Montag, 15. Mai 2017

Dies und Das über die Verpackung

Wir wissen es alle und können uns selten davon freimachen: Das Auge kauft mit. Kein Wunder, dass auch bei Alltagsprodukten viel Wert auf das Aussehen gelegt wird.
Nur wenige Schritte entfernt vom Beginn der Heidelberger Fußgängerzone liegt  etwas versteckt das Deutsche Verpackungs-Museum, das einzigartig in Europa ist. Erkennbar an dem roten Dreieck, das über Treppen in den Hinterhof führt, zeigt es  eine beeindruckende Sammlung  von Verpackungen aus über 100 Jahren.

 Foto zu Deutsches Verpackungs-Museum - Heidelberg, Baden-Württemberg, Deutschland 

Auf mehreren Ebenen sind Flaschen, Dosen, Falttüten und Schachteln von traditionsreichen Marken mit ihrem unverwechselbaren Schriftzug, Farbprofil und Logo ausgestellt. Fast alle sind als alltägliche Lebensmittel, Pflegeprodukte und Gebrauchsgegenstände bekannt und über Generationen in Haushatten vertreten: Nivea, Persil, Kakao, Kekse, Kaffee, Odol und vieles mehr.
Maßgeblich bei der Gestaltung der Logos und Verpackungen war auch der 1907 gegründete Deutsche Werkbund, dem Architekten, Designer, Handwerker, Schriftsteller, Industrielle und Kaufleute angehörten. Sein Ziel war, Produkte und Verpackungen unter dem Aspekt von Zweckmäßigkeit, Nachhaltigkeit und Materialverwendung herzustellen. Das äußere Erscheinungbild sollte Konsumgüter nicht verfremden und ihnen in der Art der Stilrichtung ein produktbezogenes Verständnis geben. Mit einem elegant-puristischen Design wollten die Künstler, Texter und Designer nach den Reglementierungen des Kaiserlichen Regimes  nach 1914 ein Zeichen für ein friedliches, vom Wirtschaftsaufschwung begleitetes Europa setzen.

Bildergebnis für das verpackungsmuseum - kostenlose fotos 

Im Lauf von kulturellen Veränderungen, Trends und dem Kaufverhalten hat sich viel verändert. Marken und Verpackungsmaterialien sind weggefallen, viele neue hinzugekommen. Was bei gut eingeführten Marken vor 100 Jahren in Design und Farbgebung festgelegt wurde, hat sich angepasst, ohne zu verfremden. Die Ausstellung zeigt beeindruckend die jeweiligen Epochen der Verpackungen von Waschmitteln und Kaffee bis zur Sarotti-Schokolade.
Doch das beste Design nützt nichts, wenn das Produkt  nicht überzeugend  ist oder wenn man es  nicht findet. Dass Verpackung deshalb nicht nur mit Ästhetik und Haptik, sondern auch mit Werbung zu tun hat, ist verständlich und interessant. Es geht um Traditionen, Wiedererkennung, Bindung und "individuell vertrauten Produktheimat".
Wer kennt nicht den knuffigen Bär von "Bärenmarke" aus seiner Kindheit, wer hat nicht die Kernseife oder Persil-Packung aus der Küche der Großeltern vor Augen, das Klicken der tic-tac-Dose beim Öffnen, das Underberg-Fläschchen, die runde Nivea-Dose und und und.

Ähnliches Foto 

Jede Altersgruppe hat die Marken ihrer Generation.Penaten, 4711, Ariel, Tempo, Mars, Prinzenrolle, Ernte 23, Sinalco, Palmolive. Bei allen Trends bleiben sich die meisten Produkte im Wiedererkennungswert treu. Viele Marken und Verpackungen sind geschützt und Unternehmen würden sich hüten, Grundlegendes zu ändern. In diesem Zusammenhang ist interessant, dass das Deutsche Verpackungs-Museum 2009 die Auszeichnung  "Verpackung des Jahres"  eingeführt hat. Wird der  "Pas de deux" von Verpackung und Marke über längere Zeit gekonnt  choreografiert, entsteht ein Klassiker, der in dem Museum der Öffentlichkeit als Kulturgut vorgestellt wird. Deshalb sollten sich nicht nur Fans für Verpackungsdesign die ständig aktualisierte Ausstellung ansehen. Auch für alle anderen ist es eine Fundgrube von ausgesprochen interessanten Schätzen, die manche Erinnerung wach ruft.
(Quelle: Auszug aus einer Veröffentlichung von Lisa Wieser)




