Dienstag, 20. Mai 2014

Dies und Das über das Wahlvolk

Gestern musste ich wohl oder übel einem Gespräch lauschen, in dem es darum ging, dass das Wahlvolk sich ohne Gegenwehr zur Schlachtbank führen lässt und die Kuh ist, die man immer melken kann.
Ich habe Briefwahl angefordert. Hier bei uns fallen gleich drei Wahlen zusammen. Europawahl, Gemeideratswahl und Kreistag. Da ist die Ruhe zu Hause angebracht, um sich mit den einzelnen Personen auseinanderzusetzen. Ich kenne nur einige wenige der Kanditaten. Bei den anderen muss ich mich darauf verlassen, dass sie mich in der Gemeinde gut vertreten und im Kreistag kompetent sind. Die Europawahl fiel mir sehr leicht. Der Vertreter, den ich wählte, sitzt schon einige Jahre im Europarat und macht gute Arbeit, wie man allenthalben hört und liest.

Lassen wir uns wirklich willenlos wie ein Lamm zur Schlachtbank führen? Lassen wir alles einfach so über uns ergehen?
Diese Redewendung rührt aus der Bibel her und eigentlich ist mit dem Lamm Jesus, das  "Gotteslamm"  gemeint. Eine Vorstellung, die auf den Opferritualen des Alten Testaments gründet und die im Neuen Testament besonders in der Offenbarung und im Johannes-Evangelium auftaucht. Man lässt alles widerstandslos über sich ergehen. Im übertragenen Sinn:  Die da Oben machen mit uns, was sie wollen. Ein heikles Thema. Und an ihm entzünden sich die verschiedenen Meinungen. Aus solchen Gesprächen halte ich mich meist heraus.
Und die Redewendung mit der Melkkuh passt auch hier.
Die Melkkuh ist ungefähr das Gleiche wie jemandes Goldesel. Nur dass die Kuh dabei definitiv übers Ohr gehauen wird. Ursprünglich stammt der Begriff wohl aus der Landwirtschaft und bezeichnet die Milchkuh, die besonders viel Milch gibt, weil sie z.B. gerade gekalbt hat. Im übertragenen Sinne geht es aber um denjenigen, der jemand anderem als ertragreiche und kontinuierliche Geldquelle hilflos ausgeliefert ist. So beschwert sich fast jede Lobby, ihre Klientel sei die Melkkuh unserer Nation, die sich ja gerne als ebensolche Europas sieht.
(Quelle: "Tierische Redewendungen" - hitzige Diskussion, live miterlebt.)


Wir sind nicht nur verantwortlich
für das, was wir tun, sondern auch
für das, was wir nicht tun.
(Moliére)

Kommentare :

  1. Guten Morgen, meine liebe Irmi,
    Dein Schlußwort von Moliére am Ende sagt alles aus, mit wenigen Worten ;O)
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen und glücklichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Deine Claudia ♥

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  2. Liebe Irmi,
    ich finde auch, dass mit Moliéres Zitat alles gesagt ist, jetzt sollten wir
    nur noch danach handeln.
    LG und einen sonnigen Tag.
    Sadie

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  3. die politiker sollen den auftrag vom *wahlvolk* ernst nehmen.
    ich hab die hoffnung noch nicht aufgegeben...
    lg kelly

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  4. tja irmi guten morgen,
    über dieser wahl brüte ich nun schon drei tage, nachdem ich die wahlzettel im briefkasten habe. ich habe keine ahnung, wen ich wählen soll. dabei soll man ja wählen, allein schon, weil man das recht dazu hat und ich kann mit deinem schlußwort nur anschließen.
    ;-))))))
    lg eva

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  5. Liebe Irmi,

    wählen fällt manchmal schwer, aber man muss sich entscheiden.

    Sonnige Grüße
    Elisabeth

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  6. Liebe Irmi,
    dieses Thema lässt manchmal sogar den Familientisch erzittern ;o) Wer die Wahl hat, hat die Qual. Aber wir sollten froh sein, daß wir uns damit quälen dürfen.
    Einen lieben Gruß an Dich, Elke

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  7. Hallo Irmi,
    das finde ich schön, dass Du Dich einigermaßen intensiv mit den Kandidaten und den Wahlen befaßt. Ich werde wahrscheinlich dort mein Kreuzchen machen, wo es ich es mehr als 30 Jahre gemacht habe, weil mir diese Partei mit ihren Ideologien und Sichtweisen am nächsten steht. Ich werde es wahrscheinlich nicht schaffen, einen eigenen Post über die Wahlen zu schreiben. Das habe ich ja schon einmal gemacht.

    Gruß Dieter

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  8. Liebe Irmi,
    auch ich habe mich für die Briefwahl entschieden um in aller Ruhe überlegen zu können wo ich denn nun mein Kreuzchen mache. Die wenigsten Leute kenne ich und noch habe ich mich nicht entschieden aber einfach nicht wählen wie leider viele, weil "Die da Oben" eh machen was sie wollen, kommt für mich nicht in Frage.

    Dem Zitat von Moliére kann ich mich zu 100% anschließen.

