Samstag, 25. Januar 2014

Das hat mich doch sehr gewundert!

Eigentlich sollte ich sagen: Sehr befremdet. Doch der Reihe nach:
Jeden Freitag gibt es bei dem hiesigen Bäcker ein spezielles Brot, das ich sehr gern esse. Nach meiner Therapiestunde fuhr ich schnell vorbei, um das vorbestellte Brot abzuholen. Vor dem Laden streiften meine Augen kurz einen dieser Einkauswagen, voll beladen mit Tüten und einer Decke. Ohne einen weiteren  Gedanken daran zu verschwenden, betrat ich den Laden. Vor der Theke standen 6 oder 7 Personen. Mir fiel sofort die EINE auf. Sie drehte sich herum und ein leichtes Lächeln flog über ihr Gesicht. Sie bewegte die Hand zu einem kleinen Gruß. Dann drehte sie sich wieder nach vorn. Meine Gedanken flogen, und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Mit dieser Frau hatte ich mich damals im Dezember unterhalten, als diverse Organisationen zu der Weihnachtfeier geladen hatten. Ich klopfte auf ihre Schulter und streckte ihr die Hand hin. Zögernd schlug sie ein. Misstrauische Blicke flogen zu uns hin. Mich beeindruckte das nicht. Sie war an der Reihe und fragte nach einem Brot von "gestern". "Haben sie Geld?" Stolz zeigte sie ihre zwei Euro. Sie bekam ihr Brot und wollte gehen. Warum gab man ihr das  "alte" Brot nicht umsonst? Es war schon Freitagnachmittag - ob sie es noch losbekommen hätten. Ach was soll`s.


Kurz entschlossen habe ich sie auf eine Tasse Kaffee eingeladen - und ein Stück Torte bekam sie auch. Wir gingen in das anschließende kleine Cafe. Die Blicke in meinem Rücken spürte ich sehr wohl. Und mir fiel auch das Getuschel auf. Wie soll ich meinen Gast nennen? Frau? Obdachlose oder gar Dame? Wie eine Dame hat sie sich benommen. Sie hat nur ganz unauffällig gezeigt, dass sie mich kennt. Sie wollte mich nicht kompromittieren. Das nennt man wohl Taktgefühl. Und eben dieses Taktgefühl geht vielen von uns ab. Neugieriges Hinschauen. Getuschel und abschätzende Blicke. Ich habe mich nicht geschämt, mit einer Frau einen Kaffee zu trinken, die nicht den Normen entspricht. Ich habe mich für die Anderen im Laden geschämt.
Die meisten von ihnen wissen nicht, was Armut ist. Sie müssen kein Brot von  "Gestern"  kaufen. 


(Wilhelm Busch)

Kommentare :

  1. Irmi, man wünscht sich insgeheim mehr Menschen wie dich. Und ich gebe dir recht. Solche "Brote" sollten verschenkt werden.
    Schöene Wochenende wünscht dir die Grete

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  2. Guten Morgen Irmi
    schlimm also ich fands auch blöde dass sie das Brot nicht umsonst bekommen hat, die schmeissen es weg und da muss jemand hungern deswegen... oder muss irgendwie für das alte Brot Geld herbringen oder sich ersparen..
    Armut ist furchtbar für die Menschen und jeder von uns kann da shcnell hinein rutschen.. ich war schon drin und ich weis wie sich die Frau fühlte sich dabei in der Menge beim Bäckerei... höflichkeit geht ab wenn man runter schaut auf solche Menschen!!!
    Mich freut dass du die Frau eingeladen hast wenigstens einer von so vielen die ein Herz hat.
    das Gedicht passt so gut dazu ....

    Schönen Samstag wünsche ich dir!
    Lieben Gruss Elke

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  3. Toll, dass du die Frau gleich auch noch zum Kaffee und Kuchen eingeladen hast... Weihnachten ist ja nur einmal im Jahr und wenn dieses Fest Früchte ins Jahr trägt ist es doch wunderbar. Jede Person trägt ein Geschichte mit sich und nur weil wir Glück hatten, dürfen wir nicht nach Äußerlichkeiten urteilen
    Liebe Grüsse in dein Wochenende
    Brigitte

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  4. Hallo Irmi,

    die Armut wird in Deutschland leider immer schlimmer. Ich finde es super das Du die Frau eingeladen hast, vor allem dass Du Dich nicht von den neugierigen Blicken und dem Getuschel beeindrucken lassen hast. Einfach traurig wie sich manch einer verhält. Allein die Frage "Haben sie Geld?" finde ich unverschämt, aber so ist es eben manchmal.

