Montag, 4. Mai 2015

Dies und Das über den Trenchcoat



Diesen alten Zeitungsausschnitt fand ich bei meinen Recherchen. Denn der Trench hat Modegeschichte geschrieben. Wie ich darauf komme? Ich habe gestern endlich meinen alten Mantel entsorgt. Er war über 30 Jahre alt und passte auch schon lange nicht mehr. Es ist mir wahrlich nicht leicht gefallen - aber einmal musste es ja sein.

Ich habe meinen Mantel 1983 in London gekauft. Lange hatte ich auf einen  Burberry gespart und ich war stolz wie Oskar, als ich ihn endlich hatte.
Humphrey Bogart trug ihn in  "Casablanca", Inspector Columbo machte ihn zu seinem Markenzeichen und auch Stephan Derrick oder Hape Kerkelings Journalisten-Parodie Horst Schlämmer schienen ihn selten auszuziehen. Seit 100 Jahren ist das Kleidungsstück aus Londons Schneidereien ein Massenartikel - der Mantel wurde 1914 für die Soldaten im Ersten Weltkrieg zum Schutz gegen Wind und Wetter erstmals in Masse gefertigt.
Zweimal im Jahr ist anlässlich der Londoner Modewochen eine Show aus dem Hause Burberry. Jedesmal ein großer Erfolg. Schon längst ist er nicht mehr nur klassisch, nein auch bunte und schwarze Varianten haben Einzug in die Modewelt gehalten. 
Soviel Glamour hatte Firmengründer Thomas Burberry sicher nicht im Sinn, als er Ende des 19. Jahrhunderts seine Skizzen für den ersten Trenchcoat aufs Papier brachte. Schon 1870 hat er einen Stoff verarbeitet, der durch seine feste, wasserabweisende Qualität bestach: Gabardine. Die Polarexpedition von Roald Amundsen u.a. experimentierten etwas mit dieser neuen wetterfesten , aber dennoch atmungsaktiven  Textiltechnik. Anfang des 20. Jahrhunderts machte Burberry aus dem Material durch raffinierte Schnitte einen zeitlosen Gebrauchsartikel.
Wetterfest sollte er sein und warmhalten. Schließlich musste er für das Schlimmste herhalten, was Menschen sich damals vorstellen konnten: die Schützengräben (englisch: trenches) des Ersten Weltkriegs. Burberry verlieh ihm Schulterklappen und einen selbstschließenden Gürtel mit einer Schnalle, an der die Soldaten Ausrüstung befestigen konnten. Vorn schloss der Mantel mit zehn Reihen von jeweils zwei Knöpfen. Auf dem Rücken wurden die charakteristische zweite Stofflage angebracht, damit Wasser besser abperlt. Die Offiziere der Royal Army waren begeistert - 1908 bestellten sie das neue Outfit in großer Menge.

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Der Trenchcoat, der vor dem Ersten Weltkrieg  "Tielocken"  hieß, ist bis heute äußerlich  in seinen wesentlichen Bestandteilen fast unverändert. Burberry lässt ihn weiter in Nordengland Handfertigen. In der Londoner Klamottensschmiede erzählt man sich Geschichten, wonach die jungen Schneider ein Jahr lernen müssen, bevor sie überhaupt einen Kragen hinbekommen. Kunden blättern für ein Original oft mehrere Tausend Euro hin. So einen hätte ich mir natürlich nie und nimmer leisten können.
(Quelle: Mode im Laufe des Jahrhunderts)

Kommentare :

  1. Guten Morgen, meine liebe Irmi,
    oh ja, der Trenchcoat .....ich hab ihn geliebt, auch ich hatte einen über viele Jahre, aber ich hab ihn lange nicht mehr ....als junges Mädchen mochte ich ihn sehr, aber irgendwann kam der Punkt, wo ich für mich lange Mäntel nicht mehr mochte. Aber, ich hab ihn nicht entsorgen müssen, er ist zu der Tocher einer damaligen Bekannten gekommen, die ihn auch noch viele Jahre getragen hatte :O) ( Meiner war aber auch nur ein ganz einfacher, kein Echter, den hätte ich mir auch nie leisten können ....)
    Ich wünsch Dir einen guten und schönen Wochenstart!
    ♥ Allerliebste Grüße, Deine Claudia ♥

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  2. Tja, und ich hatte noch nie einen.... Träume davon, einen selber zu nähen.... Und wenn ich lese, wie schwierig der Kragen ist??
    Immer wieder spannend, deine andere Sicht aufs Leben :)
    Herzlichst
    yase

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  3. Dann hast du ihn wahrscheinlich Tag und Nacht getragen. Ist so ein Stück nicht ein Teil fürs Leben? Aber wenn er nicht mehr passt, ist es wohl auch gut, wenn man ihn weitergibt.

    lG von Swan und eine schöne Woche

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  4. Sehr interessant , liebe Irmi und die wird es auch immer geben . :)
    Liebe Grüße Heike

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  5. Danke Irmi für den interessanten Rückblick.
    Liebe Grüße
    Käthe