    Hab einen schönen Tag liebe Irmi

    ♥liche Grüße
    Jurika

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  9. Eine Entscheidung zu treffen, am Sonntag auch wieder auf politischer Ebene, fällt manchmal leichter, mal tut man sich schwer. Aber sich selbst zu entscheiden und nicht andere über sich entscheiden lassen, sehe ich als große Freiheit und auch als Auftrag. Wenn ich nur daran denke, wie viele Menschen auf der Welt nicht diese Entscheidungsmöglichkeit haben oder sie mit ihrem Leben erkämpfen müssen. Wie wichtig, sich Moliére immer wieder ins Gedächtnis zu rufen.
    Hab eine gute Zeit, Birgit

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  10. Liebe Irmi, solange das 'Volk' das Meinung ist, nichts verändern zu können - so lange wird das Volk auch keine Veränderung herbeiführen. Doch aus unserer eigenen Erfahrung sollten wir wissen, dass das Volk sehr wohl etwas verändern kann - oder wer hat die Mauer zu Fall gebracht, die Deutschland teilte? Einen sonnigen Gruß! Martina

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  11. Ich finde der letzte Spruch passt am besten zu diesem Thema. Denn, wenn mir nichts tun sind wir wirklich nur "Vieh", dass zur Schlachtbank geführt wird oder alles über sich ergehen lässt. Meine Meinung ist, wenn ich nichts tue, kann ich auch nicht meckern, wenn ich dagegen etwas tue, kann ich auch meckern bzw. Kritik üben oder versuchen etwas zu verbessern. Klar, sind die Möglichkeiten klein, aber irgendetwas kann man immer machen, um eine Situation zumindest zu verändern. Und wer über Politiker schimpft, was ich ja auch ab und an ganz gerne mache, der muß aber gleichzeitig auch sagen, dass es sehr viele hart arbeitende Politiker gibt, die noch ihre Ziele verfolgen und manchmal damit auch Erfolg haben. Und diejenigen, die immer alles besser wissen, haben ja die Möglichkeit selber in die Politik zu gehen um dort ihre Ideen zu verwirklichen.

    liebe Grüsse
    Brigitte die Weserkrabbe

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  12. einfach nur treffend, einen guten Tag, Klaus

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  13. Liebe Irmi,
    Ja heute haben wir hier auch Wahl für den Staat.
    Es ist so wahr den letzten Satz das wir alle verantwortlich sind für was wir NICHT TUN!
    Oft sieht es aber so aus dass die grosse Menge sich einfach nur leiten lässt und selber nichts tut. Bequem...
    Liebe Grüsse,
    Mariette

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  14. Man muss sich nichts vormachen. Nach jahrzehntelangen Beobachtungen habe ich für mich entschieden, dass man nur sehr eingeschränkt den Wahlversprechen Glauben schenken kann. Sie sind sehr großzügig mit den Steuern, die sie von uns bekommen. Und - ich traue einfach nur ganz wenigen Politikern, aus Erfahrung. Natürlich gibt es auch einige, die aus Berufung Politiker sind. Trotzdem finde ich, dass die Wirtschaft zu viel Sagen hat.

    Man muss sich gut überlegen, wen man wählt. Bei uns sagt man: Nur die dümmsten Kälber wählen ihren Metzger selber. Es gibt ja einige Beispiele.

    Lieben Gruß, Brigitte

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  15. Meine Kreuzchen werde ich machen, zufrieden bin ich nicht mit der Auswahl auf dem Wahlzettel und optimistisch auch nicht, was den Glauben an die Einlösung der Wahlversprechen anbetrifft. Aber nur meckern gilt nicht, es wird gekreuzt. LG Claudia.

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  16. Liebe Irmi,
    auch wir gehen wählen, obwohl ich an die Wahlversprechen schon lange nicht mehr glaube, aber wenn man nicht wählt braucht man am Ende auch nicht zu meckern, wenn die verkehrte Partei an die Macht kommt.
    Der Spruch von Moliére ist absolut passend, genau wie die Bilder, die du ausgewählt hast.
    Liebe Grüße
    Nähoma

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  17. Hallo Irmi,
    bei uns fallen Europawahl und Bürgermeisterwahl zusammen.
    Bei der Bürgermeisterwahl kenne ich in unserem kleinen Ort natürlich die Kandidaten und kann genau abwägen warum ich wen wählen möchte.
    Die Europawahl finde ich persönlich sehr schwierig. Die vielen Kandidaten und viele der wählbaren Parteien sind mir unbekannt.
    Weil ich für einige Tage verreise, habe ich bereits im Rathaus meine Stimme abgegeben. Als Melkkuh fühle ich mich nicht, aber oft habe ich das Gefühl, dass die Belange der Bürger kaum berücksichtigt werden.
    Liebe Grüße,
    Anette

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  18. Hallo liebe Irmi,
    da ich ja selber aktiv in der Politik bin, würde mir im Traum nicht einfallen, nicht zu wählen.
    Die meisten, die nicht wählen, beschweren sich anschließend und das finde ich nicht gut.
    Als Melkkuh fühle ich mich nicht, aber mit allem zufrieden bin ich auch nicht.
    Da ich am Wochenende in Fulda bin, haben wir schon Briefwahl gemacht.
    Gestern habe ich mit unserer Stadtverordneten Hausbesuche bemacht.Wir haben auch noch Kommunalwahl.
    Liebe Grüße
    Tilla

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  19. Liebe Irmi,
    das ist wohl ein heikles Thema .... Die Wahl! Ich kenne keinen der Europa-Abgeordneten. Obwohl ich mich hier in Augsburg der einen oder anderen Diskussion gestellt habe. Hier war nämlich der BR, mit der Sendung "Jetzt red i". Passend der Spruch von Moliere!

    Herzliche Grüßle von Heidrun

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.