Donnerstag, 5. Juni 2014

Dies und Das aus dem Nähkästchen


Ein kleiner Junge in der Nachbarschaft wurde 10 Jahre alt. (Darf man da noch von einem  "kleinen Jungen" sprechen?) Am frühen Nachmittag standen zwei größere Autos -bekränzt - vor der Tür und mit viel Tamtam stiegen die Gäste ein. Es waren 12 an der Zahl. Zwei Tage später wurde ich Zeuge, wie die Mutter des Geburtstagskindes erzählte, wie teuer die Feier war. Aber - so die Aussage - er soll an diesen Geburtstag denken und seine Gäste auch. Man war in unsere Bowlingbahn gefahren, hatte zwei Bahnen für 1 1/2 Stunden gemietet und anschließend dort auch gegessen. Ich kann natürlich nicht sagen, ob es allen Kindern einen Riesenspaß gemacht hat - und ob man an diesen Geburtstag denkt, weiß ich auch nicht. Die Ansprüche werden ja immer höher geschraubt und eine Familie möchte die andere übertreffen. Wer da nicht mithalten kann, ist out. So sagt man das ja heute.
Die meisten Kinderzimmer sind voll mit Spielsachen. Meist vergessen, wenn der Wunsch nach einem Fernseher, Tablett oder SmartPhon erfüllt wird. Diese Dinge müssen sein, wenn man dabei sein will.

Wir schreiben das Jahr 1945, den 17.Januar. Ich habe Geburtstag. Ich durfte drei Freundinnen einladen:
Heidi, Margret und Irmgard. Sie wohnten alle in unserer Straße. Das war wichtig: Es gab immer wieder Fliegeralarm. Wir Kinder haben das nicht so empfunden. Aber die Erwachsenen waren besonders sensibilisiert. Wir mussten dann in den Luftschutzkeller am Ende der Straße. Der gehörte zu einer großen Firma. Aber ich schweife ab.
Meine Freundinnen kamen und jede brachte eine Kleinigkeit mit. Ich weiß noch ganz genau, dass Heidi einen Bleistift überreichte.. Ein ganz besonders wertvolles Geschenk. Zu hause bekam ich ein kleines Körbchen für meine Puppe Lotte, das ich mir so sehr gewünscht hatte. Es war alt - aber das tat der Freude keinen Abbruch. Aus Stoffresten und einem uralten Federkissen waren ein Kissen und eine Decke in dem Körbchen. Lotte fühlte sich so wohl darin. Das Körbchen habe ich gehütet wie meinen Augapfel. Ich habe es erst Jahrzehnte später entsorgt.
Und ich weiß noch genau, was es am Nachmittag gab: 2 mittlere Kartoffeln und ein kleines Schälchen Dickmilch für jede von uns. Ein Festmahl! An den Kartoffelschalen blieb auch nicht ein klitzekleines Stückchen von der Kartoffel.
Jetzt werden viele sagen: Ja damals, das waren auch ganz andere Zeiten. Sicher! Das gebe ich zu. Aber man sieht - was heute aus den Augen verloren ist -  mit ganz bescheidenen Mitteln kann man große Freude bereiten. Ob der Nachbarsjunge nach fast 70 Jahren auch noch an seinen 10. Geburtstag denkt? Ich glaube kaum. Bei mir war es der 8. Geburtstag.

Heute darf ich ganz herzlich
Arti
Elli Bergner
franzibrodtmann 
und
Pippi-Lotta&camp;Anton

hier am Neckarstrand begrüßen. Meine  Freude ist groß. Fühlt euch wohl hier.

Kommentare :

  1. guten morgen irmi,
    heute ich schon wieder die erste. aber neben der zeitung und dem frühstück gehört halt das reinsehen bei dir zur tagesordnung.
    zum thema
    was du schreibst, ist richtig. mir wurde gesagt - wie du auch schreibst - dass wir andere zeiten haben und das nicht mit früher vergleichen dürfen.
    mein sohn hatte kein iphon, er fuhr bei wind und wetter mit dem fahrrad in die schule, oder ist die 3 kilometer in die schule gelaufen, wie ich auch in die schule gelaufen bin. ich konnte mein kind nicht in die schule fahren, weil mein mann mit dem auto ins geschäft gefahren ist. handy, was war das?
    zur geburtstagsfeier, stimmt auch. da ging man zu mc donnalds, die kinder möchten es. ich kann mich an einen geburtstag erinnern, zu dem mein sohn eingeladen war, als kindergartenkind. den ganzen nachmittag glotzte man in die röhre.
    aber es gab auch andere geburtstag, wir sind zum abenteuerspielplatz gefahren, mein mann nahm damals immer urlaub, haben gegrillt und mit den kindern spiele gemacht. macht man das heute noch? ich denke, man wird komisch angeschaut.
    aber, vielleicht ist der trend auch rückläufig, denn es wird irgendwann auch langweilig. ich bin jedenfalls froh, dass ich da nicht mehr mithalten muß.
    einen schönen tag wünscht eva

