Samstag, 13. April 2013

Dies und Das und Zivilcourage






Ich weiß es nicht genau, ob das auch fehlende Zivilcourage war oder nur ein Ohrenverschließen, um evtl. Ärger aus dem Weg zu gehen?
Ich bin heute Morgen schon sehr früh in den Supermarkt gefahren. Es waren verhältnismäßig wenige Kunden dort. Schon beim Hineinkommen fiel mir eine alt Dame auf.  Sie wirkte unschlüssig. Ich widmete mich dann dem Gemüsestand und verlor sie aus den Augen. Plötzlich hörte ich die schrille Stimme der Marktleiterin  (eine sehr unfreundliche und schnippische Person): "Machen sie doch die Augen auf! Dahinten finden sie das Butterschmalz!"
 Dazu muss ich bemerken, dass sie mal wieder umgestellt hatten, und das Butterschmalz ganz woanders lag als noch vor einer Woche. Die alte Dame schlich im wahrsten Sinne des Wortes davon wie ein geprügelter Hund. Und dabei soll der Kunde doch König sein. Eigentlich hätte ich der Marktleiterin ein paar Worte sagen sollen, aber ich hielt den Mund. Vielmehr half  ich dann der alten Dame, ihre Ware zu finden. Diese hatte Tränen in den Augen und bemerkte noch: "Wohin soll ich denn zum Einkaufen gehen? Es gibt hier im Ort doch nur den einen Supermarkt!" Ja, leider! Man muss hierhin gehen - zumal wenn man nicht motorisiert ist. Ich habe mir vorgenommen, zukünftig zwei Kilometer weiterzufahren und einen anderen
Laden mit dem gleichen Namen zu frequentieren.
Als ich raus kam, hatte der Himmel sich verdunkelt. Die Sonne war hinter den Wolken verschwunden. Und genau so trüb war auch meine Stimmung. Immer wieder dachte ich: "Warum habe ich meinen Mund gehalten?" Was war es denn nun? Fehlende Zivilcourage oder Angst vor evtl. Ärger? Ich kann mir diese Frage nicht schlüssig beantworten.


Im Leben lernt der Mensch zuerst gehen und sprechen. 
Später lernt er dann, still zu sitzen und den Mund zu halten. 
(Marcel Pagnol)

Kommentare :

  1. Liebe Irmi,

    du hast dich nur geschützt.
    Das ist normal.

    Schon oft habe ich mich eingesetzt, und es
    gab nur Ärger.

    Es geht dir nach.
    Aber es war kein Fehler von dir.

    Viel Kraft und Zuversicht wünscht dir
    Elisabeth

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  2. hallo,
    ich hätte den mund nicht gehalten und hätte die marktleiterin runtergeputzt und das ich nicht auf den mund gefallen bin, wäre die wohl fortgelaufen wie ein geprügelter hund. die arme dame hätte ich auch beruhigt und finde es gut, dass du ihr geholfen hast.
    bei zivilcourage ist es immer so eine sache. ein kollege von mir hat einmal einem alten mann bei einem angriff geholfen. er kann heute noch nicht richtig gehen.
    manchmal kann es ins auge gehen. ich fahre auch öft mit der s-bahn von stuttgart zu meinem wohnort spät abends und manchmal ist es mir auch komisch. passiert ist allerdings noch nie etwas und belästigt wurde ich auch noch nie. gottseidank, aber ob ich mich mit einer horde von gewalttätern einlasen würde um zu helfen, kann ich so nicht sagen. was ich aber tun würde, wäre ein anruf bei der bahnpolizei.

    John F. Kennedy hat einmal ein ganz interessantes Buch darüber geschrieben, das
    heisst Zivilcourage.
    wünsche dir eine schönes wochenende.

    lg eva

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  3. Hallo Irmi,
    vielleicht warst Du einfach noch nicht wach genug. Um jemand Paroli bieten zu können, braucht man seine sieben Sinne beieinander. Der alten Dame hat Deine Hilfe und Dein Zuspruch sicher gut getan, das war ja im Moment das wichtigste. Wenn es Dir am Herzen liegt, würde ich beim nächsten Besuch des Supermarktes die Marktleiterin "auf ein Wort" bitten und ihr ihr Verhalten vor Augen halten. Auch wenn in so einem Laden Stress herrscht, und das tuts, sollte sie nicht vergessen Mensch zu sein.
    Lieben Gruss von Sabine

