Mittwoch, 16. September 2015

Dies und Das über Redewendungen

Redewendungen und Sprüche kommen und gehen - heute schneller denn je.  Ein Beispiel: "Jemand ist auf dem Holzweg". Jeder Deutsche versteht das heute noch. Soll man das aber einem ausländischen Studenten erklären, müssen die meisten passen. Man kann nicht mehr erklären, was ein Holzweg ist. Wenn man im Wald ist und der Forstbeamte entscheidet, dass da eingeschlagen werden soll, um neues Holz abzutransportieren Ein solcher Holzweg ist dann kein Wanderweg - er führt nirgendwo hin.

Es gibt auch Beispiele für populäre Wendungen, die mit der Zeit zu unverständlich werden und deshalb aus der Mode kommen. Auch hier ein Beispiel: "Schuster bleib bei deinen Leisten". Es handelt sich um ein lateinisches Sprichwort, gut 2000 Jahre alt. Wer weiß in der jüngeren Generation heute noch, was ein Leisten ist? Aber trotzdem  versteht man es, denn jeder weiß noch, was ein Schuster ist.

Da ältere Mitbürger nicht alle einen Computer besitzen, wo alles nachgeschaut werden kann, habe ich eine kleine Runde gegründet. Alle vier Wochen werden 8 - 10 Redewendungen erklärt. Die Teilnehmer teilen ihre Wünsche mit - und bei der nächsten Zusammenkunft werden die Hintergründe erklärt. Das macht viel Spaß und bei Kaffee und Kuchen wird viel gelacht.

Hier nun einige Redewendungen und ihre Herkunft:

Laufpass
Im 18. Jahrhundert wurden preußischen Soldaten amtliche Bescheinigungen ausgestellt, dass sie regulär aus dem Dienst entlassen wurden und somit nicht als Deserteure galten. Seither wird der Laufpass in der Redensart auch mit einer Entlassung oder einem Abschied gleichgesetzt.

Etwas auf der Pfanne haben
Einst besaßen Lunten- und Steinschloss-Gewehre eine kleine Mulde - die so genannte Pfanne. In diese hat man das Zündpulver geschüttet. Wer also "etwas auf der Pfanne hatte" konnte sofort losschießen. Daraus entwickelte sich bald eine bis heute verwendete Redensart..
Ist jemand besonders klug, hat er etwas auf der Pfanne.





Mit den Flügeln der Zeit
fliegt die Traurigkeit davon.
(Jean de La Fontaine)




Kommentare :

  1. Guten Morgen, meine liebe Irmi,
    danke für diesen schönen und wieder so interessanten Post!
    Was ich bewundere, daß Du Dich da so einsetzt, Dir immer die Mühe machst, und solche alten Sprichwörter für uns erforschst. Was ich noch besser finde, ist diese Runde für ältere Menschen, eine wunderschöne Idee! Daß das sehr gut ankommt, kann ich mir denken, und daß es Dir und den Teilnehmern soviel Freude macht, das freut mich auch! Dazu Kaffee, Kuchen und Lachen, für alle immer eine wundervolle Zeit, und sie werden es Dir sicher sehr danken!
    Ich wünsche Dir einen schönen und glücklichen Tag :O)
    ♥ Allerliebste Grüße , Deine Claudia ♥

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  2. Liebe Irmi,
    jetzt aber mal alles der Reihe nach und brat' mir einen Storch.
    Ich glaub', ich bin im Wald und jetzt schlägt's Dreizehn.
    Liebe Grüße - Wolf.

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  3. Liebe Irmi,
    mich hat bei einer Stadtführung von Lohr die Erklärung für den 'blauen Montag' oder des 'blau machens' begeistert, vor allem als wir durch die Färbergasse mit ihrem kleinen Rinnsal gingen:
    "Den zu färbenden Stoff gab man in die stinkende Brühe mit Urinl die damals durch die Rinnen der Strasse lief. Heraus kam zunächst kein blauer Stoff, sondern ein gelblich-grüner. Blau wurde der Stoff erst während des Tages. Durch das Sonnenlicht und den Luftsauerstoff oxidierte das Indigo im Stoff und wurde blau. Und in dieser Zeit, meist montags, ruhte die Weiterverarbeitung. Die Färber hatten nichts zu tun, sie „machten blau“.

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  4. Liebe Ulla,
    als geborener Kölner kenne ich das, vor allen Dingen, wenn es heisst: Ich fahre über die Bäche...
    Aber, es muss leider richtig heissen: Sie machten Blau.
    Nämlich die Farbe.
    LG - Wolf.

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    1. Wo du recht hast, hast du recht :-)

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    2. Danke für Dein Lächeln!
      Ich selbst habe diesen kleinen Fehler wohl schon tausendmal gemacht.
      LG - Wolf.

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  5. Liebe Irmi,

    wie oft redet man derartige Sätze einfach so dahin, ohne sich über den tieferen Sinn im klaren zu sein. Wieder ein interessanter Beitrag, den Du da "aus dem Ärmel* schüttelst".

    *) Eine Aufgabe mit großer Leichtigkeit, ohne Mühe erledigen. Die Bettelmönche des 13. Jahrhunderts trugen Kutten mit weiten Ärmeln, in denen sie die für die Armen gespendeten Gaben aufbewahrten. Zurück im Kloster schütteten sie dann das erbettelte Gut "aus dem Ärmel".