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende
    Viele Grüße
    Nachtfalke

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  5. Liebe Irmi,
    ich bin mir unschlüssig, ob es richtig gewesen wäre, der Dame das Brot zu schenken. Ist es nicht demütigend, wenn man in einen Laden kommt und sofort so eingeschätzt wird, als ob man auf Almosen angewiesen ist. Sie hatte das Geld und war in diesem kleinen Moment eine wie alle andern, die ihr Brot kauft. Dass Du sie zum Kaffee eingeladen hast, finde ich klasse.
    Was macht eine Frau zur Dame? Sicher nicht teure Kleidung, vielleicht aber Herzensbildung und Einfühlungsvermögen.
    Lieben Gruß und ein schönes Wochenende!
    Sabine

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  6. Hallo,
    Ich bin nicht arm, aber ich habe auch schon mal Brot von gestern gekauft. Warum das Brot nicht kostenlos ist, weiß ich auch nicht. Aber es gibt ja auch die Tafel, wo bedürftige mit Ausweis
    Einkaufen können. Hier muß auch bezahlt werden. Wären die waren kostenlos, so könnte die Tafel nicht existieren.
    Hätte ich die Frau gekannt, ich denke auch, dass ich ihr etwas gutes getan hätte..
    Morgens habe ich, als ich noch arbeiten ging - wie viele ander Passanten auch - dem Mann an der Ecke an der s bshn Haltestelle einen Kaffee und eine butterbrezel gekauft. Die Freude, die er hatte, war immer eine schöne Belohnung.
    Es gibt viele Menschen, die Giftes tun.
    Die einen schönen Tag und ein Grüße.le
    Eva

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    1. Ich habe den Kommentar auf den iPad geschrieben und ich komme immer noch nicht so recht mit der Tastatur
      zurecht. Vor allen Dingen die Groß- und Kleinschreibung ist hier ein wenig schwierig.

      :-)

      lg eva, die sich heute eine extra Tastatur für das Pad kauft.

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  7. Finde ich ganz ganz toll von dir liebe Irmi und schlimm von den anderen Menschen. Sicherlich sieht man immer zuerst das Äussere, aber dann sollte man sich doch schnell fragen was dahinter "steckt". Gerade in diesen Menschen, die wissen was Armut oder einfaches Leben bedeutet, steckt viel mehr Herz und vor allem auch Aufmerksamkeit die Umwelt betreffend.

    Öfters, leider, schon hier gesehen, werden Tinerfeños dumm angeschaut (von Ausländern) wenn sie in einfacher Bekleidung, vielleicht auch fehlendem Zahn vor einem stehen und dann auch noch freundlich grüßen. Schnell wegdrehen oder weitergehen, bloß nicht noch angesprochen werden (nicht aus Angst wegen der Sprache). Ich kann so ein Verhalten absolut nicht nachvollziehen, und mir kommt sofort ein Spruch ins Gedächnis: Nackt werden wir geboren, und nackt gehen wir von der Welt.

    Liebe Grüssle

    Nova

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  8. Brot umsonst Irmi..
    könnte es sein das dann VIELE so ein Brot möchten..der Bäcker muss auch für die Rohstoffe zahlen...was er nicht verkauft ist sein Risiko..

    übrigens ist es hier so das die ALTEN Brote an die Tafel gegeben werden...

    Brot vom Vortag..ich esse mein Brot nie an einem Tag auf,das ist doch noch nicht schlecht.es ist eher leichter verdaulich.

    LG vom katerchen der ein schönes Wochenende wünscht

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  9. Wunderbar, warum nicht, einfach mal jemanden einladen, sich ein wenig austauschen, dann wieder seiner Wege gehen, LG Claudia.

