Sonntag, 1. Februar 2015

Dies und Das über die Glocken

Gestern Abend habt ihr wieder alles aus euch herausgeholt. Der ganze Ort klang wider von eurem Schall. Ich finde die tiefen besonders schön. Die hohen läuten so fröhlich.



Kaum zu glauben, dass die frühen Christen die Glocken als heidnisches Machwerk abgelehnt haben. Für Paulus in seinem Hohelied der Liebe bedeuten die tönende Schelle und das klingende Erz keine Komplimente. Aber dann wurden sie durch die Klöster entdeckt. Sie sollten die Mönche zu Gebet und Gottesdienst zusammenrufen. Und irgendwann waren sie schließlich in ganz Europa modern.
Bis heute laden die Glocken die Menschen in die Kirche ein und teilen mit, was gerade darin passiert: etwa wenn das Vaterunser gebetet oder ein Kind getauft wird. Aber die Glocken läuten auch an Silvester. Das finde ich besonders stimmig.
Nur einmal im Jahr da sind sie fort - zumindest die katholischen. Von Gründonnerstag an schweigen sie bis zur Osternacht. "Die Glocken fliegen jetzt nach Rom"  sagt man dann.
Zugegeben, manchmal stören mich die Glocken auch. Für die Uhrzeit haben wir heute andere Instrumente. Und nachts um drei will ich gar nicht wissen, wie spät es ist. Aber das muss ich in Kauf nehmen, wenn ich andererseits den Klang genießen möchte. Glockenläuten nur auf Bestellung hören zu wollen - das wäre einfach undankbar.



Was rief so laut, welch ernster Ton
Ist unsern Glocken heut entflohn!
Die Glocken riefen durch die Nacht:
Bald ist des Jahres Lauf vollbracht!
Einst schwindet Erde, Nacht und Tod,
Sieg wird der Kampf, Licht wird die Nacht,
Wenn wir des Lebens Lauf vollbracht.
Friedrich Julius Hammer (1810 - 1862)


Kommentare :

  1. Also ich habe den Blick auch auf die Kirche, aber ehrlich gesagt höre ich die Glocken oftmals schon gar nicht mehr. Selbst am Tag wenn ich draussen am arbeiten bin, den Blick auf die Uhr gerichtet, wundere ich mich dann wenn ich die volle Stunde habe nicht läuten gehört habe *gg*.

    Ich mag die Melodien auch, deren Klang und wer auch schon einmal einen Bericht über die Entstehung gesehen hat, der weiß auch wieviel Arbeit und Schweiß darin steckt....vor allem denkt man an frühere Zeiten und die Glocken die immer noch läuten ;-)

    Wünsche dir einen schönen Sonntag und sende herzliche Grüsse

    N☼va

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Irmi, mir geht es wie Nova, ich höre die Glocken bei uns gar nicht mehr, ausser sie läuten zu einer ungewöhnlichen Zeit. Aber ich mag es gerne.
    glg Susanne

    AntwortenLöschen
  3. Guten Morgen Irmi,
    und, herrlich, wenn der PC wieder funktioniert, oder :-) wir haben seit letzten Monat auch einen neuen und es ist ein Riesenunterschied.
    Früher wusste ich beim Abendläuten immer, dass ich nach Hause muss, an meinem jetzigen Wohnort sind wir aber zu abgelegen, um die Kirchenglocken zu hören. Ich wünsch Dir einen schönen Sonntag, liebe Grüße von Petra

    AntwortenLöschen
  4. Liebe Irmi,
    deine letzten Post`s habe ich mitgelsen, aber zum Kommentieren bin ich nicht gekommen.
    Ich freue mich sehr für dich, dass du nun ohne Probleme und sicherlich mit Spass nun Bloggen und Kommentieren kannst. Es ist schon was tolles wenn alles rund läuft.
    Ich hoffe dir geht es soweit gut!
    Bei uns hört man die Kirchenglocken immer. Meist aber nehem ich sie hier oben selten wahr. Doch wenn sie Samstags um 17.00 Uhr klingen und ich sie höre, dann bekomme ich ein Gefühl von Wochenendebeginn. Das gefällt mir gut und erinnert mich an unsere Dorfkirche wo ich aufgewachsen bin. An Silvester höre ich sei auch gern...dann sind wir meistens auf dem Balkon, trinken einen Schluck Sekt und beenden das alte Jahr und beginnen das neue Jahr auf diese Weise.

    Hab einen wunderbaren Sonntag.

