Sonntag, 19. Dezember 2010

Dies und Das über das Weihnachtsgebäck

In fast jedem Haushalt wird gebacken. Leuchtende Kinderaugen, wenn sie helfen dürfen, die lieben Kleinen.
Als ich noch klein war und in der Adventzeit Abendrot herrschte, sage man mir: "Schau, das Christkind ist am backen". Ich weiß, dass ich das geglaubt habe und mich immer über das Abendrot freute.
Das Krümelmonster gerät regelmäßig außer sich, wenn er Kekse zu naschen bekommt. Seine Vorliebe teilt er sogar mit den alten Römern.
Ich habe nachgeforscht, woher dieser Brauch des Plätzchenbacken kommt und stieß auf einige interessante Dinge:
Das Wort  "Plätzchen" ist eine Abwandlung des mundartlichen Wortes  "Platz"  - das allerdings keinen Ort beschreibt, sondern  "flach geformter Kuchen"  bedeutet.
Das Plätzchenbacken wurde vermutlich im 18. Jahrhundert entwickelt. Die Damen der gehobenen Gesellschaft suchten nach einer Speise, die sie ihren Gästen beim Kaffeekränzchen reichen konnten. Zuerst wurde ein  Biskuitgebäck entwickelt, später so genannte Springerle, heute besser bekannt als Spekulatius. Mit Springerle 
bezeichnet man zu unserer Zeit ein anderes Gebäck.
Bis ins 19. Jahrhundert waren Plätzchen ein Luxusgebäck, da die Herstellung wegen des Zuckergehaltes sehr teuer war. Erst als es gelang, aus heimischen Zuckerrüben ein billigeres Süßungsmittel zu gewinnen, konnten sich auch ärmere Haushalte die Herstellung von Plätzchen leisten.
In Süddeutschland werden Plätzchen auch Platzerl, Brötle und Läuble genannt. In Österreich  sagt man einfach Kekse, in der Schweiz verwendet man die Begriffe Güezi, Crümli oder Guetsli.
Es gibt mehr als 20.000 verschiedene Sorten von Weihnachtsplätzchen. Diese große Anzahl überraschte mich auch. Ich denke, da sind alle Abwandlungen eines Rezeptes mitgerechnet. Auf dem Nürnberger Christkindlmarkt sollen einer  Studie zufolge mehr als 5000 verschiedene Sorten angeboten werden.
Plätzchen gibt es also seit dem 18. Jahrhundert, der erste Christstollen dagegen wurde bereits 1329 in Naumburg an der Saale urkundlich erwähnt. Form und Aussehen des Christstollens sollen an das Christkind erinnern..
Noch etwas zum Christstollen: Nachdem der Name  "Dresdner Stollen"  früher von allen Bäckern frei verwendet werden konnte und dies auch üblich war, wurde der Stollen Bestandteil des Einigungvertrags zwischen der Bundesrepublik und der DDR, so dass der Begriff heule eine auch von der EU geschützte geographische Angabe ist. Nur in Dresden und der näheren Umgebung dürfen  "Dresdner Stollen"  hergestellt werden. Übrigens: im Thüringischen wird der Stollen vielerorts auch  "Schittchen"  genannt und auch die Bezeichnung  "Striezel"  (wie für den Dresdner Striezelmarkt  -  der wohl älteste deutsche Weihnachtsmarkt) ist ein anderer Name für dieses beliebte Gebäck. Der Dresdner Christstollen wird immer nach dem Originalrezept hergestellt. Ganz wichtig, viele Rosinen und Zitronat.
Noch etwas früher als der  Christstollen wurde der Lebkuchen erfunden. 350 vor Christus gab es bereits einen gewürzten Honigkuchen, den Römern war der  "Panus mellitus"  bekannt. "Nürnberger Lebkuchen"  und  "Aachener Printen"  sind im Übrigen wie der  "Dresdner Stollen"  geschützte geographische Gebäcke.
Der größte Lebkuchen der Welt wurde am 5. Dezember 2001 in Esslingen hergestellt:  Eine Nikolaus-Figur, zehn Meter lang und vier Meter breit. Das Kunstwerk wog mehr als 650 Kilogramm.

