Donnerstag, 18. Mai 2017

Dies und Das und die Nachbarschaft


Gestern traf ich meine Nachbarin. Wir leben seit mehr als 40 Jahre nebeneinander. Sie erkannte mich nicht mehr. Der geistige Abbau geht rasant voran - körperlich ist sie noch einigermaßen fit. Sie kam aus der Tagespflege und wusste nicht wo sie war. Ihre Schwiegertochter nahm sie in Empfang und sie ging nur widerwillig mit ins Haus. "Was willst du von mir - ich wohne hier nicht".
Mich ließ diese Begegnung nicht mehr los. Ich setzte mich in meinen Sessel und sinnierte über das eben erlebte nach. Was ist geschehen? Ich habe es seit mehr als zwei Jahren bemerkt, dass etwas nicht stimmte. Sie litt unter Wortfindungsstörungen und oftmals sprach sie alles durcheinander. Und dann kam der Zeitpunkt, als sie mich und oftmals ihre eigenen Kinder nicht mehr erkannte.
Frau G. ist etwas älter als ich. Und unser Leben ist der absolute Gegensatz. Sie ist körperlich fit - aber ansonsten  dement. Sie nimmt ihre Umwelt nicht mehr wahr. Lebt in der Vergangenheit - wenn überhaupt. Und das Gegenstück bin ich. Ich bilde mir ein, geistig noch fit zu sein, dafür macht der Körper nicht mehr mit. Und da stellt sich mir die Frage: Was ist schlimmer, nichts mehr wahrzunehmen und in den Tag zu leben oder geistig fit zu sein und erleben müssen, wie die Kräfte nachlassen? Noch kann ich mich allein versorgen aber ich muss mir Gedanken darüber machen, wie es irgendwann weitergehen soll.  Ich schiebe den Gedanken von mir. Ist das Feigheit - Vogel-Strauß-Politik? Ich weiß es nicht - vielleicht will ich es auch nicht wissen. Das sind ganz einfach nur Gedanken, die wichtig genug sind, dass man über sie nachdenkt. Und das habe ich getan.



Das grosse Glück, noch klein zu sein,
sieht wohl der Mensch als Kind nicht ein,
und möchte, dass er ungefähr
schon 16 oder 17 wär.

Doch dann mit 18 denkt er: Halt,
wer über 20 ist, ist alt.
Kaum ist die 20 grad geschafft,
erscheint die dreissig greisenhaft.

Und an die 40, welche Wende
Die 50 gilt beinah als Ende.
Doch nach der 50, peu à peu,
schraubt man das Ende in die Höh.

Die 60 scheint jetzt ganz passabel
Und erst die 70 miserabel.
Mit 70 aber hofft man still,
ich werde 80, so Gott will.

Wer dann die 80 überlebt,
zielsicher nach der 90 strebt.
Dort angelangt, zählt man geschwind,
die Leute, die noch älter sind.
(Wilhelm Busch)

Kommentare :

  1. Kann ich gut verstehen wenn du so was mit erleben tust und das Gedicht von Busch drückt es aus!
    Ich wünsche dir einen angenehmen Tag!
    Lieben Gruss Elke

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  2. Ach liebe Irmi,
    zu sehr sollte man aber über Krankheiten und Alter nauch nicht nachdenken, sonst landet man in einem trüben Gedankenkarussell. Und bei diesen Themen nach dem Sinn zu fragen, führt irgendwie zu nichts, nur zu Trübsinn. Bei mir jedenfalls...Seufz.
    Ich wünsche dir einen gesunden, frischen, neuen Tag!
    Ganz liebe Grüße!

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  3. Meine liebste Irmi,
    ich kann Deine Gedanke dazu gut verstehen ... wir haben ähnliches mit einer Schulfreundin von MAma erlebt, sie baut auch zusehends ab und bekommt kaum noch was mit, sie verschließt sich daheim und geht nicht mehr vor die Tür ....das macht schon sehr traurig, wenn man diese Menschen noch als lebenslustig und fröhlich in Erinnerung hat ...
    Aber, man sollte nicht zuviel darüber nachgrübeln, wie es mal weitergehen wird ... sicher, ab und an nachdenken, ok, aber sich dann wieder auf das Gegenwärtige besinnen und die Zeit geniessen, so gut es geht! alles wird sich geben zu seiner Zeit ... hat mein Papa immer gesagt ...
    Das Gedicht von Wilhelm Busch paßt sehr gut dazu!
    Hab einen wundervollen und freundlichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße und eine innige Umarmung, Deine Claudia ♥

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  4. Moin liebe Irmi,
    Demenz ist schlimm - kenne das von meiner Mutter, die hat auch niemanden erkannt ausser mich, da wir ja zusammen gewohnt haben. Ich bete darum, mal nicht so zu enden.
    LG Helga

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  5. Hallo liebe Irmi,

    eine schlimme Begegnung die wirklich zum nachdenken anregt.
    Wenn man geistig fit ist, da kann man noch recht lange selber entscheiden was geschehen soll. Was für einen gut ist. Aber diese armen Menschen sind hilflos.