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  10. Hallo Irmi,
    hoch interessante Begegnung ! Mir hätte wahrscheinlich der Mut gefehlt, sie zu einer Tasse Kaffee einzuladen. Mit all dieser ganzen Bettelei, die man in Fußgängerzonen vorfindet, ist es schwierig, solch eine Armut noch erkennen zu können. Toll hast Du beschrieben, wie diese Frau all ihre menschliche Würde zeigt.

    Gruß Dieter

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  11. Libe irmi da sind wir wohl aus dem selben Holz und es gibt so viele Menschen die nur an sich denken ich freue mich das du über dieses Tehma geschrieben hast. Bis bald. Galina

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  12. Yum, beautiful cake, yum, delicious.

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  13. Schon allein die Frage :"Haben Sie Geld?" finde ich ein bisschen seltsam von der Verkäuferin. Find ich schön, dass Du sie eingeladen hast.

    Und von so einer Schwarzwälder Kirschtorte da oben träume ich manchmal. Meine Mutter war eine Meisterin im Tortebacken. Ihre Torten sahen auch immer so perfekt aus und schmeckten auch so.

    Einen schönen Samstag wünscht

    Silke

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  14. Wir sollten die Menschen nicht nach ihrem Äußeren beurteilen - und doch tun wir es oft.
    Du hast dieser Frau einen sicherlich unvergesslichen Tag geschenkt - und ebenso wird er dir in Erinnerung bleiben.
    Danke für diese warmherzige Geschichte und liebe Grüße!
    Martina

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  15. ...ich glaube, liebe Irmi,
    dass das auch mit Würde zu tun hat und sie das Brot gar nicht geschenkt möchte...

    lieber Gruß von Birgitt

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  16. Ach liebe Irmi das hast Du toll gemacht. Ich bin ganz traurig geworden beim Lesen. Ich hätte das auch so gemacht♥

    Allerliebste Grüße

    Kerstin

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  17. Liebe Irmi,
    das ist eine Geschichte, die man nie vergessen sollte! Und es ist wichtig, sie zu erzählen, denn man geht dann einmal in sich. Mir hat es wieder die Situation in das Gedächtnis gerufen, als der Kindergarten ein Sportfest hatte. Eine Mutter, die wirklich sehr einfach und ärmlich ist, die auch durch ihre nicht sehr gut erzogenen Kinder im Gerede ist, wurde von allen geschnitten. Im Nachhinein habe ich mich sehr geschämt, denn sie grüßt mich, im Gegensatz zu den *tollen* anderen Frauen, immer und schenkt mir ein Lächeln. Als ich darüber nachdachte, habe ich mir geschworen, das nie mehr den anderen gleich zu tun. Ein freundliches *Hallo* oder ein kurzes Gespräch beim Bäcker brechen mir keinen Zacken aus der Krone. So lernt man auch wenn man schon groß ist, nie aus!
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende und ganz viele solcher Momente, die einen oft viel glücklicher machen als andere Dinge! Liebe Grüße, Elke

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  18. Liebe Irmi!
    "Was du tust dem Geringsten unter mir, dass hast du mir getan."
    So ein Ausspruch von Jesus.
    Ich habe keine Scheu, mit Wohnungslosen bei uns in der Stadt ins Gespräch zu kommen, denn das kann bekanntlich jeden treffen.
    Mich würde interssieren, wie die Geschichte weiter geht und ob sie weiter geht.

    Ein schönes Wochenende wünscht Jaris ♥

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  19. Liebe Irmi, du hast richtig Mut bewiesen. Zwar hast du genau das Richtige getan, aber ich weiß nicht, ob ich das fertig gebracht hätte. Ich finde es so berührend. Und die Frage nach dem Geld ist eine Frechheit. Die frau hätte sich bestimmt nicht in die Kundenschlange eingereiht und ein Brot von gestern verlangt, wenn sie keines gehabt hätte. Aber nun sind Bäckereiverkäuferinnen halt nicht psychologisch geschult und Einfühlungsvermögen ist nicht jedem mitgegeben. Wie schnell man arm werden kann und alles verlieren wird ja heutzutage oft genug gezeigt. Das sollte man nie vergessen. Aber vielleicht ist es gerade das, daß man nicht darauf "hingewiesen" werden möchte. ♥Margarethe

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  20. Liebe Irmi...ich habe es schon einmal geschrieben...du bist ein wundervoller Engel für so manche Menschen. Solche Menschen wie du es bist, helfen den Bedürftigen und Hilflosen daran zu glauben, dass Liebe und Mitgefühl nicht nur Worte bleiben. Danke.

