Mittwoch, 27. April 2016

Nur nicht ins Wort fallen

Ich begleite meine kleine Leihenkelin öfter zur Logopädin. Vorige Woche hielt eine Gastlogopädin einen interessanten Vortrag:
Vor allem Kinder leider unter der Störung: Sie stottern.  Bei manchen wird es richtig heftig, wenn sie aufgeregt sind. Bei anderen, wenn sie im Stress sind. Dann schaffen sie es nicht mehr, flüssig zu sprechen. Sie wiederholen etwa Silben, zum Beispiel: "Wiewiewie geht es dir?" Oder sie dehnen manche Buchstaben besonders lang, etwa: "Waaas machst du?"
Warum es Leuten so geht und anderen nicht, wissen selbst Fachleute nicht genau. Fest steht allerdings, dass die Sprechwerkzeuge  der stotternden Menschen  - also Mund und Zunge -  gesund sind. Stottern ist vielmehr  - zumindest in den meisten Fällen -  einfach eine Störung beim Sprechen.
Unter dieser Störung leiden viele Menschen. In Deutschland sind es etwa 800 000, vor allem Kinder. Bei ihnen verschwindet das Stottern jedoch häufig von selbst wieder. Oft helfen ihnen auch spezielle Übungen.
Um über das Thema Stottern zu informieren, gibt des den Welttag des Stotterns. Der ist immer am 22. Oktober. Der Tag soll unter anderem auf die Probleme von stotternden Menschen aufmerksam machen. Manchmal merkt man sehr schnell: Das ist gar nicht so einfach für die Stotternden. Sie leiden nämlich sehr oft unter ihren Sprachstörungen. Doch auch wir können ihnen helfen.
Wichtig ist zum Beispiel, dass man sein Gegenüber in Ruhe ausreden lässt. Stotternde wissen meist ganz genau, was sie sagen wollen.Man muss ihnen nur Zeit lassen. Es hilft gar nicht, wenn wir den Satz zu Ende bringen. Also falle dem Stotternden am besten nicht ins Wort. Versuche vielmehr, den Menschen ruhig und direkt anzusehen, während er redet. So gibst du ihm das Gefühl: Es ist okay, nimm dir ruhig die Zeit.
Blöde Witze gehen gar nicht. Stotternde leiden oft schon genug, Da muss man nicht noch reinhauen. Spare dir auch gut gemeinte Ratschläge - das setzt sie nur unter Druck. Sei einfach entspannt und geduldig, damit hilfst du am meisten. Viele Stotterer können nämlich oft dann flüssig sprechen., wenn sie keine Angst haben und sich wohlfühlen.


Der hat noch immer Trost gefunden,
der ihn zu suchen war bereit.
(Julius Hammer)





Heute darf ich eine neue Leserin bei mir vorstellen. Es ist

Würfelzucker.

Ich freue mich sehr, dass du an den Neckarstrand gefunden hast. Nimm Platz und fühl dich wohl hier.

Kommentare :

  1. Guten Morgen, meine liebe Irmi,
    da hast Du wieder einen guten Beitrag geschrieben und altes Wissen wieder in Erinnerung gerufen!
    Danke dafür!
    Ich wünsche Dir einen wunderschönen und glücklichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Deine Claudia ♥

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  2. Guten Morgen, liebe Irmi,
    ein sehr guter Beitrag. Gefühlsmäßig habe ich bisher wohl alles richtig gemacht und die Geduld ist mir angeboren.
    Herzliche Grüße
    Regina

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  3. Guten Morgen Irmi!
    Unser Enkel ist erst bei gign gagn - aber bald wird auch er sprechen lernen und ich werde ihm geduldig zuhören. Das habe ich mir fest vorgenommen. Sollte er stottern, werde ich an Deinen Beitrag denken und noch mehr zuhören!
    Vielen Dank und viele Grüße von Renate

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  4. Guten Morgen, liebe Irmi,

    ich hatte eine Freundin, die sehr stotterte. Auch sie ging zu einer Logopädin und durch regelmäßige Übungen wurde es auch besser bei ihr, aber es ist, wie du oben schon schriebst, Aufregung und Stress, nun alles immer richtig machen zu wollen, verschlimmern das Stottern.
    Oft hilft es auch, wenn man diese Personen dann nicht direkt anschaut, sondern gelassen den Blick mal woanders hin schweifen lässt. Das nimmt ihnen den Druck.

    Ganz liebe Grüße und einen schönen Wochenteiler für dich
    Christa

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  5. Hallo Irmi,

    "Wichtig ist zum Beispiel, dass man sein Gegenüber in Ruhe ausreden lässt." - das zählt für mich auch bei jeden Gespräch dazu. Nichts ist nerviger, als wenn einem jemand ins Wort fällt oder für einen den Satz beendet...

    Jennifer

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  6. Liebe Irmi ich wünsche dir eine schöne Woche ♥
    LG Rosine

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  7. Ein wichtiger Post, den sollten viele Mamas und Papas lesen!
    Ich wünsch Dir einen schönen Mittwoch liebe Irmi
    Elisabeth

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  8. Liebe Irmi,
    wir sollten uns immer genug Zeit zum Zuhören nehmen, gell!
    Lieben Gruß
    moni

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  9. Danke dir sehr für diesen interessanten Post. Ja du hast völlig recht seinem Gegenüber immer geduldig zuhören und ausreden lassen. Herzliche Grüße aus Wien. ilse.