    Ich erlebe es gerade selber. Als wir jünger waren haben wir nicht ans alt werden gedacht. Wir sind in die neue Wohnung eingezogen und nicht bedacht, das wir sie aufs Alter herrichten sollten. Ich meine das Bad zum Beispiel. Was ist wenn man nicht mehr fit ist und kein Bad nehmen mehr kann. Eine Dusche wäre besser angebracht gewesen.

    Dein Gedicht passt so schön hier. Hach ja, die Leute über 70 sind alt , haha, in einem Jahr bin ich auch so alt.

    Ich wünsche dir einen recht schönen, sonnigen Tag
    Liebe Grüße von Paula

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  6. ...was schlimmer ist, das kann man wohl nicht sagen, liebe Irmi,
    früher dachte ich immer, dass Demenz für die Angehörigen schlimmer ist, weil der Betroffene es nicht so mit bekommt...aber mein Vater hat mich gelehrt, dass dies nicht so ist, immer wieder war wahrnehmbar, dass er unter seiner Situation sehr gelitten hat, auch wenn er dies nicht mehr äußern konnte...am besten, wenn man seine Situation so gut wie möglich annehmen und positiv in die Zukunft schauen kann...da bist du ein Vorbild...und ich wünsche dir sehr, dass du immer einen guten Weg für dich findest,

    liebe Grüße Birgitt

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  7. Liebe Irmi,
    ich kann verstehen, dass dich diese Begegnung nachhaltig beschäftigt...
    Das ist kein einfaches Thema gerade auch, wenn es Menschen trifft, die einem eine lange Lebenszeit nah sind.
    Das tut weh....
    Auch deine Gedanken über dich und deine Situation sind da so menschlich....
    Tatsächlich sind solche Momente immer auch gut ins eigene Leben neue Gedanken zu bringen und sich mit etwas
    auseinander zu setzen, was man sonst, wie du sagst, eher beiseite schiebt.
    Ein gute Möglichkeit finde ich, ist das damit auseinandersetzen, sich zuwenden, es durchgehen, weil es eh einmal sein muss, um sich dann, weil man es durchdacht hat und vorgesorgt hat, wieder loslassen zu können.
    Es tut gut, du wirst es merken...
    Alles Liebe und Gute dir und viel Freude an jedem Tag und immer die Kraft die du brauchst für dich!
    Herzliche Grüße
    von Monika*

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  8. Moin liebe Irmi,
    niemand denkt gerne daran was mal wird wenn man nicht mehr so kann. Aber man sollte sich beizeiten Gedanken darüber machen, gerade weil der Zeitpunkt auf Hilfe angewiesen sein zu müssen überraschend kommt.
    Mein Mann und ich haben uns mit den Kindern zusammengesetzt und über den "Fall des Falles" gesprochen. Was wollen wir, was wollen wir nicht, was können die Kinder für uns tun usw. Wir haben auch eine gegenseitige Vollmacht beim Notar machen lassen. Auch unser Sohn (28) hat eine Vollmacht für uns und seine Schwester ausstellen lassen. Denn auch jüngeren Menschen können in die Situation kommen, dass sie nicht mehr selber entscheiden können (Unfall).
    Jetzt haben wir alles schwarz auf weiß, die Kinder wissen was wir wollen und wir genießen unser Leben. Bei mir schon mit körperlichen Beeinträchtigungen - aber mein Glas ist immer noch halb voll und nicht halb leer.
    Liebe Grüße, Inge

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  9. Liebe Irmi
    manches mag für uns von aussen schlimm und traurig wirken und am Liebsten würden wir es verdrängen und nicht wahr haben wollen. Aber wir können es nicht ändern, nur damit leben.
    Ich habe mich viele Jahre um meine an Demenz erkrankte Schiegerma gekümmert und wir haben noch viele gute, schöne Zeiten gehabt, trotz Krankheit. Selbst den Kopf nicht in den Sand stecken, mit Veränderungen umgehen können und vor allem den so oft gehörten Satz: "Das ist der Lauf der Dinge!" nie akzeptieren ... ich glaube das alles kannst du sehr gut.
    Ich schicke dir heute ganz viel Sonnenschein von der Insel
    Kerstin

