Sonntag, 28. November 2010

Dies und Das und der Einfluß des Wetters

Heute bekam ich einen großen Briefumschlag. Der Inhalt stammte aus dem Nachlass meines Bruders. Beim Durchsehen fiel mir der letzte Feldpostbrief meines Vetters in die Hände, geschrieben am Heiligabend 1942 in Stalingrad. Ab diesem Zeitpunkt gilt er als vermisst.
Der Winter hat damals der 6. Armee das Ende bereitet. Napoleon ist im Winter in Moskau ebenfalls gescheitert. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht, ob das Wetter die Geschichte beeinflusst - und bin zu dem Schluss gekommen: JA
Dass das Wetter Pläne im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fallen lassen kann, hat jeder schon einmal erlebt. Ein Regenschauer macht ein geplantes Picknick zunichte oder ein Hagelschauer verhagelt den Spaziergang. Doch kann das Wetter auch über das Schicksal ganzer Völker bestimmen und den Lauf der Geschichte beeinflussen?
In biblischer Vorzeit finden wir schon den ersten Hinweis auf solch ein Ereignis. Zuerst regneten Frösche aus heiterem Himmel. Als bei der Flucht der Israeliten dann auch noch starke Gezeiten und starker Wind das Wasser zurückgehen lassen, konnten Moses und sein Volk entkommen. Wäre es damals windstill gewesen, gäbe es heute wohl kein Israel.
Bei der Schlacht von Gaugamela (331 v.Chr.) gab es zuvor eine große Trockenheit. Durch den aufgewirbelten Staub konnten Alexander der Große und seine Armee dem Vielvölkerheer des Perserkönigs Darelos III, entkommen. Wenn es geregnet hätte, wären wohl große Teile des heutigen Europas erobert worden..
Auch bei der Schlacht im Teutoburger Wald (19 nach Christus) kam der zahlenmäßig unterlegenen Seite der Germanen das Wetter zur Hilfe. Durch starken Regen und Sturm weichte der Boden auf und Bäume stürzten um. Der römische Feldherr und seine Legionen wurden vernichtend geschlagen. Wären die Römer nicht zurückgeschlagen worden, hätte sich die römische Kultur viel schneller im heutigen Deutschland verbreitet.
Ein weiterer Invasor bekam 1529 ebenfalls vom Wettergott ein Schnippchen geschlagen. Bei der ersten Türkenbelagerung von Wien setzte der Winter zu früh ein und zwang so Suleiman II. und sein Heer von 300 000 abzuziehen..
Besonders verheerend war die Schlacht um Stalingrad (Winter 1942/43). Durch den strengen russischen Winter wurde die Zufuhr von Nahrungsmitteln blockiert. Die Kälte und allgmeine  Erschöpfung kostete 150 ooo Soldaten das Leben. Wäre die Invasion geglückt, hätte Hitler einen taktischen Vorteil für spätere Invasionen gehabt.
Und so gibt es noch eine Vielzahl von Beispielen, die es klar beweisen, daß das Wetter Einfluss auf die Geschichte der Völker nehmen kann.
Quellen: Bibel, Völkerschlachten, Römische Geschichte

Kommentare :

  1. Mein liebes Irmili ...das hast Du aber sehr sehr gut recherchiert!
    Den letzten Felddpostbrief meines Grossvaters besitze ich auch ....er entkam aus dem Kessel Bobruisk .....ab Juli 1944 galt er dann als vermisst.
    Das dazu!
    Natürlich spielen Witterungen eine grosse Rolle in unserem Leben ....aber das würde jetzt zu weit führen das zu erörtern;-)
    Ich wünsche Dir von ganzem Herzen einen schönen Adventus (Domini) ...!
    alles alles dolle Liebe
    Dein
    Kroeti

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Irmi,
    also ich möcht mir ja gar nicht vorstellen müssen, wie das so ist, wenn man irgendwo an irgendeiner Front in der Kälte aushalten muss, ohne Aussicht auf irgendeine Änderung.
    Schlimm! Hoffentlich wirds nie wieder so sein.

    Ich wünsch dir einen schönen 1. Advent
    Michaela

    AntwortenLöschen
  3. @Michaela ...kennst Du das Lied " Es stand ein Soldat am Wolgastrand" ? vermutlich nicht! Es war das "Lieblingslied" meiner Grossmutter und ich weine heute noch wenn ich das höre!

