Montag, 8. Juni 2015

Warum wird jemand am Schlafittchen gepackt?

Am Sonntag saß ich mit einer Bekannten in unserem kleinen Café. Wir hatten uns einen Eiskaffee gegönnt. Plötzlich wurde es draußen laut. Ein junger Mann randalierte. "Oh je" sagte ich, "der Chef wird ihn gleich am Schlafittchen nehmen und rauswerfen!" Und so geschah es.
"Was hast du gesagt? Am Schlafittchen nehmen?"  Sarina kannte den Ausdruck nicht und ich habe ihn erklärt, so gut ich konnte und es mir im Gedächtnis war.
Das Schlafittchen hat zunächst erst einmal nichts mit der Dame zu tun, die im Märchen mit den sieben Zwergen verkehrt. Vielmehr handelt es sich um eine Bezeichnung für Hemd- oder Jackenkragen bzw. Rock- oder Ärmelzipfel. Das Wort ist offenbar recht alt und in vielen Mundarten verbreitet. Es geht zurück auf den frühhochdeutschen Begriff   "Schlagfittich".
Damit gemeint waren eigentlich die Schwungfedern an den Flügeln von Gänsen und Enten. Am Ansatz der Gliedmaßen packen Landwirte ja gern ihr Geflügel, wenn sie es einfangen möchten. Erst später wurden dann diverse Teile von Kleidungsstücken, die den Fittichen ähnelten und sich ebenfalls gut festhalten ließen  "Schlafittchen"  genannt. Früher war es der Rockschoß, heute packt man eher am Kragen zu. Die Redensart kommt dann zur Anwendung, wenn man jemanden fassen und für ein geringes Vergehen zur Rechenschaft ziehen möchte.


Wenn du nichts zu sagen hast,
was besser ist als schweigen,
so schweige lieber.
(Menander)

Kommentare :

  1. woher der Briff stammt ist mir neu Irmi
    gekannt habe ich ihn schon
    DANKE mit einem LG zum Wochenstart vom katerchen

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  2. Interessant...die Redensart war mir geläufig, aber ich hätte es anders geschrieben, nämlich so, wie wir es hier aussprechen:
    Schlawittchen.

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  3. Guten Morgen, meine liebe Irmi,
    ach, das ist schön, jetzt weiß ich endlich, wo diese Redensart herrührt! Ich hab das auch schon so oft benutzt, aber mir noch nie Gedanken darüber gemacht, wo es herkommt. Man kennt solche Redensarten von Kleinauf, bekommt sie mit, und übernimmt sie.
    Danke, daß Du uns wieder ein Stückchen schlauer gemacht hast *lächel*
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Tag und einen glücklichen Wochenbeginn!
    ♥ Allerliebste Grüße , Deine Claudia ♥

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  4. wohin ich greifen muss um das schlafittchen zu fassen - war klar, nun auch die bedeutung...
    ich wünsche dir von herzen eine wunderbare woche mit einer gesitteten umgebung *ggg*.
    lg kelly

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  5. Guten Morgen liebe Irmi,

    wie man lesen kann hattest du ein schönes Wochenende und hast es dir gutgehen lassen. Heute wieder was gelernt kenne ich den Ausdruck zwar auch, aber die Herkunft war mit unbekannt. Bis dato habe ich auch noch nie über gewisse Redensarten nachgedacht, aber seitdem ich dich kenne schaue ich dann auch öfters mal nach ;-)

    Klasse auch das ZItat, aber noch schöner die Rosen. Herrlich☼

    Wünsche dir einen schönen Wochenstart und sende herzliche Grüsse

    N☼va

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  6. So habe ich das auch gelernt....
    Das Zitat ist mal wieder eines, das man sich zu Herzen nehmen darf :)
    Herzlichst
    yase

