Donnerstag, 9. Juni 2016

Noch einmal: Freundschaft

Im Anschluß an den Vortrag (über den ich gestern berichtete) entflammte eine rege Diskussion.
Es kristallisierte sich klar heraus, dass es für einige Menschen sehr schwer ist, Freunde zu finden.
Vier Ursachen könnten dafür verantwortlich sein:

Man hat eine zu negative Einstellung zu sich selbst und glaubt, wenig interessant für andere zu sein. In einem solchen Fall sollte man sich die eigenen Stärken und Vorzüge bewußt machen, ohne dabei allerdings egozentrisch oder überheblich aufzutreten.

Wir suchen an falschen Orten oder in falschen Kreisen. Man muss sich überlegen, was die wahren Interessen sind. Vielleicht sollte man sich einem Verein anschließen oder aber alte Jugendfreundschaften wieder auffrischen.

Wir stellen zu hohe Ansprüche an unsere Mitmenschen. Das ist ein großer Fehler. Wir müssen offen sein für andere. Dürfen nicht erwarten, dass die anderen auf uns zugehen. Man muss so miteinander umgehen, wie wir selbst von Freunden behandelt werden möchten.

Unsere Ausstrahlung ist abweisend und wenig herzlich. Vielleicht fehlt es uns an sozialer Kompetenz. In einem solchen Fall sollten wir eine Vertrauensperson ansprechen und um die ehrliche Antwort bitten, wie wir auf andere wirken. Zyniker, ewige Meckerer oder Hochnäsige finden selten wahre Freunde.

Sehr nachdenklich ging ich nach dieser Diskussion nach Haus - und nicht nur ich. Gerade im Alter ist es schwer, noch Freunde zu finden. Da sollte man den einen oder anderen Punkt überdenken.




Das also ist keine Freundschaft,
dass, wenn der eine die Wahrheit nicht hören will,
der andere zum Lügen bereit ist.
(Cicero)

Ich freue mich, dass

Lykka Gard

an den Neckarstrand gefunden hat. Herzlich Willkommen.
Ich hoffe, du fühlst dich wohl hier.

Kommentare :

  1. Guten Morgen, liebe Irmi....hab einen schönen Tag! P.

    AntwortenLöschen
  2. Guten Morgen, meine liebe Irmi,
    das stimmt, es ist nicht einfach, wahre Freunde zu finden, je älter man wird, umso schwieriger wird es. Man hat einiges erlebt bis dahin, ist vielleicht öfters mit falschen Freunden auf die Nase geflogen, das macht es alles nicht einfacher ...
    Danke für diesen Nachtrag zu dem Thema Freundschaft!
    Ich wünsche Dir einen schönen und freundlichen Tag und hoffe, er bleibt regenfrei, nicht, daß der Keller wieder vollläuft ...!
    ♥ Allerliebste Grüße und einen ganz festen Drücker, Deine Claudia ♥

    AntwortenLöschen
  3. Grüß dich liebe Irmi,
    schön, dass du nochmal über Freundschaft schreibst...
    super zusammengefasst!!!
    Ich kann deine Punkte, die du da schreibst nur bestätigen.-
    Ebenso tut es immer gut sich selbst von Zeit zu Zeit
    zu reflektieren, Entäuschungen zu verarbeiten, dass es dann wieder möglich ist, erneut offen zu sein.-
    Menschen sind ja nicht alle gleich....
    Dies ist meines Erachtens eine der Grundvoraussetzungen Menschen wirklich zu begegnen,
    die dann manchmal auch zu Freunden werden können....
    Herzlichst monika*

    AntwortenLöschen
  4. Wie gestern schon geschrieben finde ich das sich wahre Freundschaften erst wirklich über Jahre entwickeln können, und wie Gabi schrieb: gerade in schweren Zeiten zeigen sich die Wirklichen auch erst tatsächlich.

    Man sollten halt auch nie zu schnell mit dem Wort Freundschaft sein, und die Worte von Cirero unterschreibe ich sofort. Auch das gehört dazu; Kritik annehmen und nicht gleich eingeschnappt sein.

    Leider habe ich schon eine Negativerfahrung in der virtuellen Welt gemacht, aber dafür auch schon wieder superschöne Erfahrungen sowie durchs reale Kennenlernen eine doch schon engere Beziehung, einer Freundschaft.