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  4. Ich hätte den Mund auch nicht gehalten und hätte sicherlich was gesagt.Die alte Damen hätte mir leid getan und ich hätte ihr auch geholfen,hätte sie aber auch verteidigt.Schrecklich welche Zustände heute bei uns herrschen,dafür muss man sich echt schämen.Wo ist die Hilfsbereitschaft geblieben?Viele alte Leute sich auf den Supermarkt um die Ecke angewiesen.Ich denke da noch immer an unseren EDEKA Markt in meiner Kindheit,dort konnte man sich ein kleines Taschegeld verdienen und den älteren leute die Einkaufstaschen nach Hause tragen.
    LG
    Nicole

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  5. Hallo liebe Irmi!

    Ich hätte wahrscheinlich auch nichts gesagt und hätte der alten Dame auch einfach nur geholfen. Aber alleine das zeigt doch, das Dir andere Menschen nicht egal sind.
    Mach Dir mal nicht zuviel Gedanken.
    Ich wünsche Dir noch ein schönes Wochenende
    Lieber Gruß
    Bianca

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  6. Liebe Irmi,

    leider beobachtet immer mehr den rauen Umgangston unter den Menschen. Das finde ich so erschütternd. Was sich diese Marktleiterin erlaubt hat, geht eindeutig zu weit. So leise und schüchtern ich sonst bin, da hätte ich mich glaub nicht beherrschen können. Aber oftmals ist man für den ersten Moment so perplex, dass man gar nicht richtig reagieren kann. Erst wenn der Schock verdaut ist, fällt es einem dann ein. Doch dann ist es meistens schon zu spät.
    Schön, dass du der alten Dame geholfen hast.

    Ein lieber Gruß zum Wochenende
    die Waldameise

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  7. leider haben viele menschen keine zivilcourage mehr, einfach weil sie ärger aus dem weg gehen wollen. ich selber bin eher das gegenteil weil es mir so besser geht als den mund zu halten.
    gglg

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  8. Denke auch, dass du vielleicht zu geschockt warst, um sofort zu reagieren!
    Sowas erwartet man ja nun wirklich nicht, vor allem nicht von einem Verkäufer...
    Denke, ich würde sehr wohl nochmal in diesen Laden gehen und genau diese Frau auch nach etwas fragen...Falls sie dann wieder pampig wird, würde ich ihr aber was erzählen und auf die Frau von neulich hinweisen und auch nach ihrem Vorgesetzten fragen...Da wäre ich nicht zimperlich.
    Schade, dass gutes Benehmen mancherorts nicht vorkommt.

    Liebe Grüße
    PE

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  9. ...ich denke, liebe Irmi, dass es nicht viel gebracht hätte, in dieser Situation was zu sagen, wer weiß, warum die Marktleiterin so genervt war...d finde ich es wichtiger, die alte Dame zu unterstüten, wie du das getan hast...vielleicht ergibt sich mal in einer anderen, entspannteren Situation die Möglichkeit, der Marktleiterin ein Feedback zu geben, wie das bei dir als Kundin ankam...

    lieber Gruß Birgitt

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  10. The flowers are so beautiful, I love them Irmi.

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  11. I deas of books and
    r are thoughts with
    m uch love
    i n your soul

    Very nice blog!
    greetings from Greece.
    Yannis Politopoulos

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  12. Liebe Irmi
    Auch ich hätte nichts gesagt und nur der alten Frau geholfen. Ja, so etwas ist wirklich gemein....
    Einen sonnigen Sonntag wünscht Dir Yvonne

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  13. solche Situationen kenne ich auch Irmi. Bei mir ist es so, dass ich dann meist zu lange überlege ... ich wäge dieses und jenes ab ... will alles richtig machen ... und dann ist die Situation auch schon vorbei.
    Wobei - ich habe manchmal auch schon im Nachhinein bei der entsprechenden Stelle reagiert. Und manchmal schaffe ich es auch ganz spontan :-)

    Ich finde es gut wenn wir für solche Situationen sensibel sind - und das bist du.

    lieber Wochenendgruß von Heidi-Trollspecht

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  14. In solchen Momenten bin ich auch perpelex und kann nicht sponatn meinen Ärger zum Ausdruck bringen, das geht aber glaube ich, vielen Menschen so, da mußt du dir keine Vorwürfe machen.
    Letzte Woche sah ich einen alten Mann mit Rollator und einer Einkaufstasche, da mußte ich mir Gedanken machen, wie es ist, wenn man in einer Großstadt ganz allein und ohne Auto Erledigungen machen muß, das ist nicht so einfach.

