Freitag, 22. August 2014

Dies und Das über die Einschulung


Gestern wurde mein Großneffe eingeschult. Meine Nichte schickte mir ein Foto per Mail.Auf dem Bild lachte mir ein fröhlicher Junge entgegen mit einer Riesenschultüte, die fast zu groß für ihn war. 
Automatisch musste ich an meine eigene Einschulung denken. Wir wurden damals noch zu Ostern eingeschult. Die Schultüte war klein. Sie beinhaltete auch keine Süßigkeiten, denn es war Krieg. Ich weiß noch, dass ich zwei Buntstifte und ein Heft bekam. Das waren Raritäten, die ich nur bekam, weil ein Freund des Hauses einen Schreibwarenladen betrieb.
Ich hatte das große Glück, dass ich zwei ältere Brüder hatte. Dadurch hatte ich einen guterhaltenen Ranzen. Der war aus Leder und schon leer ziemlich schwer. Wir hatten eine Schiefertafel, einen Griffel, einen Schwamm und ein Tuch zum trocknen.


http://www.eichwaelder.de/Altes/prohag12.JPG
Schiefertafel mit Griffel
alter-Kinderranzen-Schulranzen-Leder-Schultasche-Tonister-alt
Wir nannten das gute Stück Tornister

http://i.ebayimg.com/00/s/NzY4WDEwMjQ=/z/XUgAAOxyj4hTJeZr/$_72.JPG
Rechenmaschine

 Damit machten wir unsere  ersten Rechenübungen, sofern eine vorhanden war. 

Während der Einschulung heulten plötzlich die Sirenen. Wir mussten schnell nach Hause laufen und in den
Luftschutzkeller. Das hat mir meine Mutter später erzählt. Daran erinnerte ich mich nicht mehr.
Wir konnten nicht mehr lange in die Tinsberger Schule gehen. Unsere Lehrerin kam plötzlich von einem auf
den anderen Tag nicht mehr. Wir haben nie erfahren, warum das so war. Und dann wurde der Schulunterricht in einen Luftschutzbunker verlegt, weil die Situation immer brenzliger wurde.
Irgendwann in 1945 fiel der Schulunterricht dann ganz aus. Die meisten Lehrer waren eingezogen worden
und als wir wieder zur Schule gingen, hatten wir sehr alte Lehrer. So nach und nach kamen die Überlebenden dann aus der Kriegsgefangenschaft zurück, geprägt von schrecklichen Erlebnissen. Wir mussten kuschen und
auch das Stöckchen war da, mit dem wir manchmal über die Finger bekamen. Erst später wurde dann die "Prügelstrafe"  verboten.

http://www.bildungshaus-arnach.de/wp-content/uploads/jungen_schultuete.gif


Kommentare :

  1. Guten Morgen, meine liebe Irmi,
    die erfahrungen, die Du gemacht hast, kenne ich nur aus Erzählungen von meiner Mama.....ich bin erst 20 Jahre später eingeschult worden, aber auch bei uns gab es noch die Tafel und das Schwämmchen :O)
    Und das Stöckchen auf die Finger, das kenn ich auch noch! Unser Lehrer damals hatte es immer parat in der Hand ....
    Ich wünsch Dir einen schönen Tag und guten Start in ein hoffentlich wunderschönes und sonniges Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße, Deine Claudia ♥

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  2. Guten Morgen, liebe Irmi,
    gerade gestern habe ich auch noch darüber gesprochen, denn mein Enkelkind wurde eingeschult, ich als Oma und meine Mutter 8seine Uroma) habe ihn begleitet und habe mich gefreut, dass es so ein frohes Eriegnis für ihn war. Ich selbst habe meine Einschulung auch als fröhliches EReignis in Erinnerung, meine Mutter allerdings nicht, sie ist 1932 geboren und berichtete ebenfalls vom Stöckchen und fliegenden Kreidestückchen, die ein Lehrer mal nach ihr geworfen hat.
    Liebe Grüße
    Regina

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  3. moin irmi -
    oder gut erzogen: einen guten morgen, herr lehrer!
    so mussten auch wir grüssen und es stimmt, sehr alte lehrer hatten wir noch 1953 ff!
    mein *kleiner* bruder jahrgang 1953 hatte dann die junglehrer und der schulbesuch hatte ein ganz anderes niveau!
    luftschutzbunker und sirenenalarm hört sich furchtbar an, erinnerungen an meine einschulung hab ich nicht...
    lg kelly

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  4. Das sind doch schöne und gleichzeitig schlimmer Erfahrungen (die ja leider heute auch wieder Kinder machen müssen). Ist keinem Menschen zu wünschen.

