Freitag, 26. Juni 2015

Dies und Das über eine Untugend, oder?

Ich glaube, wir haben das alle schon erlebt: Wenn wir mit  "Freunden"  zusammensitzen, reden wir natürlich auch über Bekannte. Es wird gescherzt und gelacht - und auch mal auf Kosten von denen, die nicht dabei sind. Aber - darf man  über Freunde lästern?
Stellen wir uns einmal vor, Komiker und Kabarettisten würden nicht mehr über Angela Merkel, Olli Kahn, die Autofahrer oder die Beamten lästern. Worüber würden wir denn dann vor dem Fernseher lachen? Und stelle man sich vor, in den Büros würde nicht mehr über den Chef gelästert und in den Kneipen eben nicht mehr über die "abwesenden Freunde". Es wäre ziemlich still an den Tischen.
Gemeinsame Freude verbindet uns und gibt uns das Gefühl dazuzugehören. Darum ist gemeinsames Lachen sehr wichtig. Wenn ich nur in meiner Wohnung sitze und nach den Fehlern der anderen suche, habe ich ein freudloses Leben. Und am besten lacht es sich nun einmal über Dinge, die man gemeinsam kennt.
Aber - und ein ABER muss kommen. Es gibt eine Hohe Kunst des Lästerns. Um diese Hohe Kunst zu lernen, braucht man ein feines Gespür für Richtig und Falsch. Das ist nicht leicht - und manche lernen es nie!
Die Bibel gibt uns eine Anleitung: "Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten" (2.Mose 20,16 - Das achte Gebot). Luther erklärt diesen Satz so: "Wir sollen unseren Nächsten nicht verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben". Modern ausgedrückt: Wir müssen beim Lästern darauf achten, dass wir die Würde anderer Menschen nicht verletzten.
Das ist nicht ganz einfach. Dabei brauchen wir dieses feine Gespür dafür, dass auch die größte Nervensäge irgendwie liebenswert ist. Genau wie jeder und jede von uns. (Auweia, gar nicht leicht!)
Aber mit dieser liebevollen Achtsamkeit dürfen wir getrost mal über Bekannte lästern -  denn: Wenn wir nicht dabei sind, wird auch über uns gelästert. Das muss uns klar sein
(Auszug aus meinem Referat von 1988 - befand sich noch in meinen alten Unterlagen)



Find auch nur einen Menschen mir,
der beim Kaffee oder beim Bier,
sich auf eine besondere Weise verhält,
keinerlei Sachen über andere erzählt.
(Verfasser ist mir leider unbekannt)

Kommentare :

  1. Irmi, Du Liebe, wie Recht Du wieder hast mit diesen Worten :O)
    Der kleine vers dazu ist herrlich ;O)
    Ich wünsche Dir einen schönen Tag und einen guten Start in ein erholsames Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße, Deine Claudia ♥

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  2. Stimmt genau liebe Irmi....aaaaaaaaaaber genau mit diesem aber ;-) Man sollte da schon ganz schön unterscheiden, und einige Dinge sollte auch immer bei einem selbst bleiben, gerade wenn diese vertraulich erzählt wurden. Da sollte dann auch kein Ansatz zum Lästern gesucht werden.

    Übrigens den Esel finde ich total niedlich.

    Wünsche dir auch heute einen superschönen Tag und sende herzliche Grüsse


    N☼va

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  3. Ueber jemanden reden oder laestern, das sind zwei Paar Stiefel. Laestern kommt fuer mich nicht in Frage.
    Dein Wochenende ist im Anzug Irmi, geniesse es! :-)

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  4. Moin liebe Irmi,
    für mich gibt es einen feinen Unterschied: lästern (obwohl das Wort einen hässlichen Klang hat) ist das Reden über jemanden, der nicht dabei ist. ABER: Gerüchte verbreiten, vor allem wenn man den Wahrheitsgehalt nicht nachgeprüft hat, mag ich nicht. Gelästert wird doch oft über (nicht anwesende) Freunde, gute Bekannte oder auch mal den Chef. Die Gerüchte werden über Irgendjedermannden verbreitet und jede/r dichtet ein ganz klein wenig dazu. So wird aus einer Mücke ein Elefant gemacht (woher kommt eigentlich dies Sprichwort?)
    Liebe Grüße, Inge

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  5. Liebe Irmi, je gelassener ich werde und je mehr ich mich nur noch mit Personen treffe, die ich mag und die mir gut tun, um so weniger muss ich lästern. Es ist eine Form der Spannungsabfuhr, die man wohl braucht, wenn man in Abhängigkeiten Leben muss.
    Bon week-end!
    Astrid

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  6. ...schmunzelnde und zustimmende Inselgrüße
    Sheepy

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  7. Liebe Irmi, privat achte ich sehr darauf, mit wem ich meine Zeit verbringe und an welchen Orten. Und das sind nur Menschen, die das lästern auch nicht mögen. Ich möchte diese wertvolle Zeit lieber mit guter Energie füllen und lästern schafft ganz schlechte Stimmung. Das meide ich, wo ich kann.
    glg zu Dir,
    Susanne

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  8. Reden oder lästern sind zwei Paar Schuhe.
    Ich wünsche dir einen schönen Freitag
    LG
    Nicole

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  9. wie recht du hast, die Versuchung über nicht anwesende zu lästern ist wirklich manchmal gar so groß, das wir manchmal dinge sagen, die besser ungesagt blieben

    lg und ein schönes WE
    wünscht gabi

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  10. ja, das ist nicht einfach manchmal sollte man den Mund halten und sich nur denken für sich!
    Lästern über den anderen kann einen riesen Krach hoch beschwört werden und Verletzungen geben die nicht sein müssen.
    Lieben Gruss Elke

