Montag, 2. Dezember 2013

Dies und Das und der Dezember

Der November mit den vielen Totengedenktagen ist vorbei. Der Dezember - oder Christmond - hat Einzug gehalten. Der Abrisskalender wird immer dünner. Es sind nur noch ein paar Blätter da und wir lösen uns langsam aber sicher vom alten Jahr. Die Nächte in der Adventszeit werden  nun immer länger und die Tage immer kürzer. Eigentlich ist es die Zeit, das Tagwerk langsamer anzugehen und einen Gang zurückzuschalten.
Eigentlich - so war es früher vielleicht - aber heute ist dafür keine Zeit mehr. 
Für viele Menschen ist die Adventszeit in jedem Jahr aufs Neue eine Erinnerung an die Kinderzeit. An den Besuch der Weihnachtsmärkte, an den Duft der Weihnachtbäckerei und an den Besuch vom Nikolaus. Und dann gibt es wieder Menschen wie mich, die in den Kriegsjahren aufgewachsen sind wo es kaum etwas gab.  Der Nikolaus kam auch. Hatte einen Apfel und ein paar Nüsse dabei und eine riesengroße Rute.
Das Wort  "Adventszeit" leitet sich vom lateinischen adventus,  "Ankunft"  ab. Wir erwarten die Ankunft des neuen Lichts, das in der dunkelsten Nacht am 21. Dezember wiedergeboren wird und drei Tage, bis zum 24. Dezember braucht, um sich zu stabilisieren.
Zur Adventszeit gehören vor allem Feuer, Flamme und Licht und dies schon seit Jahrtausenden.. Das Feuer wärmte unsere Vorfahren und brachte sie zusammen, um in ihrem Licht und ihrer Wärme Geschichten und altes Wissen weiterzugeben. Flammen, früher in Form von Fackeln, halfen den Weg zu finden und Lichter leuchteten in der Dunkelheit. Wir haben heute die vier Kerzen am Adventkranz und viele Lichter am Weihnachtsbaum. Fenster und Wohnstuben werden beleuchtet und zum Teil die Gärten und Städte.
Der Brauch des Adventskranzes ist sehr alt. Er hat etwas mit dem Ahnen- und Totenkult unserer Vorfahren zu tun, die ihre Ahnen in alter Zeit aufsuchten, um Beistand, Hilfe und Segen zu erbitten. Der Adventskranz wurde in früheren Zeiten anders verwendet. Man zündete zu Beginn der Zeit alle vier Kerzen an und mit den kürzer werdenden Tagen der folgenden Wochen löschte man jeweils eine Kerze, um so die zunehmende Kraft der Dunkelheit zu erfahren.
Der Adventskranz wird aus immergrünen Zweigen gebunden und symbolisiert das Schicksalsrad, das in dieser Zeit neu ausgelotet wird, die vier Wege, die vier Himmelsrichtungen und die vier Hauptkräfte im Universum. Heute basteln oder kaufen wir einen Adventskranz und zünden jeweils zu den vier Sonntagen vor Weihnachten eine Kerze mehr an.
(Quelle: Mythen und Rituale zur Weihnachtszeit)




Immer ein Lichtlein mehr
im Kranz, den wir gewunden,
dass er leuchte uns sehr
durch die dunklen Stunden.

Zwei und drei und dann vier !
Rund um den Kranz welch ein Schimmer,
und so leuchten auch wir,
und so leuchtet das Zimmer.

Und so leuchtet die Welt
langsam der Weihnacht entgegen.
Und der in Händen sie hält,
weiß um den Segen !
Matthias Claudius (1740 - 1815)


Kommentare :

  1. Guten Morgen meine liebe Irmi,
    das hast Du wieder schön beschrieben, über den Advent!
    Und das Gedicht dazu ist so schön!
    Ich wünsch Dir einen guten Start in die neue Adventswoche und uns allen Zeit für besinnliche Momente!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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  2. Die Welt in den händen halten ..wie schön ist das Gedicht. Dein Text dazu ... wie immer sehr informativ. Irgendwann ja mal gelesen..aber so viel verschwindet in kleinen Gehirnschubladen. Schön, wenn du sie wieder öffnest.
    Gruß vonner Grete

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  3. Guten Morgen Irmi, auch ich bedanke mich für die vielen Erinnerungen die du mit deinem Post auslöst und wünsche dir einen wundervollen Tag.

