Sonntag, 25. März 2012

Was du heute kannst besorgen....

...das verschiebe nicht auf Morgen. Wir alle kennen dieses geflügelte Wort - aber wer hält sich wirklich daran?
Mir wurde das gestern wieder bewusst, als ich die Nachricht vom Ableben einer Bekannten bekam. Schon lange wollte ich sie besuchen - aber irgendwie klappte es nie. Ich hätte einen Tag  "opfern"  müssen - einen einzigen Tag. Ja, wir telefonierten - anfangs sehr häufig, später seltener. Es gab immer weniger Gemeinsamkeiten. Klar, wir haben uns lange nicht persönlich gesehen. Vor 14 Tagen sprachen wir wieder einmal telefonisch miteinander. Sie schien sehr depressiv und meinte, dass sie nicht mehr leben möchte. Natürlich habe ich ihr zugeredet, dass man so etwas nicht einmal denken dürfe. Aber ich kam wohl nicht sehr überzeugend rüber. Kurz: Ihre Tochter teilte mir gestern mit, dass B. nicht mehr lebt. Sie hat sie am Morgen tot in ihrem Bett gefunden. Sie ist allein gestorben  Hoffentlich ist sie ruhig eingeschlafen.
Meinen Vorsatz, sie in diesem Jahr unbedingt in Germersheim zu besuchen, konnte ich nicht mehr realisieren. Ich habe diesen Vorsatz zu lange vor mir hergeschoben. Jetzt ist es zu spät.


Keiner kann sein Leben
nach eigenen Entwürfen erfinden,
sondern jeder muss es annehmen
als Gnade und Last,
so wie es ihm gegeben ist.
(Karl Rahner)

Kommentare:

  1. Ja so ist es, wie du schreibst, liebe Irmi. Aber mach dir keine Vorwürfe, dir ging es doch eine zeitlang nicht gut und hattest mit dir selbst zu tun.
    Aber die Gedanken hat man schon, meistens wenn die Menschen nicht mehr leben fällt einem so viel ein, was man noch hätte tun oder sagen können.
    Herzlichst Zaunwinde

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  2. Das ist bitter. Aber ich denke das ist immer so im Leben. Man will sich etwas vornehmen und dann macht es irgendwie erst sehr spät oder gar nicht.

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  3. das tut mir sehr sehr leid :(
    *drück

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  4. Liebe Irmi, ja so ist es mir auch schon einige Male in meinem Leben ergangen. Man setzt solche Vorsätze einfach nicht sofort um, aber das ist glaube ich auch menschlich. Und wenn es dann zu spät ist, ärgert man sich, man hat auch ein bisschen ein schlechtes Gewissen und das Wissen, dass es eben zu spät ist, um das verpasste nachzuholen. Das geht wohl fast jedem öfters so. Wir können nur immer wieder versuchen, uns ins Gedächtnis zu rufen, nicht immer alles vor uns herzuschieben.

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  5. Liebe Irmi,

    diese Geschichte zu lesen macht mich traurig, schade um Deine Freundin, die bestimmt ein guter Mensch war, wenn Du sie gemocht hast.
    Aber Freundschaft ist keine Einbahnstrasse und ich schulde meinen Freunden nichts, dass sie nicht auch mir schulden würden. Hätte nicht auch sie einen Tag opfern können, hätte sie nicht jeden Tag die Freude am Leben neu entdecken können, wie Du es tust?
    Aber wer es nicht tut macht einfach nur von seiner Freiheit Gebrauch.

    Mein Beileid zum Verlust einer guten Freundin - es gibt immer zuwenige davon...
    Rainer

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  6. Ähnliches ist mir auch schon passiert und ich habe es leider immer im Hinterkopf. Darum sollte man solche Dinge einfach nicht verschieben. Aber nun ist es geschehen.

    Selber habe ich mich entschieden mich weniger im Internet aufzuhalten, d. h. noch weniger. Man versäumt so vieles, weil die Stunden, die man vor dem PC verbringt einfach zu viel Zeit verbrauchen. Das werde ich auch nicht aufschieben.

    Schönen Sonntag und lieben Gruß, Brigitte

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  7. Liebe Irmi,

    das ist wirklich traurig. Aber Du konntest es ja nicht wissen und Dir ging es eine Weile selbst nicht gut. Was passiert ist, ist nun nicht mehr zu ändern. Ich kann verstehen, dass Du Dir Gedanken deswegen machst.

    Ich verbringe auch viel zu viel Zeit am PC, die am anders nützen könnte und schiebe so vieles auf.

    Liebe Grüße


    Claudia

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  8. *Mein Irmili ganz feste und ganz sehr lieb umärmel*

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  9. Oh das tut mir leid Irmi. Ich kenne das. Und der Spruch ist die pure Wahrheit! Manchmal schiebt man Dinge vor sich her, weil man sich einfach nicht aufraffen kann. Und dann ist alles zu spät und man ärgert sich so sehr und denkt, ich hätte es doch einfach nur tun müssen.
    Liebe Grüße von Kerstin.

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  10. Wenn man krank ist, ist das doch verständlich (:
    Würde mich freue. Wenn du mitmachst ;)

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  11. I am with you, no other day will come.

