Samstag, 15. Februar 2014

Unverhofft kommt oft.

Dieses alte Sprichwort hat auch heute noch seine Berechtigung.
Oft passiert etwas, womit man nicht gerechnet hat. So auch gestern, als per Rundruf zu einer außerordentlichen Helferversammlung ins Mehrgenerationenhaus geladen wurde. Grund ist die bevorstehende Faschingszeit, die mit Veranstaltungen schon in vollem Gange ist und viele Helfer/innen blockiert. Es soll aber auch in dieser Zeit ein geregelter Besuchsdienst aufrechterhalten bleiben. Gar nicht so leicht. Aber schlussendlich haben wir es doch erreicht.
Es kristallisiert sich mehr und mehr heraus, dass Kinder und auch Senioren sich für das Vorlesen sehr interessieren. Nicht nur Kurzgeschichten, Bücher oder die Tageszeitung sind gefragt, nein auch Gedichte.
Und gerade Gedichte. Da werden Erinnerungen wach und man kramt aus dem Gedächtnis Bruchstücke, ja ganze Verse hervor. Die alten Leutchen  - und auch die Kinder -  werden plötzlich ganz aufgeregt und nehmen viel aktiver an dem Gespräch teil. 


Ein älterer Herr - ein ehemaliger Oberstudienrat -  suchte krampfhaft nach einem Gedicht. Dieses hätte er so gern noch einmal gehört. Er kannte nur noch Bruchstücke - und ich wusste, welches es war. Allerdings konnte ich es auch nicht mehr ganz auswendig. Aber ich habe es in meinem Gedichtband gefunden und werde es nächste Woche vortragen.



Der goldene Ball
Was auch an Liebe mir vom Vater ward,
Ich hab's ihm nicht vergolten, denn ich habe
als Kind noch nicht erkannt den Wert der Gabe
und ward als Mann dem Manne gleich und hart.

Nun wächst ein Sohn mir auf, so heißgeliebt
wie keiner, dran ein Vaterherz gehangen,
und ich vergelte, was ich einst empfangen,
an dem, der mir's nicht gab - noch wiedergibt.

Denn wenn er Mann ist und wie Männer denkt,
wird er, wie ich die eignen Wege gehen,
sehnsüchtig werde ich, doch neidlos sehen,
wenn er, was mir gebührt, dem Enkel schenkt.

Weithin im Saal der Zeiten sieht mein Blick
dem Spiel des Lebens zu, gefasst und heiter,
den goldnen Ball wirft jeder lächelnd weiter,
und keiner gab den goldnen Ball zurück!
Börries von Münchhausen

Als ich sehr spät nach Hause kam, war ich doch sehr müde und ausgelaugt. Meine Blogrunde musste  ausfallen, denn ich konnte mich nicht mehr recht konzentrieren. Aber heute ist ja auch noch ein Tag und 
mir entgeht bestimmt nichts. Versprochen.




Ich möchte nicht versäumen
MinaLina

recht herzlich am Neckarstrand zu begrüßen. Ich freue mich, dass du hierher gefunden hast. Nimm Platz und fühle dich wohl hier.

Wer hofft, hat schon gesiegt.
Und siegt weiter.
(Jean Paul)

Kommentare :

  1. Guten Morgen, meine liebe Irmi,
    ach, das ist schön, daß Du das Gedicht gefunden hast ....der Herr Oberstudienrat a.D. wird sich sicher sehr freuen und sehr gerührt sein :O) Ich finde das wunderbar, daß Du das mit den Vorlesungen machst! Das Gedicht ist sehr schön!
    Und mit vielen alten Werken kommen auhc mir Eriinerungen an früher *lächel*
    Ich wünsch Dir ein wunderschönes und gemütliches Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße, Deine Claudia ♥

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  2. Einen wunderschönen guten Morgen auch von mir liebe Irmi. Dieses Gedicht kannte ich auch noch nicht, und ich finde es auch klasse dass du es gefunden und nächste Woche vortragen wirst. Da weiß ich heute schon wem du sehr viel Freude damit machen wirst^^

    Bei Gedichten fiel mir sofort der Herr von Ribbeck ein, eines der Gedichte die wir in der Schule auswendig lernen mussten ;-)

    Hab ein wundervolles Wochenende und mach es dir schön gemütlich und ruhig.