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  2. Hallo Irmi
    Ja das mit den Geburtstagsfesten war so eine Sache. Meine Mädels hatten immer einfache Feste mit Spiele machen, Kuchen Essen und Geschenke auspacken. Die Freunde kamen immer gerne hierhin.
    Schöner Tag wünsche ich dir heute. Bea

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  3. Guten Morgen, liebe Irmi,
    ich erinnere mich auch noch gut an meine Geburtstage im Kindheitsalter. Der Krieg war ja vorbei, als ich Kind war, aber bescheiden ging es bei uns auch zu. Drei Kinder wollten versorgt werden und mein Vater hatte nur ein kleines Gehalt, er verdiente an den Wochenenden mit Tanzmusik etwas dazu, so dass es uns trotzdem recht gut ging. Zum Geburtstag bekam meine Puppe Ulrike jedes Mal etwas neues zum Anziehen. Das war meine größte Freude und ja, der Lesestoff für die nächsten Wochen wurde gesichert, weil alle wussten, dass ich schon damals eine Leseratte war.
    Ich denke auch, dass der Nachbarjunge seinen Tag vielleicht genossen hat, aber er wird ihn vergessen!
    Liebe Grüße
    Regina

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  4. Oh ja liebe Irmi, ich kann deine Bedenken, Gedanken und Gefühle sehr gut verstehen. So habe ich mich auch oft gefragt ob sowas wirklich sein muss. Ganz schlimm finde ich dazu noch wenn es Geschenke für die Gastkinder gibt, schon richtig abgepackt usw. Muss sowas sein? Wer hat denn Geburtstag? Zeiten hin oder her, ich kann bei Frau Ü (Überall und Nirgendwo) immer sehen das es auch noch anders geht. Sie macht für die Jungs immer Themengeburtstage, bastelt viel dafür und es wird zu Hause gefeiert. Was für tolle Feten ich da schon im Blog mitverfolgen konnte. Also an solche Geburtstage wird sich erinnert, und es geht auch immer noch im eigenen Heim. Schlimm wenn sich dann Eltern noch ausstechen wollen...

    Hier läuft es auch noch schöner ab, und oftmals werden Kindergeburtstage sogar auf den öffentlichen Grillplätzen gefeiert. Sieht man immer schon von weitem, farbige Luftballon zeigen es an, und die Kids haben ihren Spaß und beschäftigen sich auch noch alleine.

    Liebe Grüssle

    N☼va

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  5. Hm.... also meine Jungs sind zwar schon in der modernen Zeit aufgewachsen, aber wir wohnten damals vor 7 Jahren noch im Sommer in einer alphütte.... sackhüpfen war eine Disziplin am Geburtstag meiner jungs:-) und das spiel wo du würfelst und einer zieht die skimütze, skihandschuhe, skibrille an un schneidet mit Messer und Gabel die in x zeitungspapieren eingewickelte schoggi... bis einer wieder eine 6 gewürfelt hat... usw.... ich sage dir, es waren so tolle Geburtstage und noch heute sprechen die jungen darüber:-) ich würde es heute nochmals genau gleich machen mit meinen Kinder :-) aber es gab ganz klar rüebliturte zum essen:-) ich glaube Eltern könnten das auch heute noch steuern.....
    Gglg

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  6. ja..... das stimmt mich nachdenklich. ich bin da ja doch einiges jüngen, habe diese Zeiten nicht mit erlebt, aber auch in meiner Kindheit ging es sehr viel bescheidender zu, als es heute ist

    lg gabi

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  7. Liebe Irmi,
    du hast so recht. Es ist so wichtig den Kindern heutzutage vor Augen zu führen, wie wichtig die Kleinigkeiten des Alltags sind und das all das Medienzeugs auf Dauer nicht glücklich macht. Deine Geschichte von Deinem 8. Geburtstag hat mich sehr berührt. Ich kann mir kaum vorstellen, was du empfunden haben musst ein altes Körbchen für deine Puppe bekommen zu haben oder dass einfache Kartoffeln mit ein wenig Dickmilch schon ein Festmahl sein können - bin ich doch erst vierzig Jahre alt-.
    Aber das Bewusstsein kann und sollte man trotzdem haben, auch wenn man in dieser Zeit nicht gross geworden ist.
    Ein ganz besonderer Post von Dir Irmi, ....den hoffentlich ganz viele Blogger(innen) lesen und darin innehalten sollten.
    Sei ganz lieb gegrüsst und bis bald,
    Brigitte

