Sonntag, 21. August 2011

Dies und Das und die Gerechtigkeit

Oft genug frage ich mich: Wo ist sie denn, die ausgleichende Gerechtigkeit? 
Gerechtigkeit wird weltweit als Grundnorm des menschlichen Zusammenlebens betrachtet. Daher berufen sich in allen Staaten  Gesetzgebung und Rechtsprechung auf sie. Außerdem ist sie in der Ethik, Rechts- und Sozialphilosophie aber auch in der Moraltheologie ein zentrales Thema bei der Suche nach rechtlichen Maßstäben.
Für Platon ist die Gerechtigkeit eine innere Einstellung. Sie ist für ihn sogar die herausragende Tugend wo jeder tut, was seine Aufgabe ist.
Bedingt durch die Globalisierung, durch weltwirtschaftliche Probleme, Klimawandel und demographische Entwicklungen ist neben der innerstaatlichen sozialen Gerechtigkeit auch die Generationengerechtigkeit in den Vordergrund gerückt.
Dies alles ist ein Beispiel dafür, wie sich die Grundbegriffe und Ansichten im Laufe der Zeit ändern. Ich bin der Meinung, dass wir alle uns mal wieder auf sie besinnen sollten. Ich suche zumindest die Gerechtigkeit vergebens.
Mascha Kaleko hat zu diesem Thema ein  - wie ich finde - wundeschönes Gedicht geschrieben:


Ausgleichende Gerechtigkeit
Die Strafe, die ich oft verdient,
gestehen wir es offen:
ist sonderbarerweise nie
ganz pünktlich eingetroffen.

Der Lohn, der mir so sicher war
nach menschlichem Ermessen,
der wurde leider offenbar
vom Himmel auch vergessen.

Doch Unglück, das ich nie bedacht,
Glück, das ich nie erhofft -
sie kamen beide über Nacht.
So irrt der Mensch sich oft.



Kommentare :

  1. Das ist mal ein Gedicht, dass mir auch gefällt :)

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  2. Morgen Irmi,
    Gerechtichkeit...was ist das?Aber bin ein Meinung mit Platon...jeder kann was dafüt tun.Der Himmel vergisst nichts ...es wartet nur auf der richtige Moment...nicht unser Zeit...Seiner Zeit(da oben).
    Ist das nicht schön heute?Ich wünsche dir ein wunderschönes Sonntag.Bussi.Lu.

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  3. hallo liebe Irmi,
    wünsch dir einen
    wunderschönen
    gerechten
    Sonntag!
    ;)

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  4. oh ja ich war/bin mit einem ausgeprägten Gerechtigkeitsinn ausgestattet. Von Kindesbeinen an- ich wollte immer "die Welt retten" doch man stößt an Grenzen, Ungerechtigkeiten die nahezu zum Himmel schreien....
    Das Gedicht ist super!
    wünsche dir einen sonnigen Sonntag und Begegnungen mit Gerechtigkeit....
    Steffi

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  5. Liebe Irmi,

    das Thema Gerichtigkeit ist ein toller Sonntagsgedanke und ich wünsche dir einen Sonntag voller Freude.

    Herzlichst ♥ Marianne

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  6. Liebe Irmi,
    ja über Ungerechtigkeit könnte ich auch ein Lied singen zurzeit.
    Hab einen schönen Sonntag und gggggglG
    Angi

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  7. Liebe Irmi,
    danke für das schöne Gedicht!
    Ich denke schon, dass es "Gerechtigkeit" gibt, und das Gedicht sagt das ja prinzipiell auch aus. Klar, es kommen viele Menschen mit ihren fiesen Taten durch, ohne dafür direkt bestraft zu werden, aber dafür haben sie dann an einer anderen Stelle zu leiden (Krankheit, Beziehung, generelle dauerhafte Unzufriedenheit, das Immer-mehr-Wollen, usw.) und werden nicht glücklich. Auch wir hier im Luxus und der Verschwendung sind nicht glücklicher als arme Menschen am Existenzminimum - eher das Gegenteil ist der Fall.
    Ich denke schon, dass sich alles wieder ausgleicht - nur dass wir das, wie in der letzten Strophe des Gedichts, nicht als solches erkennen. Letztendlich kommt es wiederum nur auf uns selbst an, wie wir die Welt sehen: ob wir dankbar sind für unser Glück, und uns von schlechten Ereignissen nicht entmutigen lassen und dadurch in Harmonie mit uns selbst leben - oder ob wir darauf beharren dass die Welt ungerecht und gemein ist...
    Einen schönen Sonntag
    wünscht Dir Verena

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  8. Liebe Irmi,
    interessante Überlegung,interessantes Gedicht.
    ich persönlich fühle mich von unserem System der Bestrafung , der Schuld und Sühne,nicht wirklich angesprochen. Es lenkt meiner Meinung nach von dem eigentlichen Problem ab: wieder zu lernen, die Verantwortung zu übernehmen. Ich finde die Weise, wie die Isländer damit umgehen interessanter. Keine Gefängnisse, sondern die Verfehlung muss ausgeglichen werden, indem die Person mit von ihr geschädigten Menschen arbeitet...Bewusstwerden der Konsequenzen.
    Ansonsten bin ich der Meinung, dass das Leben früher oder später(spätestens, wie ich so oft auf der Arbeit sehe, im Angesicht des Todes) ausgleichend gerecht ist...
    Schönen Sonntag!
    bea

