Sonntag, 29. September 2013

..mal so nachgedacht über Dies und Das


Ich erinnerte mich an mein altes Zauberwort aus vergangenen Tagen:
"Es ist besser zu gebrauchen was vor Augen ist, statt nach anderem zu verlangen"  (Prediger 6,9).
Mit diesem Satz im Kopf (er hing über meinem Schreibtisch, an der Kühlschranktür - wo immer ich ihn im Auge hatte) gab es fast immer eine Möglichkeit. Und zwar meist eine überraschend naheliegende.
Erst kürzlich fand ich denselben Gedanken bei dem römischen Philosophen Seneca in seinen Briefen an Lucilius: "Man darf sein Verlangen nicht auf Entferntes richten", rät er.  "Nur in der näheren Umgebung wollen wir ihm Ausgang gestatten, weil sich Verlangen nun mal nicht ganz einsperren lässt."  Seneca schlägt vor, bei Problemen die Blickrichtung zu ändern. Wer nur auf das momentan Unmögliche oder Schwierige starrt, entwickelt bald das fatale Gefühl, dass gerade ihm zu viel verwehrt bleibt, während andere es doch viel besser haben. Ich nenne solche Gedanken immer mentale Kolbenfresser. denn wo sie sich breit machen, regieren bald Hoffnungslosigkeit, Unzufriedenheit und Neid.
Senecas Selbstschutz vor diesen Stimmungskillern lautet:  Man muss sich auf die nächste Umgebung konzentrieren und aufspüren, was es hier an Möglichkeiten gibt:  "Auch im Naheliegenden kann etwas liegen, das unseren Hoffnungen entgegenkommt".  Seneca denkt eben wie ein echter Philosoph und liefert das Rezept für mehr Gelassenheit  gleich mit:
Man muss sich an seine Situation anpassen.
Man sollte möglichst wenig darüber jammern.
Man sollte sich alles, was an Positivem in dieser Situation steckt, umgehend zu eigen machen.
Das gilt für jede Art von Problemen. Spielraum ist immer da, man muss ihn nur entdecken.

Problem
Warum ist alles so rätselhaft?
Hier ist das Wollen, hier ist die Kraft;
Das Wollen will, die Kraft ist bereit
Und daneben die schöne lange Zeit.
So seht doch hin, wo die gute Welt
Zusammenhält!
Seht hin, wo sie auseinanderfällt!
(J.W.v.Goethe)

Ich möchte heute ganz herzlich
Antje Schmidt
und
dekonette

begrüßen, die sich hier am Neckarstrand eingefunden haben. Ich freue mich sehr.
Und ganz herzlich  begrüßen möchte ich auch die vielen anonymen Leser/innen. Man vergisst sie meist.

Und last but not least ist es an der Zeit, dass ich mich bei EUCH für die vielen lieben Kommentare bedanke.
Ich freue mich über jeden einzelnen. Sie geben mir immer wieder die Kraft, meinen Blog weiterzuführen.

Kommentare :

  1. Liebe Irmi,

    dein Blog schenkt vielen Menschen Kraft und Freude.

    Sonnige Grüße
    Elisabeth

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    1. Das finde ich auch, und glaube, deshalb steigen die Follower- und Kommentarzahlen so schon rasch an.
      Weiter so, liebe Irmi!

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  2. Das sehe ich auch so, wie Elisabeth. Ich lese hier immer wieder gerne. Die Eule ist übrigens super.
    Gruß vonner Grete

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  3. Hallo Irmi,

    zu dem Thema fiel mir auch spontan der Herr Geheimrat ein: "Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah. Lerne nur das Glück ergreifen, denn das Glück ist immer da." Wenn man immer nur auf das große Glück wartet, bleiben einem die schönen kleinen Momente verwehrt - die hat man doch häufiger.
    Mir gefällt die Eule übrigens auch sehr gut. Da ich Eulen sowieso mag, finde ich es toll, dass sie im Moment in sind.

    Ganz liebe Sonntags-Grüße

    Kerstin mit Finchen und Ayla

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  4. Hallo Irmi,
    Dein letzter Satz, daran darfst Du nicht denken: Blog aufgeben?
    Liebe Grüße,
    Heidi

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  5. Hallo liebe Irmi,

    heute auch wieder eine so wichtige Erinnerung. Ich glaube auch, dass sich manches Problem lösen würde und manches Leben glücklicher verliefe, wenn wir uns zu Eigen machten, uns auf das zu Konzentrieren, was wir haben und nicht nach dem zu Jagen, was wir gerade nicht haben. Zu Nutzen, was da ist, könnte uns schon genug in Atem halten.

    Ich bin jeden Tag aufs Neue gespannt, an was du uns "heute" wieder erinnerst, bzw. welches Thema du für den Tag "vorschlägst".

    lieben Gruß
    Brigitta

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  6. Liebe Irmi,

    zu deinen Gedanken und Geschriebenen eine Geschichte...

    Der weise alte Mann.
    oder Die Weisheit des Lebens.