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  12. Recht hast Du, bestimmte Dinge sollte man nicht zu lange aufschieben.
    Aber den Zeitpunkt wann jemand von dieser Erde geht weiss kein Mensch.
    Grüße vom Strand der Spree,
    Uwe-Jens

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  13. Liebe Irmi, das ist sehr traurig. Du darfst dir keine Vorwürfe machen. Aber du hast Recht. Es gibt viele wichtigere Dinge als vor dem PC zu hocken.
    LG Sabine

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  14. ...solche Situationen, liebe Irmi,
    bringen einen zwangsläufig dazu, darüber nach zu denken, was wirklich wichtig ist im Leben...aber nicht immer kann man so handeln, wie man eigentlich gern möchte...gerade in der letzten Zeit ging es dir doch selber nicht gut...und trotzdem hast du mit ihr telfoniert...

    liebe Grüße von Birgitt

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  15. Liebe Irmi,

    Wir alle haben bestimmt solche Freunde, Bekannten wo es nie wieder ein treffen geben kann. Die Zeit wird ja immer knapper und ein Jahr ist wirklich nichts. Es gibt NUR 52 Wochenende und meistens benutzt man die für solches Treffen. Ja, ja es fehlt uns immer Zeit. Heute war auch so rasch alles vorbei. Wir waren aus der Kirche, wollten meine Eltern anrufen aber irgendwie war die Verbindung nicht gut. Also später mal wieder in der Woche versuchen. Dann sofort wieder zum Rathaus wo mitlerweilen die 11 Japaner (8 Teenagers von 16-17) ankamen. Sie sind unsere Sister-City Auswechslung, sowie ich auch in 2007 dorthin geflogen bin als Chaperon mit 6 Teenagers von hier. Ein netter Empfang hatten sie und wir sind noch gerannt um im Theater noch eine halbe Stunde eine Taiwanesische Virtuosin (gut Deutsch...?) zu hören. Sie hatte auch Geige gespielt, haben wir verpasst. Nur ihr Klavierspiel gehört. Damit war es schon Zeit zum Abendessen was ich Gott sei Dank noch fertig hatte... Wieder einen Tag um.
    Ganz lieber Gruss,

    Mariette

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  16. Das tut mir leid, mein Beileid. Aber mache dir keine Vorwürfe, manchmal schafft man es nicht, was einem das Leben aufbürgt. Du hast getan was du konntest, du hast mit ihr telefoniert.

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  17. Liebe Irmi,

    das du eine solche Erfahrung machen musstest, tut mir leid. Aber ich kenne es auch, das ich etwas unglaublich lange zerdenke und es dann solange vor mir herschiebe, bis es kaum mehr existiert... Was du dazu schreibst, regt mich wiederum an, mir zu überlegen, was wirklich wichtig ist im Leben...

    Liebe Sonnenscheingrüsse in die neue Woche, Sichtwiese

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  18. Liebe Irmi,
    ich habe meine
    "Bucket List" auf der Liste steht alles, was ich noch tun möchte, bis ich sterbe. Aufschieben ist nicht meine Sache, aber es kommt schon vor.
    Der Name stammt von einem Film:
    Das Beste kommt zum Schluss (Originaltitel: The Bucket List) ist eine Tragikomödie aus dem Jahr 2007 von Regisseur Rob Reiner. Die Hauptrollen spielen Jack Nicholson und Morgan Freeman.
    LG Gisela.

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  19. Dass mitunter mehrere Jahre vergehen, dass wir manche Freunde wiedersehen, dass gibt es auch bei uns. Dass dann aber der Tod dieser Freunde dazwischenkommt, das haben wir glücklicherweise noch nie erlebt. Das ist ganz schlimm ! Wir wären bestimmt am Bodne zerstört !

    Gruß Dieter

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  20. ja Irmi - solche Momente bringen einen zum Nachdenken - aber man kann sie nicht verhindern. Vielleicht wird man eine zeitlang wieder sensibler? Aber ich denke wir haben alle auch unsere Grenzen - unsere eigene Sorgen - unsere eigene Welt. Trotzdem ... es ist traurig ...

    ich schicke dir einen lieben Gruß durch den pc ... heidi-trollspecht

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  21. Liebes Irmschen, ich hoffe, du machst dir nun keine Vorwürfe. Es kommt oft wie es kommen muss und du hättest es nicht verhindern können.
    Davon mal abgesehen, hätte deine Bekannte ja auch jederzeit dich besuchen können.
    Lieben Gruß. Bina

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  22. Ich glaube auch, wir sollten nur das schnelle Wort verschieben, es könnte evtl. verletzend sein.
    Es ist ein bitteres Gefühl, etwas immer wieder verschoben zu haben, doch muss man auch das Für und Wieder prüfen.
    Es hat oft auch ein Gutes, wenn man auseinander driftet, denn unser Ich kann nicht immer parat sein, Vieles muss Vorrang behalten.
    Wenn wirkliche Bindungen dagewesen wären, hätte es Dich unweigerlich aufbrechen lassen, doch es sollte nicht sein.
    Sicher schickst Du ihr gute Gedanken.
    Liebe Grüße
    Flo

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  23. Das werde ich mir SEHR zu Herzen nehmen liebe Irmi!

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  24. Hallo Irmi, ich kann dir nachempfinden, wie du dich fühlst .
    Zwei mal war ich in der Situation.
    Beim ersten Mal hatte ich den Blumenstrauß für den endlich geplanten Besuch schon zu Hause und beim zweiten Mal hatte ich Tage vorher einen Weihnachtsgruß mit dem Versprechen eines Besuches verschickt.
    Es trifft dann besonders hart, wenn man den Zeitpunkt verpasst hat.
    Es tut mir leid für dich und deine Freundin.
    Liebe Grüße
    Christel

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  25. Hallo Irmi

    ja, aufgeschoben ist nicht aufgehoben - stimmt nicht immer.
    Es muss auch nicht gleich jemand sterben dazu.
    Auch für viele anderen alltäglichen Sachen ist es oft besser, man behält sie im Auge, ist meine Erfahrung.

    Ich wünsch Dir ein sehr schönes Wochenende

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.