Kommentare :

  1. Ja, ja, viele Rosinen sind immer wichtig!
    Liebe Grüße von Blog zu Blog und eine gute Nacht
    Rosine

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  2. 20.000 verschiedene Sorten von Weihnachtsplätzchen?
    Interessant, hätte ich nicht gedacht. Jetzt wo Schulferien sind werden wir auch welche backen.
    Liebe Grüße

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  3. Liebe Irmi,

    an das Backen von Plätzchen habe
    ich auch noch lebhafte und schöne
    Erinnerungen.
    Durch deinen Text werden sie gegenwärtig.

    Einen guten 4. Advent
    Angela und Elisabeth

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  4. Das war wieder spannend, liebe Irmi!!
    An einer Stadtführung in St. Gallen, zur Weihnachtszeit, hörte ich, dass die Weihnachtsguezli am heiligen Abend, bevor die Leute in die Mitternachtsmesse gingen, auf dem Tisch zu Hause verteilt wurden. Auf diese Weise wollten die "Christen" damals die Geister wâhrend ihrer Abwesenheit gut stimmen.
    Wünsche dir einen wunderbaren 4. Adventssonntag♥
    bbbbb

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  5. Immer wieder bin ich überrascht, was Du alles an Wissen und Informationen für uns hast.
    20.000 verschiedene Sorten?
    Nie hätte ich gedacht, daß es so viele sind. Selbst wenn die Abwandlungen der ursprünglichen Rezepte dazugehören, bleibst sicher immer noch eine ganze Menge an unterschiedlichen Sorten.

    Hab einen schönen 4.Advent.
    Liebe Grüße von Birgit

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  6. Hallo Irmi
    so viel LECKER und das gleich in der FRÜH..

    bei uns..meine Eltern stammen aus Ostpreußen und Pommern,sagt man z.B Mohnstriezel..also etwas was gefüllt ist..eingewickelt in einem Teig,der dem Blätterteig ähnlich ist...und SO LECKER..
    LG vom katerchen zum 4.Advent

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  7. Weihnachten ohne Plätzchen geht gar nicht. Uns allen : Guten Appetit!
    Liebe Grüße

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  8. Die nette Geschichte von den Plätzchen backenden Engel beim Farbenspiel des Himmels ist wohl eine der schönsten Erklärungen, wenn kleine Kinder danach fragen...

    Sei lieb gegrüßt und genieße den Tag der 4. Kerze
    Kvelli

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  9. Liebe Irmi,
    ich bin ein echter Lebkuchenfan. Sobald die Sachen im September auf den Markt kommen, bin ich dabei.
    LG Sabine

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  10. Liebe Irmi
    Ich wünsche Dir einen schönen 4. Advent und vielen Dank für die schöne Erklärung... Louis stellt im Moment viele Fragen woher bestimmte Sachen stammen etc. und dank dir habe ich die passenden Antworten :)

    Ganz Liebe Grüße
    Claudia

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  11. Ich möchte Dir einen gemütlichen 4. Advent wünsche und auch schon jetzt ein Frohes Fest.
    Du wirst ja jetzt bald fahren. Hab eine gute Zeit und komme gesund und munter wieder.
    Wann wirst Du zurücksein?
    Liebe Grüße, Petra

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  12. Liebe Irmi,
    im Augenblick bin ich etwas hinterher - die Zeit wird knapp so vor Weihnachten ...

    Plätzchen habe ich früher auch immer gern mit meinen Kindern zusammen gebacken. Und heute auch - im Kühlschrank wartet gerade der Teig für die Vanillekipferln.

    Die Springerle kenne ich auch, allerdings im Unterschied zu Spekulatius, die ja doch etwas weicher werden und mit einem speziellen Gewürz zubereitet sind. Springerle als solche kann man auch als Baumbehang verwenden, sie sind ziemlich fest, dafür braucht man gute Zähne ;-)

    Freilich waren die Plätzchen zu den genannten Zeiten gesünder, wenn man Honig als Süße dafür verwendet hat. Der viele Zucker heutzutage, der leicht zu erreichen ist, verfügt viele im Umgang damit ...

