Donnerstag, 21. April 2016

Das ist Erpressung

Eigentlich gehört diese kleine Geschichte, die sich wirklich so zugetragen hat, in die Weihnachtszeit. Aber Erpressung ist allgegenwärtig.

Ein kleiner Junge schleicht sich in die Kirche und stiehlt von den Krippenfiguren den Josef.  Nach einiger Zeit kommt er wieder und holt sich auch noch Maria. Der Pfarrer, der das sieht, beschließt, sich den Jungen vorzuknöpfen. Der Junge kommt wieder. Dieses Mal legt er nur einen Brief in die Krippe. Der Pfarrer öffnet später den Brief und liest  "Liebes Christkind, wenn du mir dieses Jahr wieder kein Fahrrad bringst, dann siehst du deine Eltern nie mehr wieder!"

Den größten Reichtum hat,
wer arm ist an Begierden.
(Seneca)

So wie der Junge machen es auch manche Erwachsenen. Sie möchten Gott am liebsten etwas abzwingen, von dem sie glauben, es sei für sei ganz wichtig. Dabei übersehen sie, dass nicht alles, was wir uns wünschen, auch gut für uns ist.

Manchmal ist es schwer, von einem Wunsch Abschied zu nehmen. Das macht traurig und oftmals auch wütend. Alles scheint sich gegen uns verschworen zu haben. Wir argumentieren aus unserer Enttäuschung heraus plötzlich wieder wie Kinder:  "Andere bekommen das doch auch. Warum muss ich darauf verzichten? Ich finde das ungerecht! Vielleicht finden wir dann durch all die negativen Gedanken und Gefühle hindurch  zur Ruhe und zum Nachdenken. Wägen das Für und Wider ab, und fügen uns. Es kann aber auch sein, dass wir die Sache plötzlich mit ganz anderen Augen sehen und dabei auch die negativen Seiten unseres Wunsches erkennen. Vor lauter Wollen ist uns vorher vielleicht tatsächlich etwas entgangen.


Und hierzu passt - wie ich finde - sehr gut ein altes chinesisches Sprichwort:

Wer Menschenkenntnis besitzt, ist gut,
wer Selbsterkenntnis besitzt, ist erleuchtet.


Kommentare :

  1. Irgendwie ist das einen nette Geschichte - kindlich naiv eben

    lg gabi

    AntwortenLöschen
  2. Wir sehen nur das, was vor uns liegt. Nie haben wir unsere ganze Lebenszeit vor Augen, so wie Gott es hat. ER hat den Überblick. Und weil er es gut meint, können wir nicht immer alles haben, was uns gut dünkt.
    Herzlichst
    yase, die das alles noch am lernen ist

    AntwortenLöschen
  3. Liebe Irmi,

    oh ja, wie das Kind empfinden viele Menschen so. Aber ist echt besser so, das einem nicht jeder Wunsch erfüllt wird. Wenn alles erfüllt wird, was haben wir dann noch? Nichts! Das Leben würde langweilig werden.

    Hab einen schönen sonnigen Tag
    LG Paula

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Irmi,

    oh ja, wie das Kind empfinden viele Menschen so. Aber ist echt besser so, das einem nicht jeder Wunsch erfüllt wird. Wenn alles erfüllt wird, was haben wir dann noch? Nichts! Das Leben würde langweilig werden.

    Hab einen schönen sonnigen Tag
    LG Paula

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Irmi,
    diese Geschichte ist sehr anrührend, doch man muss sich schon die Frage stellen: "Woher hat das Kind diese Aussage?" Werden die Kleinkinder nicht auch schon erpresst, mit "Wenn du nicht brav bis, kommt das Christkind nicht, wenn du nicht brav bist ist die Mama traurig" und leider setzt sich das bei manchen auch im Erwachsenenalter durch.
    Der Spruch von Seneca trifft dazu voll ins Schwarze!
    Ich wünsche dir einen sonnigen Tag.
    Lg Sadie

    AntwortenLöschen
  6. Guten Morgen liebe Irmi,
    genau so ist es.
    Und ich habe an mir selbst schon bemerkt, dass es wirklich so ist,
    Oftmals bekommt man dann mehr, als der Wunsch erfordert hätte, das empfinde ich als große Dankbarkeit der Allmacht gegenüber.
    Hab`Dank für deine aufbauenden Zeilen.
    ♥liche Grüße
    Jutta
    Danke für deine , immer sehr

