Freitag, 1. April 2016

Dies und Das über die Eselsbrücke

Als ich mir gestern etwas merken wollte, machte ich mir  - wie schon immer -  einen Knoten ins Taschentuch. Zu diesem Zweck habe ich immer ein Stofftaschentuch bei mir.


Alle Schüler - auch die  "ehemaligen" und heute Erwachsenen - kennen das: Manche Dinge kann man sich ganz leicht merken, andere Sachen wollen einfach nicht im Gedächtnis haften bleiben. Besonders bei Zahlen ist es oft schwer, sich die richtige Ziffernfolge zu merken - in der Mathematik und auch in Geschichte. Was hilft, sind kleine Merkhilfen - die sogenannten Eselsbrücken. Sie sorgen seit Generationen dafür, dass wir uns Dinge einfach leichter merken.


Geschichte ist eigentlich ein tolles Fach. Überall auf der Welt ist ständig irgendetwas Aufregendes passiert, was man sonst oft nur in erfundenen Romanen findet. Das Ärgerliche ist nur, dass zu jedem dieser Ereignisse meist auch eine Jahreszahl gehört, die gelernt werden muss. Dinge, die uns brennend interessieren, lernen wir meist von selbst. Aber wann hat gleich Alexander der Große das persische Weltreich erobert?. Tja, da hilft  dann vielleicht auch ein Reim, den schon unsere Eltern lernten: " Drei, drei, drei - bei Issos Keilerei." Im Jahr 333 v.Chr. schlug also der Makedonen-König seinen persischen Widersacher Dareios III. in der entscheidenden Schacht um das größte damals bekannte Weltreich. Und wie merkt man sich, wann die Stadt Rom gegründet wurde? Kein Problem: "753 - Rom springt aus dem Ei." - Und so gibt es Merkhilfen für jedes Fach.


Doch warum heißt eine solche Lernhilfe  "Eselsbrücke"? Dieser Name geht wohl weit in die vergangenen Jahrhunderte zurück, als es noch keine Autos gab und die Menschen Tiere nutzen mussten, um schwere Lasten zu transportieren. Darunter häufig auch die genügsamen Esel. Leider hatten die Esel bei allen Vorteilen auch schon immer einen großen Nachteil: Sie sind sehr dickköpfig und wasserscheu! So gehen Esel niemals durch einen Bach oder Wasserlauf, so flach und schmal der auch sein mag. Die Esel können durch die spiegelnde Oberfläche einfach nicht sehen, wie tief das Wasser ist - und bleiben stur stehen. Deshalb haben die Menschen früher an Bächen und Flüssen, die Pferde und Ochsen problemlos durchschritten, speziell für die Esel immer kleine Brücken bauen müssen - Eselsbrücken eben! Im Sprichwort wurden die Eselsbrücken daher zum Symbol für Ideen, mit denen man schwierige Situationen doch noch bewältigen kann.


Eigentlich wollte ich  nur meinen Knoten im Taschentuch nur auflösen - und daraus entstand dann dieser Post. So kann es gehen.

Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker
und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung binden
(Epiktet)


Kommentare :

  1. Guten Morgen liebe Irmi,
    immer wieder fällt Dir etwas ein und Du machst Dir soviel Arbeit mit den Posts!
    Die Sache mit dem Spruch am Ende wirkt dabei wie der Knoten im Taschentuch, man merkt sich den ganzen Post anhand des Spruches!
    Oder anhand der wunderschönen (Pyrenäen?-)-Brücke würde ich mir ALLES auf der Welt merken!
    Herzlich Pippa

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  2. *grins* das ding mit dem sturen esel stimmt wirklich? wir haben den 1.april :).
    doch auf eselsbrücken verlasse ich mich!
    lg kelly

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  3. Nee, echt! Bei dir lesen ist meist sehr unterhaltsam und wahnsinnig lehrreich! Ganz herzlichen Dank für Deine viele Arbeit immer....
    Herzlichst
    yase