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  10. Liebe Irmi
    das kann ich sehr gut nachvollziehen, dass man darüber
    nachdenkt, wenn man älter wird, vor allem wenn es Gleichaltrigen
    schlecht geht.
    Doch wir sollten uns trotz aller Widrigkeiten die Zeilen von
    "Wilhelm Busch" beherzigen.
    Einen angenehmen Tag für dich.
    LG Sadie

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  11. Den körperlichen Verfall erlebe ich bei meiner Schwiegermutter mit, sie wird bald 87, noch versorgt sie sich mehr schlecht als recht selbst, gibt den Ärzten die schuld, das alles nicht mehr so geht, sie meint die Medikamente wären nicht richtig dosiert, fuscht selbst drin rum, schließlich war sie ja mal Krankenschwester und hat Ahnung..... die Einsicht, das ihr zustand am älter und schwächer werden liegen könnte, die kommt ihr nicht - Hilfe von Fremden lehnt sie ab, nur ich kann auch nicht. Ich hab ja selbst mit den körperlichen Problemen des Älterwerdens zu kämpfen

    lg gabi

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  12. Dein Wilhelm Busch, liebe Irmi, erklärt und versöhnt zugleich. Zum Glück. Danke.

    egbert

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  13. Ja Du hast vollkommen recht, man fragt sich was das Schlimmere ist?!
    Das Wilhelm Busch Gedicht trifft ins Schwarze!
    Ich werde heuer 54 und mein 16jährige zählt mich zu den Uralten....
    sie wird sehen wie schnell das geht!

    Einen schönen Tag und danke für Dein liebes Kompliment Irmi!
    Ich freue mich auch Dich im Netz gefunden zu haben!
    Du schreibst so symphatisch!
    Mach Dir keinen Kopf wegen den Wehwehchen..
    es kommt wie es kommt und das Wichtigste ist NIE aufzugeben - immer in Bewegung bleiben, sowohl im Oberstübchen als auch mit dem restlichen Körper.. nicht zuviel von irgendwas...
    und alles wird sich zum Besten kehren!

    Susi

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  14. Liebe Irmi, ich glaube, beides ist nicht schön für die Betroffenen. Natürlich macht man sich seine Gedanken, aber ich finde, solange die wichtigsten Dinge geregelt sind, sollte man das Leben auch einfach mal soweit geniessen, wie es geht und die Denkerei sein lassen. Niemand weiss, was die Zukunft tatsächlich bringt - nur weil man älter wird oder alt ist, muss nicht alles an Krankheiten und Schlimmheiten auch passieren.

    Also geniesse Dein Leben und lass es Dir gut gehen, ich denke oft, das ist schon die halbe Miete. Und wenn Dich die Gedanken zu sehr beschäftigen, vielleicht gibt es jemanden, mit dem Du diese Dinge einmal angehen/klären kannst und dann "Schublade auf, Schrieb rein, Schublade zu" und gut ist. Bloss nicht zuviel Zeit und Energie auf diese Gedankengänge verwenden.

    Liebe Grüsse
    Clara

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  15. Mein Schwiegervater bekam nach einem Schlaganfall Demenz, war aber immer freundlich. lächelte uns auch an und ab und zu erinnerte sich an Namen. Sprechen ging nicht mehr. Nach dem 2. Schlaganfall baute er rasant ab und nahm nichts wahr. Eine Erlösung für ihn war der Tod, aber er hatte es schwer, aus dieser Welt zu gehen. (95)
    Das habe ich auch alles miterlebt, darüber nachgedacht, öfter nachgedacht und dann diese Gedanken weggeschoben. So lebe ich im JETZT und hoffe, dass später mal meine Kinder wissen, was zu tun ist.

