Donnerstag, 25. November 2010

Dies und Das über die Christrose

Ich mag die Christrose, diese eher unscheinbare Blüte sehr. Sie fehlt in der Adventszeit nicht bei mir.
Die Christrose war in alten Zeiten Bestandteil der Hexensalben...
Sie galt als Mittel zur Erhaltung der ewigen Jugend. Zu Pulver verarbeitet, auf den Boden gestreut, sollte sie gar unsichtbar machen! "Das soll ein nützlich Purgation sein, eine Reinigung des Leibes von aller böser, schädlicher Überflüssigkeit" schrien die Marktschreier von damals auf den Jahrmärkten, die sie als sogenannte Wunderdroge anboten. Die Nieswurz wurde im Altertum gegen Geisteskrankheiten (helleborio = verrückt) angewendet. Nach einer Legende wurde z. B. Herakles durch die Helleboruswurzel von seinem Wahnsinn, in dem er seine Kinder erschlug und ins Feuer warf, geheilt.
Im Theaterstück von Romeo und Julia verlangt Romeo von dem Apotheker ein Gift, welches "...von so schneller Wirkung, dass es sich in einem Augenblick durch alle Adern verbreite, und der Lebensüberdrüssige, der es einnimmt, so plötzlich und mit solcher Gewalt des Atemholens entladen werde, als das unaufhaltsame Pulver, sobald es sich entzündet, aus dem fatalen Bauch einer Kanone losbricht." Angeblich ist bereits der Genuss von drei Samenkapseln der Pflanze tödlich. Symptome: Schwindel, Durchfall, Herzlähmung. Also Achtung in Haushalten mit Kindern - da heißt es gut aufpassen und erst einpflanzen, wenn sie vernünftig genug sind, nicht alles in den Mund zu nehmen!
Das geriebene Pulver der Pflanze reizt zum Niesen, daher der Name "Nieswurz".. Diese Eigenschaft verhalf z.B. in dem Märchen 'Zwergnase' von Wilhelm Hauff der armen verzauberten Hauptperson Jakob wieder zu wahrem Aussehen.
Mit der "Nieswurz" putzte man sich - allerdings des Giftes wegen nicht ganz ungefährlich - die Nase frei und meinte, damit böse Geister und Krankheiten auszuniesen. Die pulverisierten Rhizome der Christrose sind heute noch Bestandteile von Schnupftabaksorten (z. B. Schneeberger) und Niespulvern. Nach einem Aberglauben des Mittelalters sucht die Kröte (Bufo) unter der Christrose nicht nur Schutz, sondern bezieht durch Zauberkraft aus ihr das Gift. Kurioserweise besitzen die Wirkstoffe Bufotailidin aus dieser Kröte sowie Hellebrigenin aus der Christrose dieselbe chemische Struktur - einer der vielen Beweise dafür, wie ehemaliger Aberglaube sich wissenschaftlich als richtig erweist. 

Kommentare :

  1. Nun bin ich aber platt, das habe ich alles nicht gewußt.
    Und soll ich dir mal etwas verraten ?
    Ich habe heute Christrosen gepostet, die habe ich vor einigen Tagen Fotografiert...wir zwei *lach*
    Komm gut durch den Donnerstag.

    GLG marianne ♥

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Irmi,

    Marianne schreibt sehr treffend:
    Komm gut durch den Donnerstag.

    Das wünsche ich dir auch von uns
    beiden aus ganzem Herzen

    Elisabeth

    AntwortenLöschen
  3. Irma, das war sehr interessante Information! Ich musste erstmal nachschauen, wie diese Pflanze eigentlich aussieht, aber dann habe ich mich an sie erinnert. Das muss schoen sein wenn sie im Winter so in Buescheln aus dem Schnee herausblueht. Hier bei uns haette sie natuerlich keine Chance, es wird nie kalt genug, ich habe ja gelesen, sie braucht den Frost! Danke fuer den guten Artikel!