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  4. Liebe Irmi, das war wieder sehr schön, vielen Dank.
    Ist das die Brücke von Lavertezzo?
    Liebe Grüße und einen schönen Tag,
    Angelika

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  5. Guten Morgen Irmi,
    nun weiß ich endlich, warum es Eselsbrücke heißt. Auch ich habe meine kleinen Hilfen gegen das Vergessen wichtiger Dinge. Nur mache ich keinen Knoten ins Taschentuch, sondern schreibe Merkwörter auf kleine Zettel.
    Liebe Grüße von Ingrid

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  6. mache mir auch einen Zettel wenn ich etwas erledigen mussIrmi..was nicht gleich in die Tat umgesetzt werden kann
    Danke für diesen Beitrag Irmi
    mit einem LG vom katerchen

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  7. Liebe Irmi,
    das ist ein spannender Post, liebe Irmi, ein lehrreicher... Ich merke mir Dinge, die ich auf einen Zettel schreibe und diesen immer zu Hause vergesse (vor allem der Einkaufszettel *lach). Allein das Aufschreiben hilft mir enorm.
    Einen sonnigen und schönen Tag wünsche ich dir.
    Herzliche Grüsse, Sichtwiese

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  8. Wie ich das kenne mit dem Zettel lauter kleine liegen herum..
    Interessant wieder mit der Eselbrücke warum das zustande kam!
    Schönen Tag wünsche ich dir!
    Lieben Gruss Elke

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  9. Es macht immer wieder Spass bei dir zu lesen, liebe Irmi. Und interessant sowie lehrreich ist es sowieso.

    Wenn ich morgens zu einem bestimmten Zeitpunkt aufstehen muss, dann klopfe ich mit dem Hacken auf die Matratze 😁.
    Ein Stofftaschentuch hab ich nicht immer dabei, stattdessen nehme ich irgendeinen grad vorrätigen Gegenstand und lege, drehe, oder befestige ihn so, wie sonst nicht üblich.
    Z.B. lege ich im Auto den Eiskratzer auf den Beifahrersitz oder aus meinem Nachtschrank was auf den Fußboden vors Bett.

    Dumm nur, wenn man dann vergisst, WARUM das da liegt :))
    Ist mir aber noch nicht passiert :)

    Komm gut ins Wochenende
    Gaby

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  10. Eselsbrücken sind manchmal ganz nützlich. Man kann sich Sachen und Zahlen einfacher merken, wenn man sich dazu ein Bild oder eine Geschichte ausdenkt, je unsinniger und skuriler das Bild, desto besser bleibt es haften.
    LG Elke

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  11. Hoffentlich findest Du, liebe Irmi noch ganz viele Knoten in irgendwelchen Taschentüchern...

    Die Eselsbrücke wird oft und gern benutzt von uns, keiner - ich selbst mit eingeschlossen - ist sich des Ursprungs bewusst. Prima! Danke dafür! Jetzt weiß ich Bescheid.

    Wie es der Zufall will, las ich übrigens vor Ostern in unserer Tageszeitung über den sogenannten Barockesel. Der Esel, oft in den Mund genommen, entpuppt sich mehr und mehr als geheimnisvolles, spannendes Geschöpf.

    Ein herzlicher Sonnengruß... vonHeidrun

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  12. Liebe Irmi,
    was wären wir im Alltag ohne unsere heißgeliebten Eselsbrücken? Hoffnungslos verloren, gell.
    Liebe Grüße
    moni

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  13. Liebe Irmi, danke für diese nette Geschichte. Es war mir wieder eine Freude.
    Schönes Wochenende!
    Magdalena

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  14. finde es gut, dass man das machen kann, ich hoffe, dich hat keiner in den April gejagt, schönes Wochenende

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  15. Meine liebe Irmi,
    danke für einen wieder wudnerbaren und interessanten Post! Ja, einen Spruch, den hab ich heute noch im kopf ..." 333. Issos Keilerei ...." ...Lach, das war wohl einer der Eselsbrücken, die bei vielen hängengeblieben ist *schmunzel*
    Ansonsten gibt's bei mir aber auch eher Zettel mit Notizen drauf, die dann überall kleben ;O)
    Ich wünsche Dir ein wunderschönes, glückliches und sonniges Wochenende!
    ♥ Allerliebste Grüße, Deine Claudia ♥