Kommentare :

  1. Guten Morgen,
    das ist ja interessant, dass es ein Verpackungs-Museum gibt!
    Liebe Grüße
    Gine

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  2. Leider wird oft mit der Verpackung übertrieben. Eine Menge Material könnte da gespart werden. Das Museum ist bestimmt sehr interessant. Danke für den Hinweis darauf.
    Liebe Grüße!

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  3. Moin liebe Irmi,
    da hast wieder sehr Interessantes geschrieben. Es stimmt, in meiner Jugend war das Verpaacken noch etwas anders als heute,
    LG Helga

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  4. Nivea dürfte wohl niemals rot und eckig daher kommen.... Danke für den spannenden Post wieder!
    Herzlichst
    yase

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  5. Liebe Irmi, es ist wirklich faszinierend, wie viele Verpackungen es immer noch gibt, die ich schon als Kind kannte. Wie Du schon schreibst, die berühmte Prinzenrolle oder der Zwieback:-)
    Dass es dazu sogar ein Museum gibt, ist mir ganz neu, aber das wäre bestimmt einen Besuch wert.
    glg Susanne

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  6. Guten Morgen liebe Irmi,
    das möchte ich auch gerne mal sehen. Es stimmt, manche Verpackungen haben sich eingebrannt in das Gedächtnis und gehören "für immer" dazu. Daher wird sich z.B. Beiersdorf hüten, was an ihrem Klassiker, der Niveacreme, zu drehen. Mittlerweile gibt es so viele Produkte von der Marke, alle meilenweit entfernt vom eigentlichen Produkt, aber der Name und das Blau verkaufen immer noch zuverlässig.
    Der Verbraucher wird aber auch oft genug veräppelt. Ich erinnere mich z.B. an ein ostdeutsches Waschmittel, dessen Name einfach von einer westdeutschen Firma übernommen wurde. Man hat die Flaschen der eigentlichen Marke einfach mit dem Namen der Ostmarke beklebt und es wurde gekauft. Sind wir das selbst schuld?
    Lieben Gruß
    Gabi

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  7. geprägt werden wir durch ein LOGO
    Irmi und dann schauen wir mal NUR mit einem halben Auge hin und haben AUSVERSEHEN ein Produkt gekauft das auf dieser Welle mitreitet..oder uns was VORGAUKELT es ist ein ORIGINAL
    Danke für diesen Beitrag Irmi
    mit einem Lg vom katerchen zum Wochenstart

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  8. Na das ist ja ein wirklich interessantes Museum!
    Ich ärgere mich oft über Verpackungen die doppelt und dreifach so groß sind wie dann der Inhalt eigentlich nur benötigt. Die versuche ich wirklich zu vermeiden (einmal reinfallen reicht mir dann), aber so ein Nostalgiebesuch ist bestimmt etwas schönes bei den alten Verpackungen.
    Liebe Grüße sendet Dir
    Kirsi

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  9. Liebe Irmi,
    ich habe Deinen Beitrag regelrecht verschlungen. Ich werde ihn im Kopf behalten, denn sollten wir wieder einmal nach Heidelberg kommen, so wird dieses Museum ganz sicher auf unserem Plan stehen. Ich bin eigentlich kein Museumsgänger, aber dieses Museum interessiert mich und ich glaube ich würde sehr viele Verpackungen finden, die ich auch noch aus meiner Kindheit kenne oder die mich in meinem bisherigen Leben begleitet haben.
    Sei herzlich gegrüßt und hab einen guten Start in die neue und hoffentlich sonnige Woche
    Astrid

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  10. Ein klasse Museum! Ich hab eine besondere Beziehung zu Verpackungen..ich halte jede einzelne vor dem Entsorgen in Händen hinsichtlich Wiedergebrauchs oder Benutzung in einem Kunstprojekt. Manchmal ist es direkt lästig, dass ich NICHTS wegwerfen kann ohne es vorher genauestens zu inspizieren....