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  8. Ich gebe Dir da vollkommen recht, Irmi.
    Es sind nicht die treuren Dinge, die großen, die schnellen... nein, es sind kleine Dinge, die einem im Gedächtnis bleiben.
    Natürlich waren das damals andere Zeiten, aber man muss auch in der heutigen Zeit diesen Wahn nicht vollkommen mitmachen.
    Aber ich gebe zu, es ist nicht leicht. Mein Sohn hat auch viel zu viel Spielzeug, obwohl wir es immer wieder versuchen einzudämmen und auch aussortieren. So dass er immer nur einen Teil im Kinderzimmer hat. Nach einer Zeit wird ausgetauscht.

    Noch ist er im Kindergarten und das Konsumdenken dort hält sich bei den Kindern doch noch sehr in Grenzen. Ich bin gespannt, wann los geht. Denn leider ist es wirklich so, dass man sich dem Ganzen nicht vollkommen verschließen kann, möchte man nicht, das sein Kind als Außenseiter oder Sonderling dasteht. Wir versuchen einen Mittelweg zu finden.
    Derzeit gelingt es wie gesagt noch ganz gut. Die Kindergeburtstage sind nicht so gehalten wie bei dem 10 jährigen Jungen. Sondern eher schlicht. Die Geschenke werden klein gehalten und auch bei seinen Freunden ist das zum Glück so. Dafür wird viel Wert auf Spiele gelegt, wie Topfschlagen, Eierlaufen etc. Die Kinder haben immer eine riesen Spaß dabei.

    Deine Erzählung hat mich wieder etwas nachdenklich gemacht. Vieles nehmen wir einfach als selbstverständlich hin. Diese Zeit, von der Du schreibst, kenne ich nur aus Erzählungen und ich finde es so wichtig, dass sie immer wieder erzählt wird. Das sie nicht vergessen wird. Sie macht einen wieder etwas sensibler dafür, wie gut wir es jetzt haben und wir wieder mehr lernen sollen, die Dinge zu schätzen.

    Vielen Dank, dass Du uns an Deinen Erinnerungen teilnehmen lässt.

    Liebe Grüße
    Sonja

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  9. Hallo Irmi,
    ja, oft wird es übertrieben an Kindergeburtstagen, aber viele Familien haben auch nicht viel Platz und müssen anderweitig feiern.
    Es kommt auf den Rahmen, den Umfang der Feier an und natürlich auch auf den Geldbeutel. Ein bisschen weniger ist manchmal mehr.
    Ich konnte auch immer nur sehr bescheiden meine Geburtstage feiern.
    Deine Geschichte hat mich sehr berührt.
    Liebe Grüße,
    Heidi

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  10. Ja, in meiner Kindheit in den Sechzigern ging es auch noch bescheidener zu und als Geschenke gab es immer die verhassten Stofftaschentücher, wenn andere Kinder zur Feier kamen. Dabei hätte ich mich viel mehr über Stifte oder ein neues Malbuch gefreut :)

    Unsere Kinder durften sich ihre Geburtstage selber planen, Da gab es früher auch schon Kegelbahn, Kino oder ein Konzert mit einem Kinderliedersänger, der gerade in der Stadt war oder später Eishockeyspiele in der Köln-Arena. Jetzt fragst du dich sicher warum so aufwendig. Es war für mich die geringste Arbeit und wenig Stress. Unsere allererste Kinderparty war nämlich ein totales Fiasko. Die guten alten Spiele (Topf schlagen, Reise nach Jerusalem usw) wollte niemand mehr spielen, Kuchen wollte auch niemand essen, höchstens beim Toben zwischendurch mal reinbeißen, Schnitzeljagd wurde auch abgelehnt, weil es wohl "immer" gemacht wurde, Treppensteigen war "doof" und als ich genug vom Toben, Schreien und in Teppichen eingerollten Kindern hatte, habe ich sie vor ein Video gesetzt und mir geschworen, so nie wieder. Noch zur Erklärung, unsere ganze Familie hat im Dezember Geburtstag, da ist es mit raus gehen immer schwierig.

    Egal wie, die Hauptsache ist doch ein glückliches Geburtstagskind.

