Dienstag, 22. November 2011

Dies und Das über den Amtsschimmel

Heute hatte ich auf der Behörde mal wieder den Beweis, dass der Amtsschimmel noch da ist. Wer von uns ist noch nicht mit ihm in Berührung gekommen? Aber woher kommt der Ausdruck? Natürlich bin ich der Sache nachgegangen, habe recherchiert und hier ist das Ergebnis:
Wer den Amtsschimmel reitet oder füttert, der entfesselt lieber eine wahre Paragrafenflut, als seinen gesunden Menschenverstand einzusetzen. Wo der Amtsschimmel wiehert oder trabt, da treibt die Bürokratie ihre buntesten Blüten. Aus welchem sprachlichen Stall der Amtsschimmel stammt, ist allerdings auch unter Wortherkunftsexperten noch unklar.
Lange nahm man an, dass sich der Name auf die schimmelnden Aktenstapel in so mancher Amtsstube bezog. Danach tendierten die Experten doch eher wieder zum Pferd. Denn auf einem solchen brachte früher der Amtsbote wichtige Post und Dokumente in die jeweiligen Ämter.
In Österreich brachte der Amtsbote zudem das  "simile", was eine altösterreichische Bezeichnung für vorgedruckte Musterschreiben von Kanzleien ist. Sollte es sich bei der Begriffserfindung wirklich um das rassige Zugpferd der Verwaltungsbürokratie handeln, dann sei noch eines angemerkt: Schon im 9. Jahrhundert war  "skimbal"  eine Bezeichnung für ein weißes Pferd, das wie Schimmel aussieht.
Doch auch der steuerzahlende Bürger macht sich so seine Gedanken über die Ämter und die/den dazugehörigen Schimmel. Böse Zungen aus dem bürokratiegeplagten Volk sagen gar, dass - wenn man Geld vom Amt will - die Akte eher Schimmel ansetzt, als dass sie zeitnah bearbeitet wird. Schuldet man den öffentlichen Stellen jedoch etwas, dann sind sie zielstrebig und schnell zu Stelle wie ein Rennpferd.
Die Definition und Anwendung bleibt also dem Nutze des Wortes überlassen. Hauptsache man weiß, wer gemeint ist.
(Quelle: u.a. "Wo liegt der Hund begraben?")

Kommentare :

  1. Liebe Irmi,

    mal schauen, ob ich heut kommentieren kann, gestern hat es nicht geklappt ..aber heute sehe ich auch die wunderschönen Socken und das Tagebuch - das konnte ich gestern nicht sehen.

    Mit dem Amtsschimmel haben wir leider auch schon sehr unliebsame Erfahrungen gemacht ..bzw machen sie momentan gerade ..wirklich ärgerlich. Aber sehr interessante Infos, die du dazu hier hast :)

    Liebe sonnige Grüße an dich, und für deinen Arm gute Besserung,

    Ocean :)

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  2. ach ja, wer kennt ihn nicht, den amtsschimmel. besonders in österreich sehr häufig. aber er ist viel freundlicher und bemühter geworden.
    liebgrüßt
    ingrid

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  3. Hei irmi,lange nicht gesehen...grins,sorry.Der Begriff kenne ich nicht(schandeee über...)aber ich kenne welche,hihi.In der Behörde in Hamburg...musste ich das erfahren,ein Albtraum für mich...deswegen konnte ich mich nicht in der Uni ammelden.Er hätte auch am Telefon sagen kann...naja...
    Danke für deine erklärung.Schöne Woche meine liebe.Bussi.Lu.

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  4. Hallo. Vielen lieben Dank für deinen Kommentar. Ich habe grade ein wenig über deinen Blog geschaut und beschlossen: hier bleibe ich. Toll wie du schreibst und schön, dass du solche Dinge Gedanken machst. Ich gehöre auch zu denen, die es unglaublich spannend finden Hintergründe und Ursprünge zu erforschen.
    Liebe Grüße

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  5. So ist das liebe Irmi, siehe Steuerbescheid, immer dasselbe. Wenn das Amt zahlen soll, dann auert es und dauert, und dauert...
    LG Sabine

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  6. Ach ja, der Amtsschimmel. Mit dem haben wir auch schon Erfahrungen gemacht. Wenn er Geld von uns will wird er zum Rennpferd. Wenn er was zahlen soll, na, dann wird er eher schimmlig *g*
    Echt interessant, was du immer so rausfindest.

    lg
    Meagan

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  7. Hihi, liebe Irmi!
    Ich tendiere ja zu der Aussage, dass die Akten Schimmel ansetzen.

    Einen schönen Einblick hast du uns gegeben.

    Die Aurum

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  8. jaja, gut wenn man nichts mit ihm zu tun hat, dem Amtsschimmel.
    Das ist wohl auf der ganzen Welt dasselbe :-)

    Das war wieder eine interessante Beschreibung...ich bewundere immer wieder deinen Wissensdurst und der damit verbundenen Suche nach dem Grund der Dinge!
    Dankeschön!

    Liebe Grüsse, Alice

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.