    Und den echten Dresdner Stollen kennen wir noch durch meinen verstorbenen Schwiegervater, der als Meister seines Faches diese damals gebacken hat. Aber uns ist dieses Gebäck zu reichhaltig, daher machen wir es nicht mehr.

    Wieder sehr interessant, Deine Ausführungen! Ich hatte früher auch mal einiges darüber gelesen und habe wohl auch noch irgendwo etwas darüber zu lesen. Aber heute guckt man viel eher ins Internet, als in Bücher oder Ordner ;-)
    Danke dafür!
    Und nun wünsche ich Dir einen schönen 4. Advent und schon mal ein Frohes Weihnachtsfest, wenn Du über die Tage nicht da bist.
    Komm gesund wieder zurück!
    Alles Liebe
    Sara

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  13. Liebe Irmi,
    im Augenblick bin ich etwas hinterher - die Zeit wird knapp so vor Weihnachten ...

    Plätzchen habe ich früher auch immer gern mit meinen Kindern zusammen gebacken. Und heute auch - im Kühlschrank wartet gerade der Teig für die Vanillekipferln.

    Die Springerle kenne ich auch, allerdings im Unterschied zu Spekulatius, die ja doch etwas weicher werden und mit einem speziellen Gewürz zubereitet sind. Springerle als solche kann man auch als Baumbehang verwenden, sie sind ziemlich fest, dafür braucht man gute Zähne ;-)

    Freilich waren die Plätzchen zu den genannten Zeiten gesünder, wenn man Honig als Süße dafür verwendet hat. Der viele Zucker heutzutage, der leicht zu erreichen ist, verfügt viele im Umgang damit ...

    Und den echten Dresdner Stollen kennen wir noch durch meinen verstorbenen Schwiegervater, der als Meister seines Faches diese damals gebacken hat. Aber uns ist dieses Gebäck zu reichhaltig, daher machen wir es nicht mehr.

    Wieder sehr interessant, Deine Ausführungen! Ich hatte früher auch mal einiges darüber gelesen und habe wohl auch noch irgendwo etwas darüber zu lesen. Aber heute guckt man viel eher ins Internet, als in Bücher oder Ordner ;-)
    Danke dafür!
    Und nun wünsche ich Dir einen schönen 4. Advent und schon mal ein Frohes Weihnachtsfest, wenn Du über die Tage nicht da bist.
    Komm gesund wieder zurück!
    Alles Liebe
    Sara

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  14. *schleck* ... habe Deinen ganzen Text aufgefuttert ;-)) .... nein nein, nur so getan als ob hihi... will ja nicht, daß die Nachfolger leer ausgehn.
    Hat aber gut geschmeckt, wie immer!

    Liebgruß
    vom gefräßigen Tiger ;-)))
    =^.^=

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  15. Oh, Spekulatius hat mein Vater immer gebacken. Wir hatten 2 Modeln, einen kleineren und einen richtig großen, langen.
    Gegen diese selbstgebackenen kommen die heute gekauften leider nicht dran - vom Geschmack her.

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  16. Wußte nie, warum ich mich nie entscheiden konnte, was gebacken werden sollte. Nun weiß ich es...Die Wahl fällt zu schwer bei so vielen Sorten. LG Inge

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  17. Liebe Irmi,

    also dein Blog ist wirklich der Knaller... bin ich froh das wir uns gefunden haben!!! Ich komme zwar nicht täglich dazu zu lesen... aber ich hol immer wieder alles nach... weil bei dir ists wirklich schade wenn man was verpaßt!!! Mach weiter so!!! Ich wünsche dir einen ganz kuschligen 4. Advent und schick herzliche Grüße an den Neckarstrand, Ursula

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  18. Danke für die Infos...hätte ich alles nicht so gedacht...interessant
    Ich schick dir liebe Grüsse und wünsche dir noch einen schönen Adventabend
    Patricia

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  19. Ohh leggger, leggger *g*
    Ich mag zwar Stollen, aber der hat so viele Kalorien, dann gerne einen Striezel mit Mohn, denn alles mit Mohn und Marzipan liebe ich.

    GLG Marianne ♥

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.