    Ich nannte es übrigens auch noch Tornister, auch in Leder und was für ein Gewicht. Da haben es die Kids heute doch schon leichter^^

    Schönen Start ins Wochenende und herzliche Grüssle

    N☼va

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  5. Moin Moin liebe Irmi,
    ich hatte auch einen Tornister aus Leder, aber schon Hefte zum Schreiben (1664 eingeschult). Wir hatten einen Lehrer für 8 Jahrgänge in einem Raum. Jeden Tag mußten wir eine Strophe aus dem Gesangbuch auswendig lernen die eine/r aussagen mußte und dann alle zusammen singen durften. Ich habe meine ersten 4 Schuljahre in guter Erinnerung. Ab der fünften Klasse bin ich zur Realschule gegangen, bzw. mit dem Bus gefahren.
    Die Grudschuljahre waren für mich die lehrreichsten und schönsten.
    Liebe Grüße, Inge

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  6. Diese Erinnerungen vodn dienr Schulzeit fonde ich intressant wie es zu ging in diener ein Schulzeit, es war ziemlich heftig was du und die anderen Kinder erleben mussten schon... und heute ist ganz anders.. nur lernen müssen alle Schulkinder!
    Ich wünsche deinen Grossneffen viel Freude in der Schule!
    Dir ein schönen Freitag!
    Lieben Gruss Elke

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  7. Das ist die Erfahrungen die man damals gemacht hat,ich kenne sie noch aus Erzählungen von meiner Oma.Ich wünsche deinem Neffen viel Spaß in der Schule.Die Zeit vergeht so schnell.Ich sehe noch meine Kids da stehen,mit der Schultüte und nun sind schon 3 aus der Schule und die letzte kommt in die 9.Klasse.
    LG
    Nicole

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  8. Liebe Irmi,
    ich bin zwar erst nach dem Krieg geboren, aber so ähnlich war es auch bei uns. Die Zuckertüte war klein und drin war ein kleines Spielzeug und wenig Süßes, für meine kleine Schwester war auch was drin. Ich hab das damals nicht eingesehen, musste mich aber drein schicken. Prügel gab es auch noch und die Schiefertafel hat mich auch eine kurze Zeit begleitet. Der Schwamm dafür hing an einem Faden am Ranzen. Der war auch aus Leder und nicht so groß. Wir hatten allerdings nicht so viel zu schleppen, wie heute die Kinder.
    Ich wünsche Dir einen schönen Wochenausklang.
    Liebe Grüße von Anne

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  9. Ja.... Irmi, das sind wirklich keinen schönen Erinnerungen. Es muss schrecklich gewesen sein, damals im Krieg.

    Ich war gestern auch zur Einschulung meines 2. Enkelkindes- es war ein schöner Tag im kreise der Familie

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  10. Liebe Irmi, dass sind Erinnerungen, die ich nur aus Erzählungen kenne - unvorstellbar! Wünschen wir uns alle, dass niemals wieder ein Krieg auf deutschem Boden herrscht - oder gar von uns Deutschen ausgeht! LG Martina

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  11. Liebe Irmi,
    wie sich alles gewandelt hat........ Mein Kleinster wird im September auch eingeschult. Es wird ein großer Tag für uns! Früher war es nicht einfach, aber die Kinder waren auch zufriedener - der Überfluss von heute macht sich einfach bemerkbar.
    Ganz liebe Grüße,
    Mella

