Dienstag, 30. Mai 2017

Sanitätsdienst bei den Ameisen

Es gibt mehr als 13.000 verschiedene Ameisensorten auf der Welt - das sind die, die bis heute bekannt sind.  Unvorstellbar.
Von Zeit zu Zeit bekomme ich "Bild der Wissenschaft"  geschenkt. Eine Zeitschrift, die ich sehr gern lese. Und da fand ich einen Bericht über die Matabele-Ameise. Sie lebt in Afrika und frisst am liebsten Termiten.

"Sanitäter!" Die Krieger dieser afrikanischen Ameisenart "rufen" um Hilfe, wenn sie im Kampf mit Termiten verletzt wurden, haben Forscher festgestellt. Die Verwundeten werden dann von Artgenossen zurück ins Nest getragen und dort verarztet. Ein solches Helferverhalten gegenüber Verletzten war bisher von wirbellosen Tieren nicht bekannt, sagen die Biologen.
Sie haben winzige Gehirne und gelten als vergleichsweise primitiv. Doch in den letzten Jahren haben Studien immer deutlicher gemacht, zu welch erstaunlichen Verhaltensweisen auch Vertreter der Insekten fähig sind. Die Biologen um Erik Frank von Julius-Maximilians-Universität Würzburg haben sich in diesem Zusammenhang der Erforschung von Ameisen verschrieben. Bei der aktuellen Studie stand die afrikanischen Matabele-Ameise (Megaponera analis) im Fokus.

Eine Matabele-Ameise trägt eine verletzte Artgenossin nach einem Raubzug zurück ins Nest. (Foto: Erik Frank)

Sanitätsdienst für Termiten-Jäger
Die südlich der Sahara weit verbreitete Ameisenart hat sich auf eine besondere Nahrung spezialisiert: Termiten. Zwei bis vier Mal am Tag marschieren die sechsbeinigen Matabele-Krieger in langen Kolonnen aus ihrem Nest und machen sich auf die Suche nach ihren Opfern. Bei einem Überfall töten sie die Termiten und schleppen sie zurück in ihren Bau, wo die Königin und die hungrige Brut warten.
Doch die ebenfalls staatenbildenden Termiten sind keineswegs hilflos: Soldaten mit gepanzerten Köpfen und kräftigen Kiefern verteidigen die Völker. Bei einem Angriff der Ameisen kommt es deshalb zu buchstäblich verbissenen Kämpfen. Das Verletzungsrisiko ist somit für die Ameisen auf ihren Beutezügen sehr hoch. Aus diesem Grund haben sie das Rettungsverhalten entwickelt, das man in dieser Form bei Insekten bislang nicht kannte, sagen die Forscher.

Chemischer Hilferuf
Durch ihre Analysen und Beobachtungen konnten Erik Frank und seinen Kollegen dokumentieren: Wird eine Matabele-Ameise im Kampf verletzt, "ruft" sie um Hilfe, indem sie chemische Signalstoffe absondert. Diese veranlassen Artgenossen, sie vorsichtig aufzugreifen und zurück ins Nest zu tragen. Dort wird sie dann "verarztet", damit sie bei künftigen Raubzügen wieder dabei sein kann. Meist muss dabei ein spezielles Problem behandelt werden, berichten die Forscher: Im "Ameisen-Lazarett" werden Soldaten-Termiten entfernt, die sich an eingelieferten Ameisen festgebissen haben.
"Erstmals haben wir nun bei wirbellosen Tieren ein Helferverhalten gegenüber Verletzten dokumentiert", sagt Frank. Gerade bei sozialen Insekten, bei denen das Individuum im Vergleich zur ganzen Kolonie in der Regel nur wenig zählt, erscheint dies ihm zufolge überraschend. Aber offenbar zahlt sich in der Gesamtbilanz für die Kolonie aus, den Aufwand zur Rettung von Verwundeten zu betreiben, sagen die Forscher."
(Quelle: Auszug aus "Bild der Wissenschaft")

Kommentare :