    AntwortenLöschen
  7. Irmi und DOCH habe ich gelacht..Kinderideen
    Abzwinger macht nicht glücklich.
    Gut nicht jeder Wunsch geht in ERFÜLLUNG..man hätte NICHTS worauf man sich FREUEN könnte..keine Hoffnung.
    LG vom katerchen

    AntwortenLöschen
  8. Wie immer zum Nachdenken anregender Post und trotzdem musste ich doch über den kleinen Jungen mehr als schmunzeln ...
    Liebe Inslegrüße
    Sheepy

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Irmi !
    Ich habe Deinen Post wieder sehr genossen. Den Spruch finde ich besonders treffend. Ich befinde mich immer noch auf der Suche nach Erleuchtung....
    Alles Liebe
    Karen

    AntwortenLöschen
  10. Servus Irmi,
    da fällt mir spontan aus dem Lied von Rocco Granata ein:

    "Buona buona notte bambino mio
    Alles was man will
    Das kann man nicht haben
    Buona buona notte
    Schlaf' ein mein junge
    Sehnsucht wirst de ummer im herzen tragen....." https://www.youtube.com/watch?v=ImjH6CgM7u8
    Schönen Tag noch,
    Luis

    AntwortenLöschen
  11. ach ja...das ist eine wirklich niedliche Geschichte.
    Da kann man länger drüber nachdenken. Ein kleiner Junge hat die falschen Mittel gewählt... grundsätzlich halte ich es für richtig wenn man für seine Wünsche aktiv wird und sich gerade macht. Manchmal natürlich ist es auch gut die Dinge auf sich zukommen zu lassen und dann dass beste daraus zu machen...
    aber das ist noch nicht zuende überlegt, ich werde beim Hundespaziergang noch einmal darüber nachdenen!
    Herzliche Grüße
    susa

    AntwortenLöschen
  12. Liebe Irmi, meine Mutter hatte dazu einen netten Spruch. Wenn irgendetwas nicht so lief wie geplant, dann kam: Wer weiß, wofür et juut is.(für Nicht-Rheinländer: wofür es gut ist)
    LG
    Magdalena

    AntwortenLöschen
  13. Ach ja, es gibt so viele Dinge im Leben, die eigentlich Erpressung sind und unter einem anderen Schutznamen sogar im Gesetz stehen. Ich denke da gerade an die Rentendiskussion und an alle die Leute, die nicht die Möglichkeit hatten sich davon zu befreien (wie ich). Nach dem Motto "wenn ihr nicht einzahlt, bekommt ihr keine Rente" und dann wurde das Rentenalter erhöht und die Rente selbst von früher mal 64% des letzten Bruttogehaltes auf inzwischen 43% gekürzt. Für viele Leute wird das später dann mal keine Rente, sondern genau der Hartz IV Satz und dafür mussten sie 45 Jahre arbeiten, was jedem Langzeitarbeitslosen oder anerkanntem Asylsuchenden auch zusteht.


    Liebe Grüße
    Arti

    AntwortenLöschen
  14. Eine süße Startgeschichte.
    Ich wünsche mir auch was, das nur Gott kann.
    Aber das ist wohl Zuviel verlangt.
    deine Bärbel

    AntwortenLöschen
  15. liebe irmi,
    was soll ich sagen....ein ganz wunderbarer post und so wahr!
    alles liebe
    margit

    AntwortenLöschen
  16. Eine nette Geschichte, die einen doch schmunzeln lässt. Man kann sicher so manchen Wunsch überdenken, dann wird man oft zu dem Ergebnis kommen, dass es gerne beim Wunsch bleiben kann.

    Arti hat auf unsere unsägliche Rentengeschichte hingewiesen. Sie hat recht. Ich sehe das ebenso, und es ist kein Wunsch, sondern - wir haben einbezahlt. Und nun auch noch zu fordern, dass die Leute bis 70 arbeiten sollen - weitab jeglicher Realität. Es ginge alles viel leichter - nämlich, wenn alle einbezahlen würden, auch Beamte, Selbstständige etc., eben all jene, die bisher aus dem System heraus sind. Österreicher haben viel bessere Renten, weil alle einbezahlen. Aber das wird ja bei uns gar nicht in Betracht gezogen. Dann muss man sich über diverse Verluste nicht mehr wundern.

    Lieben Gruß, Brigitte

    AntwortenLöschen
  17. liebe irmi, ein sehr nachdenklicher beitrag, danke dafür!
    liebe grüße!