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  9. Stufen der Gerechtigkeit

    Gerechtigkeit wird vom Wahnsinn regiert
    In der die Menschlichkeit nur ein Wort ist
    Und Anstand ein Wort das nicht gelebt wird

    Abgewetzt sind die Stufen der Gerechtigkeit
    Sind glitschig modrig faul und morsch
    Doch ein Licht von oben lässt sie erhellen

    Ehrlichkeit wird dem Wahnsinn folgen
    Wenn der letzte Unmensch ist ausgerottet
    Dann kehrt endlich Ruhe ein und Frieden

    Die Welt ein Paradies der tausend Worte
    Vereint in Ehrlichkeit und Harmonie
    Wie auch in Liebe und Unendlichkeit

    Hier wo das Sein noch seinen Sinn hat
    Und all die Worte keine Lügen sind
    In der noch die Liebe wahre Liebe ist

    Verbannt sind dann all die Qualen
    Hass und Wahnsinn nun ausgelöscht
    Im Paradies der ehrlichen Gerechtigkeit

    © Hans-Peter Zürcher

    Liebe Irmi,

    danke für Deinen Post hier. Darüber nachzudenken schein mir wichtig, noch wichtiger aber ist es, Gerechtigkeit zu leben...

    Ganz liebe Grüsse Dir

    Hans-Peter

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  10. *Wo ist sie denn, die ausgleichende Gerechtigkeit?* zitat irmili.

    ja, wo isse denn? hallooohooo! bei MIR natürlich! immer da, wo ich mich anderen gegenüber gerecht verhalte. also, irmili... augen auf! ;o))

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  11. Sehr anregende Gedanken und ein schönes Gedicht. Danke dafür!

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  12. Über das Thema Gerechtigkeit könnte ich wohl stundenlang schwadronieren. Tu ich aber nicht, denn dann könnte ich mich in Rage reden, wenn zum Beispiel Bewährungsstrafen für Vergewaltiger und Kinderschänder auf den Thementisch kommen... Wo ist da die Gerechtigkeit? Nee... das deprimiert mich nur.

    LG; dieMia

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  13. mialein, du vermischst hier zwei verschiedene sachen: das eine ist, weitere kinder vor diesen tätern zu schützen. das sollte man tun! für immer!
    das andere ist, *gerechtigkeit* gegenüber den opfern zu üben. und das liegt völlig im argen. nicht nur von seiten der gesellschaft (justiz) her, sondern auch (oft genug) von seiten des sozialen umfelds des opfers, nämlich dann, wenn es innerhalb der familien passiert - und das ist wohl bei mehr als 90% der fall. da wird das opfer nämlich immer wieder aufs neues geopfert für den seelenfrieden des clans.

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  14. Ein schönes Gedicht!

    Liebgruß,
    Tiger
    =^.^=

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  15. Ein Dauerbrennerthema... aber gut rübergebracht! Das Gedicht gefällt mir ausgesprochen gut!

    Ich wünsche dir einen schönen Sonntag, liebe Irmi!

    LG Mae

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  16. Ja, ein heisses Thema Irmi, da hast Du schon recht. Oft gibt es keine Gerechtigkeit. Wenn wir ihr doch begegnen, sollten wir sie zu wuerdigen wissen.
    Nettes Gedicht!

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  17. Liebe Irmi,

    Gerechtigkeit ist meist nur ein Wort, das von vielen ausgesprochen, aber selbst nicht gelebt wird. Ein grossartiger Post von dir!

    Herzlichst und liebe Grüsse

    Rosanna

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  18. Sieh es mir nach, ich habe den Glauben an die Gerechtigkeit schon oft verloren, ebenso wie viele Illussionen

    Liebe Grüße Shoushou

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  19. Liebe Irmi,

    erstmal ..wie SCHÖN, dass du einen Weg gefunden hast, weiterzubloggen. Ich hab immer wieder bei dir reingelesen, bin nur grad insgesamt wenig online, so daß ich jetzt erst zum Schreiben komme.

    Mit dem Barfusslaufen bringst du mich auf eine Idee ..und ich bin früher auch viel mehr barfußgelaufen als heute ..dabei tut es so gut, das "Sich-Erden.."

    Gerechtigkeit ... oh je. Leider greift sie viel zu selten .. wir haben zwar ein Rechtssystem, einen Rechtsstaat, aber immer öfter muß ich mich fragen, wo dabei die Gerechtigkeit, die menschlich als solche empfundene bleibt ..es ist so, wie Steffi schreibt ..oft zum Himmel schreiend ungerecht.

    Ich wünsche dir noch eine gute Zeit mit deinem Besuch, und schicke die liebe Sonntagsgrüße ..hab eine schöne neue Woche :)

    Ocean

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  20. Liebes mein Irmili ...schönes Gedicht das ...wirklich. Ich schlisse mich Tretswelts Kommi an ....!
    Ganz lieben Gewittergruss ...ähm ja ...
    dein
    Kroeti :-)

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  21. ...ein wunderschönes Gedicht, liebe Irmi,
    und wirklich wahr...

    lieber Gruß von Birgitt

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  22. Ich kann nur hoffen, dass eines Tages die Gerechtigkeit siegt, über allem und Jedem.

    Einen schönen Wochenanfang wünscht dir von Herzen
    Alice

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  23. Wenn man versucht, gegen Ungerechtigkeiten anzugehen, gilt man hier schnell als Querdenker oder unbequemer Mensch.

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.