    Liebe Grüße
    Arti

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  11. Liebe Irmi,

    vielen Dank für dieses Posting. Du sprichst mir aus der Seele. Ich finde diesen Trend sehr bedenklich.
    Übrigens hat sich mein 10jähriger Sohn - völlig ohne elterliche Beeinflussung - schon vor ein paar Jahren (!!!) entschieden, keinen weiteren Kindergeburtstag zu feiern. Er empfand es nicht als größtes Glück und störte sich an der immensen Erwartungshaltung der Besucher-Kinder.

    Ihm ist es am allerliebsten, wenn wir an seinem Geburtstag (der auch noch immer in die Sommerferien fällt) sein aktuelles Lieblingsessen kochen, einen besonderen Kuchen backen und gemeinsam einen tollen Tag erleben (mal mit Zoobesuch... mal mit Mini- oder Adventuregolf) - nur wir vier! Finde ich sehr schön so und genieße diese Tage :)

    Liebe Grüße vom Schäfchen

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  12. Ja, es ist schon schlimm wie heute alles ausufert. Man bekommt einfach nicht genug von allem. Immer mehr, immer höher, immer besser. Das sind heute mit unsere Grundwerte und die fangen heute schon mit den Geburtstagen im Kleinkindalter an. Früher bekam nur das Geburtstagskind Geschenke, heute müssen die anderen Kinder auch Gastgeschenke bekommen und egal was es kostet, nur das Beste und Teuerste ist gut genug für die Kleinen. Ich glaube diese Gier ist ganz besonders schnell angestiegen, nachdem die Trends aus den USA hier zu uns rübergeschwemmt kamen und die Medien natürlich auch immer präsenter wurden und für jeden habhaft. Wir können nur hoffen, dass ein bisschen mehr Bescheidenheit wieder zurückkommt, ansonsten wird es mit unserer Gesellschaft immer weiter bergab gehen. Schön ist, wenn man zwischen all diesen unschönen Sachen, dann doch auch mal wieder sieht, dass es auch anders geht und manche sich eben doch aus diesem Zwang immer mithalten befreien und einen anderen Weg gehen.

    liebe Grüsse
    Brigitte die Weserkrabbe

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  13. Liebe Irmi,

    ich glaube kaum, dass er in 70 Jahren noch an seinen 10.Geburtstag denkt. Ich bin ja ein Eckchen jünger aber bei uns gab es sowas auch nicht, ich sehe das in meinem Umfeld auch was bei Kindern immer für Partys geschmissen werden, da denke ich mir oft, sowas gabs bei uns nie, aber ganz ehrlich uns hat auch nichts gefehlt und wir waren auch glücklich über unsere Geschenke und schon happy wenn wie bei dir ein oder zwei Freundinnen kommen durften.

    Ich wünsch dir einen schönen Tag

    LG Mela

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  14. Liebe Irmi,
    da hast du wohl mit deiner Kritik recht. Als meine Kinder noch jünger waren, nahmen die Feiern teilweise unerträgliche Formen an. Ganz bewusst haben wir einen Gegenpol gesetzt und trotzdem kamen die Freundinnen gerne zu uns. Manchmal muss man auch gegen den Strom schwimmen.
    LG
    Sissi

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  15. Ach Irmi, hier drängt sich die Frage auf, wer stand tatsächlich im Mittelpunkt:
    * das Kind
    * der Anlaß
    * die Eltern oder
    * das Darstellungsbedürfnis.

    Weniger ist manches Mal mehr, so meine ich.
    Ansonsten muss ich auf das Foto und das Thema sagen:
    es war eine interessante NÄHKÄSTCHENPLAUDEREI.
    :)

    egbert

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  16. Hallo liebe Irmi,
    Ich kann mich da nur Egbert anschließen, so sehe ich das auch!!
    Man fragt sich heute wirklich wer will da mehr im Mittelpunkt stehen, und ich glaub auch das es die "sogenannten ERWACHSENEN" sind.
    Es war auf alle wieder ein toller Post wie alle von Dir!!!!
    Hab einen schönen Tag und sei ganz ganz ♥♥♥lich gegrüßt.
    Bis bald
    Barbara

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  17. ...mich haben solche Kindergeburtstage bei meinen Jungs immer genervt, liebe Irmi,
    und ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob sie sich noch daran erinnern...und jeder will mit seinen Mitgaben den anderen übertrumpfen, manchmal hatte ich das Gefühl, was die Kinder zurück brachten war materiell mehr wert als das GFeburtstagsgeschenk, das sie mitgenommen haben..mir gefällt diese Entwicklung auch nicht und ich habe da auch nie mitgemacht, trotzdem sind die anderen Kinder auch gern zu uns zum Kindergeburtstag gekommen...und ich weiß, dass sie sich noch an den erinnern, als wir am 4. Januar am frühen dunklen Abend mit Taschenlampen in den Wald aufbrachen und eine Wanderung machten, um anschließend an einem offenen Feuer Stockbrot und Würstchen zu grillen...

