Sonntag, 13. April 2014

Dies und Das über Bäume und Laub

Woher wissen die Bäume eigentlich, wann es Zeit wird, die Blätter oder Nadeln abzuwerfen. Und warum färbt sich im Herbst das Laub verschiedenfarbig bunt? Berechtigte Fragen, denen ich mal nachgegangen bin:


Im Leben eines Baumes dreht sich ganz viel um das Licht - vor allem deshalb, weil er daher die Energie bezieht, die er für seinen Stoffwechsel braucht.
In den Blattzellen gibt es lichtempfindliche Pigmente, mit deren Hilfe Pflanzen Tag und Nacht und so auch die Jahreszeiten unterscheiden können: Sie vergleichen dazu die Zusammensetzung des Lichts und seine Intensität mit ihrer inneren Uhr. Wenn die Tage im Herbst kürzer werden und eine gewisse Länge unterschreiten, werden dadurch biochemische Prozesse in Gang gesetzt. Am Ende der zellulären Signalkette steht die Produktion von Abscisinsäure - einem Pflanzenhormon (Pflanzenphysiologen nennen es auch Abfallsäure). Das sorgt für den Blattfall.
Schon wenn sich aus kleinen Zellinseln die Blätter bilden, baut der Baum eine Sollbruchstelle für den späteren Blattabwurf ein. Zwischen Blattstiel und Zweig bildet sich zur entsprechenden Jahreszeit genau dort eine Korkschicht, deren Aufgabe es ist, die Zellen des Blattes von der Wasser- und Mineralsalzversorgung abzuschneiden - die Blätter sterben ab, das Laub fällt.

Vorher schon hat der Baum wichtige Stoffe aus dem Blatt zurückgezogen und zurückgebildet. So kommt es, dass das Herbstlaub sich gelb und rot färbt. Das Blattgrün, das Chlorophyll, verschwindet aus den Blättern.
Die jeweilige Blattfärbung ist auch abhängig von der Pflanzenart: Die deutsche Buche z.B. färbt sich erst gelb
und dann langsam braun. Anders bei Wein, Spitzahorn und dem amerikanischen Feuerahorn. Der nordamerikanische  "Indian Summer"  mit feuerroten Blättern, ist weltbekannt.
Nebenbei bemerkt ist der Blattabwurf für die Bäume eine Möglichkeit, über die abfallenden Blätter Giftstoffe und Stoffwechselrückstände zu entsorgen. Das allererste Signal des nahenden Winters empfängt der Baum nicht über das Licht, sondern über die Temperatur. Die Enzyme reagieren auf die Temperaturveränderung im Herbst, indem sie zahlreiche Reaktionen langsamer, andere schneller ausführen. Kurz danach gibt das sich verändernde Licht das Signal, dass es Zeit ist, die Blätter abzuwerfen.
So haben Forscher festgestellt, dass Bäume in der Nähe von Straßenlaternen ihr Laub länger halten - schließlich ist ihr  "Tag"  künstlich verlängert. Das gilt aber nur für das moderne elektrisch Licht. Zu Zeiten der Gaslaternen haben die Bäume ihr Laub tatsächlich vorzeitig abgeworfen.
Mittlerweile kommt es öfter vor, dass Bäume ihre Blätter noch grün abwerfen. Laut den Freiburger Forschern Rennenberger und Sitte ist das möglicherweise damit zu erklären, dass es die Pflanzen nicht mehr nötig haben, ihren wertvollen Stickstoff aus den Blättern zurückzugewinnen. Autoabgase und Dünger sorgen dafür, dass im Boden ausreichend Stickstoff vorhanden ist, den die Bäume im Frühjahr direkt nutzen können, ohne auf einen gespeicherten Vorrat zurückgreifen zu müssen. Das gilt übrigens seit jeher für die Erle, die ihr Laub immer grün abwirft.
Es ist immer wieder spannend, tiefer in das Wesen des Baumes einzudringen und mehr zu erfahren.
(Quelle:  "Mein Freund der Baum")

Kommentare :

  1. Das ist allerdings sehr spannend..... diese Woche sind hier gerade die jungen Blättchen der meisten Bäume herausgespickt und das sanfte, frische Grün überall hat sowas erholsames für meine Augen..... ich liebe die Jahreszeiten!
    Liebe Irmi ich wünsche dir ein heiteres Wochenende
    Herzlich Brigitte

