Donnerstag, 3. November 2011

Die Hubertuslegende

Am 3. November wird die Hubertusmesse gefeiert. Und zwar von beiden Konfessionen gemeinsam. (Blick in die geschmückte Kirche)


In Deutschland, im benachbarten Belgien und Frankreich, gilt der hl. Hubertus als Schutzpatron der Jäger, weil ihm nach der Legende beim ungehemmten Jagen in der Karwoche ein kreuztragender Hirsch erschienen sein soll, um ihn zu mahnen von diesem unbeherrschten Leben abzulassen und das Heil seiner Seele zu suchen.
In der von einem Mönch um 8O0 verfassten VITA ST. HUBERTI ist von dieser Erscheinung noch nichts erwähnt und in der Tat handelt es sich um eine übertragene Legende, wie sie sich auch um den Eustachius (Österreich) und die Heiligen Meinolphus und Johannes von Matha rankt.
Die geschichtliche Person des hl. Hubertus als Nachfolger des hl. Lambertus auf dem Bischofsstuhl zu Maastricht, den er nach Lüttich verlegte, steht fest und seine Verdienste als „Apostel der Ardennen“ sind eine der Ursachen dieser Legende. Als er dort das Christentum verbreitete, opferte man hier noch der römischen Diana Wild. Unter seinem Einfluss wurde es nun Sitte, dem Kloster Andagium in den Ardennen den Wildzehnten zuzuwenden.
Dieses Kloster pflegte auch schon sehr früh die Zucht besonders begehrter Jagdhunde (Hubertushunde) welche durch Berufsjäger an alle Fürstenhöfe der damaligen Zeit gebracht und hoch bezahlt wurden.
St. Hubertus starb 727 und wurde in Lüttich beigesetzt. Unter CARLOMANN, „frere Pepin le bref“ erfolgte am 3. November 743 die feierliche Erhebung der Reliquien, wodurch dieser Tag zum Festtag des Heiligen wurde. Auf Bitten der Mönche der dem hl. Petrus geweihten Abtei Andagium (Andage) wurden die Gebeine St. Huberti den dortigen Benediktinern überlassen und in einem feierlichen Zuge, begleitet von den höchsten Edelleuten Frankreichs 825 dorthin überführt. Seit diesem Tage führen Abtei und Stadt den Namen ST. HUBERT.
Durch die Wildgaben an die Abtei und durch den Ruhm ihrer Hunde war der „Apostel der Ardennen“ im Volksbrauch zum Schutzpatron der Jagd geworden, der bei der Bevölkerung in hohem Ansehen stand.
Wesentlich für den Hubertuskult in Deutschland und seine weite Verbreitung war ein anderer Anlass.
Bekehrungsszene
St. Hubertus
Am 3. November 1444 errang Gerhard, Herzog von Kleve und Geldern, in der Schlacht bei Linnich einen entscheidenden Sieg über das Haus Egmont.
Er nahm den Sieg am Festtag des Heiligen zum Anlass, den ritterlichen Hubertusorden zu gründen. Daher und von diesem Tage an kommt die große Verehrung als Jägerpatron in Deutschland, weil bald alle regierenden Herren dem Orden angehörten, dessen letzte souveräne Hochmeister die letzten Könige von Frankreich waren. Die Mitglieder des Ordens trugen den schwarzen spanischen Mantel, eine rubinrote Schärpe und ein goldenes Halskreuz, in dessen Mittelpunkt die legendäre Bekehrungsszene dargestellt war. Zunächst breitete sich die Verehrung des Heiligen im Rheinland aus, wo es heute noch ca. 80 Hubertuskirchen gibt und von wo aus seit den frühesten Zeiten und mit Höhepunkten im 18. Jahrhundert Wallfahrten nach St. Hubert in Belgien zogen.
Die Hubertusmessen waren bei uns nie ganz ausgestorben, schon weil sie in allen Hubertuskirchen am Patronatsfest gefeiert wurde.
Hier und da begeht man auch das Fest, indem die Jäger sich vor oder nach einer Jagd an einer kleinen Kapelle zum Patronatsfest treffen.
Zahlreiche Jagdhornbläsergruppen begegneten 1954 aus Anlass der Internationalen Jagdausstellung in Düsseldorf erstmalig den französischen musikalischen Ausführungen mit Parforcehörnern in der messe solenelle de St. Hubert“ und waren begeistert. Das im 16. und 17. Jahrhundert gebräuchliche große Horn kam in verschiedenen Formen wieder zurück.
So, wie die christlichen Feste, sollte der 3. November mit der Hubertusmesse keine Feier der Beliebigkeit werden, bei der die Festansprachen nicht mehr in die Reviere dringen.
Die Legende von Hubertus hat bis heute nichts an Aktualität verloren.