    ich wünsch dir einen guten Tag,
    lieber Gruß Birgitt

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  18. Unsere 'Große' wird in der kommenden Woche 7 Jahre alt. Sie durfte alle Mädchen ihrer Klasse einladen, da sie zu allen Kontakt hat und sich oft nachmittags mal mit der einen, mal mit der anderen trifft. So werden 10 Kinder kommen. Sie feiert im Garten und ihr größter Wunsch ist - wie in jedem Jahr - eine Schatzsuche. Als ihre Patentante letztens fragte: 'Was wünscht du dir denn?' antwortete sie 'Schönes Wetter, damit wir den Pool aufstellen und baden können'. Die Tante stellte dann klar, dass sie einen materiellen Wunsch meinte. 'Ach so', sagte sie 'also Spielsachen brauch ich nicht, davon hab ich genug. Ich kann jetzt schon gar nicht mit allem spielen.' (Dabei hat sie wirklich höchstens 1/4 von dem, was andere an Spielsachen im Zimmer haben.) Ich kann sagen, dass ich mich riesig darüber gefreut habe. Sie hat sich dann ein Kleid gewünscht - in lila!!
    Es wird an dem Tag ein Topfschlagen geben, ein Schokokusswettessen - es wird Eis geben und Sackhüpfen und Schokolade und es werden glückliche Kinder sein.
    Natürlich ist das auch schon ein erheblicher Unterschied zu deinem Geburtstag, doch wir schreiben ja auch nicht mehr - so wie du auch sagst - das Jahr 1945. Ich denke auch, dass unsere Große sich später an ihre Kindergeburtstage erinnern wird - auch ohne das ein Vermögen dafür ausgegeben wurde. Aber das muss jeder für sich entscheiden. LG Martina

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  19. Liebe Irmi,
    hier schreibt Dir eine Mutter, die VOR ihrem Kind immer ungläubig den Kopf geschüttelt hat, wenn es in der Familie meines Mannes mit den Nichten und Neffen zu Bowling-Bahn und Co aufging. Ich hatte da immer den schönen Gedanken an die Waffeln meiner Mutter und die geschenkten *Schneider-Bücher*. ABER: Dann kam mein Sohn in den Kindergarten. Den ersten Geburtstag habe ich sang- und klanglos vergehen lassen, und mir angeschaut, was so gemacht wurde. *In* waren diese Indoorspielplätze, die ich persönlich ganz schrecklich finde. Ich mag aber auch Einkaufszentren nicht, weil dann kein Himmel über mir ist ;o)
    Ich fand das *Heuhotel* in unserer Nähe. Die Bäuerin backte Kuchen, es wurde eine Traktorfahrt gemacht, *Pepita*, die alte Kuh durfte gemolken werden und am Ende ging´s in den Heustall zum Toben. Die Bäuerin hatte das Zepter in der Hand, ein sehr strenges, aber es waren Kinder völlig unbeeindruckt und respektlos! Das war für mich auch der Hauptgrund, niemals in meinem (geliebten) Zuhause zu feiern. Mein Sohn ist von November, also zum draußen sein ein doofer Monat. Ab dem vierten Schuljahr wollte er dann nicht mehr mit anderen feiern. Er hatte sich gewünscht, mit Papa und Mama ins Kino zu gehen. Seither lassen wir das mit den Kindern feiern ganz sein. In seiner jetzigen Klasse feiern eher nur noch die Mädchen. So habe ich das zumindest gehört.
    Ich glaube nicht, daß er sich an einen der Geburtstage erinnern wird. Sie waren wenig besonders :o(
    Ich weiß, daß es auch heute noch Kinder gibt, die kaum das Nötigste von Zuhause bekommen. Da fehlt es z.B. auch an Schulmaterial. Als wir mal dachten, mein Sohn habe seinen Karteikasten verloren, wir einen neuen besorgten und der alte dann doch wieder auftauchte, schenkte er diesen einem Klassenkameraden, der schon oft Ärger mit dem Lehrer wegen des fehlenden Dateikastens hatte. Er hat sich gefreut, aber schon nach kurzer Zeit war der kaputt und dann weg. Das hat mich sehr nachdenklich gemacht, wie jemand, der nicht viel bekommt, mit solchen Dingen dann nicht ganz behutsam ist...???
    Es ist eine komische Zeit, in der wir leben! Man kann nur hoffen, dem eigenen Kind doch die wichtigen Werte zu vermitteln.
    Das war ein sehr nachdenklich stimmender Post. Ich freue mich immer, wenn ich das Nähkästchen sehe :o) Liebe Grüße, Elke