    AntwortenLöschen
  4. ich mag sie auch sehr,aber diese Geschichte kannte ich noch nicht.Danke liebe Irmi
    LG
    Nicole

    AntwortenLöschen
  5. Sehr interessant!
    Bei mir im Garten sind schon die ersten Christrosen aufgeblüht… allerdings hat sie jetzt erstmal der Schnee bedeckt.
    Ein Trockenstrausz mit Samenkapseln steht bei mir in der Küche - den sollte ich dort wohl lieber entfernen -
    Liebe Grüsze
    Mascha

    AntwortenLöschen
  6. moin irmi,
    erstaunliches wissen über die christrose.
    aberglaube und sprichwörter haben eigentlich immer einen kern wahrheit, dieser ist fast umwerfend ;).
    lg kelly

    AntwortenLöschen
  7. Liebes Irmili ...ach ja die Christrose ..sie war die Lieblingsblume meiner Grossmutter. Diese hatte am heiligen Abend Geburtstag und bekam jedes Jahr drei Stück geschenkt. Diese Christrosen bekommt sie immer noch ...leider allerdings auf ihr Grab.
    Alles Liebe
    Dein
    Kroeti

    AntwortenLöschen
  8. Christrosen sind wunderbar! Dass man es allerdings für Niespulver verwendet, das hätte ich nie geahnt!
    Liebe Grüe
    Gaby

    AntwortenLöschen
  9. Hallo Irmi
    in einem Märchen kommt der Nieswurz auch vor..glaube im kleinen Muck..bin mir aber nicht sicher..
    schön was da ALLES erzählt wurde
    LG vom katerchen aus dem lausig kalten Norden..6 Grad MINUS..

    AntwortenLöschen
  10. So, hat etwas gedauert, habe nun alle Dinge aus dem ersten Teil deines Berichtes ausprobiert.
    Bin weder jünger noch unsichtbar geworden und das mit des Geisteskranksein können ja nur andere beurteilen. Ich fühle mich wohl mit meinem Geist.
    Naja und Herakles ist wohl doch nicht geheilt worden, oder?

    Hab einen schönen Tag liebe Irmi, hier scheint sie, die Sonne und hab herzlichen Dank für deine lieben Worte!

    Die Rosine

    AntwortenLöschen
  11. Dass dieses Pulverchen gegebenenfalls unsichtbar machen kann, das weckt mein Interesse an der Rose...

    Servus und so long
    Kvelli

    AntwortenLöschen
  12. Liebe Irmi, bei Dir kann man immer noch was dazulernen. Wollte mir vorhin eine Christrose kaufen, aber sie war mir dann doch zu teuer.
    LG Karoline

    AntwortenLöschen
  13. ...ich mag Christrosen auch total gern, liebe Irmi.
    Sie blühen auf der Fensterbank (außen) und im Garten. Selbst im Topf habe ich ein Exemplar schon seit vielen Jahren und immer wieder eine Blütenpracht.
    Wußte gar nicht, daß sie so giftig sind, habe sie zum Glück aber auch noch nicht probiert...!?!
    Wünsche dir einen schönen Donnerstag,
    liebe GRüße von Birgitt

    AntwortenLöschen
  14. Liebe Irmi,

    uiii, das sind ja deftige Informationen, die du uns heute präsentierst. Hoch interessant, denn von alldem wusste ich bisher noch nichts. Da schaut man die Pflanze doch gleich mit anderen Augen an.
    Danke für diese spannenden Ausführungen.

    Ich werde ein paar Tägelchen pausieren. Daher möchte ich dir heute schon ein schönes 1.-Advent-Wochenende wünschen,

    liebe Grüße von der Waldameise :)

    AntwortenLöschen
  15. Christrosen stehen jedes Jahr bei meinen Eltern, die lieben diese Pflanze sehr. Dass Niespulver daraus hergestellt wurde, wußte ich noch nicht.
    Danke für deine interessante Erklärung.

    AntwortenLöschen
  16. Hallo liebe Irmi,
    es gibt inzwischen wunderschöne Züchtungen, so dass man gar nicht mehr unbedingt von unscheinbaren Blüten sprechen kann. Ich mag diese Pflanzen sehr und habe schon einige im Garten ausgepflanzt. In jedem Winter kommen neue dazu.
    Lieben Gruß
    Elke

    AntwortenLöschen
  17. Liebe Irmi,
    ich freue mich immer wieder über deine schönen Geschichten.
    Wünsche dir einen schönen Abend.
    LG Sabine

    AntwortenLöschen
  18. Oh ich möchte auch eine Christrose... jetzt erst recht!!!
    Dein Text hat mich amüsiert, war aber auch sehr spannend!!
    Merci und bbbb

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.