Mittwoch, 2. März 2016

Noch einmal Bier....

...an dem Tag, als ich über das Reinheitsgebot geschrieben habe wurde bekannt, dass auch dieses Getränk verunreinigt ist. Was soll man dazu sagen?
Bierdurst kannte man schon im dritten Jahrtausend vor Christus. Die Braukunst kam vom Vorderen Orient über die Römer nach Deutschland.
Im April 1516 macht der Bayerische Landständetag unter Vorsitz von Herzog Wilhelm IV. in Ingolstadt die Vorschrift für ganz Bayern verbindlich, dass zur Herstellung des Bieres nur Gerste, Hopfen und Wasser verwendet werden dürften.
Bier gibt es allerdings schon seit vielen Jahrtausenden. Im dritten Jahrtausend vor Christus war das Getränk in Mesopotamien populär. Die Kunst des Brauens kam vom Vorderen Orient in den Mittelmeerraum und erreichte mit den Römern Germanien.
Hier wurde sie im Mittelalter vor allem in Klöstern weiterentwickelt. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts lag das Hauptgewicht der Produktion in Norddeutschland, verschob sich aber dann nach Bayern.
Selbst Sprachwissenschaftler wissen allerdings nicht so genau, woher das Wort Bier kommt. Denkbar ist ein Zusammenhang mit dem germanischen Wort für Gerste oder Getreide. Eine andere Erklärung könnte die Geschichte des Gerstensafts liefern: Da Bier zuerst in Klöstern gebraut wurde, sei die Herleitung vom spätlateinischen  "biber" (Trank) zum lateinischen  "bibere"  (trinken) möglich, glauben einige Forscher. Fachleute halten auch eine Verwandtschaft mit  "brauen"  für wahrscheinlich.
Nach dem deutschen Reinheitsgebot dürfen nur vier Zutaten zum Bierbrauen verwendet werden: Malz wird je nach Biersorte aus Gerste oder Weizen gewonnen. Nach dem Reinheitsgebot soll bevorzugt Gerste zur Malzherstellung verwendet werden. Das Getreide wird mit Wasser vermengt, damit es keimt. Danach wird das Grünmalz in der Darre getrocknet. Es gibt über 40 Sorten.
Hopfen sorgt für den mehr oder weniger bitteren Geschmack des Bieres. Zudem beeinflusst er die Schaumkrone und erhöht die Haltbarkeit. Der Braumeister kann aus über 200 Sorten auswählen. Wasser ist Hauptbestandteil jedes Biers. Seine Mineralstoffe beeinflussen den Geschmack. So wird das malzig-süße Dunkelbier aus hartem Wasser gebraut. Das feinherbe Pils braucht weiches Wasser. Die Anforderungen an Brauwasser sind höher als die an Trinkwasser.
Hefe verwandelt bei der Gärung den Malzzucker in Alkohol, Kohlensäure und Wärme. Brauer unterscheiden zwischen obergäriger Hefen für Weizen- und untergärigen Hefen für Gerstemalz. Untergärige sinken an den Boden der Flüssigkeit, Obergärige ssteigen auf.
(Quelle: Broschüre einer hiesigen kleinen Brauerei)

 Es ist ein Grundbedürfnis der Deutschen,
beim Biere schlecht über die Regierung zu reden.
Otto von Bismarck

Kommentare :

  1. Guten Morgen, meine liebe Irmi,
    ja, es ist schon erstaunlich, was ständig wieder entdeckt wird .... wenn man das alles nimmt, darf man bald gar nichts mehr essen oder trinken ...
    Sehr interessantes hast Du wieder über die Geschichte vom Gerstensaft geschrieben , danke schön:O)
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen und glücklichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Deine Claudia ♥

    AntwortenLöschen
  2. Prost von der Pippa, die einen bayrischen Vater hat. Und Kinder dürfen in Bayern, ja müssen schon Bier nippen!

    AntwortenLöschen
  3. ... haha, haha, wußte gar nicht das Pippa noch ein Kind ist.
    Spaß beiseite, dein Beitrag war wieder sehr interessant liebe Irmi. Bei unseren Brauerei Besuch hat sie uns (die die Führung gemacht hat) auch sehr viel erzählt, aber Paula hat sich nicht so viel gemerkt, schließlich war sie mit dem knippsen beschäftigt.
    Nur soviel, sie haben auch eine eigenen Quelle und das Schwarzbier hat mir zum Abendbrot sehr gut geschmeckt.

    Einen schönen Tag wünscht dir
    Paula

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Irmi, der Spruch zum Schluss ist ja lustig. Ich glaube auch, dass Bier die Redseligkeit fördert, wenn man da manchmal dem Stammtisch lauscht...
    glg Susanne

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Irmi,
    ich mag kein Bier, doch Dein Post hier ist sehr schön und wissenswert, der Spruch zum Schluß sehr interessant.
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen Tag und sende Dir leibe Grüße
    Ingrid

    AntwortenLöschen
  6. Liebe Irmi,
    Klöster haben eigentlich so einiges entwickelt.
    Interessante Sache alles ums Bier.
    Ich las eben bei Arti, dass es dir besser geht....das freut mich für dich.
    Weiterhin alles Gute und Liebe.