    Schöne neue Woche!

    Liebe Grüße
    Susi

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  11. Ich wusste nicht das es Heidelberg so ein Museum gibt. Wenn ich mal wieder dort bin muss ich es mir unbedingt ansehen. Gut das es Dich gibt.
    Gruß Ursula Bernhard

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  12. Ich möchte all die wichtigen und richtigen Hinweise nicht noch einmal aufnehmen. Was ich hingegen zum Thema VERPACKUNG sagen muss, ist, dass niemand seine Beiträge, Informationen und Hinweise so schön verpackt, wie es dir immer wieder gelingt, liebe Irmi.

    egbert

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  13. Hoch interessant, liebe Irmi,
    wir kennen sie alle, diese Marken-Verpackungen, jetzt wissen wir mehr. Das es ein Verpackungsmuseum gibt, ist mir auch neu gewesen.
    Angenehmen Wochenstart
    und lieben Gruß
    moni

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  14. Liebe Irmi
    so ein Verpackungsmuseum würde ich sehr gerne besuchen,
    toller Beitrag!
    Ich wünsche dir eine stressarme, sonnige Woche.
    LG Sadie

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  15. Liebe Irmi
    toll ein Verpackungsmuseum ist interessant und wie lange das alles so hält in Erinnerung!
    Schönen Nachmittag wünsche ich dir!
    Lieben Gruss Elke

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  16. Das ist ja ein toller Tipp!!! In den Pfingstferien wollen wir nach Heidelberg kommen! Das würde ich mir gerne ansehen!
    Lieben Gruß
    Gisi

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  17. Hey, so manchmal kommen doch Erinnerungen auf- so geht es mir immer, wenn ich Ostprodukte sehe :).
    Liebe Grüße!

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  18. Verpackungs-Museum?! Das klingt interessant. Das würde ich mir auch gern einmal ansehen. - Ja, auch die Verpackung muss sich an Trends halten. - Wenn ich an meine Kindheit denke: Da kam noch ein 'Milchwagen' und ich wurde mit der Milchkanne geschickt. - Damals hatten wir noch kein Problem mit dem ganzen Verpackungsmüll. - Praktischer und hygienischer ist es allerdings heute. - LG Martina

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  19. Danke für de Tipp...............
    was für ein witziges Museum...
    Gefällt mir....
    Ganz liebe Grüße
    Jen

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  20. Servus Irmi,
    sicherlich ein hochinteressantes Museum - was aber, wenn "Alpenmilch" draufsteht und drinnen Milch ist, die in Franken "gezapft" wurde ;-))
    Eine "gut verpackte" Woche,
    Luis

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  21. wenn ich wieder mal in heidelberg bin, ein muss ! danke dir für die ausführliche und schön zu lesende info :-)
    lg und einen verspäteten guten wochenstart
    anja

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  22. Meine liebe Irmi,
    ich war früher oft in Heidelberg, aber ich wußte nicht,daß es da ein so tolles Verpackungsmuseum gibt! Danke für diese sehr interessante Information, das werde ich mir merken!
    Manchmal denke ich so, beim Einkauf ...was waren die alten verpakungen früher schön ....und dann suche ich im Internet nach alten Reklamebildern und schwelge in Erinnerung ....
    Hab einen wunderschönen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße und einen herzlichen Drücker, Deine Claudia ♥

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  23. Über Verpackungen habe ich mir nie viele Gedanken gemacht. Ich ärgere mich immer nur, wenn ich eine Plastikverpackung nicht aufbekomme...;-(

    Liebe Grüße

    Jennifer
    http://jennifer-femininundmodisch.blogspot.de/2017/05/chic-auer-haus-klassischer-chic-just.html

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  24. Danke für diesen interessanten Beitrag.Wir haben mit dem "Verpacken" unser ganzes Berufsleben zu tun gehabt, ist eigentlich unser Lebensthema.
    LG

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.