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Irmi,

    den Einfluss des Wetters spüren
    wir Tag für Tag.
    Bei dir ist hier schon viel Leben.

    Einen frohen Adventssonntag
    und liebe Grüße
    Angela und Elisabeth

    AntwortenLöschen
  5. liebe Irmi,

    ich wuensche dir einen schoenen besinnlichen 1. advent. mach's dir gemuetlich und lass es dir gut gehn.

    lg
    Sammy

    AntwortenLöschen
  6. hömma, die sintflut hastde jetz vergessen. kriegst trotzdem ne 1 für deine fleißige rächärche. - aber dass dein bruder schon einen nachlass hat, tut mir leid *ganz doll irmi trösten*

    AntwortenLöschen
  7. Ach Irmi, es ist so ein trauriges Thema...Michaels Mama hat in diesem Krieg 3 Brüder verloren. Unvorstellbar ist das für uns heute.
    Meine Mama konnte als 1ojährige mit den letzten Menschen übers Haff fliehen, weils Gott sei Dank gefroren war....
    Aber nun möchte ich Dir einen schönen 1.Advent wünschen. Geniess die Zeit und lass es Dir gutgehen
    Viele Grüsse
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
  8. Ja Irmi
    das Wetter ist manchmal..auch wenn es schlecht erscheint für ANDERE die Rettung..

    einen besinnlichen ersten Advent mit frohen Gedanken wünscht das katerchen

    AntwortenLöschen
  9. Tja, in vieler Hinsicht steht das Wetter nicht auf den Plänen, so gibt es auch immer wieder vermeintliche Überraschungen...

    Sei lieb gegrüßt
    Kvelli

    AntwortenLöschen
  10. Solche alten Bruefe habe ich noch nie lesen können, alles wurde von irgendjemandem entsorgt.
    Ich wünsche dir einen schönen 1. Advent. Es ist sehr kalt, da mag man gar nicht nach draußen gehen.

    GLG Marianne ♥

    AntwortenLöschen
  11. Wenn damals, vor fast 50 Jahren kein Sturm über dem Lago Maggiore gewütet hätte und die "Nussschale" meiner Eltern fast gekentert wäre, gäbe es mich heute nicht :)

    AntwortenLöschen
  12. Hallo meine Liebe, du hast so recht. Mein Mann sagte vor ein paar Wochen zu mir: Was glaubst du denn, warum sie die Castor-Transporte im Winter ansetzen und nicht im Sommer?!
    In unserem Städtchen war gestern eine friedliche Demo der Linken, die von 14 - 19 Uhr angesetzt war und über weitläufige Umwege vom Bahnhof zum Marktplatz führte, auch sie wurde erst im Dezember genehmigt.

    Und was meinst du, warum ich heute Morgen zusammen mit meinem Mann und dem Hund spazieren gegangen bin? Naklar, heute schien die Sonne und der Frost glitzerte so schön von den Bäumen.

    Trotz alledem werden wir wieder zum Jahreswechsel draußen grillen, egal was für Wetter, allemann haben wir einen riesigen Spaß daran.

    Hab es gemütlich liebe Irmi, heute am 1. Advent.

    Die Rosine

    AntwortenLöschen
  13. Dir auch einen schönen ersten Advent, Wetter ist immer wichtig in der Geschichte gewesen, wie Du so interessanterweise ausführtest. Und warum sind unsere jungen Männer in Afghanistan? Dort ist es wohl warm, trotz Wärme sind die Russen da auch raus......
    Dir liebe Grüße
    margit

    AntwortenLöschen
  14. Liebe Irmi,
    eine interessante Sicht ... sicherlich im Guten und im Bösen!
    Aber immer wieder bleibt die Fesstellung, dass Kriege unsinnig sind und unsagbares Leid über die Menschen bringen. Könnte doch das Wetter alle Kriege verhindern .... wenn schon wir Menschen es nicht schaffen!
    Einen schönen 1. Advent und
    lieben Gruß
    Lilo

    AntwortenLöschen
  15. Tja, das leidige Wetter.
    Mein Vater hatte sich in Rußland den Heimatschuss eingefangen.
    In den linken Oberarm.
    So konnte er zurückkomen. Sonst gäbe es mich nicht.
    Aber seinen Beruf als Zimmermann konnte er nicht mehr ausüben. Der linke Arm funktionierte nicht mehr richtig. Das gab sich zwar mit den Jahren...
    Aber der Beruf konnte nie mehr ausgeübt werden.
    Aber eine Art Rente hat er dafür nie erhalten.