    AntwortenLöschen
  18. Liebe Irmi,
    beim Lesen der Geschichte musste auch ich schmunzeln, aber sie stimmt auch nachdenklich.
    Liebe Drosselgartengrüße schickt Dir Traudi

    AntwortenLöschen
  19. Diese lustige Geschichte mit den Krippenfiguren kenne ich liebe Irmi. Und muss dennoch wieder schmunzeln.
    Die Menschen beten meist, wenn sie sich etwas wünschen. Sind sie glücklich, vergessen sie es. Dabei sollten wir jeden Tag dankbar sein für das, was wir erleben, was wir fühlen, dass es uns gut geht.
    Heut war ich auf unserem Friedhof, die Kirche stand offen. Es ist eine alte, über 400 Jahre alte Kirche. Ganz schlicht gehalten, mit viel Holz und Malereien. Da kam unser Küster und wir haben uns unterhalten. Ich muss mal das Innere fotografieren und zeigen.
    Liebe Grüße von Kerstin.

    AntwortenLöschen
  20. liebe Irmi,
    eine nette Geschichte,
    stell Dir vor wir bekämen alles was wir uns wünschen - keine gute Vorstellung!
    einen schönen Abend und liebe Grüße
    Gerti

    AntwortenLöschen
  21. Danke für deinen netten Kommentar heute! Bin was spät dran...
    Selbsterkenntnis finde ich für mich das Wichtigste ( ohne dass ich mir einbilde, weise zu sein :-D )
    Gute Nacht!
    Astrid

    AntwortenLöschen
  22. That is amazing story, and I love the flower, excellent image.

    AntwortenLöschen
  23. ja - da ist was dran. Man kann das Leben nicht erpressen. Es kommt wie es kommt - und man muss einfach das Beste daraus machen. Aus Erfahrungen lernen ... das ist ein Gewinn.

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

    AntwortenLöschen
  24. So sieht das aus, liebe Irmi.
    Gott ist unser Vater, genauso wie die Eltern von kleinen Kindern, die noch nicht wissen, was wirklich gut für sie ist. Und genauso verhalten wir erwachsenen Menschen uns mitunter. Wir wissen nicht immer, was gut für uns ist und wollen immer so viel, Gott aber weiß es, da er uns erschaffen hat. Das erinnert mich auch an die Geschichte mit dem Kreuz. Ich weiß nicht, ob Du sie kennst? Daher hier in aller Kürze.

    Kam ein Mann zum heiligen Petrus, weil ihm sein Kreuz zu schwer geworden war. Petrus führte ihn in einen Raum, da lagen viele Kreuze. Der Mann sollte sich ein anderes aussuchen. Er ging hin und faßte dieses und jenes an, aber alle waren nicht richtig für ihn. Das eine war zu lang, das andere zu kurz, eines war zu rauh, ein anderes wieder zu leicht - wohin er auch schaute, keines der Kreuze wollte ihm zusagen, alle fand er unpassend. Bis er da ganz hinten in der Ecke plötzlich noch ein Kreuz erblickte, ja, das hatte die richtigen Maße, das müßte passen. Er nahm es auf und merkte, daß es genau richtig war! Als er es dem heiligen Petrus zeige, sagte dieser zu ihm: "Das ist Dein Kreuz, das Dir zu schwer geworden war".....

    Liebe Grüße
    Sara

    AntwortenLöschen
  25. Liebe Irmi,
    Ja um erleuchtet sein zu können muß man schon vielen Jahren und viele Erfahrungen hinter sich haben.
    Es stimmt aber genau so wie in diese Geschichte!
    Ganz liebe Grüße und ich bin stolz das ich schon ⅔ von den Fotos geschafft habe.
    Mariette

    AntwortenLöschen
  26. Wünsche und Träume sollte man sich immer beibehalten aber auch im klaren sein dass sie nicht immer in Erfüllung gehen. Es lässt sich nichts erpressen...

    Liebe Grüsse

    N☼va

    AntwortenLöschen
  27. Reichlich verdorben, dieser Junge... Wenn es sich um eine wahre Geschichte handelt, zeigt es eine erschreckende Entwicklung auf. Ansonsten muss ich sau, dass es stimmt, liebe Irmi. Es gibt tatsächlich Erwachsene, die meinen mit Gott, mit ihrem Schicksal handeln zu können...

    Der chinesische Spruch ist sehr schön!

    Mit sonnigen Grüßen, Heidrun

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.