Montag, 13. Mai 2013

Dies und Das über die Unabhängigkeit






Unabhängig von unserem Wollen, kommen und gehen die Jahreszeiten, wird es Morgen und wieder Abend.
Der ewige Kreislauf des Lebens. Wie aber steht es um unsere eigene Unabhängigkeit? Sind wir wirklich frei und unabhängig? Das ist eine schwere Frage, nicht leicht zu beantworten und  individuell anzusehen. Der eine fühlt sich frei und unabhängig wenn er endlich wieder Single ist. Das  "Joch" der Partnerschaft oder Ehe abgeschüttelt hat. Doch das währt auch nur für kurze Zeit. Dann merkt man, dass es mit der gewonnen Freiheit nicht getan ist. Man muss diesem neuen Lebensabschnitt auch Leben einhauchen. Und das ist leichter gesagt als getan.
Andere fühlen sich frei und unabhängig, wenn sie immer nur Kontra geben. Gegen alles opponieren und gar nicht merken, dass sie keine eigene Meinung haben oder bestenfalls nur Mitläufer sind.
Und wie oft sind wir in unseren eigenen Gedanken gefangen? Wir können uns nicht frei entscheiden, weil wir gewissen Zwängen unterworfen sind, und seien es nur Belanglosigkeiten. Wir machen uns selbst etwas vor. Wir wollen nicht jetzt - sondern irgendwann frei sein. Hier einige Beispiele: ... wenn ich 10 kg abgenommen habe,
dann... oder ...wenn ich mein Lebensziel erreiche, dann werde ....   wenn ich in Rente gehe, dann mache ich dies und das. Das alles sind Sätze, die mich zu einer gewissen Unabhängigkeit führen sollen. Aber es sind eben nur Sätze. Es ist schon richtig, dass Ziele wichtig sind. Und da bin ich wieder bei der Anerkennung, die daraus einen Erfolg machen. Der Schlüssel zu wirklichem Erfolg ist Unabhängigkeit von der Meinung anderer und Anerkennung meiner eigenen Leistung durch mich selbst. Ich muss mich frei machen von den Gedanken: "Was sollen die anderen denken" Die anderen geben mir nichts. Ich muss mein Leben bestimmen und nicht bestimmen lassen. Das ist ein Stück von Freiheit.

Albert Schweitzer hat in Worte gefasst, wie seine Unabhängigkeitserklärung aussehen könnte:

Ich will unter keinen Umständen ein Alltagsmensch sein.
Ich habe ein Recht darauf, aus dem Rahmen zu fallen, wenn ich es kann.
Ich wünsche mir Chancen, nicht Sicherheiten.
Ich will kein ausgehaltener Bürger sein, gedemütigt und abgestumpft,
weil der Staat für mich sorgt.

Ich will dem Risiko begegnen,
mich nach etwas zu sehnen und es zu verwirklichen
Schiffbruch zu erleiden und Erfolg zu haben.
Ich lehne es ab, mir den eigenen Antrieb
mit einem Trinkgeld abkaufen zu lassen.

Lieber will ich den Schwierigkeiten des Lebens entgegentreten
als ein gesichertes Dasein zu führen;
lieber die gespannte Erregung des eigenen Erfolges
alsdie dumpfe Ruhe Utopiens.
Ich will weder meine Freiheit gegen Wohltaten hergeben
noch meine Menschenwürde gegen milde Gaben.
Ich habe gelernt, selbst für mich zu denken und zu handeln,
der Welt gerade ins Gesicht zu sehen und zu bekennen: Dies ist mein Werk.

Das alles und noch einiges mehr ist gemeint, wenn wir sagen: Ich bin ein freier Mensch.

Kommentare :

  1. Frei und doch ist man NIE frei Irmi..in einer Gemeinschft muss man immer etwas von seiner Freiheit opfern sonst klappt es nicht mit der Gemeinschaft.
    was die Leute denken.Irmi ist mir auch fast egal,nur keinem der auch FREI ist auf die Füsse treten,ist mein Motto
    LG vom katerchen zum Wochenstart

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  2. Liebe Irmi,

    gut gesagt, schwer zu tun.

    Alles Liebe

    Elisabeth

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  3. Die Frage ist, wo fängt Freiheit an und wo hört sie auf.
    Verglichen mit vielen anderen Ländern, wo Menschen unterdrückt werden, können wir in diesem Staat sagen, wir leben in Freiheit.
    Für jeden Einzelnen ist es aber auch eine Definitionssache.
    Eigentlich kann ich jeden Tag immer wieder selbst bestimmen, was ich tun und lassen möchte und trotzdem gibt es Beschränkungen in einer Gemeinschaft,in der eben nicht jeder tun und lassen kann, was er möchte.