    Wünsche dir einen superschönen Tag und sende liebe Grüssle

    N☼va

    AntwortenLöschen
  5. Vielleicht liegt es auch daran, dass die meisten Menschen nicht zuhören können. Sie reden am liebsten nur von sich selbst. Nur wer zuhören kann und auf den anderen eingeht, zeigt auch wirkliches Interesse am anderen.
    Man lernt einen Menschen nur kennen, wenn man ihm zuhört. Aus gegenseitigem Zuhören und wahrem Interesse am anderen, könnte sich dann auch eine Freundschaft entwickeln.
    Wie heißt es so schön: Ein Freund ist jemand, vor dem man laut denken kann.
    Hab einen angenehmen Tag, liebe Irmi, lass es dir gut gehen und sei ganz herzlich gegrüßt von
    Laura

    AntwortenLöschen
  6. Ja, wie Recht du wieder einmal has liebe Irmi. Ich denke im Alter nimmt die Offenheit ein wenig ab und auch der Bewegungsradius ist eingeschränkter. Das spontane geht also etwas verloren. Die meisten Freundschaften wachsen aber durch gemeinsames Tun und erleben. Ich denke im Alter nimmt die Risikobereitschaft ab, weil man weiss was man will. So gehen wahrscheinlich Chancen für Begegnungen und Gemeinschaftserlebnisse verloren.
    liebe Grüße
    susa

    AntwortenLöschen
  7. moin irmi,
    wieder ein anregendes thema und der wert einer freunschaft kann 2 mal betont werden.
    die erfahrungen aus dem besuchsdienst waren für mich lehrreich...
    alte freundschaften mit vielen erinnerungen und gemeinsamen werten bestehen und einige haben sich nachteilig entwickelt. neue freundschaften auf einer gemeinsamen basis und interessen gibt es und erweitert meinen horizont - nur nie freundschaft um jeden preis. es geht um das geben und nehmen, pflege und sich treu bleiben.
    lg kelly

    AntwortenLöschen
  8. ...ich glaube wirklich, liebe Irmi,
    in erster Linie sind es die Erwartungen, die uns im Weg stehen...wenn wir offen und unvoreingenommen durch die Welt gehen, werden wir auch freundliche Menschen treffen und Freunde finden,

    liebe Grüße
    Birgitt

    AntwortenLöschen
  9. Moin liebe Irmi,
    über das Thema könnte man wochenlange diskutieren. Für mich persönlich habe ich das abgeschlossen, wer nicht woll, der hat und wer nicht mag, ist satt :-).
    LG Helga

    AntwortenLöschen
  10. ....
    nachdenkliche Grüsse
    herzlichst
    yase

    AntwortenLöschen
  11. Jetzt musste ich doch schnell noch den Post von gestern lesen, um auf dem Laufenden zu sein. Freundschaften - ein sensibles Thema. Wenn ich auf mein Leben zurück blicke, staune ich oft darüber, wie sich die Freundschaften verändert haben. Gerade am vergangenen Sonntag waren wir bei Freunden zum Geburtstag eingeladen. Der Mann meiner Schulfreundin wurde 60. Meine Schulfreundin kenne ich seit der 5. Klasse und wir haben bis heute Kontakt. Ihren Mann kenne ich nun auch schon 40 Jahre - unglaublich. Es ist eine Freundschaft, die sich auf zweimalige persönliche Kontakt jährlich beschränkt und das eine oder andere Telefonat. So sind wir immer im Kontakt - aber sehr sporadisch. Für beide Seiten scheint es so gut zu sein, wie es ist. Aber: Die Zahl der Freunde, die in all den Jahren kamen und auch wieder gingen, sind in der Mehrzahl. Wenn man sich in unterschiedliche Richtungen entwickelt, wenn da plötzlich andere Lebenseinstellungen sind, hat es keinen Zweck, eine Freundschaft auf Biegen und Brechen aufrecht zu erhalten. Durch Zufall lernte ich vor einem Jahr eine Frau kennen, die zwar 10 Jahre jünger ist, als ich, doch es passt unglaublich gut zwischen uns. Gerade letztens haben wir darüber gesprochen, dass wir uns beide sehr schwer tun mit dem Begriff 'Freundin'. Im Moment tun wir uns noch schwer damit, doch ich weiß, mit ihr werde ich noch lange und viel Kontakt haben. --- Danke für deine immer wieder so wertvollen Posts! LG Martina

    AntwortenLöschen
  12. Liebe Irmi,
    das sind zwei wunderschöne und sehr nachdenkliche Posts. Ich glaube darüber kömmte man sich auch wochenlang austauschen. Ich glaube aber dass viele gar keine tiefen und innigen Freundschaften mehr kennen oder brauchen. Oft sind es Lebensabschnittbegleiter. Das finde ich schade.
    Liebe Grüße
    Silke