    LIebe Grüssle

    Nova

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  3. Bruchstücke von Gedichten bleiben hängen..Irmi und schaffst es den den ganzen Text flüssig für den Herrn ans Tageslicht zuholen.toll
    sicher wir es Freude bereiten.
    LG vom katerchen

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  4. Irmi, meine liebe Irmi,

    das hat mir echt einige Tranchen ins Auge gebracht, denn ich liebte meinen Vater über alles und erst jetzt, wo ich älter und mein Sohn erwachsen wird und immer mehr seine eigenen Wege geht, wird mir bewusst, was dieser kriegsversehrte Mann alles geleistet hat!

    Irmi - danke!

    Einen schönen Tag
    und ganz liebe Grüße
    Uschi
    so what hutliebhaberin

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  5. Liebe Irmi ..
    Da wirst Du sicher ein dickes Lächeln auf das Gesicht des Herrn zaubern ...
    Entspann Dich , damit Du wieder genug Energie für den Tag hast .
    Liebe Grüsse
    Antje

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  6. ach irmi, was eine schöne rückschau deines tages :) liebe gruesse!

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  7. Liebe Irmi,
    ich habe einmal gelesen, daß Eltern ihre Kinder immer mehr lieben, als Kinder ihre Eltern... wenn sie noch klein sind und irgendwann in die Welt hinaus wollen! Wie oft wohl, hat ein Elternherz schon gelitten an diesem Zustand. Aber wenn man sich dann an der Liebe erfreuen kann, die das Kind seinem Kinde weiter gibt, dann denke ich, hat man alles richtig gemacht!
    Ein erholsames Wochenende und liebe Grüße, Elke

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  8. Guten Tag Irmi
    Herzlich lieben sonnen Gruss von Bea

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  9. Liebe Irmi,
    das Gedicht ist sehr schön, es ist wohl auch genauso. Traurig.
    Mütter und Töchter können wohl ihre Liebe besser hin und her geben :-)
    Das ist wohl naturgegeben.
    Ganz viele sonnige Wochenendsgrüße
    sendet dir Urte

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  10. Ein mir bisher völlig unbekanntes Gedicht,
    dass das Herz berührt.
    Ein schönes Wochenende, liebe Irmi!
    Martina

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  11. Liebe Irmi,

    Dieses schöne Gedicht kannte ich auch noch nicht.
    Wie schön, dass du es in deinem Band gefunden hast. Sicher machst du dem Herrn eine Freude mit deinem Vortrag.
    Liebe Wochenendgrüße
    Stefanie

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  12. Dieses Gedicht ist wirklich sehr ansprechend, passt es doch in jede Zeit.
    Aber ich denke, man kann es genauso gut auch auf Töchter beziehen, allgemein auf Kinder halt. Das ist nun mal der Lauf des Lebens.
    Wie gut man es auch meint, die kinder müssen ihre Erfahrungen für sich ganz alleine selber machen.
    Ein schöner Bericht über deinen Tag.
    Nun wünsche ich dir ein entspanntes und harmonisches Wochende.
    Liebe Grüße
    Jutta

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  13. Danke liebe Irmi. Dieses Gedicht kannte ich noch nicht. Mit Gedichten bin ich aufgewachsen. Mein Opa konnte stundenlang mir die Zeit damit vertreiben. Er konnte alle Gedichte aus seiner Schulzeit noch auswendig aufsagen.:-)

    LG
    Andrea

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  14. Liebe Irmi,
    mit diesem Gesicht bereitest du mir in einer verzwickten Familiensituation eine große Freude. Aus diesem Grunde werde ich mir das Gedicht ausdrucken und für mich weiter verwenden.

    herzlichen Dank für deine 'Hilfe'.
    egbert

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  15. Der goldene Ball ... wie wahr !
    Wenn man es positiv sehen will, freut man sich, daß diese erworbene Liebe weitergegeben werden kann.

    Und toll, daß Du dem Herrn eine Freude machen wirst damit!

