Sonntag, 12. Januar 2014

Dies und Das über Ginkgo

Jedes Jahr benennt ein Kuratorium einen "Baum des Jahres" - doch es wurde auch schon ein  "Baum des Jahrtausends" gekürt: Ginkgo biloba, eine eigentümliche Pflanze, die eine eigene Gruppe zwischen den uns bekannten Nadel- und Laubhölzern bildet: 300 Millionen Jahre alt soll Ginkgo biloba sein und damit bereits vor den Dinosauriern gelebt haben. Er hat die Eiszeiten überlebt und gilt als Baum der Hoffnung: In Hiroshima hatte er schon ein Jahr nach dem Fall der Atombombe wieder grüne Triebe.
Charakteristisch für den Ginkgo ist das zweilappige Blatt, das auf den ersten Blick aussieht, als gehöre es zu einem gewöhnlichen Laubbaum. Doch der Botaniker ist von dieser Pflanze fasziniert, denn die Aderung ist in jeder Hinsicht atypisch und lässt sich keiner Laubpflanzengruppe zuordnen. Das ist auch kein Wunder, denn das Blatt ist aus zusammengewachsenen Nadeln entstanden. Auch die von den Nadeln bekannte dicke Wachsschicht ist bei den Ginkgo-Blättern deutlich zu erkennen. Damit steht dieser asiatische  "Laubbaum"  den Nadelhölzern näher, mit denen er auch viele andere Merkmale teilt.
Der Name Ginkgo beruht vermutlich auf einem Schreibfehler: Ginnan icho wurde als Ginkyo übertragen, doch der Botaniker  Engelbert Kaempfer schrieb g statt y - und so nahm es auch Linné auf. Der setzte noch  "biloba" hinzu, das bedeutet zweilappig.


In freier Natur kommt der Ginkgo heute nur noch in Ostasien vor, wird aber auch bei uns gern als Parkbaum angepflanzt. Allerdings nur seine männlichen Vertreter. Ginkgo ist ein sog. zweihäusiger Baum, d.h. die Pflanzen haben getrennte Geschlechter und sind nicht zwittrig wie bei Pflanzen häufig der Fall. Die männlichen Bäume werden aus Stecklingen gezogen, denn die ersten 20 bis 30 Jahre lassen sich die Geschlechter der Jungpflanzen kaum unterscheiden, Innerhalb der chinesischen Medizin spielt der Ginkgo biloba schon seit jeher eine wichtige Rolle. Aber auch die westliche Medizin hat in den 1960er Jahren seine blutverdünnende Wirkung entdeckt. Jedes dritte Blutverdünnungspräparat, das heutzutage bei uns verschrieben wird, beruht auf einem Wirkstoff aus dem Ginkgo-Baum. Die blutverdünnende Wirkung soll die Versorgung des Gehirns mit Blut verbessern und auf diese Weise u.a. bei Gedächtnisschwäche, Ohrensausen oder Schwindel helfen.
(Quelle: Das Wunder "Baum")

 Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinem Garten anvertraut,
Gibt geheimen Sinn zu kosten,
Wie's den Wissenden erbaut. 

Ist es Ein lebendig Wesen,
Das sich in sich selbst getrennt?
Sind es zwei, die sich erlesen,
Dass man sie als eines kennt. 

Solche Frage zu erwidern,
Fand ich wohl den rechten Sinn.
Fühlst du nicht in meinen Liedern,
Dass ich Eins und doppelt bin. 
(J.W. von Goethe)




Ich hoffe, dass mein Lap heute endgültig in Ordnung gebracht werden kann. Momentan kann ich weder kommentieren noch Mails verschicken.

Ich wünsche auf diesem Weg allen meinen Leserinnen und Lesern einen angenehmen Sonntag und bedanke mich für die vielen lieben Kommentare.



