Dienstag, 13. Juni 2017

Dies und Das über Marienkäfer

Auch in der Natur tobt ein harter Verdrängungskampf. Die asiatische Konkurrenz könnte dem Zweipunkt-Marienkäfer den Garaus machen.






Hierbei handelt es sich um Siebenpunkt-Käfer. Zweipunkt-Käfer habe ich in diesem Jahr noch keine gesehen. In Berlin und Brandenburg ist er so gut wie ausgestorben. Noch in den Siebzigerjahren war der Zweipunkt-Marienkäfer  eine der häufigsten Arten in Deutschland. Sein starker Rückgang verweist auf einen harten Verdrängungskampf, der sich im Mikrokosmos der kleinen Krabbler vollzieht. Und den Hauptschuldigen für dieses Spektakel kennt man auch.


Er heißt Harmonia axyridis, der Asiatische Marienkäfer. Er wurde in den achtziger Jahren zur Schädlingsbekämpfung nach Europa gebracht und hat sich seither rasant vermehrt. Und er ist weiter auf dem Vormarsch.
Warum gerade der Zweipunkt-Marienkäfer so stark unter dem asiatischen Einwanderer leidet, war für die Forschung bislang ein Rätsel. Zwar ist der Asiatische Marienkäfer größer und vermehrt sich schneller, doch diesen Vorteil hat er auch gegenüber anderen Arten. Für das große Sterben sind Parasiten verantwortlich, die der Asiate mitgebracht hat. Andreas Vileinskas und sein Team fanden heraus, dass schon seine Larven stark infiziert sind. Der asiatische Käfer verfügt über einen natürlichen Schutzstoff gegen diese Parasiten - ein Schutz der dem heimischen Zweipunkt-Marienkäfer fehlt.  Zum großen Verhängnis wird dem Zweipunkt-Krabbler letztlich sein Appetit: Wenn er die Larven seines asiatischen Artverwandten frisst, infiziert er sich und stirbt. Verstärkt wird das Problem dadurch, dass diese gefährlichen Leckerbissen in immer größerer Zahl vorhanden sind.


Denn im Gegensatz zu den heimischen Arten legt der Asiatische Marienkäfer nicht nur einmal im Jahr Eier, aus denen die Larven schlüpfen. Er produziert mehr als eine Generation pro Jahr und hat deutlich mehr Nachkommen pro Saison.
Die Zeichen stehen also alles andere als gut für den heimischen Käfer mit den zwei markanten Punkten. Wenn er keine Abwehr gegen die todbringenden Parasiten entwickeln kann, dürfte er aus Deutschland bald verschwunden sein. Wissenschaftlern und Naturschützern bleibt nur, das traurige Schicksal zu beobachten. Derzeit sieht es nicht danach aus, dass sich sein Bestand erholt.
(Quelle: unter Mithilfe meines Bekannten, dem Förster i.R.)

Kommentare :

  1. So ist es leider auch in der Tierwelt wenn andere Arten "eingeschleppt" werden. Diese Art habe ich noch nie gesehen, und da es hier kaum Marienkäfer gibt war ich richtig entzückt als ich die Roten im Garten meiner Mum sehen konnte.

    Drücke mal die Daumen dass er sich erholen kann bzw. alles getan wird um ihn zu erhalten.

    Liebe Grüsse

    N☼va

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  2. Moin liebe Irmi,
    Marienkäfer sind toll und schützenswert. Wenn sich einer in die Wohnung verirrt, setze ich ihn wieder raus.
    LG Helga

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  3. Die Begleiterscheinung unserer mobilen Welt...
    Ratten gefährden den Kiwi auf Neuseeland, der Bärenklau uns und so wird es sich in der Evolution weiterentwickeln, mit unserer Hilfe rasant.
    Hab Dank für den Hinweis und Erklärung, das *wie und warum* war mir unbekannt.
    LG Kelly