  1. Liebe Irmi,
    die Natur überrascht uns doch immer wieder, oder besser die Wissenschaft, in dem sie mit alten Vorurteilen aufräumt, es ist doch nicht alles immer so primitiv, wie wir denken.
    Sehr interessanter Post. Danke.
    Ich wünsche Dir noch eine schöne Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  2. Guten Morgen, meine liebste Irmi,
    das ist wieder ein besonders interessanter Bericht über diese bemerkenswerten Tiere! Ich erinnere mich, über diese Sanitäter-Ameisen mal etwas in einer TV- Doku gesehen zu haben ...
    Danke, daß wir wieder bei Dir lernen durften!
    Hab einen schönen und angenehmen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße und einen herzlichen Drücker, Deine Claudia ♥

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  3. Liebe Irmi,
    Ameisen sind wirklich interessant!
    Liebe Grüße!

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  4. Liebe Irmi
    was alles so gibt und bei diesen kleinen Lebewesen jetzt erforscht wurde ist interessant!
    Danke für den Beitrag!
    Schönen Tag und hoffentlich etwas kühler bei dir!
    Lieben Gruss Elke

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  5. Moin liebe Irmi,
    Ameisen sind schon ein kleines Wunder, wenn man bedenkt, was sie tragen können, da kommen wir Menschen nicht mit. Ich bin nur am Dampfen, meine Bude kocht bei 23 Grad überall und draussen sind auch schon wieder 23 Grad, noch keine Abkühlung.
    LG Helga

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  6. Die Wunder der Natur...
    Moin liebe Irmi,
    Wie sich alles zu einem Ganzen fügt, ist erstaunlich. Vielleicht sind uns Tiere im Handeln ein Stück voraus, in einem Sozialstaat hilft Egoismus uns nicht weiter. Eigenes Tun ist erforderlich ohne Regeln und Gesetze!
    Der Artikel ist sehr gut, jedoch überrascht er mich nicht.
    Oftmals achte ich Tiere mehr als Menschen...
    Herzliche Grüße!

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  7. wer so eng miteinander lebt Irmi, der MUSS schon Rücksicht üben..glaube mit dem Verstand hat es nichts zu tun..einer für ALLE und ALLE für EINEN,sonst geht so ein Staat sich schnell kaputt.
    ein ganz tollen Bericht hast du uns da vorgestellt DANKE
    mit einem Lg vom katerchen

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  8. Liebe Irmi, da hast Du ja mal wieder ein sehr interessantes Thema aufgegriffen. Ich denke manchmal, wir Menschen sind gegenüber der Tier und Pflanzenwelt sehr blauäugig und hochnäsig. Was da alles im Verborgenen vonstatten geht - ahnen wir längst nicht! Wir sollten sehr viel mehr Achtung vor den kleinsten und allerkleinsten Lebensformen haben. Ich finde es toll, dass immer wieder solch spannende Entdeckungen gemacht werden und zumindest einigen von uns nach und nach die Augen öffnen. Liebe Irmi, sei herzlich gegrüßt von Marion

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  9. Eine Reise in die Schulzeit:
    Schon als Schüler interessierte mich die Staatenbildung der Ameisen und das Leben dieser Insekten nach festen Strukturen. Heute rücken sie im Frühjahr wieder in den Fokus, wenn sie auf Nahrungssuche eine Ameisenstraße in die Wohnung legen. Ihren Sanitätsdienst kannte ich bisher nicht. Verwunderung erzeugt diese Information bei mir nicht. 130 Mill Lebensjahre erzeugen solche Spezialisierungen. Viele Parallelen finden sich zu der Organisation des Lebens bei den Bienen. Leider können die Bienen nur mit einer Königin leben. Die Ameisen akzeptieren kampflos mehrere Königinnen. So muss der Imker mit dem Schwarmverhalten der Bienen zurecht kommen.

    herzliche Grüße an dich,
    egbert

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  10. ja.... Ameisen sind schon interessante Völkchen, wie sie sich organisieren usw.