    Ein 95 Jahre alter Mann hat sich entschlossen im Altersheim seinen Wohnsitz zu nehmen. Vor 5 Jahren verstarb seine Frau und es schien ihm an der Zeit, diesen Schritt zu tun. Jetzt sitzt er in der Empfangshalle des Altersheimes und wartet, bis sein Zimmer bereit ist.

    Schon bald wurde er abgeholt und während er an seinem Stock langsam zum Lift ging, versuchte die ihn begleitende Pflegerin, ihm schon einmal mit Worten sein zukünftiges Zimmer zu beschreiben; „es hat ein bequemes Bett, einen Schrank und einen Tisch und am Fenster hat es ein weisses Tuch als Vorhang und ein Badezimmer hat es auch.“

    Noch während sie erzählte, unterbrach er sie schon und sagte mit der Freude eines Achtjährigen Kindes: „Das Zimmer gefällt mir, und ich freue mich darauf.“ Worauf die Begleiterin erstaunt ausrief: “Aber sie haben doch das Zimmer noch gar nicht gesehen, wie können sie wissen ob ihnen das Zimmer gefällt?“

    Er antwortete:„Ich habe vorhin beschlossen, dass das Zimmer mir gefällt. Es ist eigentlich keine Frage von gefallen oder nicht gefallen, von schön oder etwas weniger schön, von gross oder klein, es ist eine Frage, ob ich grundsätzlich zufrieden und glücklich bin mit allem, was mir zufällt und ob ich das was mir geschieht dankbar annehme.“

    Während sie mit dem Lift hoch fuhren konnte die Begleiterin über so viel Weisheit nur staunen und hörte weiter zu, während der alte Mann weiter sprach.

    „Vor vielen Jahren habe ich mich entschieden, dass ich jeden Tag, so nehme wie er kommt und alles empfange, als hätte ich es bestellt. Man muss sich irgendwann im Leben entscheiden, ob man unglücklich bleiben will, oder, ob man selber aktiv etwas dazu tut, dass man glücklich und zufrieden wird. Ich für mich selber, habe mich zum glücklich sein entschieden.“

    “Wenn wir immer den anderen die Schuld für unser Unglück geben, und alles Dunkel sehen, dann wird das Leben sehr schwer und wir spüren uns selber nicht mehr. Wenn wir unser Leben Bewusst leben, jeden Tag in diesem einen Augenblick, fällt alles Unangenehme von uns ab, wie das Wasser, wenn ein Hund sich schüttelt. Wenn wir aber aktiv etwas ändern, wird alles viel leichter und wir fangen wieder an uns zu spüren.

    Ich danke jeden Morgen, wenn ich aufstehe, für alles was ich bekommen habe und wünsche mir, dass es den anderen Menschen auch so gut geht wie mir. Am Abend danke ich wieder dafür, das alles so war, wie es gekommen ist. Klar, auch ich hätte genug Grund zum Jammern, aber das würde mir auch nicht helfen und mich nur krank machen. Nur wenn ich vorwärts schaue und jeden Tag so lebe, wie wenn es mein letzter wäre, nur dann bin ich wirklich glücklich und zufrieden.“

    Als sie oben an kamen, gefiel im das Zimmer wirklich und es war genau so wie er es sich vorgestellt hatte.

    Quelle unbekannt

    ******

    Hab einen schönen Sonntag...bitte lass los von den Gedanken deinen Blog aufzugeben. *drückdichmallieb*

    Herzgrüessli
    Julia

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  7. Ich mag deinen Blog gerne :)
    Wünsche dir einen herrlichen Sonntag,
    viele Grüsse Babs

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  8. Mensch Irmi, schon wieder so ein toller Post, bei dem du vielen sozusagen den Spiegel vors Gesicht hältst...warum immer nur auf andere schauen, anstatt sich das eigene persönliche Glück vor Augen zu halten ?? es wir immer Menschen geben, die hübscher und reicher sind, vielleicht einen viel besseren Job ?? na und...und vielen geht es auch wesentlich schlechter...man sollte sich wirklich auf die wichtigen Dinge des Lebens besehen...und sich jeden Tag bewusst werden..."ja, mir gehts richtig gut !"

    einen wunderbaren Sonntag wünscht dir Uli, die Kramerin

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  9. Liebe Irmi,
    ich freue mich immer etwas Interessantes bei dir zu lesen!
    Ganz viele liebe und gemütliche Sonntagsgrüße
    sendet dir Urte