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  11. Ja, das ist wirklich nicht einfach, "kultiviert" zu lästern. Vielleicht sollte man sich beim Lästern vorstellen, der andere hört mit und wenn er dann noch mitlachen würde, hätte man "perfekt" gelästert:-). Aber im Prinzip ist alles nur menschlich und perfekt sind wir alle nicht.

    liebe Grüsse
    Brigitte die Weserkrabbe

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  12. Liebe Irmi,
    ich halte ich nichts davon über andere zu lästern. Und schon gar nicht hinter dessen Rücken. Wenn einen etwas am anderen stört, dann sollte man es ihm sagen, aber nicht hinter seinem Rücken darüber reden. Ich denke mir lieber meinen Teil. Naja, manchmal redete man vielleicht innerhalb der Familie, denn so perfekt ist ja niemand...., aber dort sollte es auch bleiben.
    LG
    Astrid

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  13. Das hast du ganz hervorragend geschrieben. Ganz genau so ist es. Natürlich sollten wir nicht lästern, doch die anderen tun es ja auch. Was ganz wichtig dabei ist, hast du gesagt: Es gibt Grenzen, die darf man dabei nicht überschreiten. Wie sagt man immer so schön: Wenn du nicht möchtest, dass man über dich redet, musst du der erste und der letzte Gast sein!! So ist es wohl! LG Martina

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  14. Ich war schon immer für klare Worte und zwar direkt an den Betroffenen. Diese Lästerei, die mag ich überhaupt nicht und empfinde sie so manches Mal als Vertrauensbruch.

    Ich lästere ja auch nicht über die griechische Regierung, obwohl ich eine Riesenlust dazu hätte. Aber dann müsste ich ja auch über unsere Regierung lästern etc.

    Ein schönes Wochenende, Brigitte

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  15. Ich war schon immer für klare Worte und zwar direkt an den Betroffenen. Diese Lästerei, die mag ich überhaupt nicht und empfinde sie so manches Mal als Vertrauensbruch.

    Ich lästere ja auch nicht über die griechische Regierung, obwohl ich eine Riesenlust dazu hätte. Aber dann müsste ich ja auch über unsere Regierung lästern etc.

    Ein schönes Wochenende, Brigitte

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  16. Liebe Irmi,
    "...die Würde des Menschen nicht verletzen"...
    das ist die hohe Kunst im Leben und im Umgang mit unseren Mitmenschen.
    Ein ganz besonders feiner und wichtiger Beitrag, Danke!
    Angenehmes Wochenende und liebe Grüße
    moni

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  17. Liebe Irmi,

    deinen Eintrag find ich klasse ..du bringst es genau auf den Punkt, worauf es ankommt ..die Menschenwürde achten und bei allem, was man sagt, doch immer den Respekt vor dem anderen Menschen bewahren. Sehr gut finde ich auch die Gedanken von der Weserkrabbe dazu. Bösartiges Lästern dagegen finde ich schlimm. Aber leider geschieht das ganz oft..

    Gemeinsam lachen, reden, offen sein, sich austauschen ..gehört zum Leben dazu und ist ganz wichtig. Wenn man nur ganz zurückgezogen und schweigsam lebt, vielleicht andere beobachtet und Groll und Unzufriedenheit hegt ..das ist auch nichts.

    Ich grüß dich ganz lieb und wünsche dir ein rundum schönes erfülltes Wochenende,
    Ocean :)

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  18. Hallo Irmi,

    das schlimme am Lästern ist wohl, es macht auch noch Spaß ;)

    Aber Du schreibst es sehr gut, ich denke diese Untugend hat sich mittlerweile verbreitet und wird so schnell nicht wieder aus den Köpfen kommen - ich nehme mich da leider nicht aus.

    Im TV oder bei manchen Comedians ist die Grenze, wie Du sie ziehst oft schon überschritten.

    Liebe Grüße und ein tolles Wochenende wünsche ich
    Björn :)

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  19. Liebe Irmi, alles was lieb ist und nicht verletzend ist o.k.. Lästern macht doch eigentlich Spaß. Liebe Grüße Eva

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  20. tja...
    herzliche Grüße und ein schönes Wochenende!

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  21. Liebe Irmi,
    Ja, wenn man es auf eine freundliche Weise tut, ohne jemanden seinen Ruf zu verderben ist es schon okay! Humor geht ja fast immer so, aber so ganz oberflächig und meistens lancht man auch deswegen weil jeder Menschenkind sich selber in diesen Dingen wiedererkennt.
    Ganz liebe Grüsse,
    Mariette

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  22. Hallo Irmi,
    es ist ja wirklich wie du schreibst, wir lästern doch immer auch über andere, gerade wenn sie nicht da sind. Und die lästern über mich, wenn ich nicht da bin. So ist es.
    Aber ich muss nicht gemein und bösartig sein. Man tauscht sich halt auch ab und an mal über jemand anderen aus. Da weiß man dann auch gleich wo der andere steht. Das kann durchaus auch sehr wichtig sein.
    Liebe Grüße
    ganga

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  23. Lästern kann schon mal gut tun ... aber ich finde auch dass man damit etwas vorsichtig sein sollte.
    Des einen Spaß kann schnell auch des anderen Leid sein.

    Danke wieder für den interessanten post.
    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.