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  10. Gerade an dieser Ruhe mangelt es den Menschen heute leider, liebe Irmi. Ob im Straßenverkehr oder im mitmenschlichen Miteinander, sofort wird über den Mund gefahren und nicht abgewartet. Das beobachte ich leider immer wieder. Ich kenne auch jemand mit einem Sprachproblem, daher spreche ich aus Erfahrung.
    Man kann nur hoffen, daß sich die Menschheit noch einmal ändert. Schön, daß Du eine Leih-Enkelin hast, die Du begleitest. Das ist eine sehr erbauliche Aufgabe.

    Viele liebe Grüße
    Sara

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  11. Übrigens gefällt mir das Zitat mit dem Trost sehr, vielleicht darf ich es einmal in meinen H&L-Blog entführen? Gerade, weil es Menschen gibt, die sehr stolz sind, zwar dauernd klagen, jedoch nicht bereit sind, von anderen etwas anzunehmen, geschweige denn danach überhaupt erst zu suchen.

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  12. Hallo Irmi,
    vielen Dank für die Ausführungen zum Stottern. Die Menschen nehmen sich sowieso zu wenig Zeit zum Zuhören.
    Liebe Grüße von Ingrid

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  13. Hallo liebe Irmi, das war wieder interessant... Und vor allem wichtig, dass Du hier eventuell durch Deinen Post Bedenken oder Unkenntnis abbaust.

    Mit sonnigen Grüßen, Heidrun

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  14. Liebe Irmi,
    deine Ausführungen sind sehr informativ.
    Genau, Ruhe ist vor allen Dingen angebracht.
    deine Bärbel

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  15. Genau so wie du es beschreibst, kenne ich es auch. Ein Freund unseres Sohnes hatte nämlich eine Zeit lang dieses Problem und die Mutter gab mir diese Empfehlungen.

    Liebe Grüße
    Arti

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  16. Hallo liebe Irmi,
    ein sehr interessanter Beitrag. Ich war mit meiner jüngsten Tochter auch früher bei der Logopädin.Nicht wegen stottern, aber sie lernte so spät sprechen. -Dafür quasselt sie jetzt den ganzen Tag. :-)) -
    Ach ist das ein Wetter momentan bei uns!!! Vom Frühling keine Spur mehr. Es hat sogar geschneit. Das braucht doch nun wirklich keiner mehr!!! Wir haben Ende April!!! Aber wie heißt es: Der April, der April, der macht was er will!
    Liebe Grüße,
    Christa

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  17. liebe irmi, vielen dank für diesen willkommensgruß!
    durch menschen, die zum stottern neigen, aus welchen gründen auch immer, habe ich in der vergangenheit gelernt, den blick meines gegenübers zu halten (damit habe ich nämlich schwierigkeiten) und ja, sich zeit zu nehmen, zuzuhören und ausreden zu lassen...

    wünsche dir eine schöne restwoche, hoffentlich wird es bald wärmer...brrrr

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  18. das ist gut zu wissen....immer ausreden lassen. aber das sollten wir bei allen die uns etwas zu erzählen haben. obwohl ich gestehen muss.....wenn mir plötzlich dazu etwas einfällt was mein gegenüber erwähnt hat, grätsche ich ihm manchmal voll euphorisch ins wort....schäm.
    gg viele liebe grüsse

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  19. Liebe Irmi,
    ja es ist so wichtig,
    dass wir unsere Kinder nicht unter Druck setzen,
    geduldig mit ihnen sind, sie annehmen wie sie sind.
    Dennoch war ich froh, dass meine kleinenoch rechtzeitig vir der Schule dann das K
    sprach, weil ich Angst hatte, dass sie geärgert wird.
    Jetzt spricht und liest sie sehr schön.
    Ganz lieb, Jana

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  20. Genau die Erfahrung haben wir auch mit einem Freund gemacht. wenn er entspannt war hat er weniger gestottert. Sein Stottern wurde durch ein trauma ausgelöst. Ein Blitz schlug in einen Eichenbaum und der Knall hat seine Mutter und seinen Bruder, der danach auch stotterte total geschockt. In einer Sprachschule hat sich das Stottern gegeben, aber ganz ist es nie weggegangen.
    Man sollte ganz normal reagieren und nicht verbessern.
    Liebe Grüße, Klärchen

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  21. Servus Irmi,
    man sagt ja oft scherzhaft, wenn du´s nicht sagen kannst, dann sing´s halt.
    Ich hatte in der Volksschule einen Mitschüler, der fürchterlich gestottert hat. Er war oft gar nicht zu verstehen. Bei einer Klassenfeier durfte er einmal ein Liedchen singen und siehe da - nicht ein einziger Stotterer! Beim Sprechen hat das nie geklappt ;-((
    Später, selber Lehrer hatte ich auch einen "Sprach-gehemmten" Schüler. Bei dem hab ich nach einiger Zeit festgestellt, dass sein Sprechen viel besser war, wenn ich ihm meine Hand auf die Schulter legte.
    Schönen Gruß,
    Luis

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  22. du hast so recht und ich kenne es auch gut,dass man andere unter druck setzte..ein guter freund in der familie..da gab es dieses problem nie,wenn wir uns zuhörten und miteinander redeten.. er wusste ich konnte in aller ruhe zuhören..und ich bin froh ihn gekannt zu haben..er lebt leider nicht mehr.. gruß wiebke

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