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  2. Liebe Irmi,
    vielen Dank, nun hab ich wieder was Neues erfahren. Wie so oft bei Dir. Es ist schon alles wunderbar eingerichtet in der Natur.
    Lieben Gruß von Sabine

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  3. Sehr spannend frage ich mich das heute noch immer bei dem Weihnachtsstern. So blühen hier manche Pflanzen ja ständig oder öfters, aber gerade der Weihnachtsstern zeigt dann am November erst wieder neue Blüten d.h. die Blätter färben sich rot. Ich finde es einfach nur erstaunlich.

    Danke dir wieder für den schönen Post und die tollen Bilder dazu.

    Hab einen schönen Sonntag und liebe Grüssle

    Nova

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  4. liebe irmi,
    wieder mal ein schöner und informativer post von dir. vielen dank.
    herzliche grüße
    margit

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  5. Ja, die Natur ist schon wunderbar eingerichtet
    und Dein Post ist es ebenso!

    Danke und viele Liebgrüße
    aus
    Tigerhausen
    =^.^=

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  6. Ja, ja, unsere Freunde die Baeume... Sehr schoen hast Du alles erklaert Irmi!
    Geniesse Deinen Sonntag! :-)

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  7. was man bei dir alles lernt wow!
    ich wünsche dir einen schönen sonntag!

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  8. Guten Morgen Irmi
    Wieder mal sehr interessant! ... obwohl ich mich momentan mehr über das frische neue Grün freue und noch nicht an den Herbst denken mag :-) Liebe Grüße und einen schönen Sonntag wünsch ich Dir!

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  9. Liebe Irmi,
    sehr schön hast du das wieder zusammengefasst
    und mir kam der Gedanke, warum es sowas nicht beim Menschen gibt.
    Es wäre ja nicht schlecht, wenn wir einmal im Jahr die Haare verlieren würden,
    um damit alle Giftstoffe aus dem Körper zu vertreiben.
    Wäre sicherlich komisch anzusehen.
    Liebe Grüße
    Nähoma

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  10. Hallo Irmi,
    bevor der Herbst kommt und diesen Blattabwurfmechanismus wieder in Gang setzt sollen jetzt erst einmal die Blätter wieder wachsen!
    Gut das es noch eine Weile dauert bis dahin...
    Danke für die Information!
    LG Heidi

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  11. Liebe Irmi,
    immer wieder auch erinnernde Information welche du schenkst. Dies und das in der Vergangenheit gehört und gelernt, doch aus den Gedanken entschwunden. :-)
    Jetzt freue ich mich sehr das die Bäume wieder ergrünen und sich ihre Blätter mehr und mehr entfalten.

    Geniesse einen schönen Sonntag!

    Liebi Grüessli
    Julia

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  12. Liebe Irmi,
    ich liebe Bäume und nun weiß ich auch über ihre Färbung im Herbst Bescheid, vielen Dank. Es tut mir heute noch sehr leid um unseren riesigen Urwelt-Mammutbaum, den wir aus Sicherheitsgründen fällen mussten........
    Viele Grüße und einen schönen restlichen Sonntag,
    Mella

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  13. Liebe Irmi, das war höchst interessant.
    Die Sollbruchstelle hat mich am meisten fasziniert.
    Ich dachte dabei an den - Achtung jetzt kommt's:
    Eierschalensollbruchstellenverursacher!!!
    Danke für diesen Post und einen schönen Restsonntag! Martina

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  14. wieder was gelernt - danke Liebes!
    Einen schönen Abend und guten Start in die neue Woche wünsch ich dir :-)

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  15. Liebe Irmi,
    Dass grösste Teil des Stickstoffs wird gewonnen vom Gewitter und kommt dann mit Regen auf die Erde. Dass grösste Teil vom Wald bekommt ja nie Dünger... Die Geschichte stimmt also nicht ganz.
    Kranke Bäume werfen auch ihre Blätter frühzeitig ab.
    Es ist immer interessant um in der Natur herumzuschauen wie alles seinen Kreislauf hat!
    Liebe Grüsse,
    Mariette

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  16. … immer wieder interessant Deine Beiträge!
    viele Grüße von Renate

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.