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  6. Ja liebe Irmi,
    das ist eine tolle Idee mit der Kaffeerunde. Das bringt viel gute Laune, so wie mir dein heutiger Post. Auch meine Jungs fanden die Erklärungen interessant. :-)

    Liebe Grüße
    Andrea

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  7. Das war ja echt wieder interessant. Deine Kafferunde ist bestimmt sehr lustig und lehrreich. Habt auch weiterhin viel Spaß miteinander.
    Gestern habe ich bildlich einige Redewendungen dargestellt. Passt doch prima mit Deinem heutigen Post zusammen.
    Ich wünsche Dir einen schönen Mittwoch und schicke Dir liebe Grüße
    Astrid

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  8. Die Idee mit der Kaffeerunde finde ich genial und könnte ihr auch was abgewinnen, mal sehen! Und Redewendungen mag ich auch, wenn sie nicht gedankenlos dahin geplappert werden, wieder mal ein sehr guter Gedankenanstoss von Dir, liebe Irmi!
    Ich freue mich sehr, dass Du wieder da bist und hoffe, dass es Dir recht gut geht und dass Du Dich auch nicht übernimmst!
    Alles Liebe von Anna

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  9. Liebe Irmi,
    alte Redensarten überraschen einen immer wieder mit ihrer eigentlichen Bedeutung und vieles wissen wir heute nicht mehr, benutzen aber die Redewendung. Sehr interessant, vor allem die Pfannengeschichte war mir neu.
    Die Zeilen von La Fontaine sind wunderschön und stimmen hoffnungsvoll.
    Hab einen feinen Mittwoch,
    moni

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  10. ...wieder sehr interessant, liebe Irmi,
    denn obwohl ich die Redewendungen kenne, habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, wo sie wohl her kommen...und bei "was auf der Pfanne haben", war ich sogar auf dem Holzweg ;-),

    lieber Gruß Birgitt

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  11. Vielen Dank, liebe Irmi!
    Prima sind solche Posts.
    Ich hoffe, du bist wieder besser dran, deine Aktivität hier ist ja unglaublich. Und weil ich es noch nicht geschrieben habe, so jetzt: Ich wünsche dir für alle deine geliebten Tätigkeiten das Allerbeste und setze mitten in den Wunschkorb, den ich dir sende eine stabile Gesundheit.
    Bis bald,
    Angelika

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  12. redewendungen find ich super spannend. ich mache das auch gerne mal zur unterrichtseinheit :)
    liebe gruesse!

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  13. in unserer migrantengesellschaft hab ich oft gelegenheit, oder besser -
    muss ich neu formulieren um verstanden zu werden.
    redewendungen und *schnacks* sind schwer zu übersetzen.
    liebe irmi, habt viel freude in und an der *runde*.
    lg kelly

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  14. Deine Runde ist sicher lustig und interessant. Die Redewendungen habe ich für mich jetzt auch entdeckt. Ich werde meiner Sprüchesammlung einige hinzufügen und auf meinem Blog vorstellen. Eine Redewendung habe ich in einen Rebus verpackt und Du darfst demnächst raten, wie die Redewendung heißt. Das geht natürlich dann auch in meine Rätsel-Galerie.
    LG Elke

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  15. So eine Kaffeerunde macht sicher viel Spaß und die älteren Herrschaften erwarten diesen Termin bestimmt mit großer Spannung und Vorfreude. Da wünsche ich euch noch ganz viele interessante Sprichworterklärungen.

    Liebe Grüße
    Arti

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  16. Sehr interessant und die Schuster heutzutage haben noch alle altes Untensil, das konnte ich selbst einmal beobachten und bestaunen.

    Liebe Grüße von Mathilda ☼

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  17. .....eine gute Idee, in fröhlicher Kaffeerunde mit wissbegierigen Leuten den alten Redewendungen nachforschen - bringt Abwechslung in den Alltag und macht sicher allen Spaß !!
    Wünsche viel Erfolg bei der Suche nach den meist vergessenen Redewendungen !
    Schönen Gruß,
    Luis

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  18. Liebe Irmi, gute Idee mit dem Kaffeklatsch, Du sprühst schon wieder vor Energie, lach! Mache es gut Liebe Grüße Eva

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  19. Hallo Irmi,

    die Sache mit der "Pfanne" hatte ich schon gehört, wobei ich mir solche Dinge nicht wirklich gut merken kann *lach* zumindest nicht über längere Zeiträume ;)

    Liebe Grüße
    Björn :)

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  20. Liebe Irmi,
    Ja, die Flügeln der Zeit haben schon vieles mitgenommen und die jüngere Generation versteht überhaupt nicht mehr worüber es geht. Es stimmt auch für Ausländer die so etwas überhaupt nicht mitbekommen! Eine Sprache ist etwas lebendiges, es ist auch die Geschichte eines Volkes und unseren Vorfahren.
    Ganz liebe Grüße,
    Mariette

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  21. liebe Irmi, das hat wieder Spass gemacht bei Dir, Klärchen.
    Ich liebe auch Sprüche " wie es in den Wald hinein schallt, so schallt es wieder heraus",, kennt jeder, aber wird sich nicht immer dran gehalten...lach!

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.