    AntwortenLöschen
  16. Geschichtsträchtig ist es zwar nicht, trotzdem erwähnenswert - wenn es kalt ist, fahre ich gerne in wärmere Gefilde :-).
    Liebe Grüße
    Barbara

    AntwortenLöschen
  17. Liebe Irmi,
    ein wunderschönes Winterbild zeigst du uns...

    Ja klar, kannst du dir das Gedicht "nehmen"...Ist ja nicht meins! ;O)

    GLG & einen schönen Adventsabend, *Manja*

    AntwortenLöschen
  18. Darf ich ehrlich sein? der inhalt des Briefes hätte mich wirklich interessiert, solche Dokumente sind so selten, was haben die Soldaten damals an der Front gedacht? Noch dazu an Weihnachten? Verrätst du es noch oder ist es zu persönlich?

    AntwortenLöschen
  19. Nunca tocei na neve, aqui onde eu moro nunca tem neve. Um dia, queria ter esta experiência de vida. :)

    AntwortenLöschen
  20. So, liebe Irmi,
    jetzt komme ich auch endlich dazu, dir zu schreiben. Gerade die Kälte spiel eine besondere Rolle. Es sind so viele Soldaten erfroren.
    LG Sabine

    AntwortenLöschen
  21. Unglaublich, dass es in fast jeder Familie jemanden gibt, der in Stalingrad geblieben ist. Bittere Erinnerungen sind da aufgekommen!

    LG aus dem heute verschneiten Wien

    AntwortenLöschen
  22. Hallo Irmi,
    das Wetter kann uns übel mitspielen und Menschen im Krieg leiden dann besonders.
    Als mein Vater noch lebte, erzählte er manchmal von den furchtbaren Kriegswintern in Russland. Er hat die Kälte und die Entbehrungen überlebt und kam 1952 aus der Gefangenschaft zurück. Die Kälte hat ihn für sein ganzes restliches Leben gezeichnet.
    Ich hoffe für uns alle, dass wir keinen Krieg erleiden müssen.

    Eine besinnliche Adventzeit wünscht dir Anette

    AntwortenLöschen
  23. .. dass du diesen Brief noch hast ..toll. Das ist sehr wertvoll!

    Ganz bestimmt hat das Wetter da großen Einfluß ..

    Mein Mann recherchiert gerade - wo sein Vater gewesen ist in Rußland. Er hat auch schon Infos von der WAST eingeholt ..da ist einiges verzeichnet. Mein Schwiegervater hatte immer die schlimmsten Alpträume vom Krieg und aus der Zeit der Gefangenschaft in Rußland.

    Viele liebe Grüsse schickt dir
    Ocean

    AntwortenLöschen
  24. Hallo liebe Irmi,
    natürlich berührt uns Stalingrad am meisten, weil es so nahe ist. Aber du hast völlig Recht, schon immer mussten die Menschen mit dem Wetter rechnen und taten sie es nicht, hatte das manchmal unvorhersehbare Konsequenzen. Denjenigen, denen die Macht zu Kopf steigt, tat es wohl auch manchmal gut, allerdings leiden letztendlich viele Unschuldige unter falschen Entscheidungen der Feldherren. (Über das "unschuldig" könnte man nun diskutieren, aber ich denke, du weißt, was ich meine.)
    Lieben Gruß
    Elke

    AntwortenLöschen
  25. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

    AntwortenLöschen
  26. Ohje, da hast Du ja auch schon was hinter Dir!
    Mein Vater war 4 Jahre in russ. Kriegsgefangenschaft, kehrte von dort aber zurück, allerdings sehr krank! Vermisst wurden nur die Brüder meiner Großmutter väterlicherseits - schrecklich, was der Mensch dem Menschen antut!!!

    Ja, das Wetter beeinflußt durchaus die Geschicke, das sehen wir ja schon im Kleinen bei uns.
    Was Israel betrifft, da war ja Gottes Hand über allem, insofern konnte er auch das Wetter beeinflussen.


    Liebe Grüße
    Sara

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.