Montag, 24. Februar 2014

Dies und Das über das Reden

Es gibt Menschen, die reden gern.  Das Reden fällt ihnen leicht. Diese Begabung wurde ihnen vielleicht in die Wiege gelegt. Doch das Sprechen und das Reden erlernen wir von Kindesbeinen an.
Dass wir uns in der Familie, mit Freunden, bei der Arbeit, im Verein und bei anderen Begegnungen austauschen und über Themen diskutieren, ist wahrscheinlich für uns alle ein normaler und gewohnter Vorgang. Ebenso ist es normal, wenn unterschiedliche Ansichten und Meinungen deutlich werden. In der Regel sind gute und sachliche Gespräche wertvoll und bereichernd. Aber leider kann man nicht mit Allen sachlich diskutieren. Wie oft passiert es, dass unser Gegenüber ausfallend wird und sich dann noch wundert, dass man ihn schneidet. Die Kommunikation ist ein ganz wichtiger Bestandteil und Ausdruck unseres Menschseins. Sie ist ein großartiges Geschenk.
Mit Verständnis sollten wir aber auch die Menschen wahrnehmen, die nicht so redegewandt sind und bei Gesprächen sich eher zurückhaltend oder schweigsam verhalten. Auffällig ist es, dass sich Jugendliche und Erwachsene bewusst oder unbewusst Gesprächen entziehen. Wenn sie nämlich auf der Straße, im Bus oder mit der Bahn unterwegs sind, haben sie ihr Handy oder den MP3-Player dabei und hören meistens Musik oder schreiben SMS. Diese Menschen haben dann einen Stöpsel im Ohr oder tragen sichtbar einen Kopfhörer.
Bei den Mitmenschen taucht die Frage auf, ob sie die Musikhörenden ansprechen können. Oft ist dabei eine Hemmschwelle spürbar. Sprachlos nimmt man sich wahr und geht aneinander vorbei.
Leider verkommt unsere Sprache mehr und mehr zur Fäkaliensprache. Nicht nur als gesprochenes Wort,
nein auch schriftlich. Ich bin immer wieder erstaunt darüber, mit welchen Worten um sich geschmissen wird.

Muttersprache
Muttersprache, Mutterlaut!
Wie so wonnesam, so traut!
Erstes Wort, das mir erschallet,
Süßes, erstes Liebeswort,
Erster Ton, den ich gelallet,
Klingest ewig in mir fort.

Ach, wie trüb ist meinem Sinn,
Wenn ich in der Fremde bin,
Wenn ich fremde Zungen üben,
Fremde Worte brauchen muss,
Die ich nimmermehr kann lieben,
Die nicht klingen als ein Gruß!

Sprache schön und wunderbar,
Ach wie klingest du so klar!
Will noch tiefer mich vertiefen
In den Reichtum, in die Pracht,
Ist mir's doch, als ob mich riefen
Väter aus des Grabes Nacht.

Klinge, klinge fort und fort,
Heldensprache, Liebeswort,
Steig' empor aus tiefen Grüften,
Längst verschollnes altes Lied,
Leb' aufs Neu in heil'gen Schriften,
Dass dir jedes Herz erglüht.

Überall weht Gottes Hauch,
Heilig ist wohl mancher Brauch.
Aber soll ich beten, danken,
Geb' ich meine Liebe kund,
Meine seligsten Gedanken,
Sprech' ich wie der Mutter Mund!
(Max von Schenkendorf (1783-1817)



Kommentare :

  1. Meine liebe Irmi,
    da schreibst Du wahre Worte, und das Gedicht dazu ist so passend!
    Ich wünsche Dir einen guten Start in eine schöne neue Woche!
    ♥ Allerliebste Grüße, Deine Claudia ♥

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  2. moin irmi,
    ich spreche zuviel, wer nur mag mir vermittelt haben: alles was du meinst und erlebst ist wichtig für die menschheit.
    nach einem besuch habe ich mich bedankt und auch entschuldigt.
    antwort:
    der liebe gott möge mir meine spontanität erhalten...
    leider soll sich alles im alter noch verstärken ;).
    erkenntnis usw...
    eine gute zeit mit angenehmen mitmenschen :)!