    lg gabi

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  11. Liebe Irmi
    ein toller Beitrag über die Ameisen.
    Wir haben heuer sehr viele kleine Ameisenhaufen in unserer
    Wiese, solange sie sich dort aufhalten sind sie mir egal, nur
    hatten wir vor 2 Jahren eine Waldameisenepidemie, die sind selbst in Häuser
    eingedrungen, das ist dann nicht mehr lustig.
    Da konnte man ihnen wirklich nur mehr mit Gift zu Leibe rücken.
    Ich wünche dir einen sonnigen, gemütlichen Tag.
    LG Sadie

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  12. Es ist schon sehr interessant, wie die Ameisen sich organisieren, aber empfnde ich sie auch sehr als Plage. Sie vergraben ganze Stauden und Plflanzen im Garten, sind im Haus, eigentlich überall.. ich finde die Bestände haben arg zugenommen. Da hilft manchmal nur selbst sich wehren.
    Liebe Inselgrüße
    Kerstin

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  13. Ja ja die fleissigen Ameisen welche wir
    hier im Rasen vertreiben müssen wir haben
    eine richtige Plage hier ,aber mit viel Geduld
    haben wir sie nun im Griff :-))


    Herzlich grüsst dich
    Margrit

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  14. Faszinierende Verhaltensweise! Ja wir wissen NICHTS ....fast nichts und denken immer wir wären die Krone der Schöpfung...grobe Selbstüberschätzung!

    Hab einen schönen Dienstag liebe Irmi, bei uns ist noch affenheiss... mal sehen , morgen sollen Gewitter kommen.Das wird vielleicht wieder etwas Abkühlung bringen.

    Gruß
    Susi

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  15. Das ist ja interessant , wusste ich gar nicht . Bin immer ganz fasziniert wie organisiert die Tierchen sind . Im Wald haben wir jetzt mal richtig große gesehen ... Die waren sehr zielstrebig unterwegs .
    LG und einen schönen Dienstag für Dich
    von Heidi

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  16. Liebe Irmi,
    ich wusste nicht, dass es soooooooo viele Ameisensorten gibt!
    Das die Matabele-Ameise aber solch eine Verhaltensweise an den Tag legt, begeistert mich. Unglaublich, zu was Tiere fähig sind.
    Liebe Irmi, vielen Dank für Deine lieben Worte - die haben mich heute sehr gefreut.
    Alles Liebe für Dich!
    ANi

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  17. ja die Ameisen sind ein fleißiges Völkchen, und ohne aneinander zu ecken gehen sie ihren Weg, das wäre mal ein Vorbild für uns Menschenkinder ::))
    Liebe Irmi, vielen Dank für deinen Post und Gruß zu dir
    heiDE

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  18. Also von diesem Helferverhalten lese ich zum ersten Mal. Das ist ja sehr beeindruckend, liebe Irmi. Man lernt wirklich soviel auf deinem Blog, toll.
    Die Natur ist doch immer wieder für Überraschungen gut.

    Ein lieber Gruß
    Andrea

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  19. Liebe Irmi,

    das ist ja wieder ganz beeindruckend was Du uns da zum Lesen gibst. Die Natur ist doch erstaunlich, unglaublich sind sie diese kleinen Ameisen!

    Herzliche Grüße
    Kerstin

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  20. Liebe Irmi,
    das hat mich wirklich überrascht, das diese Ameisen als Sanitäter ihre Verwundeten nach "Hause" holen - toll.
    Ja wir wissen vieles nicht und manches werden wir wohl auch nie herausfinden (was ich aber gar nicht so schlimm finde).
    Liebe Grüße
    Kirsi

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  21. Hallo liebe Irmi,
    wieder ein sehr interessanter Post, also das habe ich bisher nicht gewusst.
    Da kann man mal wieder sehen das wir so manches Tier unterschätzen.

    Liebe Grüße
    Biggi

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  22. Wie wunderbar doch die natur alles eingerichtet hat. Sie kann sich selber helfen, wenn wir Menschen nicht alles vernichten ,was sie aufgebaut hat.
    Liebe Irmi, wieder ein schöner Post. Liebste Grüße, Klärchen

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  23. Es ist einfach unglaublich, dass es von einer Tierart so viele Sorten gibt.
    Wie fleißig und beschäftigt sie stets sind, sieht man, wenn man sie ein wenig beobachtet, aber dass sie ein solches Helfersydrom haben, wusste ich bisher noch nicht.