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  4. Immer wieder spannend, Hinterhründe zu erfahren. Ich muss mich mal achten, ob es hier Zweipunktekäfer gibt..... Wir haben schwarze mit roten Punkten, gelbe mit schwarzen Punkten, Rote mit Schwarzen, gelbe mit weissen......
    Herzlichst
    yase

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  5. Sehr traurig ... wieder eine Sorte weniger . Ich finde die gelben und orangen sehen teilweise sehr merkwürdig aus . Den nächsten 2 Punkt Käfer fotografier ich ;)) wer weis wie lange wir den noch zu sehen bekommen .
    LG heidi

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  6. So genau habe ich die Zusammenhänge, die mit dem Rückgang der heimischen Marienkäfer einhergehen, noch nicht gelesen, danke für die Aufklärung. Noch finde ich in meinem Garten die heimischen kleinen Krabbler, aber ebenso die Asiaten.
    Dir einen schönen Tag
    und liebe Grüße
    von Edith

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  7. weder unseren Marienkäfer noch den EINGESCHLEPPTEN habe ich in diesem Jahr gesehen Irmi..LEIDER
    mit einem LG vom katerchen in den Tag

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  8. Liebe Irmi,
    danke für deine Wissenbereicherung und deinen toll ausgearbeiteten Post!!!
    In die tollen Fotos habe ich mich gleich verguckt!!!! :)
    Die Käfer fehlen mir selbst noch im Blog, so genieße ich sie sicher nochmals bei dir!

    Sei ganz herzlich gegrüßt
    von den Katzenkindern und von Monika*

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  9. Dass Parasiten schuld sind war mir bisher nicht bewusst, ich dachte immer der robustere sich schnelle vermehrende Asiate frisst den Heimischen zuviel futter weg.

    lg und einen schönen Tag wünscht
    gabi

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  10. Liebe Irmi,
    nein das Parasiten daran schuld sind, das habe ich nicht gewusst. Die asiatische Variante soll ja auch stinken :( also lange nicht so süß wie unsere heimische.
    Meine Oma sagte immer Sonnenlämmchen und ich weiß noch, ich habe immer die Punkte gezählt, das sollte ja das Alter verraten - eine schöne Erinnerung. Es wäre wirklich schade, wenn unsere Marienkäferchen es nicht schaffen sollten.
    Liebe Grüße
    Kirsi

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  11. Servus Irmi,
    die "Rote Liste" ist mittlerweile schon ziemlich lang - was nicht zusammen passt, sollte auch nicht zusammen gebracht werden!!
    Schönen Tag,
    Luis

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  12. Liebe Irmi,
    danke für diesen interessanten Beitrag. In unserem Garten habe ich die fremden Käfer auch schon entdeckt. Aber nicht nur sie, auch andere eingeschleppte Insektenarten verdrängen nicht nur die heimischen Artgenossen, viele von ihnen schleppen auch für den Menschen gefährliche Krankheitserreger ein. Ich denke da an die Malaria-Mücke, die Tigermücke und eine neue Zeckenart.
    Gefährlich sind allerdings auch diverse eingeschleppte Käfer für unsere Bäume, wie z.B. der asiatische Laubholzbockkäfer.
    Die meisten Eindringlinge bringen für die heimische Pflanzen, Tier- und Insektenwelt nur Nachteile mit und somit auch für uns Menschen.
    Irgendwie ist alles zu einem weltweiten, großen Durcheinander geworden !

    Hab noch eien gute Restwoche, lass es dir gut gehen und sei herzlich gegrüßt von
    Laura, die sich ebenso herzlich für deine Besuche und netten Kommentare bedankt.

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  13. Oje.. das erinnert mich an meinen Großonkel..der hat immer schon gewarnt: Ihr werdet sehen, die Chinesen kommen!
    Hier bei uns gibt es noch viele Marienkäfer.... solche gelben hab ich noch gar nicht gesehen hier.

    Einen schönen Dienstag!
    Susi

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  14. Liebe Irmi, Deine Worte heute machen betroffen und nachdenklich. Die Globalisierung hat ihren Preis. Wie groß der ist, wird sich nach und nach zeigen.