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  3. Hallo Irmi
    ich höre lieber zu ..
    LG zum Wochenstart vom katerchen

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  4. Guten Morgen liebe Irmi, da muss ich dir in Allem zustimmen...diese Erfahrungen hab ich auch selbst schon gemacht.
    Herzlichst MinaLina

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  5. Hallo Irmi,
    deinem Beitrag kann ich nur beistimmen, auch ich finde diese "neue Sprache" unmöglich,
    ich glaube nicht, dass das mit dem Alter zu tun hat. Was mich am meisten nervt ist die Tatsache,
    dass wir alles verenglischen - ganz schlimm und gar nicht cool :-) von dem abgesehen, dass viele meinen sie müssen
    Fremdwörter benutzen, die sie oft selbst nicht ins Deutsche übersetzen können, aber man muss ja mit dem Strom schwimmen,
    sonst ist man nicht mehr gesellschaftsfähig.
    Einen sonnigen Wochenbeginn für dich.
    Sadie

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  6. Liebe Irmi,

    du hast ein Händchen dafür auch immer zu deinen tollen
    Texten , das richtige Gedicht zu finden, was für wahre Worte!
    Hab einen tollen Wochenstart!

    Liebe Grüße
    Birgit

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  7. Reden ist Silber, ...
    _miteinander_ reden empfinde ich als Gold. Nur bitte nicht
    in Fäkaliensprache! Wir brauchen wohl ein Klärwerk dafür! ;-)
    (nein, gar nicht lustig)

    Liebgruß,
    Tiger
    =^.^=

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  8. Ja, liebe Irmi, uns wurde ein Sprache anvertraut und wir gehen mit ihr um,
    wie wir mit allem umgehen, was uns anvertraut wurde, nämlich:
    Beschämend!!!
    Einen guten Start in die Woche!
    Martina

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  9. Diese verbalen Ausrutscher werden von zu vielen Menschen toleriert, die Jugend könnte meinen, es wäre o.k. mit jedem so zu sprechen. Ich betone im Gespräch, dass ich nicht mit jemandem sprechen möchte, der sich ständig der Fäkalsprache bedient. LG Claudia.

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  10. hallo irmi,
    was für ein fantastischer post. und wie wahr du hast. einmalig und klug.
    glg
    margit

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  11. Liebe Irmi,
    während der Autofahrt am 21.2. hörte ich am internationalen Tag der Muttersprache folgende ironisch gemeinte Bemerkung:
    "Es heißt deshalb MUTTERsprache, weil die Männer sowieso nichts zu sagen hätten."

    Ansonsten finde ich es super, wie du dich wieder einmal einem so heißen Eisen zugewandt hast.

    dir eine schöne Woche,
    egbert

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  12. Liebe Irmi,

    auch mir geht es ähnlich. Ich kann der Verwendung der Fäkaliensprache nichts abgewinnen. Ich versuche auch englische Bezeichnungen zu vermeiden, sofern es eine deutsche dafür gibt. Denn ich mag unsere Muttersprache sehr. Ob schriftlich oder mündlich. Meine Männer zu Hause haben es manchmal nicht leicht, denn ich werde es nicht leid, sie wegen DES Genitivs immer wieder zu verbessern.

    Allerbeste Grüße

    Anke

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  13. Hallo, lliebe Irmi,
    da schreibst Du wieder über ein interessantes Thema und das Gedicht ist passend ausgwählt.
    Wie immer ist auch hier ein Mittelweg angebracht.
    Ich wünsche Dir einen gute neue Woche, Wieczora (◔‿◔) | Mein Fotoblog

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  14. Liebe Irmi, ein ganz interessantes Thema, auch ich merke immer mehr, das Giuliana und ihre Freunde sich nicht mehr unterhalten, sie verkehren schriftlich per What-App oder Facebook. Auch wenn sie mit uns unterwegs ist das Handy ist immer dabei. So ändern sich die Zeiten. Und ihr Wortschatz, da muß ich oft echt passen, hat nichts mit unserer deutschen Sprache zu tun.
    Ein schönes Gedicht.