    Alles Liebe für dich und ein schönes Wochenende.

    Herzlichst
    Julia

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  21. Liebe Irmi,
    es müsste einfach mehr Menschen wie dich geben!
    Ganz viele liebe Grüße
    zum Wochenende
    sendet dir Urte

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  22. Servus Irmi,
    leider ist es so weit gekommen, dass zu solchem Tun in unserer Zeit bereits !!! M U T !!! gehört.
    Wegdrehen - wegschauen - weghören - und ganz weit wegdenken - ja nichts mit dem zu tun haben wollen was nicht der "Norm" entspricht. Ich beneide dich um diese Momente, denn mit sich selbst zu sehr beschäftigt, übergeht man solche Gelegenheiten gar zu oft.
    Dir einen glücklichen Sonntag,
    Luis

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  23. Liebe Irmi,
    du hast das Herz am rechten Fleck...solche wie dich müsste es mehr geben!
    GlG Karin

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  24. Hallo Irmi,
    das war eine gute Idee mit der Frau einen Kaffee zu trinken und
    ich finde auch, das es eine Frechheit von der Verkäuferin war nach dem Geld zu fragen!
    Mit deiner Einladung hast du die Dame bestimmt sehr glücklich gemacht und den ein oder anderen Zuschauer, -hörer auch nachdenklich?
    Liebe Grüße,
    Heidi

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  25. Liebe Irmi, es ist schön, dass dir egal ist, wie die anderen denken oder schauen usw. DENN

    "Gleichgültige halten
    tätige Nächstenliebe
    für einen Zuschauersport."
    (E.Ferstl)
    Schönen Sonntag
    Lg Sadie

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  26. Liebe Irmi,

    was bist Du für ein lieber Mensch. Genau diese Menschen, die so sind wie Du brauchen wir öfters.
    Ich backe seit fast 12 Jahren jedes Weihnachten für die Obdachlosen in unserer Stadt. Das ganze Jahr koche ich Marmelade für sie und für ihre Weihnachtsfeier backe ich Kuchen und Brätlä. Sie freuen sich immer wenn ich komme und das ist für mich der größte Dank.
    Aber es gibt Menschen in meiner Umgebung die rümpfen die Nase, weil sie es befremdlich finden, dass ich mich mit diesen Menschen abgebe und mich traue in eine Obdachlosenunterkunft zu gehen. Bisher hat mich noch keiner gebissen oder blöd angemacht. Ganz im Gegenteil - sie kennen mich jetzt schon viele Jahre und ich bin sogar immer mit meinen Kindern zu ihnen gegangen. Denn auch sie finden es traurig, dass wir soviele Arme haben.
    Früher habe ich in einem Hotel gearbeitet und es kam immer ein Obdachloser (Ex-Lehrer der durch die Scheidung alles verloren hatte).
    Er hatte, wie Deine Dame - auch Geld um sein Bier und Essen zu bezahlen. Er hat sich sogar immer so hingesetzt, dass ihn Niemand sieht. Von meinen Kollegen wollte ihn keiner bedienen. Ich war mir da nie zu schade und hab das Geld von ihm nie genommen. Ich habe es von meinem Trinkgeld bezahlt. Und einmal waren meine Eltern zu Gast und sie kannten ihn auch und mein Dad hat ihn aufgefordert sich was richtig Gutes zu bestellen, denn mein Vater wollte die Rechnung zahlen.
    Meine Chefin hat mir damals eine Standpauke gehalten, dass das so nicht gehe und hat sogar meine Eltern angemacht.
    So, sind die Menschen eben.
    Ganz schnell können wir unten landen. Wir müssen nicht auf diese Leute herabsehen.
    Sie sind - im Gegensatz zu uns - menschlich geblieben und sehr nett.
    Bitte mach weiter so. Du hast ihr dadurch gezeigt, dass wir auch anders können.
    Es ist doch schön, wenn man Jemanden eine Freude machen kann, egal woher er kommt oder was er ist.
    Ich finde das sehr lobenswert von Dir.