    Herzlichst
    Julia

    AntwortenLöschen
  5. Liebe Irmi,

    ich liebe den Glockenklang; bei der letzten NOGIDA-Demo in Heidelberg auf dem Uniplatz hatten wir angeregt, die Glocken der großen Kirchen im Umkreis läuten zu lassen, um ein Zeichen der Solidarität zu zeigen, bzw. hören zu lassen. Dies war ein tolles Erlebnis, als um 19 h die Glockem von Heiliggeist- ; Providenz- und Jesuitenkirchen gleichzeitig fünf Minuten läuteten, und die Demonstranten herbeiriefen. Es war grauenvolles Wetter, aber trotz Schneeregen zeigten rund 500 Heidelberger, dass Heidelberg eine weltoffene Stadt ist. Dazu sprach der OB, die Dekanin der evangelische Kirche, ein Iman und ein Religionswissenschaftler.

    Herzliche Grüsse kalle

    AntwortenLöschen
  6. höre die Glocken auch gerne Irmi..die so einen tiefen Ton haben..es ist für mich immer ein Gefühl von FESTLICHKEIT.
    nur in der Nacht..nee
    Danke für den Hintergrund zu der Glocke
    LG zum Sonntag vom katerchen

    AntwortenLöschen
  7. ...wir hören beide Glockentürme des Ortes gut, liebe Irmi,
    aber sie stören mich nicht...der nähere, der der evangelischen Kirche schläft von 22.00 - 6.00 Uhr, und der von der katholischen Kirche ist ein bisschen weiter weg und ich höre ihn nur nachts, wenn alles ruhig ist---und dann weiß ich auch gerne, wie spät es ist, wenn ich gerade wach liege,

    dir einen guten Sonntag,
    lieber Gruß Birgitt

    AntwortenLöschen
  8. Ich hörte Dein Läuten,
    nun komm' ich gesprungen, ;-))
    und möcht' Dir gern heute
    ein Sonntagslied brummen.

    Ach, besser nicht, lach, ich schreibe einfach wie immer:

    Liebgruß,
    Tiger
    =^.^=


    AntwortenLöschen
  9. sind schön anzusehen, nur in der Nähe wohnen ist wohl nicht so toll, für morgen eine gute Woche, Klaus

    AntwortenLöschen
  10. Ich höre die Glocken gerne läuten, kann aber auch die Leute verstehen, die direkt neben der Kirche wohnen und denen das stündliche Gebimmel dann auf die Nerven geht. Deshalb Augen bzw. Ohren auf bei der Wohnungssuche :) und nicht hinterher mit Rechtsanwälten klagen, wie in Bayern ja schon geschehen.

    Liebe Grüße
    Arti

    AntwortenLöschen
  11. Unsere Kirche hat vor einigen Jahren neue Glocken bekommen. Die Gemeinde war zum Guss eingeladen - und ich war auch dabei. Das war nicht nur interessant, sondern auch berührend! LG Martina

    AntwortenLöschen
  12. The second photo is the superb Irmi.

    AntwortenLöschen
  13. Das ist bei uns am Land zum Glück noch anders, wir können daß Glockengeläut von den Nachbar Orten noch sehr gut hören. Vor ein paar jahren waren wir in Kroatien auf Urlaub u hatten unser Quartier neben einer Kirche einmal u nie wieder denn nach dem.Urlaub war i reif für den Urlaub zu jeder vollen.Stunde ein ewig langes gebimmel das raubt dir den letzten Nerv! Übrigens Dankeschön für deine immer so netten Worte bei mir freue mich immer sehr darüber! Herzlichst AnnA

    AntwortenLöschen
  14. Hallo Irmi,
    dass es Glocken noch nicht in der Frühzeit des Christentums gegeben hat, sondern mit der Entstehung von Klöstern, war mir neu. Danke für die Information. Glockenschläge geben Kirchen und Plätzen eine wunderbare Atmosphäre.

    Gruß Dieter

    AntwortenLöschen
  15. Liebe Irmi,
    Ist es reiner Zufall? Ich habe mich abgefragt wie es sich anhörte wenn meine Mutter gestorben ist und deswegen die Trauerglocken im Ort gelautet haben. Auch weiss ich garnicht ob die nach sovielen Jahren diesen Gebrauch noch in Ehren halten.
    Pieter und ich haben Jahren lang in Mexico gearbeitet. Einmal schliefen wir in einem Hotel, das am Platz von 3 Kirchen lag.
    Sehr schöne Gebäude aber wenn da nachts jedesmal sovielen Glocken läuten da schläft man erst garnicht!
    Wir haben also weiterhin irgendwo anders geschlafen beim nächsten Arbeitsbesuch.
    Ganz liebe Grüsse,
    Mariette

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.