Samstag, 1. März 2014

Dies und Das rund um die närrischen Tage

Mit der Weiberfastnacht hat die heiße Phase des Karnevals begonnen. Es ist wahrlich nicht alles eitel Sonnenschein. In Köln hat man  - wie in jedem Jahr - Probleme mit den jecken  "Wildpinklern". Tut mir leid, aber anders kann man das leider nicht ausdrücken. Obwohl vermehrt Toiletten aufgestellt wurden, werden diese nicht immer frequentiert.

In Düsseldorf wurde  der Rathausschlüssel an die Möhnen (Weiber) übergeben. Eigentlich verstand man unter Möhne eine ältere verheiratete Frau mit Kopfbedeckung. Erst später setzte sich der Begriff für närrische Frauen durch, die am Weiberdonnerstag "Schlipsalarm" auslösen.
Die Weiberfastnacht hat ihre Wurzeln im Mittelalter. Besonders in Nonnenklöstern muss es dabei hoch hergegangen sein. Ehefrauen verweigerten ihren Männern in der  "verkehrten Welt"  des Karnevals für kurze Zeit den Gehorsam. Der Brauch, Männern die Krawatten abzuschneiden kam dagegen erst nach 1945 auf.

Der Karneval kennt seine eigenen Stars und Persönlichkeiten. Ostermann, Schmitz, Neger, Schneider oder Millowitsch. Ihre Lieder sind unvergessen und werden in jedem Jahr wieder gesungen.

Konrad Adenauer war dem Karnevalstreiben seiner Heimatstadt Köln ganz und gar nicht zugetan. Am 1. Februar 1952 besprach der erste Bundeskanzler mit seinem Kabinett die  "zersetzenden und gehässigen Satiren"  bei Karnevalssitzungen. Zunächst wurde ein rechtliches Vorgehen erwogen, doch das Justizministerium warnte, die frechen Karnevalisten würden zwangsläufig von rheinischen Richtern abgeurteilt werden,  "die den karnevalistischen Bestrebungen weitgehendes Verständnis und Nachsicht" entgegenbrächten. So beließ es Adenauer bei einem persönlichen Karnevalsboykott.

Günter Grass lebte nach dem Krieg für einige Jahre in Düsseldorf und schrieb 1968 die Kurzgeschichte  "Einer unserer Mitbürger: Prinz Karneval". Darin geht es um einen Prinzen, der SA-Sturmführer gewesen ist. Pikant, angesichts der Mitgliedschaft des Autors in der Waffen-SS. (Das war zu dieser Zeit noch nicht öffentlich bekannt).

Willy Millowitsch, Kölner Volkstheater- und Karnevalsgröße feierte Erfolge mit den Hits wie "Schnaps, das war sein letztes Wort". Er war privat nicht  "jeck", sondern ein chronisch schlecht gelaunter Patriarch.

Auch das sind Erkenntnisse, die sich rund um den Karneval ranken.

Kommentare :

  1. Jaaa, die fünfte Jahreszeit ist angebrochen^^ Auch hier sind die Anfänge gemacht, die ersten Karnevalsköniginnen gewählt und bis zu den großen Umzügen finden immer wieder Veranstaltungen statt. So muss man sich auf abgesprerrte Straßen einstellen und Geduld beweisen ;-)

    Ich mag Karneval, auch wenn ich in D. ein wenig Abstand wegen Umzugs in den Norden bekommen hatte. Hier hat mich das Fieber wieder voll gepackt, so finde ich den hiesigen Karneval allerdings auch schöner. Schon alleine von den Rhytmen her ;-)

    Wünsche dir jedenfalls ein wunderschönes Wochenende, mit oder ohne Treiben und sende herzliche Grüssle

    Nova

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  2. Irmi für diese ZEIT schlägt mein Herz nicht,es ist mir nicht in die Wiege gelegt worden.
    LG zum Wochenende vom katerchen

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  3. Liebe Irmi, deine bunt gestreuten Informationen über die närrische Zeit und über einzelne Vertreter davon, habe ich genussvoll in mich eingesogen. Die närrische Zeit geht an mir einfach so vorbei und ich werde froh sein, wenn es in den unterschiedlichen Programmen auch mal wieder andere Beiträge zu sehen gibt. In unserer Region ist die Karnevalszeit nicht so fest etabliert, obwohl es dennoch einige Hochburgen gibt.

    so, nun wünsche ich dir ein schönes Wochenende und
    am Aschermittwoch ist alles wieder vorbei,

    herzliche Grüße,
    egbert

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  4. In unserer 'Ecke' ist Karneval nicht so angesagt und ich kann nicht ganz so viel mit diesem närrischen Treiben anfangen. Meine Schwiegereltern wohnen seit einigen Jahren ganz in der Nähe einer dieser 'Hochburgen'. Ich hab immer den Eindruck, dass alle Menschen in dieser Zeit auf Biegen und Brechen lustig sein wollen - ob ihnen nun danach ist oder nicht. In den Altenheimen werden an Demenz Erkrankten närrische Hüte aufgesetzt - für mich ein entsetzliches Bild. Das ist nicht meine Welt!

