Mittwoch, 9. Juli 2014

Dies und Das über die Hautfarben

Die Erdbevölkerung lediglich in Weißhäutige und Farbige einzuteilen wäre viel zu einfach, denn jeder Mensch besitzt seinen individuell gemischten Hautton. Hautfarben gibt es also so viele  wie Menschen auf der Welt. Verantwortlich für die Hautfarbe ist das Melanin, ein vom Körper selbst hergestellter Farbstoff. Das
gelbliche, braune bis schwarze Pigment kommt außer im Menschen beispielsweise in Vogelfedern, Insektenpanzern und in der Tinte des Tintenfischs vor. Beim Menschen färbt Melanin Haare, Augen und die Haut. Die dafür verantwortlichen Farbstoffzellen liegen direkt in der obersten Hautschicht sowie in den Bindegewebezellen der Lederhaut. Über die Anzahl und Grundfärbung der Farbstoffzellen entscheidet die genetische Veranlagung schon vor der Geburt.
Vor etwa 2,5 Millionen Jahren lebten in Ostafrika die ersten Urmenschen  mit schwarzer Haut. Sie war damals wie heute ein notwendiger Schutz, denn dunkle Haut mit viel eingelagertem Melanin schirmt die Hautzellen vor zu viel Sonneneinstrahlung ab. Ein Übermaß an UV-Strahlen kann die Gewebezellen zerstören oder derart verändern, dass Hautkrebs entsteht. Melanin  wirkt als natürlicher Sonnenschutz, indem es die besonders gefährlichen UV-B-Strahlen absorbiert und in Wärme umwandelt.
Der Melaninfilter hat aber auch eine Nachteil: Unser Körper benötigt Vitamin D, um Kalzium im Darm aufzunehmen und in Knochen und Zähne einlagern zu können. Nimmt der Körper über tierische Fette - enthalten in Lebertran, Ei und Butter - nicht genügend Vitamin D auf, nutzt er die Energie der Sonne, um es aus Grundsubstanzen selbst herzustellen. Melanin behindert diesen Prozess, weil es eben keine Sonnenstrahlen mehr durch lässt. In den sonnigen Gebieten Afrikas und rund um den Äquator stellt dies kein großes Problem dar. Als sich unsere Vorfahren jedoch in den sonnenärmeren Regionen Mittel- und Nordeuropas ausbreiteten, litten die Dunkelhäutigen unter ihnen bald unter den Folgen eines gestörten Kalziumstoffwechsels: weiche Knochen und schwache Zähnen. Menschen mit etwas hellerer Haut waren nun im Vorteil, ihr Melaninfilter war schwächer, und es reichte schon ein wenig Sonne aus, um ausreichend Vitamin D zu produzieren. Die Anlagen für wenig Melanin setzten sich nach und nach durch.
Hautfarben sind also eine direkte Reaktion auf klimatische Verhältnisse. Im Laufe der Jahrtausende bildeten sich so weltweit alle nur erdenklichen Farbnuancen aus: Asiaten verfügen etwa über  eine eher gelbliche Melaninvariante, hellhäutige Mitteleuropäer besitzen nur wenig Melanin, können es aber durch Sonnenbaden kurzzeitig vermehren. Südamerikaner sind dagegen mit ihrer milden Bräunung perfekt an die extremen Wetterwechsel ihrer Klimazone angepasst.
Die Bezeichnung "Rothaut"  für die Eingeborenen Nordamerikas wird übrigens nicht nur als beleidigend empfunden, sondern beruht auch noch auf einem Missverständnis: Die Indianer haben keine rötliche Haut,
vielmehr  pflegen sie sich zu besonderen Anlässen mit roter Erde zu schminken.
(Quelle:  Unterlagen aus dem ITC, Heidelberg  -Hautkrebs-)




Sage nicht immer, was du weißt.
aber wisse immer, was du sagst.
(Matthias Claudius)

Kommentare :

  1. Einen wunderschönen guten Morgen,
    ich fühle mich zurückversetzt in Schulzeiten - Biounterricht - breit grins. Toll dieses Wissen nach so langer Zeit wieder hervorzukramen und aufzufrischen. Das mag ich ja so an deinem Blog.
    Einen schönen Tag sagt die Stine

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  2. Guten Morgen, liebe Irmi,
    interessant ist es, darüber mal wieder zu lesen (ist so lange her) und nachzudenken! Danke für diesen Beitrag!
    Ich wünsche dir einen schönen Mittwoch und grüße dich herzlich
    Regina