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  12. Hallo Irmi,
    so hat es meine Oma auch immer erzählt uns selbst meine Mutter noch. Als Kind fand ich die "Fingertatzen" immer ganz grausam und wenn unser Lehrer mal wieder herum brüllte wurde mir ganz flau im Magen.
    Aber der Tornister ist genial, der gefällt mir richtig gut.
    LG zu Dir
    Manu

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  13. ja, das ist immer ein besonderes Ereignis,alles Gute, Klaus

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  14. An die Schiefertafel kann ich mich auch noch gut erinnern und an den Tornister.
    Einer unserer Lehrer war wohl Choleriker, der schmiß mit seinem Schlüsselbund auf die Schüler. Das war auch nicht gerade angenehm, aber wenn man sich schnell duckte, dann bekam man ihn nicht ab.

    Liebe Grüße von Mathilda ♥

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  15. Liebe Irmi,
    vieles hat sich (radikal) geändert, aber die Aufregung am 1.Schultag ist - glaube ich - auch heute noch so, wie wir es vor vielen Jahren erlebt haben.
    Es ist und bleibt der Beginn eines neuen Lebensabschnitts, gell.
    Liebe Freitagsgrüße
    moni

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  16. Liebe Irmi,
    von meiner Tochter gibt es auch ein solches Foto - ihre Schultüte war allerdings nicht soooo riesig wie die ihres Kindergartenfreundes, denn ich hatte sie selbst gemacht und nicht so viel Bastelkarton zur Verfügung. Dafür war sie schöner und persönlicher und besser gefüllt ;o)) Von mir gibt es kein 1. Schultagsfoto. Schultüten hatten bei uns in Österreich den 1960erjahren noch keine Tradition - nur ein paar besonders "verwöhnte" Kinder bekamen "so etwas Elitäres" - und da gehörte ich nicht dazu... Leider hielt Janas Schulfreude nicht all zu lange an - und meine auch nicht, selbst wenn die Zeiten in beiden Fällen doch viel, viel besser waren als in deiner Kindheit. Es wird meiner Meinung nach noch immer viel zu wenig auf die ganz persönlichen Talente (und Antitalente) der Kinder eingegangen - hier fördern, da bitte nicht entmutigen... und KONKRET vorbereiten auf das Leben, das nach der Schule kommt... (Kommunizieren lernen, Streit vermeiden oder konstruktiv austragen, wohin kann es mit mir beruflich WIRKLICH gehen etc...)
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    Vielen Dank für deine lieben Zeilen, Irmi - ich freue mich sehr, dass du meinen Blog genießt!!!
    Hab ein wunderschönes Wochenende!
    Herzliche Rostrosengrüße,
    Traude
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  17. Wenn ich so Deine Erinnerungen lese, bemerke ich immer wieder, wie gut unsere Kinder es heute haben.
    Diese Kriegserlebnisse sind wirklich schlimm. Ich kenne sie nur von Erzählungen von meinen Eltern. Und wenn ich mir vorstelle, wie die Kinder früher mit der Prügelstrafe bestraft wurden, dreht sich mir wirklich der Magen rum. Gott sei Dank ist das alles vorbei.

    Aber ich ein paar Dinge waren auch noch zu meiner Einschulung ähnlich. Zum Beispiel hatte auch ich noch eine Schiefertafel.
    Und diese Rechenmaschine hat mein Kleiner jetzt auch noch. Daran übt er spielerisch das Rechnen. Zur Einschulung wird er sie aber nicht brauchen.

    Liebe Grüße
    Sonja

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  18. Hallo Irmi,

    glücklicherweise gehöre ich zu einer Generation, für die Kriegserlebnisse fremd sind. Bei uns wurden in meiner Kindheit oft Manöver der amerikanischen Streitkräfte durchgeführt - Panzerkolonnen fuhren durchs Ort, bewaffnete Männer sicherten Kreuzungen und tieffliegende Düsenjäger zogen ihre Kurven über unserem kleinen Dorf - weshalb? Über uns auf dem Berg steht ein Radarturm und man übte wohl über Jahre diese Anlage zu "unterfliegen".... kalter Krieg.