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  20. Hallo Irmi,
    ja die Kindergeburtstage, da kann man schon ins Nachdenken kommen. Unsere standen meistens unter einem Motto und es wurden nur so viele eingeladen wie alt man wurde - bei 10 war Schluß. Die Tochter war bei 12 Mädchen aus ihrer Klasse eingeladen, so wie alle anderen auch, also haben wir auch eingeladen... Gleich zum Mittagessen. Es gab Spaghetti, zwei Soßen und Salat. Zum Nachtisch noch Eis und später Kuchen. Aber es gab keine MitnachHausenehmen-Geschenke, stattdessen wurden von allen Eulen genäht. Es ging zu wie beim Handarbeitsunterricht mit ganz viel Geschnatter - total lustig und wir erinnern uns noch gerne daran. Allerdings war ich auch sehr nachdenklich müssen es soooo viele sein? Es hätte dicke Tränen gegeben und die Tochter hätte lieber nicht feiern wollen, als eine auszuschließen und deshalb durfte sie dann doch.
    Aber es gab bei uns nie große Geschenke zum Mitnehmen, sonder nur selbstgebasteltes, auch bei den Jungs. Wir sind hier auf dem Land, bei meiner Freundin in der Stadt ist es gang und gäbe, dass die Kinder ihre Wünsche in ein Büchlein schreiben und dies dann mit der Einladung mitgegeben wird. So können sie sich nacheinander eine Wunsch ausreißen und es wird nichts falsches geschenkt. Mir streuben sich da die Nackenhaare, das ist ja wie bei manchen Hochzeiten...

    Mein Geschenk an dass ich mich noch erinnern kann, war eine Orange in der ein Tannenzweig steckte und daran baumelten lauter Holzanhänger - ich bin halt ein Weihnachtsgeburtstagskind!!! Und ansonsten kann ich mich noch an jede Menge lustige Spiele erinnern, aber an keine Geschenke.
    LG
    Manu

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  21. Viele übertreiben heute maßlos bei Geburtstagsfeiern.Das haben wir nie gemacht und machen es auch nicht.Wir haben immer verschieden gefeiert;mal gebastelt,mal auf dem Spielplatz,auch mal schwimmen.Mal eine Übernachtungsfeier,mal ein Filmabend zuhause und es hat immer allen gefallen.
    LG
    Nicole

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  22. Hallo, meine liebe Irmi,
    es wurde schon viel geschrieben zu Deinem so tollen und nachdenklich stimmenden Post, ich kann dazu nur eins sagen! Mit Sicherheit bleibt Dir dieser Geburtstag für immer im Gedächtnis ........... *lächel* ...........ob das andere von ihren überdimensionierten Geburtstagsfeiern auch behaupten können?
    .............. Zufriedenheit, wer kenn die heute noch?
    Ich wünsch Dir noch einen schönen Nachmittag!
    ♥ Allerliebste Grüße Claudia ♥

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  23. Liebe Irmi,
    was die Kinder heutzutage alles bekommen und dann auf dem Müll landet. Unlängst sprachen wir Freundinnen - zwar weniger über den Kindergeburtstag, als unsere damalige Freizeitgestaltung. Wir spielten z.B. Gummitwist und es war schwierigst ein noch einigermaßen gutes Stück Gummi zu ergattern, das wir dann sorgsam zusammen knoteten. Wir hatten einen solchen Spaß damit, das werde ich nie vergessen. An meine Kindergeburtstage erinnere ich mich kaum .... Es wurde nicht viel gemacht.

    Ganz liebe Grüßle von Heidrun

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  24. Liebe Irmi,
    Ja wir hatten als Kind in den 50er Jarhen überhaupt kein Geburtstagsfest. Karamelle mit zur Schule zum ausreichen und das war's!
    Heutzutagen werden Kinder viel zu früh und viel zu viel Beschenkt. Die wissen später nicht mal mehr was ein Geschenk wirklich ist. Die Erwartungen werden immer höher und im Leben kommen auch oft andere Sachen auf uns zu; da können die verwöhnten Kinder überhaupt nicht mit umgehen! Da denken wir beide oft and die Länder wo es kaum etwas zu Essen gibt oder eine warme Ecke im Haus zum schlafen...
    Ganz liebe Grüsse,
    Mariette

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  25. Mein Geburtstag wurde immer nur mit meinen Geschwistern gefeiert und etwas besonderes gab es auch nicht.
    Meine Kinder konnten selber wählen, was sie gerne an ihrem Geburtstag machen wollten und wen sie einladen.
    Es wurde aber zuhause gefeiert und mir fiel immer etwas besonders ein, das hat nicht viel gekostet und dennoch Spaß gemacht.