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  3. moin irmi,
    also war das wissen des hausarztes unserer nachbarn besser als das von unserem doc :).
    da die kinder keinen lebertran mochten bin ich hilfreich dabei gewesen.
    quatsch - wir hatten kühe, die nicht und somit war der hautschutz gegeben.
    ein breites wissensspektrum in sachen biologie ist bei mir nicht vorhanden, als ich versuchte zu begreifen:
    es gibt keine farbe schwarz - und warum, wieso?
    hab ich aufgegeben *g*.
    dank für die nachhilfe...
    lg kelly

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  4. Bei der Überschrift habe ich zuerst an etwas anderes denken müssen. Hatte nämlich gestern einen Bericht bzw. Video gesehen das ein Vater ins Net eingestellt hat. Ging über seinen Sohn (dunkelhäutig) der von den anderen Kindern im Kindergarten so liebevoll begrüßt wurde als er nach längerer Krankheit wieder zurückkam^^ Fand ich auch sowas von niedlich und wie wahr doch die anschliessende Aussage das Hautfarben im Kindesalter keine Rolle spielen ;-)

    Ich war schon immer ein eher dunkelhäutiger Typ und war da auch immer froh drüber. So macht mir Sonne relativ wenig aus, auch wenn ich mich hier immer eincreme sobald ich den Sonnenstrahlen länger ausgesetzt bin. Man merkt da wirklich die Unterschiede und das man doch näher am Äquator ist.

    Klasse dass du das Thema aufgegriffen hast, so machen sich vielleicht auch Leser mal Gedanken sich besser zu schützen.

    Hab einen schönen Tag und liebe Grüssle

    N☼va

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  5. Leider falsch, Irmi:
    Die Ureinwohner Nordamerikas pflegten sich mit dem Blut der getöteten Tiere einzuschmieren, um deren Kräfte auf den eigenen Körper umzuleiten. Keine rote Erde - rotes Blut.
    Und stanken danach ganz furchtbar.
    Ich zitiere lediglich Alexander von Humboldt.

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  6. Liebe Irmi, Dein Post geht heute unter die Haut :) Das mag ich gerne.
    Immer wieder an Dinge denken, die man zwar weiß, die aber oft so untergehen
    im Alltag.
    Ich wünsche Dir leicht gebräunte Haut und die entsprechende Sonne dazu.

    Liebe Grüße
    Erika

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  7. Irmi, das war wieder sehr lehrreich

    lg gabi

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  8. Liebe Irmi,

    ich bin ein hellhäutiger Typ. Wenn ich braun bin merkt man es kaum gross. :-)
    Leider wird mein Melanin durch eine autoimmune Krankheit abgebaut und so kann ich an einigen Körperstellen gar nicht mehr erbräunen. Ich muss mich vor Sonne zeimlich schützen denn diese Verbrennungen tun arg weh sonst.
    Das Vitamin D muss ich hin und wieder aus dem Fläschchen zu mir nehmen. Viele europäische Menschen leiden unter Vitamin D3 Mangel. Vorwiegend vom Oktober bis März wegen Sonnenmangel.

    Ich wünsche dir einen guten Tag.

    Herzlichst
    Julia

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  9. Hallo Irmi ...
    Danke für Deine lieben Kommentar zu der Sternenkinderaktion....
    Ja auch die Hautfarbe ist ja doch immer wieder ein Anlass darüber zu sprechen . Im Kiga meiner Enkelmäuse sind im Moment auch dunkelhäutige Kinder , da passt Dein Post perfekt , den Kleinen das verständlich zu erklären . Mitunter denkt man immer so kompliziert ...aber Du hast es wunderbar beschrieben.
    Übrigens habe ich heute Deine Nettigkeit zur Post gebracht .
    Liebe Grüße
    Antje

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  10. Liebe Irmi,
    auch ich bin begeistert, von deinem neuen Post, früher wusste ich das mal,
    habs aber mit der Zeit wieder vergessen.
    Vielen Dank für deine Auffrischung.
    Liebe Grüße
    Nähoma

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  11. Hallo meine liebe Irmi,
    danke für wieder einen schönen Gedächtnis-Auffrischungs-Post :O)
    Ich wünsch Dir einen schönen und glücklichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Deine Claudia ♥

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  12. Ich danke auch für die Informationen, wünsche dir einen super Tag, Klaus

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  13. Deinen sehr interessanten Post möchte ich, falls ich darf, noch um die Himbas ergänzen, ein Naturvolk, dass wir in Namibia bei einer Touristenführung kennenlernen durften. Sie benutzen rotes Eisenoxid, das in der örtlichen sandigen Erde reichlich vorkommt, um ihre Haut vor der starken Sonneneinstrahlung und Insekten zu schützen. Es ist immer vorhanden, kostet nichts und hat sich seit hunderten von Jahren bewährt.