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  7. Diesen Ausspruch kenne ich auch und das mit dem Hemdkragen war mir ebenfalls bekannt. Allerdings muss ich zugeben, dass das Wort "Schlagfittich" und der Zusammenhang mit dem genannten Ausspruch neu für mich war. Man lernt bei Dir immer etwas dazu. Danke für Deine Erläuterungen.
    LG
    Astrid

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  8. Guten Morgen liebe Irmi,
    das Schlafittchen kannte ich, jedoch der Zusammenhang mit dem Federvieh ist mir neu ... Danke fürs Erklären.
    Ich wünsche dir einen guten Start in die neue Woche. Bei uns regnet es, was für den Garten eine dringende Wohltat bedeutet.

    Sonnige Grüße von Heidrun

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  9. Liebe Irmi,

    erstmal ein ganz liebes Dankeschön für deine Besuche und guten Wünsche bei mir :) :) Hab mich sehr gefreut.

    Und wieder habe ich etwas dazugelernt. Den Ausdruck kannte ich wohl - aber nicht seinen Hintergrund. Das klingt sehr einleuchtend. Hab Dank für die Erklärung :)

    Ich wünsche dir einen guten und nicht zu verregneten Wochenbeginn,

    liebe Grüße,
    Ocean

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  10. Liebe Irmi,
    diese Redewendung habe ich auch schon oft benutzt, aber der Hintergrund war mir auch unbekannt.
    Ich wünsche Dir eine schöne Woche !
    Liebe Grüße
    Käthe

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  11. Und wieder einmal bin ich durch dich ein bißchen schlauer geworden! :) Vor allem dass der Ausdruck von Schwungfedern abstammt... Man lernt echt nie aus! :)
    Alles Liebe und eine schöne Woche!
    Mary

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  12. Liebe Irmi,
    ich kenne den Begriff, habe seinen Ursprung aber noch nie hinterfragt, danke fürs aufklären!
    Liebe Grüße
    Regina

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  13. ...wieder was dazu gelernt, liebe Irmi,
    ich kenne den Begriff zwar, hätte ihn aber nicht erklären können,

    lieber Gruß Birgitt

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  14. Moinliebe Irmi,
    bei uns hier (Norddeutschland) wird immer noch ein Goosefitsch zum Fegen genommen. Das sind die Flügel der geschlachteten Gänse und gerade Imker nehmen diesen Handfegerersatz gerne zum Abfegen der Waben.
    Der plattdeutsche Goosefitsch scheint zum selben Wortstamm zu gehören.
    Liebe Grüße, Inge

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  15. Am Schlafittchen packen, oh das kenne ich gut aus Jugendzeiten.
    Jetzt sind mir möglicherweise die Federn schon gestutzt.

    Liebe Grüße
    Barbara

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  16. kenne ich, aber die Entstehung war für mich neu, wünsche eine gute Woche, Klaus

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  17. Diesen Beitrag finde ich mal wieder total gelungen, liebe Irmi.:-)
    Zwar war mir bekannt, dass man mit diesem Wort ausdrücken will, jemanden am Kragen zur packen, aber nicht, dass der Ursprung im Wort Schagfittich liegt.
    Wieder etwas gelernt. :-)

    Liebe Grüße und eine schöne neue Woche für dich
    Christa

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  18. Liebe Irma,
    viele alte Redensarten sind heute wieder schwer in Mode!
    Den Ausdruck kenne ich auch und die Erklärung ist einleuchtend.
    Wenn doch nur unsere Politiker mal Dein Zitat beherzigen würden, es wäre ganz schön still um manches geschwätzige Moechtergernpolitikermundwerk! ;-)

    Von meiner Lieblingsinsel Lanzarote schicke ich Dir ganz liebe Gruesse und eine angenehme und gute Woche,
    herzlichst moni

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  19. Ach, schau mal an! Daher kommt das Schlafittchen - ich habe mir nieeeee Gedanken darüber gemacht.
    Danke für die tolle Erklärung! LG und eine schöne Woche! Martina