    Hab einen schönen Sonntag liebe Irmi

    Deine Bluemchenmama

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    1. Ähm, sorry, dass ich immer soviel schreibe.
      Aber Deine Themen sind immer ein bisschen mehr Worte wert, finde ich.
      Ich kann dann nicht anders.

      Grüßle

      :0)

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    2. P.S.: Ich weiß, dass es Engel gibt, auch wenn man ihre Flügel nicht sehen kann.
      (Ich hab auch ein einklappbares Fahrgestell und wünschte mir, so eine liebe Geste wie Du sie gemacht hast,
      wäre ansteckend bei dem Ein oder Anderen. Dann gebe es mehr von unserer Sorte)

      So, habe jetzt fertig :0)

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  27. Liebe Irmi,

    ich freue mich, dass du der Dame etwas "Normalität" schenken konntest. Für zwei Euro bekäme man bei uns übrigens durchaus auch ein frisches Brot und kein altes.

    Die Frage der Verkäuferin, ob die Dame Geld habe, empfinde ich aber auch ganz ehrlich als bodenlose Frechheit. Ich kannte übrigens mal eine ältere Dame, die rein äußerlich auch wie eine "Pennerin" aussah, die aber Millionärin war. Hätte man ihr im Leben nicht angesehen... und der ein oder andere Händler, die sie nur nach ihrem Äußeren beurteilt hat, hat es im Nachhinein noch bitter bereut, denn diese Geschäfte hat sie nie wieder betreten.

    Eine Freundin von mir hat früher in einem Supermarkt an der Fleischtheke gearbeitet. Vor der Filiale saß immer ein älterer Mann mit seinem Hund. Sie hat ihm immer die Reste, die sie nicht mehr verkaufen durfte, für den Hund eingepackt, dazu meist noch Brötchen, die sie hätten wegschmeißen müssen. Rechtlich gesehen durfte sie das aber gar nicht machen, da die "alten" Fleischreste und Brötchen weggeworfen werden mussten... sie hat also jedes Mal Diebstahl begangen und deswegen auch einmal großen Ärger bekommen. Aber das ist schon fast 15 Jahre her, inzwischen gibt es bei uns "Die Tafel", die erhalten dann eben die alten Brötchen und Obst und Gemüse, dass nicht mehr verkauft wird. Finde ich gut so.

    Ich selbst weiß meist gar nicht so richtig, was ich von Obdachlosen halten soll... ich kannte mal jemanden, der obdachlos wurde: Er hat seinen Job verloren, fing an zu trinken, woraufhin ihn seine Frau verlassen hatte. Er trank noch mehr, kümmerte sich in der Folge um gar nix mehr, so dass er schlussendlich seine Wohnung verloren hatte... Hilfe wurde ihm von vielen Seiten angeboten, schon vor der Zwangsräumung... aber das wollte er nicht, immer fand er etwas, was ihm an den Angeboten nicht passte. Früher hatte ich kein Mitleid mit ihm, da er sein Unglück selbst verschuldet hatte. Heutzutage habe ich Mitleid mit ihm, weil ich es traurig finde, was er sich selbst angetan hat. Ob ich allerdings, wenn ich ihn heutzutage beim Bäcker treffen würde, mit ihm einen Kaffee trinken gehen würde, kann ich aber nicht mit Sicherheit sagen.

    Dem jungen Mädchen, dass hier bei uns am Supermarkt den "Strassenfeger" verkauft hat, habe ich aber Weihnachten nen Weihnachtsteller mit Süßkram und so geschenkt... einfach, weil mir danach war... unterhalten habe ich mich aber nicht mit ihr - gefreut hat sie sich trotzdem.

    Ich glaube, das ist ein Thema, über das man endlos lange reden und diskutieren kann... ;-D

    LG
    Birgit

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  28. Jeder sollte froh sein, wenn er in seinem Leben noch nicht in eine solche Situation wie diese Frau gekommen ist.
    Wie tief ist man doch gesunken, wenn man hinter dem Rücken anderer sich so verhält, man kann nur mit dem Kopf schütteln.

    Ihr beide habt die Situation aber gut gemeistert, wobei man den Tuschelnden eigentlich mal ein paar treffende Worte hätte sagen müssen.