    Liebgruß,
    Tiger
    =^.^=

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  16. Hallo Irmi,
    ich kann nur hoffen, das heutzutage, Väter und Söhne mehr von ihren Gefühlen zeigen, als wie das früher der Fall war?
    Jetzt habe ich nachgeschaut und gelesen, das sich dieser Herr Börries von.... das Leben genommen hat (1945), wie traurig!
    http://www.balladen.de/web/sites/balladen_gedichte/autoren.php?b05=14
    Liebe Grüße,
    Heidi

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  17. Ich kannte Börris von Münchhausen nicht. Dank dir und wiki kenne ich ihn jetzt. Er hat aber auch so seine Geschichte und sein
    Verhältnis zum Judentum ist auch nicht gerade das beste.
    Auch, wenn ich am Thema vorbei bin, mir ist dieser Mann nicht geheuer.

    Verhältnis zum Judentum siehe Wikipedia
    http://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%B6rries_Freiherr_von_M%C3%BCnchhausen

    "Eine Ehe zwischen einem Arier und einem Juden gibt immer einen Bastard."

    ich weiss nicht, ob es stimmt, so steht es bei wiki.
    ich denke ich besorge mir doch mal eine biografie von dem herrn, sofern es sie gibt.

    Gruß Eva

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  18. Ich kenne die Geschichte von B.v.M. Da benötige ich keine
    Aufklärung. Das Gedicht ist auf jeden Fall sehr schön.
    Und wen es danach ginge, dürften wir auch keine Musik
    von Wagner hören.
    LG Irmi

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    1. Das ist vollkommen richtig Irmi!!!!!!

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  19. Liebe Irmi, wie schön, dass du so einen schönen Gedichtband hast, der solche Schätze beinhaltet.
    Es ist echt zu hoffen, dass die Väter heute besser mit ihren Söhnen auskommen.
    Dir alles Gute ♥
    Bärbel

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  20. I'll bet that this the morning you up early and again at it, lovely state of mind.

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  21. Ach liebe Irmi, Du bist so eine gute Seele :-)
    Schön, dass Du so bist, Viel Spaß bei Deiner Arbeit und einen schönen Sonntag wünscht Dir Petra

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  22. Vorlesen (oder Zuhören) ist etwas sehr Schönes - und Gedichte mag ich auch immer gerne.
    Der ältere Herr wird sich bestimmt freuen, wenn du ihm das Gedicht vorträgst.
    Schön dass du dir die Zeit nimmst Freude zu schenken.

    herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

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  23. Hallo Irmi,
    zu Gedichten habe ich nie einen Zugang gefunden. Ich lese halt lieber Prosa, Romane, Geschichtliches, Biografien, auch Sachtexte. Aber man muss ja nicht alle Literatur mögen.

    Gruß Dieter

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  24. Erst einmal möchte ich dir sagen, liebe Irmi, dass ich es wirklich toll finde, wie du dich ehrenamtlich engagierst, weiter machst, auch wenn es doch oft ziemlich anstrengend ist nach solchen Veranstaltungen.
    Wenn man aber merkt, dass das, was man tut, sehr gute Resonanz erfährt, dann fährt man gerne mit seiner Arbeit fort, denn man erfährt dadurch selbst auch viel Freude.
    Ich finde das prima, dass sowohl ältere Menschen wie auch Kinder sich fürs Vorlesen begeistern und der ältere Herr wird einfach strahlen, wenn du ihm das nächste Mal das ersehnte Gedicht vorlesen wirst. :-)

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende für dich
    Christa

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  25. Liebe Irmi,
    Was wird dieses wiedergefundene Gedicht dem älteren Herrn Freude bringen!
    Liebe Grüsse,
    Mariette

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  26. Ein tolles Gedicht, das ich noch nicht kannte!
    Liebe Grüße,
    Markus

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  27. Danke für den Hinweis zu diesem Gedicht. Es ist vollkommen wahr & entspricht tiefster menschlicher Erfahrung, auch meiner. Die Liebe zum eigenen Nachwuchs ist größer als die zu den Erzeugern. Mir geht es so, aber auch in Bezug auf meine nicht- leiblichen Enkel... Ich glaube einfach, Kinder sind meine Inspiration ( so viel zum heutigen Post bei dir ). Und mit alten Menschen tu ich mich schwer. Wahrscheinlich sehe ich da immer unsere Endlichkeit vor Augen. Das sind alles hoch philosophische Fragen, die du da bei mir aufwirfst...
    Alles Gute!
    Astrid

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.