Kommentare :

  1. hm ...bei den "Ardennen" bin ich grad so gedanklich im zweiteen Weltkrieg ....passt so gar nicht zu deinem Post ..ich weiss ..aber das war halt mein erster Gedanke!
    Die Legende von dem Hubertus war mir auch bisher voll unbekannt .....aaaber ... um das zu ändern .....dafür hab ich ja Dich:-)
    ganz lieben Nachtigruss
    Dein
    Kroeti

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  2. Liebe Irmi,

    Tolle Geschichte schreibst du hier! Und dann am 11 November kommt der Sankt Martinus noch. Wir waren mit unsere Pflegetochter in der Eifel in 2008 bei unseren deutschen Söhne und sind mit zum Sankt Martinusfeuer gewesen. Die Kinder alle mit Lampionen. Auch ich kenne das von meiner Kindheit in Limburg, nah an der Grenze Venlo's.
    Ich finde so die alte Geschichte immer interessant und die jungen Leute sollten etwas mehr davon lesen und auch mal einsinken (entschuldige mein Deutsch) let it sink in... lassen.
    Ich schrieb grad über meinen Opa, ich war auch sein Patentkind.
    Ganz lieber Gruss,

    Mariette

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  3. der Name war mir igrendwie bekannt st hubertus aber wusste nicht was und wer das wäre und jetzt lese ich diese Zeit rum was für eine Bedeutung es hat.. intressant zu wissen das.
    11.11 ist überall im Munde wegen Karnevalsanfang aber dieser Tag heute wusste nichts davon..
    Laternen laufen kommt jetzt bei uns..
    Wünsch dir einen schönen Tag!
    Lieben gruss Elke

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  4. Guten Morgen, liebe Irmi!
    Ich liebe die Hubertusmessen. Ich setze mich immer ganz vorne hin, um die Dröhnung der Paforcehornbläser voll abzubekommen. Dann gerate ich so ins Vibrieren, dass ich abheben könnte. Danke, dass du mich daran erinnerst, denn dadurch, dass der Jako krank ist, hätten wir das sonst verpasst.

    LG Aurum

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  5. Wieder was dazugelernt! Danke, liebe Irmi, für diesen interessanten Post!

    Herzliche Grüße,
    Sonja

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  6. Die Kirche ist ja interessant geschmückt, danke für die vielen Infos.

    LG
    Judy

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  7. Es sollte viel weniger "gemordet" werden...egal ob im Wald oder Schlachthof. Manchmal mag ich überhaupt kein Fleisch mehr...


    LG aus Stetten a.H.

    Ute

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  8. Es sollte viel weniger "gemordet" werden...egal ob im Wald oder Schlachthof. Manchmal mag ich überhaupt kein Fleisch mehr...


    LG aus Stetten a.H.

    Ute

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  9. Un' in Gemeinde nebenan is' heute Hubertusma'kt! Mit gaaaaanz viel'n Bud'n un' gaaaaaaanz wenich Pa'kplätzen :>

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  10. Bei dem Namen Hubertus krieg ich immer zuviel. Denn der ehemalige Besitzer vom SKH hieß auch so. Allein deshalb find ich Hubertus doof.

    Dir wünsche ich trotzdem einen wunderbaren Tag :-)
    LG; dieMia

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  11. Hey Irmi, was Du alles weißt! Peter

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  12. Ein Cousin von mir hieß Hubert. Er ist erst kürzlich verstorben.
    Ja, die Hubertus-Messe ist immer was besonderes.

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.