Donnerstag, 19. Juli 2012

Dies und Das und das Nagen am Hungertuch

Heute brachte mir meine Nachbarin zwei frische Brötchen mit. Sie kosteten 70 Cent. An Kleingeld hatte ich nur 65 Cent und 10 Euro konnte sie nicht wechseln. Sie meinte: Lass nur, wegen der 5 Cent nage ich noch nicht am Hungertuch. Wieder so eine Redensart, die wir öfter benutzen. Und woher kommt der Ausdruck?
Wer großen Hunger hat, braucht dringend was zwischen die Zähne - so viel ist klar. Doch Textilien sind nicht unbedingt bekannt für ihren hohen Nährwert. Warum nagen dennoch so viele Menschen auf der Welt umgangssprachlich am Hungertuch?
Als Hungertuch wurde früher das Tuch bezeichnet, mit dem der Altar zur Fastenzeit verhängt wurde. Aus dem Brauch, dieses Fastenvelum zu nähen, um den Altar zu verhüllen und die Gläubigen zur Buße zu mahnen,
ging die seit dem 16. Jahrhundert bezeugte Wendung  "am Hungertuch nähen"  hervor. Dieser Ausspruch wurde dann, vermutlich von einem besonders hungrigen Kirchengänger, in  "am Hungertuch nagen"  umgedeutet.
(Quelle: Das Herkunftswörterbuch)

Kommentare :

  1. Liebe Irmi,

    herzlich danke ich dir für deine gute Erklärung
    und für deine wunderschöne Rose.

    Einen ruhigen Abend wünscht dir
    Elisabeth

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  2. Da heißt es immer, Blogs lesen macht dumm. Von wegen! Vielen Dank für die Erklärung!

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  3. ...das wußte ich so auch noch nicht, liebe Irmi,
    ich freu mich soooo, dass du uns wieder ein Stück der Welt erklärst...ich habe das vermisst...

    alles Gute und
    ganz liebe Grüße von Birgitt

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  4. Liebe Irmi,
    "man sagt so viel, wenn der Tag lang ist." Vielen Dank für deine wunderbaren Beiträge. Das wusste ich noch nicht.
    LG Sabine

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  5. Liebste Irmi,

    Dieser Ausdruck hatte ich noch nicht gehört...
    Wo ich mit meinem ersten Mann (er ist verstorben) in Süd Frankreich im Urlaub war da redeten wir mit ein deutscher Mann. Er sagte da so vor sich hin, ja, hier wird vieles ausgegeben und sehr luxus gelebt und so bald die wieder zu hause sind dan schlägt man wieder die Zähne im Holz.
    Kennst du diesen Ausdruck?
    Es ist mir immer beigeblieben... die Zähne im Holz schlagen muss ja schrecklich sein.
    Ich wünsche dir ein ruhiges Wochenende und weiter alles Liebe.
    Mariette

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  6. Liebe Irmi,

    ich bin so froh, dass du wieder bloggst. Ich schreibe dir mal richtig, wenn die Taufe rum ist.
    Liebe Grüße vom Frollein

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  7. Liebe Irmi,
    ich habe auch noch nicht gewusst, woher diese Redensart kommt und bin ganz erstaunt, dass früher was ganz anderes gemeint war. Und wieder habe ich was bei dir gelernt. Ich freue mich, dass du wieder schreibst :-)
    Ich denk an dich
    dein Mialein

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  8. Danke für die Aufklärung und die schöne Rose.

    Alles Gute dir und ein schönes Wochenende wünscht

    Mathilda ♥

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  9. ..... und in Zittau hängen sehr berühmte oder bedeutungsvolle Fastentücher. Hier ein Beitrag dazu:

    http://gras-gefluester.blogspot.de/2012/02/am-aschermittwoch-ist-alles-vorbei.html

    schönes WE wünscht dir EB
    ;-)

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  10. Vielen Dank für die interessante Erläuterung :) und in der Tat - man denkt viel wenig über den tiefern Sinn dieser Redewendungen nach. Die Rose ist wundebar in fotografiert. Ein lieber Gruß von Senna

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  11. Tatsaechlich hab ich nie ueber diese Redensart nachgedacht, aber jetzt wo du darueber schreibst... Interessant wie solche Redensarten entstehen.

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.