    Alles Liebe wünscht Mathilda

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  16. Liebe Irmi,
    auch wenn ich erst in den 50ern bin, kommen auch mir manchmal solche und ähnliche Gedanken. Auch erleben wir bei den Müttern, dass mit über 80 nicht mehr alles so klappt, wie es soll. Aber immer nur darüber nachzugrübeln, ist auch nicht gut. Es kommt, wie es kommt. Nicht alles können wir beeinflussen. Manche Dinge können wir allerdings in die richtige Richtung lenken. Meine Mutter hat letztes Jahr eine sehr gute Entscheidung getroffen. Sie ist noch fit im Kopf, war aber durch ihre schwere Arthrose im Knie körperlich beeinträchtigt. Ihre Entscheidung sich auch mit 87 noch ein neues Kniegelenk einsetzen zu lassen, war die richtige Entscheidung für sie. Hätte sie es nicht getan, würde sie jetzt im Rollstuhl sitzen und wäre auf Hilfe angewiesen. Aber solche Entscheidungen sind nicht immer einfach, in ihrem Fall war es die richtige und auch noch zur rechten Zeit.
    LG
    Astrid

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  17. Ich gucke mir meine ältere und alte Verwandtschaft an, und frage mich, was da auf mich zukommen wird. Alter ist nichts für Feiglinge! Mich trösten die Worte aus Jesaja 46.4: Ich bleibe derselbe; ich werde euch tragen bis ins hohe Alter, bis ihr grau werdet. Ich, der Herr, habe es bisher getan, und ich werde euch auch in Zukunft tragen und retten.
    Egal was kommt, Gott bleibt bei mir.
    Herzlichst
    yase

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  18. Ich komme ein wenig spät mit meinen Gedanken zu einem wichtigen Thema, finde aber nun gerade die Zeit dazu. Solange es uns gut geht verdrängen wir solche Gedanken, aber sie gehören zum Leben, erst wenn es massiv klemmt, dann sind wir bereit darüber nachzudenken. Als Christ habe ich eine etwas andere Einstellung zum Leben, so in die Richtung von yase, ich glaube an einen Schöpfer der Leben gibt und Leben nimmt, um uns ein besseres Leben zu schenken, das ist meine große Hoffnung und die gibt Kraft und Mut, auch Unangenehmes zu tragen. Natürlich stecke ich Begegnungen mit schwer getroffenen Menschen nicht einfach so weg, sie berühren mich sehr, ich versuche ihnen ein wenig Freude in ihr oft tristes Dasein zu vermitteln, oft gelingt es, oftmals nicht. Dennoch Irmi, alle gehen den gleichen Weg und es ist gut, rechtzeitig darüber nachzudenken.
    Liebe Grüße
    von Edith

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  19. Beizeiten ist es gut sich Gedanken zu machen, was man so machen wird im Alter. Wenn man ins Pflegeheim müssen sollte, dann überlegen sich viele, ob man sich das überhaupt leisten kann. Bei uns sind die Kosten ganz enorm. Die alten Leute möchten ihre Kinder nicht mit solchen Kosten belasten. Also schiebt man die Entscheidung, was werden soll, so lange wie irgend möglich.

    Richtig gut hatte es mein Schwiegervater, welcher im Februar im Alter von fast 102 Jahren im Kreise der Familie verstorben ist. Er hatte eine Rundum-Pflege seiner vier Töchter, Tag und Nacht war eine bei ihm. Sie wechselten sich jede Woche ab. Was natürlich für die Familien schon Einschnitte bedeutet, aber man hat in Italien immer ein offenes Haus und es war für meine Schwägerinnen selbstverständlich sich zuerst um beide Eltern und dann nur noch um den Vater zu kümmern. Das kann man tun, wenn man keiner Berufstätigkeit nachgehen muss. Hierzulande werden Frauen, die zuerst Kinder versorgen und dann die Eltern, rentenmäßig schlecht gestellt. Sozusagen bekommen sie noch eine Strafe für ihre Hilfsbereitschaft. Ein trauriger Zustand!

    Lösen muss dies Problem jeder für sich.

    Liebe Grüße, Brigitte

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  20. Oh ja, liebe Irmi, soweit bin ich noch nicht. Doch wann ist man soweit? Ich mache mir im Moment eher Gedanken über meine Mutter und wie es werden soll, wenn sie Pflege benötigt. Sie wohnt recht weit weg und ich grüble darüber nach, wie ich es anpacken könnte. Aber manchmal kann man es auch nur auf sich zukommen lassen. Ich hatte eine Haushaltshilfe für einige Jahre und diese hatte geplant, eine Senioren WG in einem Haus zu eröffnen. Leider klappte es wegen der Vermieterin nicht. Einen zweiten Anlauf gab es nicht mehr, denn sie starb von heute auf morgen mit 60 Jahren. Die Idee fand ich aber sehr gut und sie ist mit ihrer Zeitungsannonce auf regen Zuspruch gestoßen. Vielleicht hast Du für Dich ja auch eine etwas andere Idee, als das sonst Übliche? Ich finde Du machst es in jedem Fall toll, wer schreibt und Wissen vermittelt, rostet nicht so schnell. LG sendet Marion