    Liebe Grüße
    Arti

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  14. Liebe Irmi,
    Ja, so eine gelbliche Haut habe ich aber auch; es stimmt nicht immer so mit den Völkernbeschreibung. Gesunde Nahrung hat schon viel mehr Einfluss auf Zähne und Knöcher als je die Sonne haben wird.
    Ganz liebe Grüsse,
    Mariette

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  15. Irmi :-) Herzlich Willkommen auf meinem Blog.
    Habe mich gleich mal auch bei Dir als Leserin eingetragen. ...
    Abends werde ich mich in Ruhe umsehen...
    ♥♥♥

    Deine Tina

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  16. Liebe Irmi, wie immer ein toller Post. Weisst Du was Robert da mal gesagt hat? Er hat ein Mädchen mit japanischer Mama, einen Jungen aus Afrika in der Tagesstätte. "Wenn wir immer weiter mischen so wie bei den Farben ... ich glaub dann sind bald alle grau, so ein bisschen wie nicht schön!"
    Da fehlten mir damals die Worte für eine Antwort
    liebe Grüsse
    Elisabeth

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  17. Die Haut von uns Menschen ist wirklich sehr unterschiedlich. Auch bei unseren Enkeln ist es so. Die Große bekommt schnell einen Sonnenbrand, ihre Haut ist sehr hell. Die Haut der Kleinen wird eher braun - sie ist gegenüber der Sonneneinstrahlung nicht so empfindlich. - Danke für den interessanten Post! LG Martina

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  18. Liebe Irmi,

    mir war die Hautfarbe schon immer egal, ich habe viele "dunkle" Freunde. Manchmal beneide ich sie um ihre Färbung, obwohl ich auch froh bin, im Sommer (hautschonend) braun zu werden. Das weiß ich sehr zu schätzen, denn im Winter sehe ich immer so blass aus.

    Fröhliche Grüße

    Anke

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  19. Wirklich ein interessanter Post! Man hat zwar alles schon mal gehört, aber eine Auffrischung tut schon mal gut!
    LG Mary

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  20. Hallo liebe Irmi,
    interessanter Beitrag - wir achten schon lange auf die Sonne, bzw. dass wir nicht zuviel von abbekommen. Und auch die Enkelkinder geben wir das schon so weiter... man weiß ja, die Schäden machen sich erst im Alter bemerkbar.
    LG

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  21. Bei deinem post, liebe Irmi, sind Erinnerungen wach geworden an den Biologieunterricht in der Schule und damit verbunden, die Vererbungslehre. Aber hier geht es ja um etwas anderes und das sollte uns alle etwas angehen.
    Die Haut ist unser größtes Organ und sie gilt es, gut zu schützen.

    Danke dir für die tollen Infos, die du heute diesbezüglich mitgebracht hast. :-)

    Liebe Abendgrüße schickt dir
    Christa

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  22. Da hast Du aber wieder fleißig recherchiert liebe Irmi. Vor der Sonne müssen wir uns auch in Zukunft schützen. Dabei sind wir noch gut dran, in Australien z.B. ist es ja schon viel schlimmer.
    Grad am Wochenende musste ich über Sohnemanns Freundin lachen. Ihre Sommersprossen sprießen wieder zahlreich im Gesicht. Früher sah ich auch so aus, doch heut habe ich keine mehr im Gesicht.
    Liebe Grüße von Kerstin.

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  23. Liebe Irmi,
    das war sehr interessant zu lesen. Meine Kinder haben leider eine sehr helle Haut und neigen leicht zu Sonnenbrand, wie ich, ein richtiger "Schneewittchentyp". Durch das Ozonloch werden die Sonnenstrahlen intensiver und besonders wir Hellhäutigen müssen uns gut vor Schäden schützen. Vielen Dank für die wunderbare Information!
    Einen schönen Abend und viele Grüße,
    Mella

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.