    Liebe Grüssle

    Nova

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  4. Das Feuer waermte und brachte zusammen. Wie schoen.

    Auch Dir kuschelige Zeiten.

    Liebgruß
    Tiger
    =^.^=

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  5. Guten Morgen liebe Irmi,

    heute eine kleine Geschichte zu deinen Gedanken.

    ****

    Vier Kerzen brannten am Adventskranz. Es war ganz still. So still, dass man hörte, wie die Kerzen zu reden begannen.

    Die erste Kerze seufzte: "Ich heisse Frieden. Mein Licht leuchtet, aber die Menschen halten keinen Frieden." Ihr Licht wurde immer kleiner und erlosch.

    Die zweite Kerze flackerte und sagte: "Ich heisse Glauben. Aber ich bin überflüssig. Die Menschen wollen von Gott nichts wissen." Ein Luftzug brachte die Kerze zum Erlöschen.

    Traurig und leise meldet sich die dritte Kerze: "Ich heisse Liebe, aber ich habe keine Kraft mehr. Die Menschen sehen nur noch sich selber und nicht die anderen, die sie lieb haben sollen." Mit einem letzten Aufflackern war auch dieses Licht erloschen.

    Da kam ein Kind ins Zimmer und fing fast zu weinen an. "Ihr sollt doch brennen und nicht aus sein!"

    Da meldet sich die vierte Kerze zu Wort: "Hab keine Angst! Solange ich brenne, können wir die anderen Kerzen wieder anzünden. Ich heisse Hoffnung!"

    Da nahm das Kind die Kerze und zündete mit ihrer Flamme auch die anderen Kerzen wieder an.

    *****

    Hab einen schönen Tag.
    Liebi Grüessli
    Julia

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  6. *es werde licht* ist mir vertrauter....
    die zunehmende kraft der dunkelheit - da hänge ich noch, in ruhigen stunden werde ich versuchen den gedanken der altvorderen zu folgen.
    eine gesegnete adventszeit für dich!
    liebe grüsse kelly

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  7. Nun ist mein Kommentar verschwunden und ich schreibe nochmal.
    Die Zeit vergeht zu schnell.Ich hoffe das man die Adventszeit noch ein wenig geniessen kann.Ruckzuck ist das Jahr vorbei.
    LG
    Nicole

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  8. es werde Licht ja Irmi das ist mir vertraut.

    schön was du uns immer erzählen kannst .

    einen LG vom katerchen zum Wochenstart

    bekomme deinen blog im Moment so SCHWER auf?? und das Kommentarfeld huscht oft weg.

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  9. Liebe Irmi,

    ich finde es heute sehr traurig wie viele Menschen keine Ahnung davon
    haben was die Adventszeit bedeutet, geschweige warum es
    Weihnachten gibt, die Antworten sind so schlimm , dass ich
    manchmal denke, dafür brauchen wir keine Feiertage mehr.
    Sie gehören eigentlich abgeschafft, denn kaum noch jemand kennt den
    eigentlichen Sinn...
    Für mich selbst ist der Dezember ein sehr wichtiger Monat, nur im Blog
    zeige ich es nicht so, ich glaube da würden bei vielen Fragezeichen im Kopf
    auftauchen. Auch der Konsum wird bei uns im Dezember sehr eingeschränkt ,
    da ich nie wollte, dass meine Kinder Weihnachten mit Geschenken im Hinterkopf
    sehen , sondern sie sollen die Geschichte kennen, das WARUM gibt es Weihnachten.
    Geschenke gibt es daür das ganze Jahr...

    Liebe Grüße
    Birgit

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  10. Liebe Irmi, du berichtest nach dem 1. Advent so schön und tatsächlich ist es auch bei mit die Erinnerung an die Kindheit und zugleich die Vorfreude auf die Zeit, wenn unsere Enkelin diese Lichter- und Düftewelt ganz bewusst wahrnimmt. Die Musik darf neben dem wärmenden Feuer auch nicht fehlen. Gestern sahen wir einen Posaunenchor, so richtig klassisch und so richtig feierlich. Wie immer lernte ich auch heute neue Sachen kennen. Das früher alle Kerzen zugleich angebrannt wurden z.B. und die Verbindung des Adventkranzes mit dem Schicksalsrad. Mit Claudius Gedanken aus dem Gedicht möchte ich für heute enden: .... und so leuchtet die Welt langsam der Weihnacht entgegen.

    dir einen schönen Tag liebe Irmi,
    egbert

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  11. Wieder sehr interessant. Besonders, dass der "Adventskranz" ursprünglich "anders herum" benutzt wurde, gefällt mir sehr.