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  21. Ein lustiges Gedicht von Busch, er kannte die Menschen.
    Ich denke beide Zustände sind nicht die besten, aber geistig derart abzubauen, meine Mutter litt auch an Demenz, ist der schlechtere Part und ich wünsche es keinem.
    Dir wünsche ich, dass Du noch viele Jahre selbst bestimmt leben kannst.
    Liebe Grüße Ulrike

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  22. Liebe Irmi, diese Gedanken kenne ich. Man kommt nicht an ihnen vorbei und ich weiß genau, dass ich lieber geistig fit bleiben möchte. Schwächer werden wir alle und Gott sei Dank gibt es Hilfe. Aber einfach ist es wohl nie. Es gibt in der Alzheimerforschung inzwischen die deutliche Erkenntnis, dass regelmäßige geistige Tätigkeit, Lesen und überhaupt Interesse an vielen Dingen ein möglicher Schutz sind. Da sehe ich bei Dir doch gute Aussichten.
    Halt Dich tapfer!
    Magdalena

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  23. Liebe Irmi du schneidest damit ein Thema an, das für jeden - gleich welchen Alters wichtig ist, denn treffen kann es jeden.
    Wer immer den Kopf in den sand steckt und den unangenehmen Gedanken aus dem weg geht, tut sich und den Angehörigen keinen Gefallen, denn die belastung für die anderen kommt wenn man nicht rechtzeitig!! vorsorgt und seine Angelegenheiten ordnet. Das hat überhaupt nichts mit negativen gedanken oder etwas mit darüber stundenlang Grübeln zu tun, es gehört einfach mit in die eigene Verantwortung und zeigt dass man nicht gedankenlos in den Tag hineinlebt um die ARBEIT danach den anderen zu hinterlassen.
    Aufschreiben und hinterlegen was man für sich will und dann abgeben zum Hausarzt oder einem menschen seines vertrauens übergeben, danach lebt es sich entspannter und erleichteter.
    man nennt es Patientenverfügung + oder testament.
    ich kann nicht verstehen dass sich jemand davor drückt nur weil es nicht angenehm ist.
    wir alle wissen dass wir irgendwann gehen müssen, nur wann wissen wir nicht und auch nicht wie!
    Sollte uns das nicht bewusst sein?
    Das Leben ist nichts für Feiglinge und ob es schwer für uns wird zu gehen, wissen wir erst wenn`s soweit ist.
    Dir wünsche ich dass du die richtige Entscheidung triffst vorzusorgen dass sich keiner um dich sorgt.
    ich bin mir sicher bei deiner positiven und gesunden Einstellung und Neugierde zum Leben - schaffst das..
    lieben Gruß angelface

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  24. Liebe Irmi,
    meine Gesundheit hat mir in diesem Jahr auch einen Strich unter die Rechnung gemacht.
    Mann mauß es annehmen und dann durch, es hilft ja doch nichts.
    Ich habe in meinem Berufsleben so viele demente Patienten gehabt, es war für mich oft sehr traurig , das zu erleben. Aber ich muß doch sagen, dass die meisten dementen Patienten guter Dinge waren ( hängt natürlich auch von der genauen Erkrankung ab ).Leider werden sie nicht immer mit der nötigen Würde behandelt.
    Gut , dass wir nicht wissen, was uns an Krankeiten so alles bevorsteht.
    Ich wünsche dir, dass du lange zu Hause bleiben kannst und dort die nötige Hilfe bekommst.
    LG
    Käthe

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  25. Liebe Irmi,
    Ja, so etwas läßt einem nicht los... besonders wenn man einander schon 40 Jahre kennt als Nachbarin.
    Pieter's früherer Nachbarin, wo er noch Kind war in den Niederlanden, ist auch immigriert in der USA. Sie fand den Pieter wo der Gouverneur die Pilzfarm eröffnet hat für Campbell Soup in 1984. Ein Bild in der Zeitung mit ihrem früheren Nachbar Jungen... Wir haben uns getroffen und vielen Jahrzehnten eine besondere Freundschaft erlebt. Sie hat immer gebeten: 'Gott bitte nimm meinem Körper bevor du meinen Verstand nimmst!'
    Es war aber leider andersherum und es tut so weh um so etwas mit an zu sehen... So habe ich auch eine Freundin in Delaware gekannt. Wir sind noch hingefahren, ganz aus Georgia hin um zum Thanksgiving das übliche zu kochen für das Paar. Sie hat sich am Tisch hingesetzt wo ich grad meine Schürze vorgebunden hatte und noch anfangen mußte. Es tat aber gut da sie so glücklich war und auch lecker gegessen hat. Bald war es eben schlimmer und konnte so etwas nicht mehr statt finden. Beide sind längst tod.
    Ich hoffe auch das uns Beide so etwas erspart bleiben darf.
    Besser um sich darüber nicht all zu früh Gedanken zu machen. Wir leben jeden Tag mit Freude und schätzen es wie ein Geschenk Gottes!
    Ganz lieber Gruß,
    Mariette