    Frohe Pfingsttage wünsche ich dir und liebe Grüße ♥ Mathilda

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  26. Nun ja, auch wenns teuer war, kann es den Kindern viel Spaß gemacht haben ;-)
    Allerdings muss man hinterher nicht darüber klagen bzw. damit angeben, wie viel es gekostet hat, man hätte es ja auch billiger haben können - mit etwas Geschick und Phantasie. Aber ich muss auch sagen, dass gerade Jungen in größerer Stückzahl (ab 4 aufwärts...) ganz schön laut und anstrengend sind, wenn man sie einen Nachmittag lang im Haus hat. Ich habe oft ein Dorfspiel ("Schnitzeljagd" bzw. "Schatzsuche") vorbereitet, dann waren die Jungs nach zwei Stunden zumindest ein bisschen ruhiger. Und höre und staune: das absolut beliebteste Spiel, das nie fehlen durfte, war das gute alte Topfschlagen, gefolgt von Schokolade auspacken (mit Würfeln, Messer und Gabel usw., ich denke du kennst das)!
    Aber ein Mal ist mein Mann auch mit der ganzen Bande Kegeln gegangen (s.o., inkl. Würstchenessen). Die Buben waren begeistert. Und ich hatte einen wunderbaren, vollkommen ruhigen Nachmittag - auch das kann ein Geschenk sein! :-)

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  27. Hallo Irmi,
    an der Zahl der Kommentare erkennt man, wie wichtig für viele dein heutiges Thema ist.
    Wenn ich mich bei den vielen Kindern in unserer Verwandtschaft umschaue, dann kann ich dir nur zustimmen. Da geht jedes Maß verloren. Was ist, wenn diese Kinder einmal erwachsen sind und nicht mehr alle Wünsche erfüllt werden. Sie werden es sehr schwer haben. Ob das die heutigen, jungen Eltern bedenken?
    Liebe Grüße und schöne Pfingsttage,
    Anette

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  28. Liebe Irmi,
    an meinen 10. Geburtstag kann ich mich nicht mehr genau erinnern. Aber er war sicher ähnlich wie Deiner. Zwei Freundinnen kam zum mitfeiern, brachten Geschenke mit, wir machten Spiele, es gab Kakao und Kuchen. An den Kuchen erinnere ich mich noch genau. Es war immer mein Lieblingskuchen Frankfurter Kranz.
    Die Geburtstage meiner Kinder haben wir groß aber nicht teuer gefeiert. Ich hab mir immer ein Motto zusammen mit ihnen ausgedacht. Einmal waren wir Indianer, saßen um ein Lagerfeuer. Ein andermal waren wir ein Zirkus und jeder führte vor, was er am liebsten tat. Ich hatte ein paar Zauberkunststücke eingeübt, die mir sogar gelungen sind. Alle hatten Spass und das war die Hauptsache.
    Lieben Gruß von Sabine

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  29. Nice one Irmi, lovely birthday, when you are 8.

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  30. Das, was schwer zu bekommen ist, wird sehr geschätzt. Das, was leicht zu bekommen ist, hat wenig Wert.

    Grüße Greg und seine Katzen

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  31. Meine Enkeltochter bekommt ständig Einladungen von Kindergartenkindern und natürlich müssen Gegeneinladungen folgen. Das Ende: Geburtstage mit über 15 Kindern, die Geschenke werden einfach aufgerissen und dann beiseite gelegt. Ich hielt das bei meinem Sohn immer so: je nach Alter, soviele Kinder (solange er klein war). Ich halte die Geschenke lieber klein und gebe dafür unter dem Jahr auch gerne... LG

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  32. Liebe Irmi, herzlichen Dank für Deinen lieben Kommentar. "Ganzfestfreu"!!! Schön, Dich auf diesem Wege gefunden zu haben. Ich freue mich darauf, weiterhin bei Dir mitlesen zu dürfen (habe mich angemeldet, bin aber wahrscheinlich an den Schluss gerutscht?!). Dein Post hat mich sehr gerührt. Die Zeiten haben sich rasant verändert und ich glaube, nicht immer nur zu unserem Vorteil. Schön, gibt es Menschen wie Dich, die "die Sache/ das Thema" von zwei Seiten betrachten. Das schafft Perspektive und Weitsicht. Sei herzlich gegrüsst, Frau Schritt