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  10. Liebe Irmi!
    Diese Weisheiten im Kopf eines jungen Menschen könnten das Leben gut beeinflussen. Deshalb ist eine intakte, vertrauensvolle (Mehrgenerationen-)Familie so wichtig. An mich wurden damals viele Weisheiten herangetragen, aber ich wusste nichts damit anzufangen, weil ich einfach noch nicht so weit war. Die Leute erklären leider nichts. Ob sie nicht wollen oder nicht können sei mal dahingestellt. Solche Gedanken in der Familie richtig thematisiert wären die Lösung gewesen. Meine Freundin hatte das Glück... Heutzutage sind die Familien leider noch mehr auseinandergerissen als früher, und durch Jobbereien ist noch viel mehr Überforderung vorhanden, so dass viele Kinder nicht mal das Basiswissen, wie Kochen oder kleine Näharbeiten zu Hause lernen, falls die Eltern das überhaupt können. Wenn man dann selbst alt ist und einiges nach und nach kapiert, lässt sich leider nicht mehr so viel aus dem Wissen machen. Trotzdem mag ich dienen Post, wie überhaupt deine Gedankenanstöße. Den Satz: "Nur in der näheren Umgebung wollen wir ihm Ausgang gestatten, weil sich Verlangen nun mal nicht ganz einsperren lässt." finde ich niedlich formuliert. Hätte ich früher gar nicht kapiert, snd. gedacht, Der spinnt.
    Ich sende dir liebe Grüße zum Sonntag, Wieczora (◔‿◔) | Mein Fotoblog

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  11. aber ab und an darf man auch richtig jammern und sich selbst leid tun!
    liebe grüße zu dir
    ingrid

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  12. Liebe Irmi, wieder so ein schöner Post. Und wie Recht du ( natürlich auch Seneca) hast. Bei dir finde ich immer was zum nachdenken oder lerne etwas dazu. Und leider sehen viele immer nur die Dinge, die sie nicht haben. Dir noch einen schönen Sonntagabend. Liebe Grüße von Doris

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  13. Liebe Irmi,
    wahre Gedanken hast du hier zusammengetragen. Auch wenn das Schicksal es mal nicht so gut mit einem meint, sollte man nicht den Mut verlieren. Und gut auch, dass man immer das im Auge hat, was einem direkt umgibt.
    LG Calendula

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  14. Liebe Irmi,

    ein wirklich toller Post mit vielen wichtigen und wahren Gedanken. Nur den Gedanken den Blog nicht weiterzuführen, den darfst Du nicht haben. Meine Eltern lesen hier auch voller Energie jeden Tag mit und freuen sich über diese bunte Zusammenstellung und diskutieren dann auch miteinander über das Gelesene, einschließlich der Kommentare.

    Viele liebe Abendgrüße

    Kerstin

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  15. ein schöner Gedanke liebe Irmi!
    Ich habe meine Garten, der mich jeden Tag erdet und mir zeigt, wie schön das Leben ist - mit all seinen Pflanzen, Insekten, der Luft, der Sonne, dem Regen und allem was lebt und ist.
    Ich schaue aus dem Fenster oder mache einen Gartenrundgang und die Welt ist wieder am richtigen Platz.
    Ein blog ist auch manchmal ein Blick in die Ferne. Man sendet so viel hinaus und findet oft doch nicht, was man sucht.
    "Weil es schon da ist, kann man es nicht finden" sagt die östliche Philosophie dazu - durchaus ähnlich also wie Goethe oder Seneca.
    Viele Grüße von Renate

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  16. I remember that photo, it was superb.

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  17. Das ist ein schöner Post von Dir. Er beinhaltet so viel Wahres. Zum Glück bin ich meist ein positiv eingestellter Mensch. Ich bedanke mich von Herzen für Deine lieben Geburtstagsglückwünsche. Ich habe mich darüber sehr gefreut. Hab´ noch einen schönen restlichen Sonntagabend.
    LG
    Ari

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  18. Ja - wir übersehen manchmal Dinge die sich in unserer Nähe befinden. Ich frage mich gerade was der Grund ist ...
    da habe ich wieder was zum Nachdenken :-)

    ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche
    lieber Gruß von Heidi-Trollspecht

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  19. Oh ja, welch wahre Worte. Leider schauen zu viele Menschen anders, so entsteht Neid und Missgunst und die Unzufriedenheit wächst.

    Man braucht sich doch wirklich nur umschauen und kann soviel Schönheit in der Natur entdecken.

    LIebe Grüssle

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  20. Liebe Irmi,
    Es ist Nahrung für die Seele für die neue Woche und noch darüber...
    Dein Blog ist so wichtig zum lesen, du hast sovieles um mit uns alle hier zu teilen! Duch dein Blog übe ich mein Deutsch fast genauso wieder wie damals in der Schule! Danke für sovieles zum nachdenken.
    Lieber Gruss,
    Mariette

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  21. liebe irmi,
    ich bestätige den satz von nova. mir geht es gesundheitlich nicht sehr gut und bitte sei mit nicht böse - habe ich dir ja auch schon im mail mitgeteilt -, wenn ich nicht mehr soviel kommentiere. ich versuche es auf jeden fall bei dir vorbeizuschauen.

    liebe grüßle eva

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  22. Ähnliches gibt eine Geschichte wieder, die kurz zusammengefasst sagt, letztlich trägt doch jeder lieber sein eigenes Kreuz, als mit einem anderen zu tauschen. Hört man dem anderen aktiv zu, was ihn umtreibt, sieht eine Weile nicht auf seine eigenen Sorgen, dann relativiert sich Vieles und erscheint plötzlich doch gut zu bewältigen. Den Blick immer wieder auf seine Mitmenschen lenken, dies ist mein "Rezept".
    Dank dir für den freundlichen Gedankenanstupser
    Birgit

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.