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  26. Liebe Irmi,
    dein Post hat mich ein paar Tage lang sehr beschäftigt.
    Mein Schwiegervater leidet unter starker Demenz. Es ist traurig mitansehen zu müssen, wie ein erwachsener Mensch so abbaut, schlimmer ist jedoch die Tatsache, vielleicht auch oftmals die Annahme, dass er nichts mehr mitbekommt.
    Demenz war vor einigen Jahren für mich ein Fremdwort. Die Großeltern starben, weil sie alt waren.
    Vermutlich hofft jede/r für sich, dass erst der Körper schwach wird und dann der Geist, vorausgesetzt, man leidet nicht all zu viel.
    Zu viele Gedanken möchte ich mir aber gar nicht machen, es kommt ohnehin meist anders, als man denkt.
    Genießen wir das Leben und die Freude am Bloggen, liebe Irmi.
    Herzliche Grüße von Heike

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  27. Hallo, liebe Irmi,
    deinen Gedanken habe ich aufmerksam gelesen. Es ist so leicht gesagt, man solle sich doch nicht so sehr damit beschäftigten. Doch ich denke, es ist geradezu wichtig, sich auch mit diesem Thema auseinanderzusetzen und Vorsorge zu treffen. Eigentlich sollte man sich sogar in jungen Jahren schon darum kümmern, denn auch jüngere Menschen können davon betroffen sein.
    Drei Dinge sollte man wirklich regeln. Eine Patientenverfügung, eine Vorsorge- oder Generalvollmacht/ Bankvollmacht und eine Betreuungsverfügung. Selbst in einem Testament (auch wenn kein großes Vermögen vorhanden ist), lässt sich vieles regeln. Z.B. wie und wo man bestattet werden möchte u.s.w. Man kann dadurch den Angehörigen sehr vieles erleichtern.
    Ausführliche Infos zu diesen Themen sowie kostenlose Broschüren findet man im Internet.
    Ich würde es jedem unbedingt empfehlen, denn wenn das alles geregelt ist, kann man sein Leben ohne ständig darüber grübeln zu müssen, wirklich sorglos genießen.

    Hab ein angenehmes Wochenende, lass es dir gut gehen und sei herzlich gegrüßt von
    Laura, die sich für deine lieben Besuche und netten Worte ebenfalls ganz herzlich bedankt.
    Bist eine treue Seele :-)!!!!!

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  28. Irmi - meine liebe Irmi,

    ich war gezwungen, mich mit diesem Thema zu beschäftigen, denn alles passierte in meinem engsten Umfeld und hat mich sehr verändert. Ich genieße jeden Tag, bin dankbar für Dinge, die man nicht mit Geld kaufen kann und:
    Mein Mann und ich haben uns intensiv aufgrund der wirklich traurigen Erfahrungen und Erlebnisse sofort mit dem Thema Vorsorgevollmacht usw. beschäftigt und durch einen Notar entsprechend regeln lassen....
    Es gibt so vieles, was einem nicht bewusst ist....
    Das Leben wird so oft gelebt, als ob es keine Endlichkeit gibt, die Werbung gaukelt ewige Jugend vor mit ach so tollen Cremes, es gibt Botox-Partys vom Allerfeinsten usw. usw.
    Leben wir heute, was gestern war, ist Vergangenheit und auf das Morgen haben wir keinen Einfluß!


    Fühl Dich herzlich umarmt

    Uschi
    so what hutliebhaberin

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  29. Liebe Irmi,
    ich erlebe es gerade bei der Mutter meiner Schwiegertochter. Sie mußte auch ganz plötzlich ins Heim, weil sie nicht mehr alleine zu Hause bleiben konnte. Macht meiner Schwiegertochter richtig zu schaffe, obwohl sie fast täglich zu ihr fährt.
    Viele liebe Grüße
    Sigi

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.