    An meinen ersten Schultag kann ich mich nicht sonderlich gut erinnern, ich war damals ziemlich schmächtig und klein, meine Schultüte zierte eine Katze, wenn ich mich richtig entsinne ^^ vielleicht sollte ich davon einen eigenen Beitrag verfassen ^^

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Björn :)

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  19. liebe Irmi,
    das waren damals so schlimme Zeiten, die ich auch aus Erzählungen von meiner Mutter kenne.
    Bei mir war alles einfacher als heute, viel Geld hatten die meisten Familien ja nicht.
    Aber ich habe nichts vermisst.
    Dem Schulanfänger alles Gute und viel Freude in der Schule.
    liebe Grüße
    Gerti

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  20. Die verschwundene Lehrerin - war sie Juedin?

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  21. Hallo Irmi,
    ich hatte im ersten Schuljahr auch noch eine Tafel, einen Tornister hatte ich nicht, aber mein Ranzen war auch aus Leder.
    Ha ha, ich kenne diese alte Rechenmaschine! Zum Glück sind mir diese schlimmen Kriegserlebnisse erspart geblieben, ich wurde erst viel später geboren, aber auch ich kann mich erinnern... bei einer Lehrerin mussten die Jungs "Pfötchen geben!"
    LG Heidi

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  22. Liebe Irmi, ja, die Schultüten werden heute schon anders befüllt :-) Ich hab neulich im Radio gehört, was da so alles reinkommt, und da war ich doch baff erstaunt. Trotzdem bleibt doch der erste Schultag in all seiner Aufregung noch etwas ganz besonderes.
    glg Susanne

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  23. Liebe Irmi,
    Ja damals waren es ganz andere Zeiten. So hat Pieter auch seine Schulzeit erlebt und alle müssten dann auch Deutsch lernen... hat ihm später sehr geholfen bei sein deutsches Buch natürlich!
    Prügelstrafe ist nicht gut aber zuviel Süssigkeiten mit zur Schule ist auch nicht gut... Die goldene Mitte!
    Liebe Grüsse,
    Mariette

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  24. Danke, dass du uns an deinen Erinnerungen teilhaben lässt! Ich muss ehrlich gestehen, dass mich das gleich mal wieder erinnert, dass ich es als Kind doch sehr gut hatte. Es war zwar nicht immer alles einfach, aber doch eben einfach in Ordnung. Ich bin quasi ein Kind der 70er und soweit ich mich erinnern kann, hatte ich schon eine Schultüte. Aber in den ersten zwei Klassen der Volksschule war es durchaus noch üblich, dass einem der Lehrer mit dem Lineal ordentlich eine üer die Finger zog....
    Wünsch dir einen schönen Sonntag!
    Liebe Grüße
    Mary

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  25. Es waren zwar schwere Zeiten, aber ich lese dennoch gern solche Erinnerungen. An meinen ersten Schultag kann ich mich gar nicht mehr erinnern. Aber an die Feier am Wochenende zuvor schon. Ich hatte einen roten Lederranzen, der mich viele Jahre begleitete. Später bekam ich dann eine modernere Tasche.
    Liebe Grüße von Kerstin.

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  26. An meine Schultüte erinner ich mich noch, es gibt ein Foto davon :-)

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  27. Da hast Du ja noch Zeiten erlebt, liebe Irmi! Hoffentlich so etwas nie wieder ... auf der Welt brodelt es, man mag gar nicht drüber nachdenken ...
    So einen alten Schulranzen kenne ich auch noch - aus Leder...
    Eine relativ große Schultüte hatte auch ich Anfang der 60er bereits ... obwohl wir sonst nicht so viel hatten ...
    Aber meine Mutti kannte so etwas gar nicht - auch kannte sie kaum Süßigkeiten und das war im Grunde auch sehr gut so! Denn mit dem vielen künstlichen Süßkram gehen nicht nur die Zähne der Kinder heute frühzeitig kaputt! Der Mensch kennt kaum noch ein Maß bei diesen ungesunden Dingen ... man hofft sehr, daß das einmal wieder anders wird.

    Alles Liebe auch hier
    Sara

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.