    Ich denke, wenn Geben und Nehmen sich die Balance halten, dann sind wir auf dem guten Weg, Freizeit zu erleben. :-)

    Liebe Grüße und einen guten Start in die neue Woche wünsche ich dir :-)
    Christa

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  4. Liebe Irmi,
    jetzt habe ich endlich Deinen Blog gefunden.Du hast in der letzten Zeit bei mir öfter kommentiert und ich wollte Dir gerne einen Gegenbesuch abstatten. Wenn ich im Kommentar auf Deinen Namen klickte, wurde ich auf eine Navigationshilfeseite von Telekom umgeleitet.
    Dein Ausführungen zur Unabhängigkeit habe ich mit Interesse gelesen. Für mich bedeutet Unabhängigkeit ebenfalls, wenn ich für mich selber sorgen kann und die Verantwortung dafür trage, dass es mir gut geht. Ich bin frei wenn ich unabhängig vom Urteil und Verhalten anderer Menschen bin. Kein anderer Mensch kann mich wirklich glücklich machen, ich kann es nur selber tun.
    Sei mir herzlich gegrüßt:
    Beate

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  5. Der Kommentar von Beate spricht mir aus der Seele: "Kein anderer Mensch kann mich wirklich gluecklich machen, ich kann es nur selber tun." Dies habe ich schon lange erkannt. Wir sind fuer unser eigenes Glueck verantwortlich.
    Was auch auf jeden Fall sehr erstrebenswert ist, ist die finanzielle Unabhaengigkeit - auch in einer Ehe.

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  6. Hallo liebe Irmi, ja da lohnt es sich wirklich mal wieder drüber nachzudenken. Und so einfach ist es mit der Freiheit und Unabhängigkeit nicht, ich weiß auch noch nicht, ob ich den Worten Albert Schweitzers uneingeschränkt zustimmen würde. Das muss ich erst einmal sacken lassen. Und ob man wirklich selbst für sein Glück zuständig ist, ich weiß es nicht. Ob da nicht auch das Schicksal eine Rolle spielt? Große Worte sind manchmal so leicht daher zu sagen, aber ob das alles so stimmt? Na ja, da habe ich ja heute etwas, über das ich in Ruhe nachdenken kann. Die Freiheit nehme ich mir einfach.

    liebe Grüsse
    Brigitte die Weserkrabbe

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  7. Hallo Irmi!
    Wenn man es hinbekommt, dass gern und mit Freude zu tun, was das Leben gerade so bietet, dann ist man frei.
    Wer nur immer mehr will, anhäufen, wird niemals Freiheit erfahren.
    Das Leben, auch in der Partnerschaft, erfordert Kompromisse. Selbst bei sich wirklich Liebenden. Wegzurennen, weil man dies oder jenes nicht ganz nach eigenem Gutdünken tun und lassen kann, ist nicht der richtige Weg und auch ein bisschen Rückschritt in der eigenen Entwickelung.
    Und ich habe für mich festgestellt, dass ich am Liebsten etwas für meine Mitmenschen tu, wenn es nichts mit Geld zu tun hat, sondern weil ich es einfach grad in dem Moment tun möchte.

    Dir einen wunderschönen Tag und danke für die Anregung

    ♥lich Jaris

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  8. hallo irma,
    kurz habe ich deinen wirklich interessanten post gelesen.
    was die leute denken ist mir schon lange egal, ich lebe so, wie ich will. natürlich muß man sich in der gesellschaft schon gewissen zwängen beugen. aber das so finde ich minmal. das joch der ehe - wenn ich jetzt so zitieren darf - habe ich seit über 20 jahren abgestreift und lebe "ala carte". ich habe nach der ehe 20 kilo abgenommen und mein leben komplett umgekrempelt und mache das, was MIR spass macht. heiraten oder einen partner versorgen müssen,eher nicht mehr. mein entschluß ist klar, falls ich nicht mehr so leben kann wie jetzt werde ich mir eine wohnung im betreuten wohnen kaufen, dort bin ich schon angemeldet und dort meinen Lebensabend verbringen. ich kann hier albert schweitzer zustimmen, den ich übrigens als kind persönlich kennengelernt habe, als er an der orgel in der cleversulzbacher kirche
    ist ja auch das mörike dorf, dort bin ich aufgewachsen, gespielt hat. ICH BIN EIN
    FREIER MENSCH. Ich kann tun und lassen, was ich will und ich denke, dass das schon eine ganze menge ist.
    vielen dank für den post.
    lg eva

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  9. Liebe Irimi,

    ich fühle mich frei, wenn ich kreativ sein kann oder in der Natur unterwegs bin. Viele Menschen nehmen sich die Freiheit selber, einfach mal zu tun was ihnen gut tut.....
    Man kann sich überall gefangen fühlen und überall frei, ich glaube das ist eine Einstellungssache im Kopf.

    Ich wünsch dir noch einen schönen Tag

    LG Mela

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  10. ....Der Schlüssel zu wirklichem Erfolg ist Unabhängigkeit von der Meinung anderer und Anerkennung meiner eigenen Leistung durch mich selbst....