Kommentare :

  1. Wieder was gelernt ..und dazu noch Goethe ...ein gelungener Post, liebe Irmi
    Sonntagsgruß vonner Grete

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  2. Ich bin dieses Jahr auch so richtig auf den Baum aufmerksam geworden und habe festgestellt, dass es in meiner Stadt doch ganz schön viele gibt - was mich sehr erfreut. Ich finde den nämlich auch faszinierend. Beobachtet habe ich, dass der weibliche Gingko im Herbst eher gelbe Blätter hat, als der männliche, der ca. 4 Wochen lang noch grün ist. Was ist ein wenig "abartig" finde, ist, dass es männliche und weibliche Bäume gibt und dass sie zusammenstehen müssen um Früchte zu tragen, die auch noch Embryonen heißen. Irgendwie schaudert der Gedanke mich ;-)

    LG und schönen Sonntag
    Sonja

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  3. Liebe Irmi,
    unsere Nachbarn pflanzten ein Gingkobäumchen in den Garten ... Dieser Baum fasziniert! Und Du hast es schön umgesetzt.
    Herzliche Wochenendgrüßle von Heidrun

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  4. der Gingko verfolgt mich nun schon mein halbes Leben...als ich mit der Schule eine Klassenfahrt nach Weimar gemacht habe, wurde dort der erste kleine Gingko im Töpfchen als Andenken gekauft (hat leider nicht bis heute überlebt). Daraufhin habe ich von einer Freundin eine Tasse mit Goethe und Gingko Motiv bekommen. Als wir nun in unserem neuen Haus den Garten angelegt haben, wurde selbstverständlich ein GIngko gepflanzt (und wir hoffen inständig, dass er männlich ist denn die Früchte am weiblichen stinken bestialisch). Tja, und in der Todesanzeige für meine Mutter habe ich mich dann auch als Symbol für zwei gekreuzte Gingko Blätter entschieden...nun habe ich bald Termin und bekomme noch 1-2 Blätter auf den Arm tättowiert. Du siehst, eine wichtige Pflanze :-) Habe einen schönen Sonntag!

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  5. Könnte mich nicht erinnern ihn schon einmal in real gesehen zu haben, aber gehört habe ich schon von ihm Gerade was die Medizin angeht^^ Danke dir für den erneuten schönen Post und ich drücke mal die Daumen dass du bald wieder zufrieden mit deinem Laptop arbeiten kannst.

    Liebe Sonntagsgrüssle

    Nova

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  6. ...auch weibliche Bäume gibt es hier, liebe Irmi,
    wie ich letztens hier schrieb und zeigte werden bei uns angebaut...und wenn man sie erstmal entdeckt hat, macht man einen großen Bogen um sie, wenn sie ihre Früchte tragen...wirklich furchtbar der Gestank...vielleicht gibt es deshalb mehr männliche...

    wünsch dir einen schönen Sonntag,
    lieber Gruß von Birgitt

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  7. Liebe Irmi,

    eine interessante Geschichte über den Ginko.

    Ich wünsch dir, dass dein Compi bald wieder richtig läuft und einen schönen Sonntag

    LG Mela

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  8. Oh ja, den Ginkgo mag ich sehr und weiß um seine Heilwirkung, hat mir sehr geholfen bei Schwindel, leider sehr teures Medikament.

    Grüßle ♥ Mathilda

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  9. Sehr interessant liebe Irmi. Danke, dass du dir immer so viel Mühe machst. Drück dir die Daumen für deinen Läppi.
    LG Sabine

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  10. Liebe Irmi
    In diesen Tagen, da die Nadelbäume der Weihnachtszeit ihren Weg in die Schredder oder Zoo's nehmen, ist es ein besonders schöner Zusammenhang, dass die Ginkgo Bäume den Nadelbäumen näher stehen, als den Laubbäumen. Auch ein laubloser Ginkgo Baum ist sehenswert, denn auch sein Wuchs mit kaum typisch verzweigten Ästen lässt es zu, eine Verwandtschaft zum nadellosen Weihnachtsbaum herzustellen.