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  5. Das war sehr aufschlussreich und auch lustig, wenn ich die Episode von Adenauer betrachte. Persönlich geht es mir bzw. uns so, dass der närrische Trubel an uns unbeachtet vorbeiziehen darf. Hier ist in der Gegend auch nicht wirklich etwas geboten. Anders in der Alpenregion. Hier wird der Winter ausgetrieben mit vielfältigen Bräuchen, was ich im Gegensatz zum Fasching sehr schön finde.

    Dir, liebe Irmi, wünsche ich ein sonniges WE
    Grüßle von Heidrun

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  6. Liebe Irmi,
    dieser Zeit kann ich überhauptmalgarnix abgewinnen...! Zur Schulzeit gehörte es dazu, da war befohlenes Verkleiden zum Altweibertag. Wenn ich schon morgens auf den Bus wartete, musste ich immer daran denken, wie schlimm es wäre, wenn ich die einzige Verkleidete sei, weil ich mich im Tag vertan habe. Ist zum Glück nie passiert ;o)
    In der Ausbildungszeit habe ich mich dann komplett da raus gehalten. Das Kravattenabschneiden und spätere Geknutsche der Lehrmädchen mit u.a. Vorgesetzten habe ich gemieden!
    Zu dieser Zeit war ich dann noch einmal mit einer Freundin einen Umzug in Holland ansehen. während sie hüpfte und sprang und fröhlich war, habe ich mich gefragt, was ich da überhaupt mache, ich konnte mich nicht so *gehen lassen*...! Da war mir endlich klar, daß die 5. Jahreszeit nix für mich ist.
    Karneval bin ich dann jahrelang nach Paris gefahren. Dort gibt es diesen Remmidemmi nicht. Zum Glück hatte ich immer Partner, denen auch nichts daran lag. Meinen Sohn habe ich in den 12 Jahren nur einmal zum Umzug begleitet. Mein Mann war immer so lieb, es alleine zu erledigen. In diesem Jahr geht er alleine und trifft sich mit Klassenkameraden. Herrlich ;o)
    Ich wünsche Dir einen schönen Samstag. Liebe Grüße von der Elke

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  7. Hallo liebe Irmi,
    wieder einmal sehr interessant dein Post über den Karneval.
    Das von unserem Bundeskanzler war mir neu, aber ich kenne ihn ja persönlich und er hatte einen ganz eigenen Humor.
    Die Wildpinkler sind überall, wir hier auf dem Lande versuchen dem auch Einhalt zu gebieten, was sehr schwer gelingt.
    Gleich geht es bei uns los.
    Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
    Liebe Grüße
    Tilla

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  8. Liebe Irmi,
    wir hatten wohl den gleichen Gedanken :-)
    Ich schrieb auch über Karneval
    Meine Kindheit verbrachte ich in Westfalen,
    also feierten wir Karneval
    Liebe Grüße. Ein schönes Wochenende wünscht Flo

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  9. Hallo Irmi,
    da kann man mal wieder sehen, nichts ist wie es scheint, erst recht nicht im Karneval!
    Ich hätte nie gedacht, das der Willy Millowitsch privat so ein Kriskram war!
    Ich finde Karnevall toll, man muss es ja nicht übertreiben...
    Hie Schlott!
    LG Heidi

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  10. Da die hiesige Gegend überwiegend katholisch ist, gibt es hier auch Karneval,aber nur im kleinen Rahmen. Hier und da kleine Umzüge und auch Büttensitzungen. In unserem Dorf ist es Brauch, am Rosenmontag "Würste zu sammeln" und dann gibt es im Dorfgemeinschaftshaus ein "großes Wurstessen" mit Kartoffelpüree, Sauerkraut und Mettwürstchen. Heutzutage wird aber statt der Würste Geld gesammelt und davon werden die Mettwürstchen und Beilagen für das Essen gekauft.
    LG Elke

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  11. Hallo, meine liebe Irmi,

    Willy Millowitsch hat es immer verstanden, nach außen den gutgelaunten Mitbürger abzugeben, aber die Freundin meiner Schwiegereltern zählte zu seiner Nachbarschaft und so wurde er "life" erlebt und wenn man seinem Sohn und Nachfolger in seinem Theater mal genau zuhört, so war er keineswegs der lustige, liebevolle und immer gutgelaunte Papi!!! Wir mochten ihn nicht wirklich...