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  6. ein wirklich klassisches Kleidungstück mit Tradition - so einen echten hätte ich auch gerne

    lg gabi

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  7. und UNKAPUTTBAR Irmi
    aber sehr teuer
    LG vom katerchen

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  8. Ein wirklich zeitloses Kleidungsstück und Dein Artikel darüber war sehr interessant. Ich kenne das, von gar manchem lieb gewonnenen Kleidungsstück trennt man sich schwer. Oft hängen einfach auch Erinnerungen daran.
    LG
    Astrid

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  9. Liebe Irmis, mit Genuß habe ich Deine Worte zum Trenchcoat gelesen! Ich denke, besser als einen Trenchcoat kaufen, ist nur noch, ihn in London zu kaufen. Ich glaube Dir sehr gern, wie begeistert Du seinerzeit warst. Auch wenn die Geschichte seiner Entstehung betroffen macht (siehe Trench), ist dieser zeitlose Mantel sicher gerne Dein Begleiter über so viele Jahre hinweg gewesen.
    Ich schicke Dir viele liebe Grüße an den Neckar und träume erst mal weiter von einem echten Trenchcoat.
    Deine Erika

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  10. Das ist sehr interessant liebe Irmi. Ich besitze ja auch einen. Doch zum Anziehen komme ich nicht, da eine Jacke bei dem, was ich tue, angenehmer zu tragen ist. Trotzdem liebe ich ihn.
    Ich wünsche Dir einen schönen Start in die Woche.
    Liebe Grüße von Anne

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  11. Mehrere tausend Euro für einen handgefertigten Mantel (oder Schuhe) auszugeben, kann sich ein Normalverdiener wohl nicht vorstellen. Danke für den interessanten Bericht über den Trenchcoat! Ich kann mehr gut vorstellen, wie stolz du auf deinen warst. LG Martina

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  12. Liebe Irmi, mit Burberry liegt man ja immer noch voll im Trend:-)
    Ein Trenchcoat hat mir bei anderen immer so gut gefallen und ich fand mich immer zu klein dafür.
    glg zu Dir,
    Susanne

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  13. Liebe Irmi, sei herzlich gegrüßt.
    Das ist so ein zeitloses Bekleidungsstück. Habe auch keinen Echten.
    Ich bin Fan von Dufflecoat, mit den Knebel-Verschlüssen. Hatte schon als Kind diese Wintermäntel getragen. Jetzt kaufte ich mir wieder einen. Der ist aber nicht mehr so dick im Stoff, wie damals.
    Tschüssi Brigitte

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  14. I used to have an old trench coat, it came to me my uncle. I had it when I was 18 years old. I was a hippie, yes, it felt alright the trench coat.

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  15. Liebe Irmi,

    heute hast du einem Klassiker einen Ehrenplatz auf deinem Blog gewidmet!
    Das Original ist schon ein edles Stück, aber hierfür muss man auch tief in die Tasche greifen.
    Wie heißt es so schön? Qualität hat seinen Preis! Handgefertigt ist eben nicht durch Maschinenarbeit zu
    ersetzen.
    Erinnert mich jetzt an mein handbemaltes Seidenkissen auf meinem Blog aus der Meissener Porzellanfabrik.

    Ich muss gestehen, ich habe schon seit mehreren Jahren keinen Trenchcoat mehr, auch keinen unechten, obwohl
    ich sie wirklich sehr schön finde.

    Liebe Abendgrüße und eine schöne neue Woche für dich
    Christa

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  16. Hallo Irmi,
    ich hatte in den 70zigern mal ein Mäntelchen aus Gabardine, ah... lang ist´s her!
    Das der Trenchcoat so eine bewegte Vergangenheit hat wusste ich nicht und auch nicht, das er im Original so teuer ist!
    LG Heidi

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  17. der trench ist legendär, mir etwas unheimlich *zwinker*.
    als teenie hatte ich einen trenchcoatverschnitt in hellblau, damals in den 70ern.
    war mir in der zeit danach immer zu konventionell.
    einen guten und nicht zu stürmischen tag wünsche ich!
    lg kelly

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  18. Hallo Irmi,

    mir wird er immer als Utensil für Detektive in Erinnerung sein *g* irgendwie stellte ich mir einen Detektiv früher immer so vor,
    Lupe, komischer Hut und einen Trench dazu ;)

    Ich selbst habe aber nie einen besessen, ich glaube ich bin zu klein dafür...

    Liebe Grüße und Dir noch einen schönen Abend
    Björn :-)

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  19. Liebe Irmi,
    das ist ein sehr interessanter Diskurs zum Klassiker Trenchcoat! Ich liebe ihn auch, weil er ein so universell einsetzbares Kleidungstück ist und vor allem in der Übergangszeit unverzichtbar ist.

    Liebe Grüße aus Wien,
    Nadine

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  20. Nun ja, ich habe einen, aber bei mir steht BUGATTI drin, etwas leichter als der Burberry, aber nicht billiger...

    Ich bin einmal nach Lissabon geflogen, nur um die Puddingtörtchen von Belem zu essen.
    Irmi, einen richtigen Gig muss jeder mal im Leben gehabt haben.

    Liebe Puddinggrüße - Wolf

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.