    Hab einen schönen Sonntag und ganz viel Frühling.

    LG Mathilda ♥

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  15. Liebe Irmi, anstatt Dich noch lange hinterher zu ärgern, dass Du in dem Moment nichts gesagt hast, bleibt Dir immer noch die Möglichkeit, bei der Zentrale anzurufen oder noch einfacher eine Email dorthin zu schreiben und Dich über das Verhalten der Verkäuferin oder Filialleiterin zu beschweren. Das würde ich aber nur machen, wenn mir deren Verhalten schon öfter negativ aufgefallen wäre. Denn, wer weiß, vielleicht hatte sie auch gerade Ärger und hat überreagiert. Kann auch jedem mal passieren, sollte nicht, aber kann, ist alles nur menschlich. Aber das Wichtigste war in diesem Moment sicherlich, der alten Dame zu helfen. Das hat ihr wahrscheinlich mehr geholfen, als wenn Du auf die Verkäuferin losgegangen wärest. Du hast also alles richtig gemacht.

    Ein schönes Wochenende
    und liebe Grüsse
    Brigitte die Weserkrabbe

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  16. Liebste Irmi,
    Ja, schade das es oft so im heutigen Leben geht. Höflichkeit und der Kunde König sein lassen ist nicht immer praktiziert.
    Wir leben da Gott sei Dank in einen sehr freundlichen Staat wo der Kunde immer König ist und man sehr, aber auch SEHR höflich und hilfsbereit ist! Ich wünsche dir alles gute und ärgere dich nicht mehr. Du kannst noch darauf zurückkommen und dan hast du das Vorteil gut vorbereitet zu sein!
    Lieber Gruss,
    Mariette

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  17. Guten Morgen, Irmi (◠‿◠)
    Auch dafür liebe ich Berlin. Wenn es mir nicht passt, gehe ich nicht mehr hin. Wenn es nur ein Geschäft im Ort gibt, müsst ihr leider um alles kämpfen. An deiner Stelle würde ich eine Beschwerde schreiben, und darin auch mitteilen, dass du aus diesem Grunde nicht mehr in der Filile einkaufen möchtest. Wer weiss, ob es überhaupt geholfen hätte, so einem Weib die Meinung zu sagen.
    Danke für deinen nachdenkl cmt. Ich habe dir und auch den anderen so lange Antworten geschrieben, dass ich jetzt nicht alles hier hineinkopieren möchte.
    Ich sende dir liebe Grüße zum Sonntag, Wieczora (◔‿◔) | Mein Fotoblog

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  18. Liebe Irmi,

    zu der angesprochenen Unhöflichkeit kommen oft auch überteuerte Preise. Ich kenne das von meiner Schwiegermutter. Aber auf dem Land und in den kleineren Ortschaften ist man froh, dass man einen Supermarkt hat. Ich finde das traurig. Auch wenn ich selbst davon nicht betroffen bin. Und die Situation selbst hatte ich auch noch nicht. Mein Mann jedoch hat so etwas ähnliches schon erlebt, mit einer jungen Frau (in der Ausbildung) an der Kasse. Und er hat ihr deutlich die Meinung gesagt, weil sie eine alte Dame abgekanzelt hat. Er geht nach wie vor dort einkaufen, und die junge Frau hat wohl einiges dazu gelernt. Denn mittlerweile kann sie sich auch höflich verhalten.

    Ich denke oft daran, dass wir in meinem Heimatstädtchen (damals ca. 2500 Einwohner) auf der Insel Rügen früher drei Bäcker hatten und zwei Fleischer, und alle hatten ihr Aus- und Einkommen.

    Allerbeste Grüße

    Anke

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.