    Diese Frau hat sich bestimmt über deine Einladung gefreut. Da sie dich ja kannte, denke ich mal, war die Hemmschwelle nicht zu groß, dein Angebot anzunehmen. :-)

    Heute wünsche ich dir, dass du dich auf über einen Sieg der Dortmunder freuen kannst, wie ich es gestern konnte. :-)

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Christa

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  29. Äußerlichkeiten sind so unwichtig und haben auch ganz wenig Aussagekraft über den Menschen selbst. Mir persönlich sind Menschen mit Herzenswärme weit aus angenehmer, als Menschen die nach dem Motto leben..."mein Haus, mein Pferd, mein Auto..."
    So wie du gehandelt hast liebe Irmi, handeln die wenigsten Menschen...warum das so ist, kann ich nicht sagen. Denn großer Mut gehört da eigentlich nicht dazu...vielleicht ein bisserle Zivilcourage seine Gedanken in die Tat umzusetzen.
    Ich wünsche dir und deinen Lesern ein schönes Wochenende!
    Herzlichst MinaLina

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  30. Das ist echt toll, dass du die Dame zu Kaffee und Kuchen eingeladen hast :-)

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  31. Liebe Irmi ..
    Ich kann mich meinen vorher kommentierenden nur anschließen.. Und wie überall gibt es solche und solche .... ich wollte jemandem etwas Gutes tun und habe ihm Brötchen ( belegt ) gebracht. Er hat mich nur angesehen , etwas unverständliches gebrummelt und das Brötchen weggeschmissen....
    Aber Du kanntest die Dame ja anscheinend.
    Da ich auch viel mit Menschen zu tun habe , die es nicht so ganz glücklich im Leben getroffen haben , kann ich manches nachvollziehen . Schnell wird mal auf jemanden hinuntergeschaut ... aber genauso schnell kann man selbst derjenige sein auf den hinunter geblickt wird. Der Respekt den Menschen gegenüber muß einfach oberste Pflicht sein.
    Liebe Grüße
    Antje

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  32. Hallo Irmi
    Schön war Dein Bericht,Danke dafür und für deine Liebe zum Nächsten.
    Schönes Wochenende wünscht dir Bea

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  33. Liebe Irmi,

    es ist schön, dass Du so bist, wie Du eben bist. Die Welt braucht mehr solche Menschen wie Dich.

    Liebe Grüsse, Manuela

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  34. Ach, liebe Irmi, mir gehen jetzt ganz viele Dinge durch den Kopf.
    Wie gut, dass du die Frau wiedererkannt und gegrüßt hast. Und wie schön, dass du sie auch noch in ein Kaffee eingeladen hast.
    Mit dem Bäcker würde ich nochmal ein Gespräch suchen, zumal du dort Stammkundin bist. Versteht sich von selbst, dass man das nicht im Beisein der betreffenden Kundin tun durfte. Aber ich würde ihn mal ganz freundlich die Fragen stellen, die dir durch den Kopf gegangen sind. Ist es einfach nur Gedankenlosigkeit, oder hat er Angst das es sich herumspricht und dann noch mehr von den kommen, denen es nicht so gut geht und das vielleicht bei seine anderen Kunde nicht so gut ankommt? Super wäre es, wenn dein Nachfragen ihn dazu bringt ein wenig nachzudenken und er beim nächsten Mal vielleicht noch etwas extra mit einpackt in die Tüte.… ach, es gebe bestimmt so einige Möglichkeiten. Aber vielleicht ist er ja auch schon in dieser Richtung aktiv…
    Dann hat mich dein Bericht an ein Erlebnis meine Mutter erinnert, als sie noch nicht im Pflegeheim war, sondern sich allein versorgen konnte. Meine Eltern haben mitten in der Stadt gewohnt. Zuhause hat meine Mutter (wie so viele es tun) immer ihre alten Sachen aufgetragen und wenn es schnell gehen musste, dann ist sie auch mal so kurz runter in ein Geschäft geeilt, um noch eine Kleinigkeit zu besorgen, die beim Kochen gefehlt hat. Einmal war sie auch wider mal in ihren Schlappen und (ich nehme an verfleckten) Pullover unterwegs, um sich in der Tchibo-Filiale gegenüber ein Päckchen Kaffee im Angebot zu holen. Eine Frau hat sie angesprochen und zu einer Tasse Kaffee und Kuchen eingeladen. Als meine Mutter uns das erzählt hat, war es meiner Schwester und mir ganz schön peinlich. Aber so war sie halt *zwinker*