    AntwortenLöschen
  13. Es gibt auch einen Unterschied zwischen guten Bekannten und richtigen Freunden. Eine wahre Freundschaft ist wesentlich intimer. Wenn man sich also schwer tut, Anschluss zu finden, sollte man sich einen Verein suchen. Meine Mitstreiter im Chor würde ich als gute Bekannte bezeichnen. Mit Ausnahme einer Nachbarin, die mit mir im Chor ist und die ich schon lange sehr gut kenne. Wir treffen uns auch sonst öfter. Sie ist eine Freundin.
    LG Elke

    AntwortenLöschen
  14. Liebe Irmi!
    Der Spruch am Ende, der ist so wahr. Ich kann eine Arie davon singen. Die Menschen sind beleidigt, die Wahrheit zu hören. Darum bemühe ich mich immer, die Wahrheit in schwarzen Humor und Komik zu packen. Dennoch kapieren es einige nicht.
    Ich bin ja selber jemand, der normalerweise alles ungeschönt auf den Tisch bringe und als ich bemerkte, wenn jemand mich so knallhart kritisiert, dass das auch weh tun kann. Es ist der Ton, der die Musik macht und in der Regel kann man alles erreichen, wenn man in der richtigen Tonart spielt.
    Kommen verletzte Eitelkeiten hinzu - da sage ich zum Beispiel Erdogan - so kann man fast gar nichts mehr ausrichten, weil alles unter Zeitdruck geschehen muss.
    Auch unter Bloggern habe ich erfahren müssen, dass Freunde nicht gleich Freunde sind. Wenn du denkst, du hast eine gute Freundin, und dann von ihr denunziert wirst, ohne dich verteidigen zu können, obwohl du unschuldig bist. WENN ich Fehler mache, gebe ich das immer und zu jeder Zeit zu. Das tut mir nicht weh und macht die Luft rein. Aber sowas? Wenn dir jemand eine Tat anhängt, die du nicht getan hast, den Makel wirst du kaum wieder los.Selbst wenn du die Beweise auf der Hand hast. Niemand will sie sehen.

    Freunde... habe ich kennen gelernt. Da denkst du, du hast einen wahren Freund. In der Not sieht es anders aus. Man könnte ja Ärger mit den anderen Freunden bekommen, wenn man zu jemandem hält.
    Das sind keine Freundschaften.
    Darum habe ich nur sehr wenige Freunde, die aber stehen zu mir in guten und in schlechten Zeiten. Ich habe gelernt, mich mit Menschen freundschaftlich zu verbinden, ohne eine tiefe oder zu private Bindung entstehen zu lassen, die dennoch schön sein kann. Eben weil auch keine Ansprüche gestellt werden und alles, was man tut, freiwillig getan wird.
    Und da kann man dann wieder von Freundschaft sprechen.

    Herzliche Grüße von Alison

    AntwortenLöschen
  15. Ja, es ist nicht so einfach mit den Freunden. Du hast Recht, man muss auch auf sich selbst gucken und man muss ein weites Herz haben, damit man nicht von jedem falschen Wort getroffen wird.
    Ich grüße Dich herzlich.
    Magdalena

    AntwortenLöschen
  16. liebe irmi. mir schrieb mal jemand in mein poesiebuch:
    wenn du eine freundin suchst, such dir stehts die rechte, denn unter 100 freundinnen sind 99 schlechte. gerade die schreiberin dieses spruches zählte leider zu denen 99. spannend oder?
    liebe grüße!

    AntwortenLöschen
  17. Ja liebe Irmi, darüber sollte man doch öfters mal nachdenken. Das kann ich gut verstehen, dass diese Diskussion nachgewirkt hat, würde mir auch so gehen.

    Liebe Grüße
    Kerstin

    AntwortenLöschen
  18. deine Gedanken zur Freundschaft sind schön zu lesen - und an allem ist bestimmt auch was dran.