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  33. Liebe Irmi,
    Ich denke viele Eltern können mit einer Schar lebhafter Kinder zu Hause nichts anfangen, deshalb laden sie gerne zu einer Feier außerhalb ein. Da hatte ich es als Erzieherin einfacher.
    Unsere Tochter hat im Sommer Geburtstag. Das fand ich ideal zum Feiern. Wir haben uns Spiele überlegt und vorbereitet, die wir gut draußen im Garten ausführen konnten. Bewegungsspiele, welche in denen Geschicklichkeit oder auch mal Kreativität gefragt war. Und es gab KEINE Preise zu gewinnen.
    Der Sohn hat am selben Tag Geburtstag wie du, habe ich gerade entdeckt. Da gab‘s mal ein Piratenfest oder es wurde gemeinsam eine Legostadt oder Playmobillandschaft aufgebaut. Als sie kleiner waren haben mein Mann und ich ihnen ein Kasperletheater vorgespielt. Das was der Höhepunkt des Mittags. Mit älteren kann man gut eine Schatzsuche veranstalten. Ideen gibt es vielfach. Das wichtigste ist vielleicht den Kindern einfach Zeit zu schenken, die man mit ihnen verbringt. Da kann ein einfacher Gang in den Wald schon zum Abenteuer werden. Aber unsere Kinder waren noch einfacher zu beschäftigen, denke ich. Sie waren es nicht gewohnt stundenlang vor einem Bildschirm etwas Faszinierendes geboten zu bekommen. Eine große Schaufel, Erde, etwas Wasser und unser Sohn war glücklich und stundenlang beschäftigt. Die Tochter hat noch ein paar Förmchen und Löffelchen gebraucht, eine Gießkanne vielleicht. Ob das mit Kindern der heutigen Zeit noch möglich ist weiß ich nicht. Viele wissen mit solchen Dingen wahrscheinlich nichts mehr anzufangen. Schade.
    Meinen Enkeln werde ich es beibringen, wenn ich die Möglichkeit dazu habe.

    Ganz ♥-lich grüßt
    Uschi

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  34. Wenn ich an meine eigenen Kindergeburtstage (in den späteren 70'er und 80'er Jahren zurück denke, bleiben mir die Mokka-Torten, extra auf meinen Wunsch gebacken und mit meinem jeweiligen Alter mit "Smarties" veziert, in besonderer Erinnerung.
    Nicht ein Geschenk dagegen fällt mir aus dieser Zeit ein.
    Es sind sicher für jeden die eigenen kleinen Besonderheiten, die es ausmachen, für so wichtig erachtet zu werden, dass sie auch über Jahre nicht vergessen werden.
    Liebe Grüße, Birgit

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  35. Liebe Irmi, das ist eine rührende Erinnerung aus Deiner Kindheit. Ja, die Zeiten ändern sich, die Ansprüche werden leider immer höher. Ich bin Jahrgang ´65 und habe mich noch über selbst gestrickte Puppenkleidung gefreut, über Zopfhalter und neue Kniestrümpfe. Die Puppenkleidung ist immer noch da, wurde inzwischen an meine Nichten weiter gereicht, die meine Puppe von damals immer noch hübsch finden und gern haben wollten.
    Ich durfte auch immer Freundinnen einladen. Zum Abendessen gab es gekochte Eier, saure Gurken, Wiener Würstchen und fertige Schnittchen. Das war schon etwas Besonderes.
    Danke für diese privaten Einblicke.
    Liebe Grüße von Kerstin.

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  36. liebe irmi,
    endlich schaue ich auch mal wieder in blogs. deine beiträge sind wie immer sehr interessant, doch diesen hier finde ich besonders ansprechen. vielleicht weil ich selber enkel habe die gerne fordern, doch da bin ich sehr stolz, dass deren eltern grenzen setzten. das ist zwar immer wieder ein kampf, doch es funktioniert und die kinder haben längst gelernt auch noch andere dinge im leben zu schätzen.
    ich hoffe sehr, dir geht es gut. ich werde mich wieder telefonisch bei dir melden. hier wenden sich dinge langsam, neue perspektiven beginnen sich zu zeigen. nur, zum jubeln ist es verfrüht.
    eine dicke und feste umarmung
    ela

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  37. Ich danke dir für die freundliche Aufnahme in deine kleine (große) Gemeinde hier ,die du hier ansprichst. Ich kann mich gar nicht mehr so richtig erinnern an meinen 8. Geburtstag . :( komisch ne. Aber bei fünf Kindern relativiert sich das mit den Geburtstagsfesten .

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.