    Ich wünsche dir ein ganz schönes Wochenende und bin froh, dass es dich gibt! *Irmimalliebdrück*
    Uschi

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  35. Liebe Irmi,
    Du hast sehr gut und nach deinem Herzen gehandelt. Diejenigen die da staunen die sollten selber mal in die Schuhe der Frau stehen und vieleicht wirkt es dann ein bischen durch... Und wer weiss, wie sie selber im Leben noch mal davor stehen könnten?!
    Ein Umarmung und schönes Wochenende.
    Mariette

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  36. Ach Irmi, Du bist wirklich eine Liebe! Ein großes Glück für diese Frau in diesem Moment.

    lieben Gruß
    Brigitta

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  37. Liebe Irmi, du bist eine ganz liebe Person!
    2 € wäre ohnehin zu viel. Im Supermarkt kostet ein großes Brot 1,79 €.
    Aber Brot von gestern ist Morgen das von Vorgestern. Ob das die Bäckereifachverkäuferin wohl
    weiß`?

    Bleib du man wie du bist!!!

    LG Rosine ♥♥♥

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  38. Hallo Irmi,
    ich kaufe immer Brot vom Vortag d. h. wenn es noch welches gibt, meistens ist es schon weg. Verschenken darf eine Verkäuferin wohl nur Brötchen an kleine "dicke" Kinder, das hab ich schon so oft erlebt, da wird nicht nach Geld gefragt, da setzt dann wohl einfach so ein "Fütterreflex" an der Kuchentheke ein.
    Das Kind nimmt dann auch das Brötchen, knabbert dran rum und zwar genau so lang wie es draussen ist, tja und dann fällt das Brötchen mal eben auf die Strassse..... denn eigentlich ist es satt und es wollte wohl nicht nein sagen oder der Mutter ist es auch egal, wenn Kinder dick und rund gefüttert werden. Keine Ahnung.
    Das meiste Brot landet auf dem Müll, manche Bäcker benutzen es auch als Brennstoff.
    Traurige Welt aber nicht zu ändern.

    Gruss von Antonia

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  39. Da hast du genau richtig gehandelt, Irmi, und warst ein gutes Beispiel für die Anderen und vielleicht hast du mit deinem Handeln ein paar Leute aufgerüttelt. Ich bin der Meinung nur mit solch kleinen Schritten kann man die Welt ein wenig verändern....zum Besseren!
    Schönen Sonntag wünsche ich dir!
    Herzlichst MinaLina

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  40. Liebe Irmi nur noch sehr wenige Menschen haben so viel Mitgefühl wie du...
    Eine wunderschöne Geschichte, ein sehr berührendes Erlebniss, Vielen Dank dafür!
    Ganz lieben Gruß, Michaela

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  41. Liebe Irmi. Es ist eine gute Geste von Dir und zeugt von Güte und Herzenswärme, dass Du diese Frau auf einen Kaffee und Torte eingeladen hast. Und e würde mich betroffen machen, wenn solch ein armer Mensch vor mir ein altes Brot verlangen würde. Ich habe in solchen Momenten ein schlechtes Gewissen, dass ich mir mehr leisten kann.
    Liebe Grüße von Kerstin - es müsste viel mehr Menschen wie Dich geben!

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  42. Oh weh, meine gerade geschriebenen Gedanken sind weg, ich starte wieder von vorn.
    Ja liebe Irmi, ich staune immer wieder über deine Geschichten. Nein, Geschichten sind falsch,
    über deine Erlebnisse und dein offenes und öffnendes Verhalten. Ja, es schrieb schon jemand
    vor mir, in seinem Kommentar, es müsste mehr Menschen wie dich und viel mehr
    Handlungsweisen wie deine geben.

    dir einen schönen Wochenstart,
    egbert

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  43. Bravo, Irmi!!! Du hast Dein Herz auf dem rechten Fleck!

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.