    Liebe Montagsgrüße
    Angelika

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  15. Das ist wahr! Manche sind redegewandt, andere eben weniger. Doch man muss alle respektieren und auch akzeptieren. Wenn mir jemand allerdings in der Fäkaliensprache kommen würde, dann würde ich mir das verbieten.

    Was nun die Jugendlichen und auch manche Erwachsene anlangt, sie simsen - was das Zeug hält. Und wenn sie sich treffen, dann sprechen die auch nicht mehr miteinander, sondern sie sitzen alle da und starren auf die Phone-Teile, welche immer das auch sind. Aber ich denke auch, das ist eine gewisse Gesellschaftsschicht. Jugendliche, bei denen was im Oberstübchen vorhanden ist, die tun das viel weniger. Konnte ich auch schon beobachten.

    Aber ich finde es grausig, dass jetzt alles digitalisiert wird, von der Bank bis zur Krankenkasse kann man seine Angelegenheiten bald nur noch nach 30 Minuten Wartezeit im Callcenter erledigen, oder man muss es im Internet über die Bühne bringen. Kein Wunder, wenn da das "Gespräch" verloren geht.

    Schönen Abend, Brigitte

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  16. ich mag mich gerne mit meinen mitmenschen unterhalten.und fast jedesmal bin ich um eine erkenntniss reicher, positiv aber auch negatives! liebe abendgrüssele

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  17. Liebe Irmi,
    es sind oft die stillen Menschen, die Wichtiges und Richtiges sagen, wenn sie es für notwendig halten und wenn man ihnen zuhört. Wenn jemand einen Kopfhörer oder Stöpsel im Ohr trägt, spreche ich ihn nicht an. Ich gehe davon aus, dass er seine Ruhe haben möchte. Ich finde das in Ordnung, manchmal mag ich auch keine Stimmen mehr hören. Vor allem nach einem langen Tag im Büro am Telefon. Wobei ich durchaus gerne rede.
    Lieben Gruß
    Sabine

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  18. Liebe Irmi,
    Es war so ein schönes und besonders rührendes Gedicht... da ich ja vor einigen Stunden in meiner Muttersprache Abschied von meine Mutter nehmen müsste... und meinem Papa.
    Liebe Grüsse,
    Mariette

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  19. I used to know a woman who talked a lot, in fact, she didn't stop. Some nights, you would find her still talking, and talking.

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  20. Ja, da hast du leider Recht!
    Liebe Grüße,
    Markus

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  21. Irmi, ich grüße Dich herzlich,

    eigentlich wollte ich Dir schon gestern Abend antworten, aber ich war einfach zuuuuu müde!

    Unsere wunderschöne, blumige deutsche Sprache....., ja, manches Mal sorge ich mich um sie, denn ich bin jeden Tag von Menschen umzingelt, die sich jung fühlen, wenn sie die Fäkalsprache benutzen "issst das geil, ey!" und täglich, wirklich täglich erlebe ich, dass sie sich schmücken und toll fühlen, wenn sie alles durch Fremdwörter austauschen! Oft habe ich das Gefühl, "denn sie wissen nicht, was sie tun" und noch öfter kommt mir Wolf Wagner in den Sinn und noch öfter fällt mir auf, dass sie gar nicht merken, dass ich nichts mehr sage.
    Ich stelle leider auch täglich fest, dass es eine gute und gesunde Gesprächskultur nur noch selten gibt, jeder fällt jedem ins Wort und wird immer lauter, damit er "Gehör" findet.
    Ich befasse mich schon viele Jahre mit der asiatischen Heilkunst und es gelingt mir wunderbar, nur körperlich anwesend zu sein, denn ich gebe mich mental dann vollkommen anderen Gedanken hin.......
    Schon viele Jahre denke ich immer wieder an die Worte, die unser guter alter Kanzler Dr. Adenauer gesprochen hat:

    "Meine Damen und Herren im Deutschen Bundestach, isch bin wie isch bin - die einen, die kennen misch und die anderen, die können misch!"

    Irmi, ich wünsche Dir einen schönen Tag
    ganz liebe Grüße
    Uschi
    Hutliebhaberin.blogspot

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.