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  16. Liebe Irmi!
    Wenn man das Buch: Zwei Esel auf dem Jakobsweg gelesen hat, versteht man das mit der Eselsbrücke vielleicht noch besser. Die wellige Brücke sieht ja klasse aus und bei mir fliegen manchmal so viele Zettel rum, dass ich nicht mehr weiß, wo die Zettel denn sind, hihi.

    Lieben Gruß Von Alison und Beppi

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  17. liebe irmi, seit ich denken kann mache ich mir immer eselsbrücken, die helfen wirklich :)
    liebe grüße!

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  18. Liebe Irmi,
    wie fein, dass ich bei dir immer wieder etwas Neues lernen kann. Ich dachte, die Menschen hätten Esel für DUMM gehalten und daher käme der Begriff. Dabei wurden tatsächliche Brücken für die Tiere gebaut, welch kluge und pragmatische Lösung! Die Sprüche zu 333 und 753 lernte ich in meiner Schulzeit ebenfalls kennen, allerdings nicht durch die Lehrpersonen, sondern durch meine Eltern. Leider gab es viele andere Jahreszahlen ganz ohne Spruch, die mir dann nicht im Hirn bleiben wollten ;o))
    Dank dir auch sehr für deine lieben Zeilen bei mir!
    Herzliche Grüße und schönes Wochenende, Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2016/03/raus-in-den-fruhling.html
    ♥∗✿≫✿≪✿∗ ♥ ✿ ♥ ∗✿≫✿≪✿∗♥

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  19. Liebe Irmi, wie immer ein total informativer Post. Es ist immer wieder aufs Neue interessant, wodurch solche Redewendungen entstanden sind. Genial!

    lg kathrin

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  20. Liebe Irmi, für was die Esel alles herhalten müssen. Ich mag sie so und die Eselsbrücken auch, ich habe viele. LG Eva

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  21. Ganz toll erklärt, liebe Irmi, woher die Redewendung der Eselsbrücke kommt, was ich bisher nicht wusste.
    Es ist schon erstaunlich, wo stets der Ursprung solcher Redewendungen liegt.
    Eselsbrücken sind in der Tat sehr nützlich und helfen uns zu behalten, was wir uns nicht so einfach merken können.

    Liebe Grüße
    Christa

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  22. Liebe Irmi,
    jetzt weiß ich endlich woher der Begriff "Eselsbrücke" stammt. Manchmal ist unser Gehirn auch so störrisch wie ein Esel und will sich einfach manche Dinge nicht merken. Dann hilft eine solche Eselsbrücke tatsächlich. Ich benutze sie sehr gerne.
    Den Trick mit dem Knoten im Taschentuch kenne ich auch, aber ehrlich gesagt, benutze ich lieber einen Zettel und einen Stift, um mich selbst an etwas zu erinnern, das ich erledigen muss.
    Du hast recht gehabt, Dein Post passt irgendwie zu der Geschichte, die ich über den "Zahlensalat" geschrieben habe.
    Sei lieb gegrüßt und ich hoffe, dass Du einen schönen und sonnigen Sonntag haben wirst.
    LG
    Astrid

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  23. wunderbar verfasst und erklärt liebe Irmi, nun wissen schon viele mehr wofür es die berühmte Eselsbrücke gibt und wie man sie überqueren kann:)) Dank deiner hilfreichen Recherchen...so kannte ich sie auch bislang noch nicht oder hätte den Begriff nicht so gut erklären können; aber wer trägt/hat heutzutage im Zeitalter der Wegwerfartikel noch (kostbar echte ) waschbare Leinentaschentücher für den berühmt berüchtigen Knoten darin???
    du schon noch, wie schön...
    sie waren und sind immer hilfreich für diesen Zweck gewesen..
    herzlichst Angel...

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Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.