    Irmi - mit den alten Liedern ist es leider nicht mehr so, wie Du schreibst, die alten, schönen Lieder können heute kaum noch Karnevalisten mitsingen, das ist sehr schade. Ich erinnere mich, dass ich früher mit meiner Oma, während sie putzte, kölsche Karnevalslieder gesungen habe: "Ach, wat wor dat früher schön noch in Colonia....." Die kennen heute die wenigsten....
    Und so schön, wie die Kriegsgenration meiner Eltern ihre Feiern mit bescheidenen Mitteln gestaltet hat, findet man heute nur noch selten, es hat Gründe, warum ich nicht mehr weggehe......
    Meine Eltern und ihre Freunde feierten bei uns zu Hause bei selbstgemachter Bowle, an der Lampe hingen Luftschlangen und es wurden genau die alten Lieder gesungen, die heute fast keiner mehr kann........ Es wurde geschunkelt und gelacht, man freute sich einfach des Lebens!
    Es lagen keine Glasscherben rum, denn das Geld wurde für's Hausbauen gespart, darum die selbstgemachte Bowle!!!!
    Wildpinkeln???? Das wäre total asozial gewesen, nein, so haben wir uns hier im Rheinland nicht benommen....
    Der Konsum hat viel Überfluss verursacht!!!!!!

    Ich grüße Dich ganz herzlich

    Uschi
    So what Hutliebhaberin

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  12. Liebe Irmi,
    Warum machen die Leute eigentlich Karneval eine Notwendigkeit? Viele tun sich schon oft im Laufe des Jahres vor, anders zu sein... Alle schimpfen das ganze Jahr durch auf die Regierung und die arme Wirtschaft aber offenbar güllt dass nicht für die Karnevalszeit, denn es geht dafür eine Menge Geld weg...
    Wir vermissen es schon nicht seit 30 Jahren und die meisten unserer Freunde in Europa preferieren deswegen auch eine Pause während Karneval, gehen ganz ruhig auf Wintersport oder so. Ich würde es auch tun. Dort halten Sie nicht so einen Kater zu...
    Liebe Grüsse,
    Mariette

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  13. Liebe Irmi,

    ich bin kein Kind der Fasnet, das wilde Treiben der schwäbisch-allemanischen Fasnet liegt mir nicht so.
    Keinen Umzug besuche ich und auch keine Festle.
    Bin das ganze Jahr über närrisch und mein "Mäskle" trag ich auch das ganze Jahr über. :0)
    Auf Kommando lustig sein, kann ich nicht. Lachen tue ich dann, wenn ich will und es für notwendig halte.
    Ich habe nichts dagegen, wenn sich Jemand diesem Treiben hingibt, aber es sollte in einem angemessenem Rahmen bleiben.
    Also keine Wildpinkler, keine Randalierer, keine Spuckereien. Aber leider lässt sich sowas halt nicht vermeiden.

    In diesem Sinne wünsche ich Dir eine schöne Fasnet sofern Du Dich diesem Treiben hingibst.
    Ansonsten genieß die Ruhe und das Vogelgezwitscher und das Explodieren der Natur.

    Es grüßt - noch nicht ganz fit -

    Deine Bluemchenmama

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  14. Ah, it's carnival time over there. Sit back and relax to the season.

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  15. Liebe Irmi,

    ich kann als echtes Nordlicht dem Karneval überhaupt nichts abgewinnen. Freue mich schon auf die Kieler Woche Ende Juni. Ohne Meer geht es halt nicht.
    LG Sabine

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  16. In Mainz ist der Enkel von Ernst Neger als Sänger mit einer Band aufgetreten.
    Das fand ich echt gut.
    Hier im Münsterland wird tatsächlich Karneval gefeiert, hätte ich nicht erwartet.
    Wir selbst feiern nicht mit, lach.
    Liebe Grüße
    Bärbel

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  17. Hallo Irmi,
    Du darfst nicht vergessen, dass der Ursprung des Karnevals mit dem Wiener Kongreß 1815 zusammenhängt, als das Rheinland preußisch geworden ist. Die Preußen haben Uniformen getragen, außerdem haben sie Disziplin und Drill und Soldaten verkörpert. Die Uniformen der Karnevalisten haben die Kölner gegenüber den Preußen ins Lächerliche gezogen, um sich von ihnen abzuheben. Der erste Rosenmontagszug fand ungefähr 1820 statt, um das Eigenleben der Rheinländer zu zeigen. Da steckt sogar ein großes Stück Politik dahinter !

    Gruß Dieter

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  18. Oh nein, für mich ist das gar nichts, Karneval, aber ich gönne jedem seinen Spaß daran. Ich wünsche einen schönen Sonntag, LG Claudia.

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  19. Für mich ist das nix....
    Liebe Grüße,
    Markus

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  20. Bei deinen Recherchen hast du eine Dame des Faschings aber heute vergessen, liebe Irmi und zwar die Margit Sponheimer mit ihrem Lied, das ja fast um die Welt ging/geht......."Am Rosenmontag bin ich geboren......"
    Aber in diesem Jahr hat sie sich defintiv vom Fasching in punkto Auftritten verabschiedet.

    Deine gesammelten Infos zu den einzelnen Personen fand ich wirklich höchst interessant und ich hätte nicht gedacht, dass Herr Millowitsch privat doch wohl ganz anders war.

    Liebe Grüße und einen schönen Faschingssonntag wünscht dir
    Christa

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.