    Liebe Grüße
    Nula

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  15. Liebe Irmi, dazu kommt noch, dass der asiatische Marienkäfer, wenn das übliche Futteraufkommen ausbleibt, sich über seine heimischen Artgenossen hermacht. Er frisst nicht nur die Blattläuse, sondern auch "unsere" Marienies auf. Für die meisten Betrachter sind die Unterscheidungsmerkmale nicht erkennbar und so entsteht der Irrglaube, dass nur viele da sind. Es drängt sich eine Parallele zu den heimischen und "eingeschleppten" Eichhörnchen auf. Auch in der Bienenwelt sind solche Beobachtungen gemacht worden. Viele, aus dem Ausland zugewanderte, Imker, lassen sich ihre ihnen bekannten Bienen von daheim "nachschicken". Aber wer mehr darüber erfahren möchte, kann ja selbst googlen uns nachlesen.

    Vielen Dank für deinen aufklärenden Beitrag,
    egbert

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  16. Liebe Irmi,
    vielen Dank für den interesannten Post der auch zum Nachdenken anregt.
    Viele liebe Grüße
    Silke

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  17. Meine liebste Irmi,
    dieses Geschehen habe ich auch schon seit Jahren beobachtet ...den guten alten 2-Punkt-Marienkäfer habe ich schon lange nicht mehr gesehen ....und das ist nicht dsa einzige, was sich radikal in der Natur, in Flora und Fauna weiter immer mehr verändern wird ... leider ...
    Danke für diesen wieder wachrüttelnden Post!
    Hab noch einen schönen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße und einen herlichen Drücker, Deine Claudia ♥

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  18. Das sind traurige Nachrichten, liebe Irmi. Ich wunderte mich auch schon, dass die Rose noch so viele Läuse trägt, wo es doch immer ein Festessen für die Marienkäfer war. Nun kenne ich die Gründe.

    Ein lieber Gruß zu dir
    aus der Wiese

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  19. Im Schwabenland habe ich sie schon vermehrt gesehn aber hier an der Nordsee nur die rotschwarz gepunktete. Schade dass alles verdrängt wird so wie die Miesmuschel bei uns oder Fischarten verändern sich auch im Meer.
    Ich wünsche dir einen schönen Abend!
    Lieben Gruss Elke

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  20. Meine Mutter sang immer das Himmelmietzchenlied :).
    Liebe Grüße!

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  21. Leider sterben so viele Tierarten aus, groß und klein.Tierarten aus anderen Ländern übertragen Krankheiten die für das Klima hier schädlich für viele Tiere sind.
    Du hast wieder ein tolles Thema und mein Wissen erweitert.
    Liebe Grüße in den Abend, Klärchen

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  22. ach je... ich kenne sowas auch von Pflanzen, die sich hier so ukontrolliert ausbreiten und die heimischeen Kräuter verdrängen.
    War wieder mal interessant bei dir...wieder was gelernt.
    Liebe Grüße
    susa

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  23. Liebe Irmi,
    ich will weiterhin meine Marinis, und nicht die Asiaten. Aber gegen die Natur kommt man nicht an. Riesenkrabben in unseren Meeren, Waschbären, Merderhunde. Die Natur ist im Wandel. Die Welt hat sich schon immer verändert.

    Liebe Grüße Sabine

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  24. ja - bei uns auf dem Balkon sind sie auch schon angekommen.
    Danke wieder für den interessanten Artikel.

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

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  25. Erst wurden die Asiaten von allen Bio-Gärtnern in den Himmel gelobt, und jetzt verdammt man sie. Der kleine Kerl kann nichts dazu, dass man ihn zu Millionen nach hier importiert hat.
    Bei mir gibt es kommenden Dienstag eine Fotoreportage über den Asiaten, vielleicht hast du ja Lust mal vorbeizuschauen.

    Liebe Wochenendgrüße
    Arti

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.