Donnerstag, 7. Januar 2016

Dies und Das über Religionen

Der Krisenherd im Nahen Osten breitet sich aus. Das ist bedenklich und beängstigend. Ich habe diesen Zustand zum Anlass genommen und mich mal über Sunniten und Schiiten etwas schlauer gemacht.
Der Islam hat seit seiner Entstehung eine Vielzahl von Strömungen hervorgebracht. Schon wenige Jahre nach dem Tod des Religionsstifters Mohammed im Jahre 632 kam es zur ersten Spaltung der Gemeinschaft der Muslime (Umma) in Sunniten und Schiiten..
Auslöser war eine Auseinandersetzung um die Nachfolge des Propheten. Im sunnitischen Islam, dem die große Mehrheit der Muslime angehört, hatte über  Jahrhunderte der Kalif ( "Stellvertreter" Mohammeds) die geistliche und weltliche Macht. Das Kalifat wurde 1924 endgültig abgeschafft. Seitdem gibt es im sunnitischen Islam keine von allen Gläubigen anerkannte religiöse Autorität mehr.
Die Schiiten kennen dagegen eine Hierarchie der Geistlichen, an deren Spitze der Großajatollah. Der Imam (Vorbeter),  der die Gläubigen  führt, gilt als unfehlbarer Lehrer. Nach schiitischem Glauben existiert der zwölfte Imam seit 940 im Verborgenen weiter. Sie erwarten ihn vor dem Jüngsten Gericht.
In Saudi-Arabien herrscht eine ausgesprochen rigide Ausprägung des sunnitischen Islams, der Wahhabismus. Die Anhänger des sunnitischen Gelehrten Mohammed Ibn Abd al-Wahhab (1703-1792) nennen sich selbst Muwahhidun ("Bekenner des einen Gottes"). Der bei Riad in Zentralarabien geborene Abd al-Wahhab begründete eine Rechtsschule mit einer strengen Auslegung des Koran und einem von allen modernen Einflüssen  "gereinigten"  Islam. Die Herrscherfamilie  Saud bekannte sich zum Wahhabismus und machte diese rigide  Doktrin  des Islams im 1932 gegründeten Königreich Saudi-Arabien zur Staatsreligion. Bis heute überwacht dort eine Religionspolizei die Einhaltung der strengen Regeln. So drohen bei Alkohol- und Drogenkonsum oder Ehebruch drakonische Strafen bis zur Enthauptung.




Niemand unter den Sterblichen  ist so groß,
dass er nicht in ein Gebet eingeschlossen werden könnte.
(Bertolt Brecht)

Kommentare :

  1. Hei Irmi...gut dad zu wissen...jetzt kenne ich die unterschied zwischen beide glaubens richtung...alias völker.Dankee...bussi aus Seevetal.Luciene.

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  2. Liebe Irmi,
    hab lieben Dank für diesen Artikel, der sehr informativ und lehrreich ist. Es stimmt schon traurig, wenn man sieht, dass sich dieser Krisenherd im nahen Osten langsam als Flächenbrand entwickelt. Das Zitat von Bertolt Brecht finde ich geradezu genial zu diesem Thema.
    Herzliche Grüsse, Sichtwiese

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  3. Das ist alles ziemlich Verworren, im nahen Osten. Bis es schließlich zwischen unseren beiden Kirchen Frieden gegeben hat, hat es gedauert. Ich denke, sie brauchen auch dort so etwas, wie eine Reform des Islam.
    Lg Elke

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  4. Liebe Irmi, da machst du dich ja mal wieder verdient um die Bildung von uns Bloggerinnen! Ich war ja beruflich dazu gezwungen, mich immer mit all den religiösen Unterschieden zu beschäftigen, denn hierzulande ist ja Muselman gleich Muselman ( da sollte man mal alle Protestanten in einen Topf werfen - hui, da kann man was erleben! ) und habe nicht schlecht gestaunt, dass es da so wenig friedlich zuging wie in den Vierziger, Fünfziger Jahren zwischen den Dörfern hier in Badisch Sibirien mit ihren verschiedenen christlichen Religionen.
    Seit einem Jahr ist das eines meiner großen Themen, seit ich begonnen habe, mich für den Blogger Raif Badawi einzusetzen. Da habe ich wöchentlich viel zu lesen über diese Region, den Islam und die Vorstellungen von gesellschaftlichem Zusammenleben.
    Ich denke, damit - und mit der Geschichte generell - lohnt es sich auseinanderzusetzen, bevor man eine Meinung von sich gibt. Tun nur nicht mehr viele Menschen in unserer saturierten Gesellschaft. Und dann ist man letztendlich konfrontiert und hat nur platte Sprüche parat...
    Ich finde, das ist eine tolle Chance, dass frau im Ruhestand sich mit vielem neu befassen kann.
    In diesem Sinne: alles Gute!
    Astrid

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  5. Religionen und Glaubensrichtungen entfachten schon immer Kriege und in der Bibel ist es nachzulesen.
    Ich würde mir wünschen alle Religionen könnten friedlich zusammen leben, aber das ist kaum möglich wegen des Fanatismus.
    Religiöse Minderheiten haben schon immer Probleme und müssen sich rechtfertigen. Ich finde es traurig, dass sich jeder für etwas bessertes hält, das gilt für alle Religionen. Mit dem Islam habe ich mich nicht beschäftigt, aber ich lasse allen die Freiheit an das zu glauben was sie möchten. Ich verurteile ,dass Menschen wegen ihres Glaubens sterben müssen, ich verurteile auch die Todesstrafe.Wir Menschen haben kein Recht zu richten über Leben und Tod.
    Dazu habe ich jetzt genug gesagt, danke Irmi für Deinen Post, Klärchen

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  6. Liebe Irmi, ich bin froh, dass du über dieses Thema schreibst. Ich habe mich auch schon ausgiebig damit beschäftigt, weil ich nicht verstehen konnte, weshalb so viele Kriege geführt werden und so viele Menschen ihr Leben lassen müssen oder flüchten. Bei den vielen Religionen wird es lange keinen Frieden geben... obwohl ich nicht mal glaube, dass es nur um Religion geht, sondern schlicht und einfach um die Macht. Danke für deinen Beitrag!
    Liebe Grüße, Lollo

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  7. Das Zitat ist sehr treffend. Und eine gute Idee, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen
    Herzlichst
    yase

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  8. danke für deine Info - und auch das treffende Zitat von Bertolt Brecht.
    Heute in den Nachrichten habe ich Bilder von den hungernden Menschen in Syrien gesehen. Hunger wird als Waffe eingesetzt. Ist denn die Welt am Durchdrehen? Macht und Religion - darum dreht es sich leider immer wieder.

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

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  9. Liebe Irmi,
    Ja, es gibt in jede Religion Spaltungen aber die sind nicht so eingreifend wie bei den unterschiedlichen Sekten vom Islam. Die Christliche Gemeinschaft kennt auch viele Spaltungen! Das Problem besteht schon über tausend Jahre und wird nicht so leicht weggehen... Frieden auf Erde ist der Wunsch von soviel!
    Liebe Grüße,
    Mariette

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  10. Ich glaube auch, wie Lollo es schreibt - es geht vor allem um Macht. Die vielen "kleinen" Mitläufer wissen doch gar nicht genau, worum es geht, die ziehen einfach mit und die großen Drahtzieher sind "fein" raus, machen sich, wie die Mafia-Bosse keinen Finger schmutzig. ;-) Das ist wie überall ... "Religion" ist oft nur ein Vorwand. Es geht um Macht - und Geld!

    Alles Liebe auch hier
    Sara

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.