    Einen schönen Tag, dir
    Brigitta

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  12. Liebe Irmi,
    ich habe die Geschichten meiner Oma geliebt, wenn sie von ihrer Weihnachtszeit als Kind erzählte, selbst die Schwester meines Vaters erzählt mir heute gerne noch aus ihrer Zeit. Mein Vater hat mir leider nie von sich erzählt. Er blieb mir fremd, bis heute.
    Ich mag die Zeit des Geschichtenerzählens, sie macht, daß man näher zusammen rückt. Und aller Brauch um das Weihnachtsfest ist aus dem Gefühl der Geborgenheit geboren. Sich in der dunkeln Zeit sicher zu fühlen.
    Daß der Brauch des Kranzes schon so alt ist, das habe ich nicht gewußt. Ich werde mir das nun ein wenig einprägen und heute meinem Sohn erzählen, wenn er aus der Schule kommt.
    Dir einen schönen Tag und liebe Grüße, Elke

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  13. Liebe Irmi
    Licht ist so wichtig im Leben. Ich wünsche Dir ganz viel Licht ..
    Liebe Grüße
    Antje

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  14. Liebe Irmi,

    es ist wichtig, dass wir uns die dunklen Stunden etwas erhellen. Und (Kerzen)Licht ist so wohltuend. Ich bemerke es immer dann, wenn einen Tag die Sonne nicht scheint und ich sie vermisse.

    Allerbeste Grüße

    Anke

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  15. Liebe Irmi,
    vielen Dank, bei Dir hab ich etwas Neues über den Adventskranz erfahren. Die Kraft der Dunkelheit zu spüren, das ist uns ganz fremd, weil wir immer vom Licht umgeben sind, Tag und Nacht. Es muss eine anrührende Erfahrung sein.
    Lieben Gruß
    Sabine

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  16. Das mit dem Adventskranz habe ich auch noch nicht gewußt liebe Irmi, ansonsten ist diese Zeit nicht so die meinige, aber es wird täglich etwas besser und wer weiß...vielleicht mag ich dann auch endlich mal wieder Weihnachten.

    Liebe Grüße und einen schönen Abend wünscht dir Mathilda ♥

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  17. Liebe Irmi,

    das war wieder ein schöner Post zur Adventszeit. Ja, es ist einfach wichtig solche Dinge zu wissen. Dass man zuerst alle Kerzen anzündet wußte ich auch nicht. Eine herrliche Geschichte dazu wußte auch Julia zu erzählen, das hat mir sehr gefallen.

    Herzliche Abendgrüße

    Kerstin

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  18. Liebe Irmi!
    Danke für die Übersicht. Ich liebe die Adventszeit und lasse mich schon seit Jahren nicht mehr vom Kommerz jagen. Wir machen das alles aus dem Bauch heraus.

    Einen schönen Abend wünschen Jaris und ihr Rudel

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  19. Liebe Irmi
    Herzlichen Dank für deinen Bericht.Schöne Advents Tage wünscht dir Bea
    tagesverlauf.blogspot.ch

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  20. Sie sind richtig. Viele von uns erinnern Kindheit während der Weihnachtszeit. Es ist gute Erinnerungen für mich. Wohnen in einem Holzhaus mit Katzen, zünde ich nie echte Kerzen! Ich wünsche Ihnen ein frohes Weihnachtsfest.

    Grüße,
    Greg und seine Katzen

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  21. Liebe Irmi,
    ich habe wieder etwas dazugelernt und ENDLICH etwas weihnachtlich dekoriert. Ich mag Kerzen und Lichter in der Adventszeit.
    LG Sabine

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  22. Hallo Irmi,
    interressant zu erfahren wo der Brauch des Adventskranzes herkommt!
    Liebe Grüße,
    Heidi

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  23. Liebe Irmi,
    Hier lernt man immer etwas und es tut auch gut um mitlesen zu können bei anderen die gleich denken und fühlen so wie Julia und Birgit. Vielen Dank für deine immer gute Posten, es hilft mich auch sehr um die deutsche Sprache lebendig zu halten...
    Lieber Gruss und weiterhin eine schöne Kerzenzeit mit viel Licht im Advent!
    Mariette

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.