    Ich glaube, es gibt noch so vieles, was wir von Tieren und Pflanzen nicht wissen, aber Respekt all den Wissenschaftlern, die forschen, um stets neue Erkenntnisse zu erzielen.:-)

    Liebe Irmi, das war ein ganz toller post, den ich sehr, sehr gerne gelesen habe.

    Liebe Abendgrüße schickt dir
    Christa

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  24. Ein wirklich interessanter Beitrag, das Verhalten dieser Ameisen gefällt mir, denn wer möchte schon gerne hilflos auf einem Schlachtfeld zurückgelassen werden?
    LG Heidi

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  25. Hey, ich dachte gar nicht, dass eine Ameise so um Hilfe rufen kann, sehr interessant!
    Liebe Grüße!

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  26. irgendwie ist es doch merkwürdig dass wir gerade in der Tierbetrachtung und Beobachtung mehr auf größere und auffälligere Tiere blicken um sie bei Interesse kennenzulernen, dabei zeigen selbst die kleinsten lebewesen dieser Welt wie autark und stark sie sind womit ich nicht nur die körperliche Einsetzungskraft meine...
    im kleinsten gehirn findet ebenso viel statt wie im größsten, ja meist mehr..
    ein hochinteressanter Post liebe Irmi...
    herzlichst Angelface

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  27. Ameisen zu beobachten war lange Zeit ein Hobby von mir: Es ist höchst interessant. Insekten sollte man in ihrer Anpassungsfähigkeit und ihrer Überlebenschance nicht unterschätzen.
    LG
    Astrid

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  28. Hej Irmi,
    das ist ja wirklich spannend! wenngleich meine tochter ein sehr gespaltenes verhältnis zu jeglichen ameisen hat :0) :0) - inzwischen waren es nun zweimal, das sie ameisen in ihrem zimmer hatte, immer zur nacht, das kommt davon, wenn man süssigkeitenpapier liegen lässt... darauf folgte dann die aktion mit dem staubsauger und der sprühflasche... und das relativ spät abends, ich war echt bedient! Dänemark ist ja nun mal auf sand gegrundet und hier wimmelt es vor ameisen...draussen finde ich sie toll, sehr imposant, was die so schleppen können :0)Ganz LG aus Dänemark, Ulrike :0)

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  29. immer wieder faszinierend diese kleinen krabbler !
    lg anja

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  30. Liebe Irmi, ich komme fast garnicht mehr zum Lesen und Antworten, der Garten drängelt. Dennoch, die Sache mit den Ameisen ist spannend. Steht doch schon in den Sprüchen der Bibel folgendess: "Geh zur Ameise du Fauler und lerne von ihr." Sie sind ja ständig in Bewegung und können Lasten tragen, umgerechnet auf ihre Größe, ist das enorm, wir könnten das nie. Wenn ich mit Kindern im Wald bin, gibt immer eine Lektion zum Thama Ameise und ihr Bau, ich versuche ihnen klar zu machen, dass zerstören nicht geduldet wird.
    Dir weiterhin viel Einfallsglück,
    liebe Grüße
    von Edith

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  31. Wahnsinn, was man bei Dir alles lernen kann, liebe Irmi. Und ich komme schon fast nicht mehr nach mit dem Lesen. Ich war ein paar Tage nicht da und jetzt habe ich viel Interessantes nachzulesen bei Dir.
    Die Ameisen sind schon irgendwie zu bewundern. Sie sind unheimlich fleißig, schleppen und bewegen Dinge, die größer sind als sie. Würden sie nicht immer bei uns auf der Terrasse den Sand aus den Fugen holen und mich damit ärgern, wäre mein Verhältnis zu diesen kleinen Tierchen sicherlich auch besser ;-) .
    LG
    Astrid

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.