäre das Leben, wenn man nichts begehren würde? Wenn man also keine Ziele und Wünsche hätte? Und wenn das Leid einem "nichts tun kann", wieviel Gleichgültigkeit oder auch Verbitterung muss sich dann schon ins Herz geschlichen haben? Das Gedicht finde ich nicht schön... Aber vielleicht interpretiere ich da auch etwas anderes rein, als von der Autorin beabsichtigt...?

    LG; dieMia

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  4. Hallo Irmi,
    ich setze für solche Situationen den "Autopilot" ein. D.h. ich lebe erst einmal wie gewohnt weiter, halte die Wogen nieder bis sich alles wieder beruhigt hat.
    Eine gute Woche wünscht Dir
    Marie

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  5. im Prinzip ja
    aber manchmal muss man auch einfach ein bisschen was raus schreien, dann gehts auch wieder, wenigstens für eine Zeit lang.

    Ich wünsche dir eine schöne Woche!
    Liebe Grüsse, Alice

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  6. Ich mag das Gedicht auch nicht so sehr - bin mehr kaemfperisch veranlagt, verlange dem Leben das positive ab, will nicht still sein, bis "es" vorueber geht, moechte begehren, und klage auch manchmal - so bin ich...

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  7. Das Gedicht erreicht mich sehr, hat es doch etwas von einer Spiegelfunktion. Es spiegelt Abschnitte wider, die aus der Kinderzeit stammen, die Worte der verstorbenen Eltern wieder ins Gedächtnis rufen, die innehalten lassen, ob nicht selbst mitunter solche Ratschläge gibt oder teilweise auch noch so lebt.

    Spieglein, Spieglein an der Wand....

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  8. Mmh schwierig ... kommt drauf an ... auf sehr Vieles aber zutreffend !

    Ich wünsche Dir eine kummerfreie Woche, liebe Irmi!

    Liebgruß,
    Tiger
    =^.^=

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  9. ...eine gute Woche, liebe Irmi, die wünsche ich dir auch...
    und das immer jemand da ist, der dir zuhört, denn das erleichtert...

    lieber Gruß von Birgitt

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  10. Ein sehr berührendes Gedicht, liebe Irmi. Herzliche Grüße von Inge

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  11. Liebe Irmi,

    ich wünsche Dir auch eine schöne Woche.

    LG Claudia

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  12. liebe irmi,
    so ein gedicht ist auch mein geschmack. danke!
    ich wünsch dir auch eine tolle woche und sei lieb gedrückt!
    ela

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  13. Was für ein schöner Start in die neue Woche und das wünsche ich dir auch liebe Irmi.

    Herzlichst ♥ Marianne

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  14. Dir auch eine schöne Woche!
    Liebe Grüße!

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  15. Liebe Irmi,

    da hat der Philosoph in Dir wieder einen Anker für die Gelassenheit ausgeworfen.

    Trés sympa

    Fühle Dich urmarmt..

    Liebe Grüße Rainer

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  16. Danke Irmi für dieses Gedicht

    und ich wünsche dir natürlich auch eine gute Woche.

    LG
    Judy

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  17. Oha, das ist aber eine eigenartige Einstellung. Ok, bei manchen Erlebnissen kann es das Richtige sein.
    Doch habe ich mehrmals erfahren müssen, dass darüber reden unheimlich erleichternd sein kann. Bei schlimmen Todesfällen in der Familie, wir war es gut, mit meinem Mann zu reden, immer wieder. Allein wäre ich wohl verrückt geworden.

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  18. was ein nachdenklicher text liebe irmi. ich wünsche dir einen guten start in die woche!

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  19. Manches Mal ist es tatsächlich besser abzuwarten, bis "es" an einem vorübergeht. Oder es lohnt nicht sich aufzuregen.

    Das muss man herausfinden.

    Auch dir einen schönen Wochenbeginn, Brigitte

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  20. Ein schönes Gedicht, mit soviel wahrem darin!

    Ich wünsch Dir eine wunderschöne Woche!
    ♥ Liebste Grüße Claudia ♥

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  21. hallo Irmi

    das Gedicht gefällt mir,Mascha Kaleko hat eine so BESONDERE Art es geht immer unter die Haut.

    einen LG vom katerchen

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  22. ein schönes gedicht zu einer (hoffentlich) erfreulichen woche....das wünsch ich dir!
    LG

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  23. Liebe Irmi,

    sehr berührend... ich liebe Mascha Kaléko... Passt wundervoll in die herbstliche Zeit...

    Liebe Herbstgrüsse, Sichtwiese

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  24. Ich mag Mascha Kaleko sehr; auf dem Hintergrund ihrer Biografie liest sich das Gedicht doch ganz speziell;
    dann steckt wahre Freiheit darin und ein Wissen um den Kern der eigenen Identität...
    allerdings, das Sich-Berühren-Lassen,
    das Nicht-Schweigen, das Klagen und Kämpfen hat schon auch seinen guten Sinn...
    Liebe Grüße
    Ingrid

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