    herzliche Grüße,
    egbert

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  11. Servus Irmi,
    wiederum ein ganz interessanter Beitrag. "Uralte" Ginkgo - Baum - Alleen" habe ich bei meinen zwei Chinareisen kennen gelernt, die sogar breite Strassen völlig "überdacht" hatten.
    Gute neue Woche !
    Luis

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  12. Liebe Irmi,

    was für ein schöner Beitrag.
    Ich war letzten Sommer in Weimar - mir kam fast vor: Die Stadt des Ginkgos. Einige Samen habe ich mitgenommen und auch eingesetzt, leider sind sie nichts geworden. Das Ginkgo-Blatt ist wirklich sehr BESONDERS !!
    Liebe Grüße aus Österreich,
    Fräulein KidsliKids
    (Sabine)

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  13. danke wieder für die schön gestaltete Info. Ich wusste zwar Manches über den Ginkgo - aber Vieles eben auch nicht.
    Ich freue mich immer wenn ich diesen Baum sehe :-)
    Jetzt wünsche ich dir und uns dass dein Lap wieder gut funktioniert - und wünsche dir Morgen einen guten Start in die neue Woche.
    Lieber Gruß von Heidi-Trollspecht

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  14. Liebe Irmi, da wünsch ich dir & uns allen, dass du bald wieder mit uns kommunizieren kannst!
    Ganz liebe Grüße
    Astrid

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  15. Ich mag den Gingko-Baum mit seinen hübschen Blättern sehr, besonders, wenn sie sich im Herbst so schön gelb verfärben.
    Du hast wieder super für uns recherchiert und alles Wissenswerte über diesen Baum zusammengetragen, vielen Dank dafür! :-)

    Ich drücke dir die Daumen, dass mit deinem Läppi alles schnellstens wieder i.O. kommt.

    Liebe Grüße und dir eine schöne neue Woche
    Christa

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  16. Liebe Irmi,
    Ja und diesen Ginkgo biloba haben wir auch hier im Garten. Vor dem Weiss Haus steht ein riesiger und in sehr schöner Form...
    Der älteste Baum der Welt und er ist sehr schön vom Blatt her und auch die gelbe Herbstfarbe.
    Lieber Gruss,
    Mariette

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  17. Meine liebe Irmi,
    sehr schön, Dein Post über den Ginko, ich liebe diesen Baum und die Form seiner Blätter!
    Ich wünsch Dir einen guten und schönen Wochenstart und drpck ganz fest die Daumen, daß Dein Läppi bald wieder heil ist und Du vor allem auch wieder mailen und kommentieren kannst!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

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  18. einer steht auch bei mir im Garten..ich mag diesen Baum Irmi
    LG in den Tag vom katerchen der nicht ALLES über diese Art wusste..vermehren..das werde ich mal versuchen

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  19. Liebe Irmi,
    jetzt habe ich endlich Deinen Blog entdeckt, was mich sehr freut! Ein sehr interessanter Post, zumal wir selber einen dieser wunderbaren Ginko-Exemplare in riesiger Größe in unserem Garten haben und ich ihn über alles liebe. Herr Stilspur hat es nicht so mit Bäumen (er sieht sie mehr als Arbeit) und wollte ihn schon entfernen - da hätte ich mir bald ein Beispiel an den Regenwaldschützern genommen und mich beinahe an den Baum gekettet ;-) Auf alle Fälle hat er mich ernst genommen und von seinem Vorhaben abgelassen - zum Glück (für ihn - und uns alle ;-)) Auf dass er uns noch lange mit seinem wunderbaren Blätterdach erfreut!
    Ganz lieben Gruß.
    Mella

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  20. Hach, ich liebe Ginkgo und danke Dir ganz herzlich für diesen wunderbar informativen Post! ♥♥♥

    Alles Liebe,
    Sonja

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  21. Ich sag‘s doch immer: Bloggen bildet. Besonders, wenn man bei dir regelmäßig vorbeischaut, liebe Irmi. Das hast du wieder prima zusammengetragen. Danke für deine Mühe.

    Ganz herzlich grüßt dich
    Uschi *fröhlichwink*

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.