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  20. Hallo Irmi,
    was du so alles weißt.Danke für die Info.Wünsche dir eine schöne Woche.
    LG Pippi

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  21. Das war sehr lehrreich, liebe Irmi! Ich lerne ganz viel bei Dir, das ist fein.
    glg zu Dir,
    Susanne

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  22. Hallo Irmi,

    die Redensart kannte ich auch, mit den Hintergründen habe ich mich jedoch bisher nie befasst - wobei ich noch ein paar Steckkragen habe :D

    Da scheint es bei Euch in den Eiscafes ziemlich hoch herzugehen ;)

    Schöne Grüße
    Björn :)

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  23. Liebe Irmi,
    bei Dir lernt man immer dazu *freu* danke dafür und auch für die schönen weißen Rosen, jetzt blühen sie auch bei uns im Garten und machen den Tag schön ;-)))

    ich schicke Dir sonnige Gartengrüße
    Traudi

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  24. ES gibt viele Sprichwörter und der Sinn dahinter ist auch meist interessant.
    Oft denkt man gar nicht drüber nach.
    LG von Swan

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  25. das finde ich nun ja ganz toll, dass Du hier noch mal über alte Sprüche aufklärst. Vieles sagt man im Alltag und kennt den Ursprung nicht.
    Dir eine schöne Woche und weiter so gute Einfälle, Klärchen

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  26. liebe Irmi,
    den Spruck kenne ich schon, aber jetzt weiß ich auch woher er kommt.
    Danke schön - bei Dir kann man immer wieder was dazu lernen.
    Ich wünsche Dir eine gute Woche
    liebe Grüße
    Gerti

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  27. Hallo Irmi,
    ich kenne den Ausdruck mit dem besagten "W" darinnen, aber wenn man weiß woher das Wort stammt, dann macht das ...am Fittich nehmen, natürlich Sinn!
    LG Heidi

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  28. Hallo Irmi,
    das Schlafittchen ist mir gut bekannt. Wurde ich als Kind doch selbst gelegentlich nach einer kindlichen Untat an diesem nach draußen befördert.
    Aber woher diese Redewendung kommt, wusste ich nicht. Danke für die Aufklärung.
    Liebe Grüße,
    Anette

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  29. Liebe Irmi, wie toll hast du das wieder erklärt. Ich kenne das "Schlawittchen" ja auch. Lange wird dieser Ausdruck wohl nicht mehr gebraucht werden, wie so viele alte Redensarten, leider. Dir noch eine schöne Woche. Lieben Gruß Doris

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  30. Der Begriff ist mir auch bekannt , liebe Irmi . Schöne weiße Rosen hast du da . Die duften doch bestimmt , oder ? :)
    Liebe Grüsse Heike

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  31. ja - das Schlafittchen kennen wir hier in Franken auch :-)
    aber mir war es ehrlich gesagt ganz entfallen. Jetzt wenn ich es lese ... da fällt es mir wieder ein das Schlafittchen ;-)
    danke Irmi

    herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

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  32. Wir sagen Schlawittchen, wie bei der Seifenfrau. Benutzt habe ich das Wort schon lange nicht mehr, ich denke, die Kinder werden es gar nicht kennen. Das bringt mich auf die Idee, ihnen bestimmte Begriffe näherzubringen, Irmi.

    Sigrun

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  33. Liebe Irmi,

    mir ghjets es wie einigen deiner Kommentatoren...zwar kenne ich den Begriff, jdeoch wusste ich nicht woher er stammt.
    Wieder etwas gelernt. :-)
    Ich verabscheide mich in einen blogfreien Sommer und wünsche dir ebenfalls eine schöne und gute Sommerzeit.
    Alles Liebe und Gute für dich!

    Herzlichst
    Julia

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  34. Ja, den Ausdruck kenne ich auch...jedoch nicht woher er stammt. Danke dir!
    GlG Karin

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.