    So sehe ich das auch und die Sätze von Albert Schweitzer gefallen mir.

    Liebe Grüße zu dir von Mathilda ♥

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  11. Kurz und knapp gesagt - zumindest sehe ich das so: Unabhängigkeit ist etwas Inneres!

    Wünsche Dir einen angenehmen Tag,

    Liebgruß,
    Tiger
    =^.^=

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  12. Hallo Irmi,
    Unabhängigkeit oder Freiheit ist ein riesiges Themenfeld, worüber Massen an Büchern geschrieben worden sind. Eigentlich sind dies zwei unterschiedliche Begriffswelten: unabhängig beziehe auf Machtstrukturen (inklusive wirtschaftliche Unabhängigkeit), Freiheit verbinde ich mit Handeln und Denken. Albert Schweitzer thematisiert Denken, Sagen, Meinung. Zu oft sind wir in gesellschaftliche Konventionen eingezwängt, wir gehen nicht aus uns heraus, dem Tun fehlt die Leidenschaft. Schöner Denkanstoß !

    Gruß Dieter

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  13. Die Fülle der Antworten zeigt mir, liebe Irmi, wie sehr der Freiheitsgedanke jedermann innewohnend ist und sie zeigt mir auch die Unterschiedlichkeiten bei der Herangehensweise. Kommt zu all den statischen Definitionen nicht immer noch eine Zeitbetrachtung hinzu. Die Freiheit von heute kann schon die Befangenheit von übermorgen sein.

    Wie immer gehe ich mit viel Anregung aus deinem blog heraus.

    herzlichst, egbert

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  14. Den Ausführungen von Herrn Schweitzer ist ja überhaupt nichts anzufügen! Bob hat es schon geschrieben, he got it!

    Lieben Gruß und eine schöne Woche, Brigitte

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  15. Liebe Irmi,
    ich kenne sie leider auch nur zu gut, die Schmerztage.
    Anfang des Jahres hatte ich (noch) das Gefühl, dass mein Leben fast nur aus Schmerzen besteht. Das ist natürlich nicht so, es fühlt sich aber eben oft so an, weil der Schmerz oft viel heftiger wahrnehmbar ist als das kleine leise Glück....

    Mir hilft die einfache Visualisierung deshalb ungemein! :-)

    Ich wünsche Dir von Herzen viele gute Tage!
    Martina

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  16. Wieder ein wunderbarer Post, liebe Irmi!
    Wirklich frei sind wir alle nicht und die Menschheit war es auch nie. Schon daß wir auch materiell sind, zwingt uns zu materiellen Dingen. Wir müssen essen, trinken, um zu leben ... schlafen ... arbeiten ... und wir müssen aus alledem das Beste machen.

    Wie viel Zeit vergeht oft, bis ein Mensch dessen gewahr wird, daß das keine wirkliche Freiheit ist, wenn er z .B. den leidigen Partner endlich los ist. Der Neue ist auch nicht "besser" - nur anders ... und schon beginnt neues Leiden ... wie die Buddhisten es sehen würden ...

    Wahre Worte die Albert Schweitzer da schrieb ... die meisten Menschen heute sind Arbeitssklaven, die sich bzw. ihre Arbeitskraft teuer verkaufen. Die meisten bekommen nicht das, was sie ausgeben ... wenn sie es merken, ist es meist zu spät ... Arm aber frei sein, dazu gehört freilich auch ein gewisser Konsumverzicht ... ja, schreiben und denken kann man viel, aber in die Tat umsetzen, das ist nochmal eine andere Sache ...

    Danke auch für Deine mitfühlenden Zeilen, liebe Irmi! Ach, das geht mir jetzt so langsam zu weit. Kaum ein Tag vergeht, an dem so etwas nicht passiert ... es ist so langsam zum Weglaufen ...

    Liebe Grüße und eine gute Nacht!
    Sara

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  17. Hello! Very nice blog and interesting posts, great atmosphere.
      Have a nice day. :)
    Welcome to our blog about photography. +
    I hope you also enjoy it with us.

    Greetings!

    "Do what you love is not even that, but anyway"

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  18. Guten Morgen, liebe Irmi, (◠‿◠)
    Unabhängigkeit ist ein wichtiges Gut und ein Begriff, der sich sehr untersch interpretieren lässt. Was ist Freiheit? Wie viel braucht der Mensch und was ist zu viel oder kann es ein zuviel an Freiheit geben. Ebf gibt es ganze Bücher darüber, u.a. auch über die Angst der Menschen vor der Freiheit. ... Ein sehr interess Post, auch die Worte von Albert Schweitzer und die Reaktionen der Leserinnen. Leider muss ich mich jetzt beeilen, und gleich weg, sende also nur noch liebe Grüße & Wünsche an dich, Wieczora (◔‿◔) | Mein Fotoblog

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.