    Grüessli
    Julia

    AntwortenLöschen
  7. Die Mönche wussten schon, was gut ist. Leider ist dieses Pflanzenschutzmittel heutzutage in vielen Lebensmitteln zu finden und wenn es nicht verboten wird, bleibt das auch so. Es gibt zwar einen Grenzwert, aber wie soll der Verbraucher wissen, wann der überschritten ist, wenn er z. B. am Tag mehrmals Getreideprodukte einschließlich Bier zu sich nimmt? Deinen Spruch von Bismarck finde ich gut,denn an den Stammtischen wird mit der Politik abgerechnet.
    Noch eine schöne Woche und liebe Grüße
    Elke

    AntwortenLöschen
  8. Liebe Irmi,
    einen tollen Eintrag, den ich hier lesen durfte. Das Zitat zum Schluss fand ich interessant und glaube, dass es nicht nur bei den Deutschen so ist, sondern auch hier bei uns ;-).
    Herzliche Grüsse, Sichtwiese

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Irmtraud, als eine Frau von Fach könnten wir dich hier sehr gut gebrauchen ;-)
    Wir sind grad dabei eine neue Ausstellung, zu besagter Landesaustellung, herzurichten. Eine unglaubliche Anzahl an Maß- und Halbekrügen gehören zur Sammlung unseres Museums. Aus Glas, Porzellan, Steinzeug und sogar Holz hat man Gefäße zum Bier trinken gefertigt - sie alle zu sichten, sortieren, reinigen, passend in Vitrinen zu präsentieren und mit der exakten Info zu versehen, ist momentan unsere Hauptbeschäftigung. Wenn die Ausstellung soweit fertig ist, werde ich sämtliche Brauereien in Niederbayern abklappern um Bier, Krug und Bierfuizl (Deckel) einer jeden Brauereien zu besorgen, um sie dann ebenfalls bei uns im Museum vorzustellen.
    Dann Prost liebe Irmi,
    Doris


    AntwortenLöschen
  10. Liebe Irmi,
    was es nicht alles nicht gäbe, hatten die alten Klosterbrüder nicht so viel ausprobiert, gell!
    Liebe Grüße
    moni

    AntwortenLöschen
  11. Ob Otto von Bismarck wohl Recht hat mit seiner Behauptung, liebe Irmi?
    Auf jeden Fall wird in der Kneipe wohl bei einem Glas Bier über alles Mögliche geplaudert, hoffentlich nun auch mal ernsthaft darüber, dass man das Pflanzenschutzmittel Glyphosat endlich ganz vom Markt nehmen wird.

    Denn Mensch schafft es schon, die Menschheit zu vergiften.

    Ich freue mich, liebe Irmi, dass es dir wieder besser geht. :-)

    Liebe Grüße
    Christa

    AntwortenLöschen
  12. Der Bismarck hat wohl damals schon "in die Stammtischrunden" hinein gehorcht! Wenn in den Regierungen so viel "politisiert" werden würde, wie an den Stammtischen beim Bier, na dann.....wäre das Chaos perfekt - oder ???
    Schönen Gruß,
    Luis

    AntwortenLöschen
  13. Hallo Irmi,
    Bier ist eigentlich ein Bio-Lebensmittel. Vor allem an einem heißen Sommertag ist ein kühles Pils ein Hochgenuss. Mit Bier kann man auch kochen. Beispielsweise einen Fritierteig mit Bier für Gemüse oder einen deftigen Bierbraten.
    Liebe Grüße von Ingrid

    AntwortenLöschen
  14. Hallo Irmi, interessant wie immer. Hier in unsrem Gebirgsort in Norwegen haben Norweger einen deutschen Braumeister engagiert, um gutes Bier zu brauen, hihi. Mein norwegischer Nachbar schwört auch auf deutsches Pils. Müssen immer etwas mitbringen. Liebe Grüße Eva

    AntwortenLöschen
  15. über den Spruch von Otto von Bismarck muss ich gerade schmunzeln :-)
    und dein Foto mit den Bierkrügen ist auch sehr schön.
    Danke wieder für die Informationen. Bei dir lernt man nie aus :-)

    herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

    AntwortenLöschen
  16. Aber das betraf wohl nur eine bestimmte Brauerei, die bei uns nicht ansässig ist? Unser Wolte** Bier ist ohnehin das Beste. :-) Meine Kinder müssen es wissen, die haben da sogar mal näher Einblick nehmen dürfen in Form von Praktika.

    Alles Liebe auch hier
    Sara

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.