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

    AntwortenLöschen
  19. Ein Thema das mich sehr traurig macht liebe Irmi.Mir ist leider keine Freundin mehr
    geblieben, traurig aber wahr. Eine Vermeidliche hatte kein Verständnis dafür, dass ich
    weniger Zeit hatte, als mein Mann pflegebedürftig wurde.Eine hat leider absolut keine
    Zeit mehr, nachdem mein Mann gestorben war und die Letzte wollte grundsätzlich immer
    alleine bestimmen wann und wo wir hingehen, und was wir machen. Nachdem ich sie
    einmal freundlich darauf aufmerksam machte, hieß es, ich sei aber empfindlich. Ich war
    und bin der Meinung, wenn ich etwas mir anderen Unternehmen will, muss ich auch mal
    Kompromisse eingehen. Tja, andere sind da wohl anderer Meinung.
    Ich wünsche dir ebenfalls einen schönen Abend
    Sigi

    AntwortenLöschen
  20. Ein Freund für den du immer interessant bist und der dich bedingungslos annimmt ist Gott. Wer in einer guten Kirchengemeinde lebt, findet dort ganz bestimmt Freunde, die nicht nur fordern, sondern auch zum Geben bereit sind. Selber muss man natürlich auch wissen, dass man nicht nur nehmen darf, sondern auch zum Geben bereit sein muss.
    Kirche ist mehr als nur die Verwaltung oder ein schlechter Seelsorger.

    Liebe Grüße
    Arti

    AntwortenLöschen
  21. Ein gutes Thema Irmi !

    Freunde kommen und Freunde gehen,
    doch nur die wahren Freunde bleiben
    ein Leben lang!

    Da ich Mann ,Kinder und Enkel und grosse
    Verwandtschaft habe ,jede Woche hüten wir die Kleinen ,
    so habe ich nicht so viel Zeit für Freunde,
    aber diejenigen Freunde welche uns schon
    seit Jahrzehnten begleiten sehen wir jährlich ein
    paar mal !
    Ich habe auch einige super Freunde im Internet
    gefunden und persönlich getroffen das gibt es auch :-))
    Gute Freundschaften muss man immer pflegen und man
    muss füreinander da sein !

    Klar gibt es heute viele einsame Menschen ,aber
    ich denke man kann doch, wenn man offen aufeinander zugeht auch wenn
    es nur im Zug, Restaurant etc. man dort in ein Gespräch kommt können sich
    Freundschaften entwickeln ,man muss einfach nur wollen !

    Wir können viel doch von Kindern lernen welche noch
    ohne Vorurteile aufeinander zugehen und Freunde werden !!!

    Herzlich grüsst dich
    Margrit




    AntwortenLöschen
  22. Liebe Irmi,
    ich glaube, bei vielen Älteren spielen Ängste eine Rolle. Denn es gibt durchaus Ältere, die gut und leicht neue Freundschaften schließen. Nimm nur die Künstsler, Rockstars - jetzt mal so als Beispiel ... Wenn Udo Lindenbg in schnöseliger Manier an der Bar stht, hat er keine Probleme, mit Menschen zu reden. man muß offen für andere sein.
    Zeit und Krankheit sind für manche ein größeres Problem, dazu die Angst, Freundschaften nicht aureichend aus diesen Gründen pflegen zu können. Dann verabreden sie sich lieber von vornherein erst gar nicht. Oder das Essen ... im Alter kann nicht jeder mehr alles essen und das kann auch ein Hinderunsgrund sein, wenn andere Menschen erwarten, man müsse nun "mithalten". Also offen sein und Toleranz üben und Du wirst Freunde in jedem Alter finden.

    Das Zuhören ist auch ein ganz wichtiger Grund, den Laura anführt! Gerade alte Leute drehen sich - aus ihrer Einsamkeit heraus - oft um sich selbst. Weil sie niemand zum Reden habe un dann bricht alles aus ihnen heraus, wenn einmal jemand zuhört ... doch eine Freundschaft funktioniert nie einseitig. Das wäre dann eher ein Fall für die Therapeuten-Klienten-Beziehung.

    Viele wollen in der Tat auch einerseits keine zu enge Bindung, das geht auch hier aus den Kommentaren hervor. Aber Freundschaft bedeutet ja nicht Erdrückung! Ein guter Freund gibt und nimmt oder fordert nicht hauptsächlich, sonst ist es keine Freundschaft. Das ist wie in einer guten Ehe auch! - Manche Menschen verwechseln bei Freundschaft leider was - es ist so, als wollten sie einen Freund besitzen, doch das ist keine Freundschaft! Denn die hat viel mit Freiheit zu tun.

    Liebe Grüße
    Sara

    AntwortenLöschen

Ich freue mich über jeden Kommentar und möchte mich auf diesem Weg recht herzlich dafür bedanken. Kommentare sind wie das Salz in der Suppe. Ohne fehlt sehr viel.